Schatten ohne Menschen

Sein Schatten hatte sich verselbständigt,
und nun stirbt der Mensch.
Die Bindungskräfte erlahmen, und
die Seele reist mit Lichtgeschwindigkeit
zum Ort ihrer Herkunft, einem Ort
in einer unbekannten Dimension des
Universums.
 
Der Schatten nimmt einen anderen Weg.
Er sucht, und findet seinesgleichen.
Er sucht, und findet einen Platz in der
Zwischenwelt, in der Heimat der Geister,
und für diese Dunklen,
die ungeliebten Wanderer
zwischen den Welten.
Der Schatten wartet geduldig –
wartet auf eine verwandte Seele.

Menschen ohne Schatten

Wie es scheint, ist es heutzutage wieder
in Mode gekommen, seinen Schatten für
gutes Geld zu verkaufen.
Nun hatte schon Adelbert von Chamisso
zu Beginn des 19. Jahrhunderts
eindringlich davor gewarnt, einen
solchen Schritt auch nur in Erwägung
zu ziehen. Unkundige wissen nicht,
dass ihre Freiseele untrennbar mit
ihrem Schatten verbunden ist.
Und sie wissen nicht, dass ihr Schatten
ein Eigenleben entwickeln und damit
ihr Denken und Handeln steuern wird.
Peter Schlemihl berichtete eindringlich
über sein Handeln und die Folgen.
Der Teufel tritt in vielerlei Gestalten
auf die Bühne des Lebens.
Man mache mit ihm keine Geschäfte!

Über ein Übel

Tiere fressen bis zum Erbrechen.
Der Grund:
Sie können nicht wissen,
wann sie wieder mal Nahrung
finden.
 
Säuglinge trinken, bis nichts mehr geht.
Bis sie überlaufen.
Ihr Verhalten bei der Nahrungsaufnahme
ist animalisch.
 
Erwachsene Menschen sind kein
Deut besser. Sie raffen allerdings
keine Milchmahlzeiten, sondern
Geld, und davon mehr als ihnen
zukommt. Ihre Geldgier kennt keine
Grenzen. Sie sind schlimmer
als Tiere. Zwischen Lunch und Diner
verschwenden sie ohne Skrupel,
was der Witwe nebenan für ein Leben
in Würde fehlt.
 
Und sie nennen sich
die Krone der Schöpfung.
 
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So. Das ist jene Art Polemik, die ich
garnicht mag. Sie ist übel. Aber
warum steckt so viel Wahres drin?
 
Sie ist zugleich unwahr, da sie vorgibt,
über „die Menschen“ zu sprechen
und dabei die „Guten“ diffamiert.
 
Vielleicht ist der Mensch wirklich
die Krone der Schöpfung, und die
geldgierigen Kotzbrocken
dürfen dieser Gattung nicht
zugerechnet werden?
 
Aber auch hierbei sind Bedenken
angebracht:
Unklar ist, wieviel Kotzbrocken
in jedem von uns schlummert,
bis sich eine Gelegenheit bietet
für die Rückverwandlung vom
Paulus zum Saulus.