Einsichten

Als Hausschwein ist man immer sicher.
Und sterben muss nunmal ein jeder.
Der Bauer auch! (Hinten Gekicher!)
Der ist dann hin – ich feinstes Leder!
 
Reinkarnation – auf Schweine-Art
ist nicht nach jedermanns Geschmack.
Der Mensch arbeitet lieber hart.
Arbeit macht frei, schrieb Menschenpack.
 
Hat je ein Viech so was geschrieben?
 
Der Misanthrop: Jaaaaaaaawoll! Alles Tiere!
 
Der Tierfreund: Wer einen Menschen
als Vieh bezeichnet,
beleidigt ganze Tiergattungen.
 
Der Humangenetiker: Charakter ist eine ererbte Eigenschaft,  die ihre Ausprägung …….
 
Der Altruist: Dies ist Ausdruck für die Verirrung
einer  menschlichen Seele, quasi ein Hilferuf ….
 
Der Politiker: Das ist zu lange her. Davon weiss ich nichts.
 
Der Priester: Alles geschieht
nach Gottes weisem Ratschluss!
 
Der Beamte: Zu allen Zeiten galten in Deutschland die
Grundsätze, wonach Recht und Ordnung …..
 
Der Neo-Nazi: Ausländer rauuuusss!!
 
Der gute Deutsche: Ich lese jeden Tag die Bildzeitung!
 
Das Hausschwein: Der Mensch ist eine Sau!
Aber anders.

Phrasen dreschen

Vielleicht ist es an dieser Stelle angebracht, zur Praxis des Sprücheklopfens Stellung zu nehmen, zu einer  Unart, die man auch mit Phrasendrescherei bezeichnet.

Stellung beziehen zur Phrasendrescherei? Denk nach, mein Freund. Was sollte wohl dabei herauskommen? Kann man jemandem, oder gar sich selbst  diese Unsitte abgewöhnen? Lächerlich. Das Sprücheklopfen unterlassen? Ja dann bin ich doch nur noch ein halber Hans Otto! Phrasen sind schliesslich so etwas wie die Sättigungsbeilage, wie man in der ehemaligen DDR Kartoffeln, Reis und Nudeln bezeichnete, jener Stoff also, mit dem man ein ernsthaftes Gespräch anreichert, nur um Volumen zu erzielen!

Ein Redner, ich meine einen Profi am Mikro, redet 2 Stunden lang; wenn er den Inhalt seines Vortrags auf die reine Substanz eindampft –  sinnigerweise reden Köche vom Reduzieren der Kochflüssigkeit, um mehr Geschmack z. B. an die Sosse zu bekommen –  wenn also der Redner eindampfen würde, blieben acht bis zehn Sätze übrig, die angesagt drei bis vier Minuten erforderten, dann wüsste jeder Bescheid, und alle könnten rascher ans Kalte Buffet gelangen. Aber: Wie armselig stünde der Redner hinter seinem Pult,  müsste sich fragen lassen, wofür er ein solches Pracht-Honorar kassiert. Und er würde sofort erkennen, dass er nicht für die Essenz bezahlt wird, sondern für den Verdünner – farblos, ohne Geschmack, und an jedem Wasserhahn für den Bruchteil eines Cents zu haben.

Gewiss: Ohne Substanz ist eine Rede, eine Unterhaltung nicht auszuhalten; die Protagonisten setzen sich der Lächerlichkeit aus.

Das ist, wie man weiss, noch kein Hinderungsgrund – substanzlose Reden sind an der Tagesordnung, denn wer etwas sagen muss, obwohl er nichts zu sagen hat, der kann nur noch zu diesem merkwürdigen Verhalten Zuflucht suchen. Wohl dem, der für anderes gebraucht wird – bei ihm übt man Nachsicht. Wohl dem, der Macht besitzt – er wird gefürchtet und bleibt verschont. Aber wehe der Randfigur, die mitlaufend sich aufzuplustern versucht, um damit nach Anerkennung und Aufwertung zu fischen – solche Bedauernswerte sind Hohn und Spott ausgesetzt – Zombies ohne Vergangenheit und ohne Zukunft.

Also noch mal von vorne. Warum sich über Dampfplauderer auslassen? Möglicherweise schärft man damit den eigenen Blick zum Erkennen der Rattenfänger in unserer Gesellschaft, und damit auch der solideren Gattung, die redlich sich bemüht …

Griff ins Klo

……. leistet sich , wer Phrasen drischt. „Wir haben über Gott und die Welt geredet!“ ist z. B. schliesslich nur eine Killerphrase, mit der man das Verlangen nach Schilderung kompliziertester Gesprächsverläufe abwürgt. Man kriegt ohnehin kaum ein zweites Mal zusammen, wie unter der Prämisse „Frau als Papst“ der Eierpreis die Lebensdauer eines Basalt-Pflastersteins beeinflusst (Stammtisch-Gespräch).


Nun hat der mündige Bürger aus dem politischen Alltag abgeleitet, dass mehr als dümmlich handelt, wer Phrasen auf ihren Inhalt zu überprüfen sucht.  Phrasen sind Sprache gewordener Etikettenschwindel. Man nimmt allgemein an, sie seien üblicherweise hohl. Hohle Phrasen müssen aber nicht zwangsläufig auch leer sein. Mein Senfglas ist hohl, aber halb gefüllt. Wie bitte? Mein Senfglas  sei keine Phrase? Gute erkannt. Aber „Gott und die Welt“ ist eine, gell? Und jetzt gucken wir mal rein. Deckel auf!


Nehmen wir GOTT. Spassvögel nennen ihn auch den alten Herrn, der über uns wohnt. So sind ruckzuck  Person und Ort festgemacht. Ja, zumindest imaginär, individuell, und auf naive Weise sogar intelligent. Ach ja, der. Hat gewiss keinen weissen Bart, aber egal! Auch wenn es ihn nicht gibt, Hauptsache, er ist da, wenn er gebraucht wird. Und flugs wird er – Gott natürlich – je nach Geschmack und Bildungsgrad im Ordner KIRCHE oder im Ordner RELIGION abgeheftet, quasi für kirchliche Events parat gehalten, dort, wo auch die zehn Gebote auf bessere Zeiten warten, in  Evidenz gehalten, bestenfalls.


Über Gott und die Welt reden heisst in der Regel, herumzuschwadronieren, und wohlerzogene Menschen vermeiden, dabei religiöse Aspekte mit durch den Wolf zu drehen. Genau, das gehört sich nicht. Ist intolerant. Das verletzt Gefühle. Und wenn der Pastor so etwas hört? Ob der mich dann noch unter die Erde bringt? Oder ob er den Preis für mein Totengeläut verdoppelt? Bei derartigen Schicksals-fragen kann man schon in betretenes Schweigen verfallen ….. ja, man redet dann über anderes – für den Moment. Maul halten und damit etwas Wichtiges sagen ist eine der höchsten Formen des Sprachgebrauchs – begabte Schweiger kennen den Trick.

Zum UND.
UND ist leicht verständlich zu definieren, wenn man sich dazu der Schalttechnik bedient. Das AND-Gate ist eine elektronische Grundschaltung zur Realisierung der UND-Funktion im Sinne der Schalt-Algebra; sie realisiert die Verknüpfung zweier oder mehrerer Eingangssignale, ist im einfachsten Fall durch die Reihenschaltung mehrerer Schalter zu bauen. So simpel ist das mit dem UND.
Du zweifelst doch nicht etwa?


Redet man über DIE WELT, dann … also …. ojeh!    Die Herkunft dieses Begriffs WELT ist zumindest jenen klar, die althochdeutsch parlieren können. „Weralt“ meint bekanntlich Menschenalter, Menschenzeit. Hast Du nicht gewusst? Nun, ich auch nicht. Egal, man hat einen Aufhänger, an dem man festmachen und in logischen Gedankengängen eine Definition entwickeln kann, die schlussendlich in der Science fiction ihre letzte Erklärung finden mag, und man ist nschliessend in der Lage, der 96-jaehrigen Tante die Heimat von E.T. plausibel zu machen.
Oder man macht in der Astrophysik fest, wenn es denn dort unbedingt sein muss, am besten irgendwo in der Nähe von Stephen Hawkins, der in jener Sphäre lebte und arbeitete, auch wenn er in Ermangelung weiterer Erklärungsmodelle über die Philosophie auf die Theologie zurückgriff, was sein Weltbild etwa so griffig macht wie 2 Liter Senf, oder man landet direkt in der Philosophie und versinkt in ihr, denn wer von den Weltendenkern hat nicht schon seinen Geist dazugegeben, nämlich praktisch alles, was Rang und Namen hat, hat gedacht, kommentiert oder kritisiert – was und wie auch immer.
Was also ist die WELT? Kostproben:
Die Welt ist die Gesamtheit der wirklichen Dinge im erkennbaren All. (aus der Kosmologie)
Die Welt als beseeltes Wesen (Philosophie der Antike), oder
Die Welt als goettliche Schoepfung. (Christliche Philosophie des Mittelalters)
Die Welt ist die absolute Totalität des Inbegriffs existierender Dinge. (Kant, Erkenntnistheorie)
Phänomenologisch: Sie ist der Horizont der Erfahrung (Husserl), die Ganzheit der Welt ist als der offene Horizont der Raum-Zeitlichkeit zu begreifen.


In Weiterfuehrung der Kant’schen transzendentalen und phänomenologischen Bestimmung von WELT ist sie die Allheit der Dinge begründenden ontologischen Kategorie als Charakter des Daseins, als Verstehenshorizont für das Seiende sowie für den Menschen, und zudem Entwurf des eigenen Seinkönnens, d. h. Welt ist die Ganzheit der Seinsmöglichkeit des Daseins (Martin Heidegger).

So viel zur Klarstellung.