Zeit

Der Faktor Zeit hat in unserem Leben einen extrem hohen Stellenwert. Schliesslich sagt man, Zeit sei Geld! Nur ….. was ist das eigentlich, ZEIT? Der Versuch einer Erklärung führt uns bei einem angemessenen Mass an Gründlichkeit unversehens und unvermeidbar in die Kosmologie.

Man stelle sich ein Universum vor, in dem nichts, aber auch garnichts existiert ausser einem riesigen Stein. Niemand kennt dieses unbelebte Universum. Niemand weiss irgendetwas über seine Entstehung. Es war immer da, und es wird immer existieren. Es ist ewig. Dort existiert Zeit, aber fliesst sie? Meine Antwort lautet:

Keine Ahnung. Aber was soll dort schon fliessen?

Eine andere Betrachtung: Ein Raumkoerper hat 3 Dimensionen. Kein Mensch käme auf die Idee, dass eine der drei Dimensionen fliessen könnte. Nun sprechen einige mathematische Beziehungen dafür, dass eine vierte Dimension existiert, kurz „die Zeit“ genannt. Sie zeigt genauso wenig Bewegung wie die Dimensionen 1 bis 3. Ausdehnungen fliessen nicht. Sie sind.

Hat ein Kreis Anfang und Ende?

Wenn Zeit vergangen ist, haben wir ein Stück davon hinter uns gelassen. Wie bei der Bewegung über eine Strasse ein Stück des Wegs hinter uns bleibt. Aber die Strasse fliesst nicht …..

Sir Isaac Newton formulierte bereits vor 300 Jahren, Zeit erstrecke sich aus einer endlosen Vergangenheit in eine endlose Zukunft. Meinte er einen Zeit-Kreis? Er beschrieb damit jedenfalls seine Vorstellung von Ewigkeit in seinem physikalischen Weltbild.

Mit der modernen Theorie vom Urknall verbindet sich die Vermutung, die Zeit begänne mit dieser spektakulären Geburt eines Universums. Folglich endet sie mit dessen Kollabieren.

Was aber, wenn Newton recht hatte? Man schliesse die Augen und stelle sich das folgende Modell vor:

Die Zeit ist invariant. Sie ist also eine Konstante und wird mit dem Begriff EWIGKEIT begreifbar. Nun geschehen an verschiedenen Stellen der Zeit Ereignisse. Beispielsweise wird ein Universum geboren. Big bang! Dieses Universum hat seine eigene Zeitausdehnung. Entlang dieser geschehen weitere Ereignisse. Und jedes dieser Events trägt den Charakter eines Universums – mit eigener zeitlicher Dimension. Und in jedem jener Universen geschehen Events, und so weiter, wie z. B.  meine Autofahrt nach Hamburg und zurück (Event in meinem eigenen Universum!) bis hinein in die Prozesse, wie sie in der Struktur von Atomen ablaufen.

In der Kosmologie spricht man heute von Multiversum, errechnet Hyperräume mit 6 Dimensionen; ich finde, das eben skizzierte Modell ist dagegen schon noch begreifbar. Zeit und Ereignisse sind wie Faden und Perlen, wobei in jeder Perle wiederum andersartige, aber gleich strukturierte Perlenketten existieren, in deren Perlen wiederum gleichartige Strukturen zu finden sind, und so fort.

Der Zeitfluss ist nützliche, eine Erfindung genialer Menschen. Uhren messen in Zeiteinheiten nicht die Zeit, sondern die Dauer von Prozessen. Ausschliesslicher Zweck ist es, zu organisieren, indem  messbare Grössen definiert sind.

In unserem eigenen Universum geschehen unentwegt unendlich viele Ereignisse. Bewege ich meine Hand vom Keyboard zur Nase, dann ist der Faktor Zeitmenge gewiss irrelevant. Doch das ist er sehr wohl, sobald ich eine Reise nach Südafrika antreten möchte.

In diesem Beispiel existiert ein Event „Reise planen“ und ein Event „Reisen“. Dazwischen existiert eine Wartezeit. Wir messen Planzeit, Wartezeit und Reisezeit mit unseren Uhren.Nichts fliesst. Es laufen Prozesse ab mit einer messbaren Prozessdauer.

Wenn wir den Zeitfluss wahrzunehmen glauben, dann unterliegen wir wohl einer Sinnestäuschung. Tatsäch-lich leitet sich die Bewegung aus der Wahrnehmung einer Vielzahl von Prozessen mit begrenzter Dauer ab ….. wie jenes: Ein Auto taucht auf, faehrt vorbei und verschwindet wieder. Gleichzeitig hat ….. usw.

Unser „Zeitgefuehl“ resultiert aus der Messung der Prozess-Dauer – und der dabei gewonnenen Erfahrung (im Sinne des Erfahrens von Prozessverlaeufen). Zwischen den dynamischen Prozessen herrscht Statik …. Ewigkeit.

Eine Fliege erlebt Gleiches, wenn auch in sehr beschraenkter Form. Sicherlich ist ihr die Erfindung der fliessenden Zeit gleichgueltig, und sie ist fuer andere menschliche Erfindungen empfaenglicher, etwa die des Doppel-Whoppers bei McDonalds.

Soweit mein Ping, mein Statement zum Thema ZEIT, meine eigene String-Theorie sozusagen, gerade noch brauchbar als pseudowissenschaftliche Grundlage für einen Science fiction-Roman, den zu schreiben mir leider die Fähigkeiten fehlen.

Im Strom der Zeit

Ich liebe es,
das Licht des Tages,
wie es mir die Buntheit des Lebens
und die Farben der Welt
nahebringt und mir flüsternd mitteilt,
hier sei ich zu Hause.
 
Ich mag auch die Abenddämmerung,
wie sie das zweite Leben des Menschen,
jenes in der Dunkelheit ankündigt,
und zur Einstimmung
meine Welt geheimnisvoll
erscheinen lässt.
 
Und ich liebe die Nacht,
die uns das andere Leben lehrt,
da sie uns dazu zwingt,
uns selbst zu wahrzunehmen,
indem sie die Welt da draussen
mit ihrer Dunkelheit verbirgt.
 
Ich liebe auch die Morgendämmerung,
sie schenkt mir den Blick
auf meine zur Ruhe gekommene Welt,
und bereitet mich sanft
auf die Betriebsamkeit des Tages vor.
 

Ein Narr grübelt

Die Zukunft ist schon ein seltsames Ding.
Immateriell. Also nichts zum Greifen.
Und eigentlich auch nichts zum Begreifen.
Sie ist Teil der Zeit.
Wie die Vergangenheit.
Mehr nicht.
 
Wir warten, was die Zukunft bringt.
Und wir glauben, sie kommt,
näher und näher.
Und just in dem Moment,
der uns die Zukunft offenbart,
mutiert sie zur Gegenwart.
 
Spassig, nicht wahr?
Es bleibt nicht verborgen, dass
ganz weit vorne sich längst eine
neue Zukunft entwickelt hat.
 
Schluss mit Wortklauberei
und pseudo-philosophischem
Unsinn.
Da sind die Zeit, und das Ereignis,
wie z. B. ein Geburtstag.
Das ist wie ein gigantisches Karussell
bestückt mit den üblichen Figuren,
und diese rauschen an uns vorbei,
und wir wissen,
dass sie wiederkommen werden,
oder erledigt und Erinnerung sind.
 
Die Zeit, eine endlose Schleife,
vielleicht ein Kreis,
an dessen Oberfläche
Leben stattfindet.
Entsteht, aufblüht und vergeht.
So unser Leben – wie das
vergangener und künftiger
Generationen.
 
Mehr ist nicht.
 

Verlorene Zeit – ein Ruf nach Gelassenheit

Kann der Mensch Zeit verlieren?
Ich denke, das kann er nicht.
Die Zeit ist ein Kontinuum.
Er besitzt die Zeit nicht.
Er nutzt sie.
 
Die Zeit des Menschen ist begrenzt.
Er nutzt sie aktiv oder passiv.
Dies gilt für jede Sekunde.
Das Nutzen endet mit seinem Tod.
Die Zeit existiert weiter.
 
Man redet davon, dass Zeit gut oder
schlecht genutzt wird.
Das sind Bewertungen des Augenblicks.
Jeder der beiden Werte kann sich
unversehens oder auch langfristig
in das Gegenteil verändern.
 
Wer unter schlecht genutzter Zeit leidet,
möge bedenken:
Abgerechnet wird immer erst am Schluss.
Deshalb ist die Ungeduld
durch Toleranz zu ersetzen.
Toleranz gegenüber sich selbst,
und gegenüber anderen Menschen.
 
Und was, wenn der Saldo negativ bleibt?
Man filtert das Gute aus einer
schlechten Lebensphase,
und lässt die Zeit den Rest erledigen.
Sie ist mächtig genug,
Falten wegzubügeln.