Begegnung

Nein, es war keine regennasse, kalte und tiefdunkle Nacht, in der ich eine neue Seite des Daseins kennenlernte. Es war ein sonniger, warmer Frühsommertag, und das Schicksal erwischte mich eiskalt, und unspektakulär. Ein Mann schlief ein, schlug mit dem Schädel auf das leder-gewandete Lenkrad, der rechte Fuss verlor den Kontakt mit dem Gaspedal, und ein …

Feindesland

Mir scheint, ich wandere durch eine Wüste. Ich sehe nur Himmel und Sand, und ich fühle plötzlich die Nähe des Todes. Spüre. wie meine Schritte bedächtig, dann schwer sind. So schliesse ich die Augen, und meine Sinne täuschen mich, denn ich spüre, wie ich durch Wasser schreite, kniehoch, und Kraft fordernd. Ich gehe und gehe, …

Irgendwann

Aus einem Filmdialog: „Wenn meine Zeit gekommen ...“ „Jaja, wir wissen das schon! Wenn Deine Zeit gekommen ist, dann packst Du Deine Sachen und verschwindest!“ „Genau!“ Glaube lieber nicht an derartige Euphemismen. Jedermanns Zeit kommt irgendwann, und nur wenigen ist es vergönnt, noch ihre Sachen zu packen, alles so zu ordnen, dass ein ordentlicher Abgang …

Haiku: Trauer

Ich fühle die Trauer, wie ein Windhauch streift sie mich. Nichts stört die Stille.

Geplauder über ein Tabu

Man sagt, das Sterben beginne mit der Geburt. Dieser Prozess, das Leben kann Jahrzehnte laufen. Die Prozessdauer bemisst sich in Schicksalen. Diese sind nicht in Menschenzeit umrechenbar. Der Prozess verläuft progressiv. (Je älter, desto schneller.) Pflege verlängert die Prozessdauer. Dennoch entstehen zunehmend Schäden. Bei grossem Schaden schaltet die Zentrale ab. (Oder sie wird per Externem …

Der Alte und ich

Nichts zwickt heute. Ich hänge ab. Vergesse die Meute. Vergesse den Trab. Mein Sessel ruht, und ich darin. Es geht mir gut, geht’s durch den Sinn. Die Beine hoch, die Augen zu. Ich grüble noch, bin weg im Nu. Nichts stört den Schlaf, der Träume Land. So wirksam traf des Männchens Sand! Es findet sich …