Die Gefahr im Dunkel

Man könnte dieses Bild eine Allegorie nennen. Es schildert ein Horror-Szenarium: Die Digitalisierung hat den gesamten Planeten Erde im Griff. Eine Fiktion. Mehr nicht.

Jaaa, rufen nun die Stimmen der Belesenen, die Fiktionen von Menschen wie Jules Verne oder Stanislaw Lem seien doch weitgehend Wirklichkeit geworden! Jaaa, rufe ich zurück, aber nicht immer menschenfeindlich! Und nach langer Zeit der Entwicklung! Nach deutlicher Sozialisation unseres Gemeinwesens! Aber der Opponent kontert mit dem Hinweis, dass die Zeit schnelllebig geworden sei, und dass der menschliche Geist droht, durch die Decke zu gehen. Nun wird der Proponent stumm. Er weiss, der andere hat recht.

Proponent und Opponent haben dieselbe Heimatadresse. Beide wohnen in mir. Weniger verschwurbelt gedacht: Ich habe Zweifel um die Zukunft. Oder, einen Tick ehrlicher: Ich weiss nichts. Und ich weiss, dass ich nichts weiss. Wie so viele lese ich im Kaffeesatz und rede über „Gesehenes“. Und dann passiert es. BILD berichtet: Roboter erwürgt seinen Mechatroniker! Tschernobyl im Mini-Format, aber mit derselben Wirkung. Überall wird der Blech-August erst mal abgeschaltet. Dann sucht man den Deppen, der die Roboter programmiert, ohne die Asimow’schen Grundsätze zum Schutz der Menschen in die Software einzufügen. Und Oma Krause wirft ihren Rosshaar-Handfeger in die Mülltonne. Man weiss ja nicht ….. vielleicht dreht der durch, denkt, er sei eine digitalische Zahnbürste und fährt ihr unkontrolliert ins Gesicht und unter die Kau-Leiste?

Unsere Welt(en)

Wir, die Menschen, leben offensichtlich in mehreren Welten.
Es ist nicht möglich, zur selben Zeit in jeder Welt zu sein.
Folglich  gleiten wir aus einer Welt in die nächste.
Mystisch? Ganz gewiss nicht. Man denke an Privatwelt,
Arbeitswelt und Traumwelt.
 
Privat- und Arbeitswelt sind real, die Traumwelt dagegen irreal.
Diese Sichtweise ist allerdings nicht von Belang,
wenn man bedenkt, dass jede Welt spezifische Anforderungen an das Bewusstsein und – das ist wichtig – auch an das Unterbewusstsein stellt.
 
Was ist, wenn uns die Weltsicht überfordert?
Wenn wir Werte und Ordnung verlieren und situationsbedingt alles durcheinander würfeln?
Auf dem Teller Eintopf  statt einer klaren Consommé?
Wir werden meschugge !


Leben 21

Übung / Schrottiges

Es ist meine feste Überzeugung, dass man über alles schreiben kann. Gut, auch hier sind Grenzen gesetzt. Mal gibt ein Thema viel her, mal wenig. Mal ist man gut drauf und hat den Kopf frei, mal ist man wie verbrettert und es kommt nicht viel zustande – egal. Irgendwas geht immer.

So war ich tatsächlich versucht, über Toiletten zu schreiben. Ich war beruflich wie privat viel auf Reisen und habe dabei viel Erfahrung gesammelt.

Es hält sich bis heute das Gefühl, alle Varianten kennengelernt zu haben. Schliesslich habe ich das Vorhaben aus meiner To do-Liste gestrichen.

Würde ich bei der Königsklasse, die mit den vergoldeten Armaturen beginnen und beim Scheisshaus (Verzeihung!) einer chinesischen Landkommune angekommen sein – meine Leserschaft hätte längst das Weite gesucht. Aber ich könnte!

Es bleibt dabei. Man kann über alles schreiben. Klar, dass ich dazu einen Beweis liefern muss. Und ich mache es mir nicht einfach. Nein, ich schreibe nun ….. über einen Papierfetzen.  Noch habe ich keine Ahnung, was mir dazu einfällt. Aber ich bin stur. Ich will das. Also leg mal los, Roland!

Da liegt das Stück Papier auf der Strasse. Leicht zerknüllt, und so kann der Wind drunterfassen und das Teil einige Meter weiterschieben.

Das geht, solange es nicht regnet. Ich schaue dem Spiel des Winds gelassen zu und frage mich derweil, wo dieser Fetzen herkommt. Er sieht aus, als wäre er in einem früheren Leben Teil einer Brötchen-Tüte gewesen. Zur Sicherheit laufe ich hin und nehme den Zettel hoch, glätte ihn und sehe ….. nichts.Ich gebe ihm seine Knitterform zurück, und dem Wind sein Spielzeug. Und ich ernte missbilligende Blicke vorbeihuschender Passanten. Wie sähe die Stadt aus, wenn das jeder macht? Schmeiss doch gleich noch Deine Kippe hinterher, Du Ferkel!

Egal. Schliesslich habe ich eine Mission. Mein Papierfetzen verucht, mir zu entkommen. Aber ich bleibe dran. Dumm nur, es hat nun zu regnen begonnen. Ein heftiges Gewitter bringt viel Wasser auf die Strasse. Mein Zettel fliegt nicht mehr. Nun schwimmt er. Ich weiss, das ist garnicht gut. Sehe den Gully, und wie mein Zettel darin verschwindet. Aus die Maus.

Du merkst schon, ich habe das Thema abgekürzt. Schriebe ich so weiter, es käme gewiss kein Pep in die Sache, es sei denn, ich würde es als Intro für einen Krimi benutzen. Dann wäre es halt kein Stück Tüte, sondern eine halbe Banknote, und die dürfte nicht im Gully verschwinden.

Wie auch immer: Nun mache ich etwas mit Sinn und Verstand.

Küchendienst!

ps: Der Zettel war in Wirklichkeit ein Kassenbeleg von ALDI !

Leben 20

Digitalisierung

Ein kleiner Spass dazu: 1111 1111  lesen wir als 11 mio. 111 tausend 111.  Der Computer rechnet und spuckt aus, es sei der Wert 255.

Das ist unerhört, denn beides ist richtig. Wir rechnen dezimal, der Computer dual, auch binär genannt. Wie das geht, erspare ich uns.

Wer gelernt hat, mit dem Abakus zu rechnen, hat das Prinzip schon drauf.

Nun hat mich aber das Thema Digitalisierung angefasst. Um den Stand der Diskussion dazu zu erfassen, musste ich eine Menge lesen und hören. Ich kämpfe nun mit dem Bestreben, mich kurz zu fassen. Wie sag ich’s meinem Kinde? Etwa so:

Ich habe knapp 3 Stunden lang gelesen, um irgendwo einen Fachmann zu finden, der die Auswirkung der Digitalisierung auf die Arbeitswelt offen und logisch begründet beschreibt. Gefunden habe ich nur Geschwurbel. Aufgegeben habe ich mit dem Verdacht, dass keiner wagt, konkret zu werden, weil man es einfach nicht kann. Warum darf ich das so kategorisch behaupten? Nun, ich darf das, weil ich 35 Jahre lang mit Digitalisierung beschäftigt war, also mit der Installation von Computersystemen in betriebliche Prozesse. Lediglich zur Robotik in  Produktionsabläufen bin ich inkompetent.

Offenbar hat man die Datentechnik neu entdeckt und daraus einen Ballon konstruiert, der schön bunt am Himmel steht und doch nur heisse Luft enthält. Schliesslich lässt sich auf diese Weise gutes Geld verdienen.

Natürlich schreitet die Digitalisierung in den Unternehmen voran. Schliesslich erwartet man daraus einen Nutzen. Senken der Personalkosten, Verbesserung der Produktqualität, Verbesserung der Unternehmensführung durch hohe Transparenz, Sicherheit im Produktionsprozess und anderes – alles gute Ziele für den Unternehmer. Die Realisierung ist jedoch teuer und mühsam. Projektmanagement, Wirtschaftlichkeitsrechnungen, Nutzwertanalysen, Netzplantechnik – alles schick, alles fein! Und doch fliegt Dir Dein Projekt sowas von um die Ohren, dass Dir Hören und Sehen vergeht. Irgendwann ist man nur noch mit Krisenmanagement beschäftigt, und von oben gibt es nur noch einen Satz warme Ohren. So, Leute, so habe ich „digitalisiert“. und dabei auch noch das Mitleid von Kollegen erfahren. Von den arroganten Typen aus dem Vorstandsflur gibt es nicht mal ein Dankeschön, wenn Du „Fertig!“ meldest.

Nun sind da auch die Robotik-Leute. Sie haben meine ungeteilte Hochachtung. Zwar haben sie den Vorteil, dass sie es nicht mit Menschen zu tun kriegen, aber wenn in einer Autofabrik ein Roboter sich eine Karosserie schnappt und sie präzise aufs Chassis  tüdelt, und sein Blechkumpel nebenan umgehend damit beginnt, alles was lose ist zusammenzulöten, und das mit einer Toleranz von einen Viertel-Millimeter, so erstarre ich in Ehrfurcht und sage im Stillen: Hut ab, Leute! Klasse gemacht, Leute!

Ja, das beeindruckt. Und die Automatisierung wird vorangetrieben. Sie wird Arbeitsplätze vernichten. Das war bereits in den 60er Jahren so.

Der Spalt zwischen Arm und Wohlhabend wird grösser und grösser. Aber vermutlich haben uns zwei Weltfinanzkrisen 2 x arm gemacht, bevor die Digitalisierung das Ausmass einer Katastrophe gewinnen konnte.

Und nebenbei bemerkt: 0001+0010 ist nicht 11, sondern dezimal 3.

Besinnliches

Dunkelheit und Einsamkeit –
welch enge Beziehung!
Die Dunkelheit verdeckt
gleich einer riesigen Camouflage
vielerlei kosmische Fähigkeiten,
die auch das irdische Leben berühren.

Der Mensch, als hochentwickeltes Wesen
mit starken Sensoren ausgestattet,
die vieles aufspüren und bereit stellen,
empfindet, geniesst oder leidet.
Da ist die Einsamkeit.
Ein Meisterstück der Nacht.

Der Mond, ein Baum, ein Mensch –
eine Metapher ohne Worte.
Der Mond, allein in seinem Orbit,
der Baum, leblos im Winterschlaf,
und der Mensch, am falschen Ort Leben suchend.
Sie warten. Warten auf Wunder.

Wunder geschehen.
Der Mond erlebt den irdischen Tag,
der Baum erwacht mit grünem Zauber
und der Mensch erkennt:
Alles ist Realität
und zugleich Illusion.