SPD – Quo vadis? – 7 und Schluss –

Mit ihren seltsamen Manövern in der Groko hat die SPD zumindest erreicht, dass sie – heute immer noch – im innenpolitischen Fokus steht. Als engagierter Zuschauer wartet man nun auf dessen Nutzung, und man darf gespannt sein, wie das grosse Spiel weitergeht: Mit dem Hammer, oder mit Gänsedaunen?

Rund heraus gesagt wäre es möglich, die Groko demnächst über Verweigerung von Mindestlohn und Nachbesserung des „Klimapakets“ durch die CDU/CSU zu Fall zu bringen. Dann wären die merkwürdigen Umfaller der neuen Parteiführung erklärt, und das Ende des Bündnisses sachlich begründet.

Ein solches Manöver wäre durchsichtig und fadenscheinig zu nennen, aber in Anbetracht der Situation durchaus akzeptabel. Selbst wenn CDU/CSU den Forderungen der SPD nachgeben würde, wäre Nutzen zu erwarten, denn die Rechtsparteien hatten bereits jede Nachforderung abgelehnt und sie müssten selbst mit Getöse umfallen.

Der Aufmerksamkeitslevel bliebe erfreulich hoch, und die SPD könnte Ernte einfahren.

Selbst das Thema „Grundrente“ liesse sich zugunsten der SPD missbrauchen, nachdem die Groko sich bereits dazu bekannt hatte. Die Drohung der CDU, die Grundrente bei einem Koalitionsbruch fallen zu lassen, wäre ein Schuss, der nach hinten losgeht.

Also muss man zugestehen, dass die Messe in der Bundesregierung noch nicht gesungen ist.

Warten wir’s ab!

SPD – Quo vadis? – 4 –

Nun ist es offiziell: Die SPD-Oberen rudern zurück.
Sie spüren Druck und haben keinen Mut für das Nötige.
Mag sein, man fürchtet auch, nicht wiedergewählt zu werden.
Wie auch immer:
Wenn ich eine verkommene Wohnung (die SPD) renovieren soll,
dann putze ich, reisse die Tapeten runter, repariere,
und bin stocksauer wegen viel Arbeit.
Dann wird tapeziert, gestrichen bis die Pinsel qualmen, lackiert
und wieder geputzt.

Anders in der SPD. Die neuen Bewohner möchten in der versifften Bude leben.
Sie scheuen den Aufwand der Restaurierung.
Sie fürchten sich vor dem Tal der Tränen.
Sie ignorieren, dass sie ohnehin auf dem Weg dorthin sein könnten.
Selbst den vorlauten Vorturner der Jusos hat der Mut verlassen.
Redet von Kontrollverlust, wenn man die Groko aufgibt.
Was, denkt er wohl, ist die Aufgabe der Opposition im Bundestag?
Schnarchen?

Ich helfe gerne. Vor meiner Tür stehen 3 grosse Mülltonnen.
Abfuhr-Termin nächsten Donnerstag.

SPD – Quo vadis? – 1 –

Mit der Wahl des Parteivorsitzes für Walter-Borjans und Frau Esken wurde kräftig Staub aufgewirbelt. Die Kommentare aus „berufenem Munde“ sind allerdings mehrheitlich nichts weiter als dümmlich. Aus allen Ritzen quillt Scheisse. Da schwingen sich Leute zu Auguren auf, die nun den Untergang des Abendlands prophezeien, und ja, sie haben recht, es wird geschehen, aber nicht durch den neuen SPD-Vorsitz! Sie selbst, mit vielen anderen Polit-Pfuschern besorgen uns den Rest, und das werden sie niemals begreifen, denn sie wähnen sich dem Himmel so nahe, dass die Weisheit Gottes ihr Handeln bestimmt.

Fette Polemik, nicht wahr?

Ich werde sachlich. Eigentlich habe ich geglaubt, man würde den Zwiespalt der Altpartei SPD sachlich kommentieren. Man steht nämlich vor der Frage, ob man die Partei vor ihrem Untergang retten soll, oder die Merkelpolitik in der Groko. Eines von beiden geht nur.

Nun hat sich eine knappe Mehrheit für den durchaus richtigen Weg entschieden. Das bedeutet, zu einem guten Zeitpunkt die Groko zu verlassen, evtl. 2 Jahre Konsolidierung durchführen, was bedeutet, die Partei mit guten Tools wie ein Markenartikel-Unternehmen zu führen, und dann gegen den Rest der Parteienlandschaft anzutreten.

Zweifel sind angebracht. Für ein Grossprojekt wie das hier angesagte fehlt in der SPD die Qualifikation. Wenn sie sich keine fremde Hilfe holt und im Glauben an die eigene Allmacht den Restart versemmelt, soll sie eingehen wie eine Primel. Dann hat sie ihre Existenzberechtigung verloren. Ihre Mitglieder wandern vielleicht in die Linke ab, und kommen vom Regen in die Traufe.

Yeap! Ich bin auch so ein Schlauberger. Ich sehe noch ein ganzes Stück weiter, was man aus der jüngsten Entwicklung eines 327-Millionen-Staats herauslesen kann – aber ich sag’s nicht. Ich bin nicht der Spökenkieker vom Dienst.