Boris

aus STERN.DE

Unser neuer Publikumsliebling Boris Johnson prophezeite in seiner Antrittsrede im Unterhaus, er werde GB zum grossartigsten Land der Welt machen. Ich hörte zu, und war geplättet. Steht da unser Boris, der Terminator von jenseits des Kleinen Wassers oder nicht doch unser Donald, jener Trumphator vom Jenseits des Grossen Wassers?

Ich lauschte begierig seinen Worten, und es machte sich in meinem für Unsinniges verfügbare Hirn-Areal dieser Kern-Zweifel breit, der nach Lachen oder Weinen verlangt, ein ungemütlicher Zustand, den ich allerdings mit ein wenig Technik zu beenden vermag. Hier: Lege eine ausreichend grosse Distanz zwischen Boris und Dich, und dann guck nochmal hin. Und es kam, was kommen musste. Mein Verstand klinkte sich ein und wies mir den Weg aus dem Dilemma. Ich schreibe hier hin, was er mir sagte.

Weinen wegen Boris? Wie blöd ist das denn?

Lachen geht nicht. Also nutze den 3. Weg. Werde sachlich.

Boris ist nicht intelligent, sondern das, was wir bauernschlau nennen.

Er versteht es, trickreich zum Ziel zu kommen.

Er wollte PM werden, nun ist er PM.

Boris ist auch ein Epigone.

Er ahmt sein geheimes Vorbild, unseren Donald nach.

Was in den USA funktioniert, wird auch in GB funktionieren.

Zum Beispiel die grosssprecherischen Sprüche.

Er spielt auf Zeit, möchte nicht in die Wüste geschickt werden.

Ein ordentlicher Abgang nach Wahlen ist ihm allemal recht.

Er steht dort, wo er hin wollte: In den Geschichtsbücher, und im Wikipedia.

Bis dahin gibt er seinem Naturell entsprechend den Pfau und schlägt ein Rad nach dem anderen.

Dafür ist das Thema BREXIT bestens geeignet.

Das „Deal“ genannte Vertragsmonstrum hat er nie gelesen. (Hätte ich auch nicht!)

Ihm genügt der Nordirland betreffende Teil für ein striktes NO.

Der Brexit ist für ihn ein Spiel, das er gewinnen möchte.

Wenn nicht: Shit happens.

Insofern handelt Boris verantwortungslos gegen GB und Europa und deren Wirtschaftsinteressen.

Lassen wir’s dabei. Magst Du nun lachen oder weinen?

Komm schon, und bleib fröhlich!

Was hat uns die letzte Bankenkrise gekostet? Man redet von rund 500 Milliarden! Und keiner hat deswegen geweint!

Was kostet die Reorganisation der Deutschen Bank? 18.000 Arbeitsplätze! Niemand heult. Life is going on.

VW hat im ersten Halbjahr 2019 einen Gewinn von 10 Milliarden ausgewiesen. Keiner weint.

Dort wird man wegen eines Brexit ohne Deal in Tränen ausbrechen. Das ist Standard.

Und auch ich werde wegen VW in Tränen ausbrechen – vor Lachen! Auch das ist Standard.

Die Seelenlage der Briten

Quelle: WDR1

Vorbemerkung: Der Titel ist eine unzulässige Verallgemeinerung.

Der Beitrag ist Satire.

Zur Sache:

Wenn Du einem Briten das Innerste nach aussen drehst, so kommt das obige Bild zum Vorschein. Die im Empire vorherrschende Grossmannssucht, beruhend auf der ungehemmten Praxis, Schwächere auszunehmen wie eine Weihnachtsgans, findet ihren darstellerischen Höhepunkt im gezeigten Hosenbandorden.

(Orden des blauen Hosenbandes, Orden des Heiligen Georg in England, Hochedler Orden vom Hosenbande, Order of the Garter, The Most Noble Order of the Garter, gegründet im 14. Jahrhundert)

Mitglieder sind 24 „Ritter“ , die sich um König(in) und Königreich verdient gemacht haben, sowie die Mitglieder der königlichen Familie und eine ungenannte Zahl ausländischer höchstrangiger Honorationen.

Bemerkenswert ist der Zweck dieses Ordens: Sein. Nichts weiter.

Traditionsbewusster Prunk ohne Funktion. Wir Europäer würden die Gestalten am ehesten auf einer Prunksitzung irgendeines Karnevalvereins sehen mögen.

Es sind solche im Briten fest verankerten Traditionen, die sein Bewusstsein des Besonderen prägen. Fortschrittlich Denkende werden dafür plädieren, die Marotten zu tolerieren – und das ist unbedingt richtig. Nur: Europäer sind sie nicht. Man schicke sie zurück auf ihre Insel und schliesse den Euro-Tunnel. Und wenn eine Stimme ruft: “I want my money back!“. dann drückt man  ihr einen Hunderter in die Hand und jagt sie zurück in ihr Empire.