Ein Paradigma

Er steigt auf.
Schwebt im Höhenflug.
Sieht bunt und interessant aus.
Weckt Aufmerksamkeit.
Erreicht Prominenz.
Er ist leer.
Innen nur heisse Luft.
Bewegt sich träge.
Am Boden ist er nur ein grosser Lappen.
Von wem ist hier die Rede?
Gewiss, auch vom Ballon.

Eine Ansage

Hiermit fordere ich Sie auf, die …. nein, ich fordere Sie zu garnichts auf. Genau genommen sind Sie mir …. sage ich lieber nicht. Was ich möchte, sage ich auch nicht. Mit Ihnen, Frau Kanzlerin, rede ich nicht mehr.  Ich rede statt dessen mit meinem Papierkorb, der mir seit Jahren treu zur Seite steht und etwas hat, was Ihnen völlig abgeht: Er ist aufnahmefähig! Er ist sympathisch, griffig, strahlt Vertrauen aus, und ist zur Hand, wenn er gebraucht wird.

Nein, es soll kein falscher Eindruck entstehen. Ich bin nicht frustriert, eher amüsiert über das, was ich als Politik wahrnehme,  und über meine eigene Unfähigkeit, die Spielregeln schnell und korrekt zu erkennen. Wenn es nur nicht so verdammt mühsam wäre, Erlebtes so lange durchzukauen, bis sich ein spezifischer Geschmack herausbildet, und bis man zur Bildung eines eigenen Standpunkts befähigt ist.

Ich akzeptiere, dass Politiker für solche Gründlichkeit keine Zeit haben. Wenn aber ein politischer Standpunkt 40 Jahre alt geworden ist, der Zeitenwandel daraus einen alten Hut hat werden lassen – na, dann passt er wieder mal nicht! Ihr guckt dann verständnislos, und  der deutsche Michel knurrt vor sich hin.

Illusionen

Man verdaut nur schwer, wenn man Illusionen verliert.
Gemeint ist hier z. B. die Illusion, unsere gewählten Politiker seien Übermenschen, sie seien besser als wir selbst. Nein, sie sind nur freier als wir. Dafür haben sie selbst gesorgt. Wann ist je ein Politiker für seine teuren Fehlleistungen zur Rechenschaft gezogen worden? Für seine Affairen? Nichts dergleichen ist justitiabel. Wenn die Clique nicht will, wirst Du diese Leute nicht los! Nicht, bevor sie wegsterben!

Wie? Abwählen? Dass ich nicht lache. Sie wechseln doch im selben Raum nur den Stuhl. Los bist Du sie noch lange nicht. Wenn die das nicht selbst besorgen, dann leidest Du an ihnen wie an einer unheilbaren Krankheit. Und wenn sie es selbst besorgen, bist Du eine Null immer noch nicht los. Sie taucht am Ende auf einem lukrativen Posten in der Wirtschaft wieder auf.