110 – Polen

Soeben lese ich auf der Website der Deutschen Welle (DW) das folgende:

EU und Polen: Zäher Streit um den Rechtsstaat

Sollte die polnische Regierung im Streit um rechtsstaatliche Mängel nicht einlenken, kann die EU heftige Geldstrafen verhängen. Wird es soweit kommen? © Bernd Riegert/DW

Der Staatenverbund „EU“ steht leider nicht auf einem soliden Fundamernt.
Wer immer Verträge dazu geschrieben und darüber entschieden hat, war wohl verblendet durch infantile Euphorie; heute leidet der ganze Laden unter dem Pfusch. Reformen sind nicht möglich; die Tore dazu sind stabil und verschlossen wie die vom Knast in Stammheim. Ergo gibt es auf der vorhandenen Grundlage keine Chance, das System zu verbessern.

Man muss also zu anderen Mitteln greifen. Nun wird wieder einmal herumgeeiert. Man hat den Eindruck, die Amtsträger werden nach Stunden Eiertanz bezahlt. Vordringlich ist, von Einstimmigkeit auf Mehrheitsentscheidung umzustellen. Das würde die Regierungen in Polen und Ungarn in grosse Schwierigkeiten bringen. Sie würden Zeter und Mordio schreien und die Wiederherstellung der bewährten Deckung fordern. Können sie haben. Aber:

Von Geldstrafen zu reden ist einfach krank. Die EU hat nicht das Recht, in die Staatsführungen einzugreifen. Wenn die Ungarn alle rechtsradikal werden, die Frauenrechte abschaffen und an Festtagen Säbel umschnallen, so ist das nach Lage der Dinge ihre Sache, und die behelmte Von der Leyen geht das einen feuchten Kehrricht an. Aber die EU hat das Recht und die Pflicht, zu bestimmen, dass solche Kuckuckseier wie Polen und Ungarn nicht finanziell unterstützt werden. Sie sollten nicht zahlen müssen, und nicht kassieren dürfen, und dies unbefristet. Es m u s s neues Recht durch Praktizieren geschaffen werden, um die alten Fehler endlich aus der Welt zu schaffen. Wo bitte ist das Hindernis für dieses Vorgehen? Kann es sein, dass man damit eine solide Spielregel verletzt, was dazu führt, dass ein Psychopath wie Orban beginnt, aus dem Nähkästchen zu plaudern und Leuten wie Macron und Merkel die Hosen runterzieht und ihnen den Heiligenschein vom Kopf reisst?

Ich kenne die Gegenargumente, und ich werde mich darüber hier nicht ausbreiten – sie sind fast alle nichts weiter als Ausreden.

Vielleicht ein Beispiel: Wenn diese kleinen Staaten sich dann von China finanzieren lassen, oder gar von der Türkei oder dem Zaren Putin, dann müssten sie aus der EU entfernt werden wie ein Furunkel. Man kann z. B. in der EU den wachsenden Einfluss Chinas nicht länger dulden. Die Huren aus Osteuropa wären – gesteuert durch den Finanzier – extrem gefährlich. Klar, nicht wahr?

108 – Culture-clash

Wenn ein Kurde, ein Afghane oder ein Iraki Brot backt, so braucht er Mehl, Salz und Wasser. Daraus macht er einen Teig, haut Teigportionen platt und schiebt sie in den Ofen. Raus kommen Fladenbrote, die mindestens so lecker sind wie unsere Salzkartoffeln.

Nun taucht er in Stuttgart auf, als Flüchtling, Migrant, oder als Gast. Egal. Nun bringe ihm mal bei, wie wir hier an Backwaren herankommen. Erzähle ihm von Teiglingen, die um die halbe Welt reisen, bevor sie bei REWE im Backautomaten zu miserablen Brötchen verbraten werden! Oder erzähle ihm von den 29 Zutaten, die wir benötigen,. um ein simples Mischbrot zu backen!

Mach das mal. Vielleicht erlebst Du, dass er mit dem Messer auf Dich losgeht, weil er denkt, Du würdest ihn verspotten – oder er ergreift die Flucht und geht zurück in seine Heimat, weil ihm die westlichen „Bäcker“, alles Scheitane, unheimlich sind.

Wenn ich mir das so begucke, beschleicht mich das Gefühl, wir Europäer hätten keine Veranlassung zu Arroganz. Davon abgesehen, sie ist eine Schwester der Dummheit.

107 – Brexit

In Kleinbritannien droht ein Volksaufstand auszubrechen. Der Grund: Es gibt einen Engpass in der Versorgung mit Chicken wings und Fried chicken, diesem unsäglichen Hühnerklein, durch den Zusammenbruch der Versorgungskette Huhn >>> Hausfrau. Der Engpass ist entstanden durch die britische Regierung, die sich das Vergnügen gönnte, alle ausländischen LKW-Fahrer auszuweisen.

Insbesondere ist die Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) getroffen. Das führte dazu, dass mittlerweile bis zu 150 Telefonate täglich auf der Notrufnummer 999 eingehen. „No Chicken wings at KFC! Please help!“

Das ist kein Witz, sondern Briten berichten darüber auf mehreren Kanälen im Netz, und machen dazu ihre Spässe.

Faszinierend zu beobachten, was das COVID-Virus in den Köpfen so alles anrichtet.

106 – British

Der 13. 08. 2021 war für mich ein interessanter Tag. Ein historisch einmaliges Ereignis hat mich tief bewegt: Zum allerersten Mal hat ein Brite es gewagt, eine fest gemauerte, sensible Grenze zu überschreiten ….. und meine Website aufzurufen.

Weiss der Teufel, woher er den Mut nahm, auf diese Weise in Feindesland einzudringen. Er hatte nicht nur die EU-Grenze verletzt, nein, er wagte sich tief hinein in das Nazi-Deutschland, wo bekanntlich Adolf Hitlers Nachkommen wie die Merkel/Laschet-Bande sitzen und die EU so steuern, dass die Supplie chain für Kartoffelchips empfindlich gestört ist und darum in den Supermärkten die Regale leer bleiben.

Gut. Immerhin ist es auch möglich, dass besagter Brite sich vertippt hat, also nur versehentlich bei mir angedockt hat. Um ehrlich zu sein: Damit kann ich leben. Das wäre wie ein leichter Schnupfen und ginge rasch vorüber. Ein Dauergast? Nein, danke. The British are whores and full of shit.

Offenbar wollen sie in der Zeit zurückwandern bis ins 12. Jahrhundert, wo ein Herzog Wilhelm II. den Feudalismis auf der Insel einführte, der sich bis heute in dem Ständesystem gehalten hat.

He, Jackass, ich gehe diesen Weg mit Dir, aber nur unter der Voraussetzung, dass ich dabei immer jünger werde – und im Jahr 1946 anhalten kann. Dann möchte ich wieder vorwärts leben und einige meiner Kardinalfehler vermeiden können!

105 – Kopfsalat

Seit unser Garten zum Biotop wurde, also ein Mikro-Lebensraum, ist auch Leben eingekehrt, und wie es sich gehört Vielfältiges. Der einzige, der dort nicht gedeiht, bin ich. Ein Grund, wegzubleiben.

Meine Tochter, eine gelernte Juristin vollzieht gerade ein Downgrading, indem sie sich der Landwirtschaft zuwendet. Da wurde Gemüse im freien Beet angepflanzt, und die Erfahrung geerntet, dass in der Kette der Gemüsekonsumenten die Schnecken v o r dem Menschen rangieren. Der Ertrag für mich tendiert gegen Null.

Eine Juristin nimmt das nicht hin. Sie pflanzt nun schneckensicher in hochgestellten Blumenkästen und -töpfen. Wer als Schneck braun ist, und kein Haus auf dem Buckel trägt, ist zum Tod verurteilt. Die Hinrichtung wird an Ort und Stelle vollzogen. Nun ruhen einige hundert Schnecks in Massengräbern, und es herrscht im Gemüse scheinbar Ruhe. Scheinbar!

Neu: In einem Blumenkasten waren 3 Setzlinge der Marke „Kopfsalat“ am Sichentwickeln. Drei Nächte in geschütztem Raum, und es stehen dennoch nur noch die Mittelrippen der Blätter. Schnecken waren es nicht. Neue Erfahrung: Der Kahlfrass kommt aus dem Blumenkasten. Dort sitzen sogenannte Erdraupen. Die fressen wie bekloppt, und werden so fett wie mein kleiner Finger links.
Konsequenz: Es wird schon wieder nichts mit selbst gepflanzen Salat!

Es könnte sein, dass man Pflanzerde mit Eiern des Eulenfalters kauft. Dann kannst Du eine ganze Kompanie dieser hübschen Tiere ausschwärmen sehen. Sie haben nur ein Auge aufgemalt, nicht zwei wie das Tagpfauenauge.

Am Rande: Es gibt eine eklatante Steigerung, mit den Termiten. Die fressen keine Gemüsepflanzen, sondern halbe Häuser.

104 – Kuhmilch

Ich sitze auf dem Rolli vor dem Kühlschrank.
Dann erreicht mich eine Bitte.
„Gibst Du mir bitte die Milch aus dem Kühlschrank?“
In meinem alten Kopf formt sich das Bild einer Kuh.
Es ist immer eine Holsteiner Schwarzbunte.
Man nennt das dann ein Klischee.

Wie auch immer, ich öffne das Kühlmöbel,
schaue hinein.
Ich sehe keine Kuh.
Also melde ich: „Keine Milch da.“
Eine Hand schiebt sich vor.
„Geh mal weg da!“
Ich werde wuschig.
Öffne den Kühlschrank erneut: Keine Milch!
Die fremde Hand greift über meine Schulter.
Sie schnappt sich die Milchtüte.
Eine Stimme: „Die steht doch ganz vorne!“
Ich: „Hab sie nicht gesehen.“
Sie: „Gross un d bräsig!“
Ich: „Da stand keine Milch!“
Sie: „Du musst auch nicht nach einer Kuh suchen!“
Ich: „Das weiss ich auch. War wohl in Gedanken.“
Sie: „Du wirst alt!“
Ich: „Tatsächlich?“

Schaue auf die Milchtüte. Dort grinst mich eine aufgemalte Schwarzbunte an. Hab ichs doch gewusst! Ich vermute, meine Brille hat manchmal einen Aussetzer. Es ist mit dem modernen Kram ein Kreuz; je moderner solche Geräte sind, desto störanfälliger reagieren sie.

Ich hatte einen Arbeitsweg von rund 30 km. Fuhr am Feierabend nach Hause, mir war schwindelig, und ich hatte Sehstörung. Dachte, ich sollte rasch zum Doc. Aber vorher noch die Brille putzen. Griff zum Microfasertuch und versuchte das linke Glas zu putzen – die Brillenfassung war leer. Dann habe ich noch das Glas rechts geputzt, und das Glas für links gesucht. Es ruhte in der Tasche meines Sakkos. Einsetzen, aufsetzen, und der Schwindel war weg. Warum erzähle ich das? Es ist eine Warnung. Brillen sind manchmal gestört, haben Aussetzer. Und es ist nicht immer gleich ein Optiker greifbar.

Ich wollte das nur mal gesagt haben.

103 – Nimmersatt

Ich greife mal wieder in die Mottenkiste und hole einen Spontispruch hervor.

Aus dem Leben der kleinen Raupe Nimmersatt:

Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.
Fressen – Kacken – schlafen.

Zack –> schööön!

102 – Zeit 3

Ich gönne mir den Luxus, auf dem Thema noch ein wenig herumzukauen. Ich darf das, da ich für mich selbst schreibe, und ich bemerke noch immer, wenn ich mir auf den Keks gehe.

Es bgeht um Folgendes:

Angenommen, in Dortmund fällt eine Blattschaufel um.
Das ist ein Ereignis.
Es klebt auf der Ewigkeit, kann nicht entfernt werden.
Wenn 20.000 Jahre später ein Alien in der Ewigkeit herumsucht und den Ausschnitt für Dortmund erwischt, wird es finden, dass dort eine Blattschaufel umgefallen ist. Dann muss es wohl den Begriff „Blattschaufel“ googeln.

Davon abgesehen stelle ich fest, dass „Ewigkeit“ weder von der Physik noch von der Religion definiert ist. Die beste Definition von allen unerlaubten ist genial einfach: Ewigkeit ist zeitlos. Warum das nicht gilt, weiss ich nicht; schliesslich bin ich dem Wurstbrot näher als dem Raum-Zeit-Kontinuum.
Ich muss das nicht wissen. Immerhin habe auch ich eine Vorstellung: Ewigkeit – das ist ein Raum ohne Wände, und von unbekannter Grösse.
Das ist für mich ein Hilfskonstrukt.

Es könnte sein, dass die Ewigkeit garnicht gibt, dass sie ein Hilfskonstrukt griechischer Philosophen wie Platon ist. Und ich, eine Leuchte aus Dunkellicht kaue darauf herum und kriege sie nicht runtergewürgt!

Möglicherweise hat alles, was existiert, seine eigene Ewigkeit im Rucksack; man muss nur mal hilfsweise makzeptieren, dass auch Kieselsteine einen Rucksack tragen. Dann kannst Du als Dortmunder Deine Schaufel zehn mal hinschmeissen, das interessiert den Sultan von Brunei nebenan einen Kehrricht. Das Tolle: Auch Dein Privatissimum hat keine Wände, ist grenzen- und zeitlos. Und es kann nicht beseitigt werden. Es ist Dein Shangri La! Es ist der Ort, wo Deine Seele bleibt, wenn Du den Löffel weggelegt hast!

STOP !

Ich bemerke, ich bin ins Schwafeln geraten, und die Pferde gehen mit mir durch. Das ist zwar egal, da ich ohnehin keine Seriosität beanspruche. Den Gebrüdern Grimm möchte ich dennoch nicht ins Gehege kommen. Dennoch geht die Geschichte noch ein Stückchen weiter – vergiss es, Alter!

101 – Zeit 2

Eben habe ich meinen kleinen Ausflug in die Ewigkeit nochmal gelesen. Na, da habe ich mir vielleicht einen abgekniffen! Zu meiner Entschuldigung: Der Trigger dazu kam aus der Glotze.

Ich kann es mir nicht verkneifen. Es macht mir einfach Spass:

Nimm an, Du sitzt auf dem Fussboden, so als Joiga-Knoten, aber auf einem langen Teppich. Du starrst auf den Teppich. Der bewegt sich plötzlich nach hinten. Du sitzt da, hörst nix, siehst nur den Teppich, und spürst auch nix.
Der Teppich wandert nach hinten, unter Dir weg.

Fall eins: Nun kann es sein, dass man Dich festhält und hinten am Teppich zieht.

Fall zwei: Man hält den Teppich fest und schiebt Dich nach vorne.

Beides hat denselben Effekt. Der Teppich scheint unterwegs zu sein, aber im Fall zwei bist Du es, nicht er.

Tempus fugit? Ach nööö, sage ich. Die Zeit flieht nicht. Zeit ist vom Menschen erfunden , und nur ein Teil der Ewigkeit, also k o n s t a n t !
Der Mensch schwimmt, wie ein Fettauge auf der Suppe! Immer vorwärts!

Panta rhei? Unsinn. Nicht alles fliesst. Die Ewigkeit schon mal garnicht. Das ist schon technisch nicht möglkich. Wohin soll sie fliessen, da sie doch schon überall ist?

Herr, schicke mir doch bitte den Albert nur für einen Tag! Vielleicht hat der mittlerweile herausgefunden, wie alles funktioniert! Ich leide – fühle mich wie eine Amöbe im Ozean!

Mag sein, ich bin ein Spinner. Aber immer mehr Physiker und Philosophen kommen zu dem Schluss, dass es die Zeit objektiv überhaupt nicht gibt. „Das zu erkennen, ist vielleicht die größte intellektuelle Herausforderung, mit der die Menschheit jemals konfrontiert wurde“, sagt der Philosoph und Physiker Vesselin Petkov von der Concordia University im kanadischen Montreal.
Yeap! Recht hat er.

100 – Zeit

„Die Zeit ist nur ein Fluss in der Ewigkeit.“

Wie leicht sich das daher sagen lässt!
Einstein meinte dagegen, die Zeit sei eine Illusion.
Ich möchte dieser Auffassung zustimmen, aber ich gehe anders vor.

Ich denke, die Zeit ist Menschenwerk,
ein System, das der Ordnung menschlichen Lebens dient.
Mehr nicht.

Der Mensch lebt in der Ewigkeit.
Er bewegt sich in einer Schleife vorwärts, eine Entität in eben dieser geheimnisvollen Ewigkeit.
Der Eindruck von Zeitfluss entsteht durch die Vorwärtsbewegung des Menschen. So entsteht auch die Vergangenheit – wir bewegen uns vom „festgefrorenen“ Ereignis fort

Ereignisse geschehen in Reihenfolgen oder gleichzeitig, aber nicht im voraus, in der Zukunft.

Der Mensch hat nur seinen Kalender darüber gelegt und liest die Daten ab.
Nun kann er sagen, wann er Geburtstag hat. Dies ist dann eine unabänderliche Information, ein Event in der Vergangenheit, ein fester Bestandteil der Ewigkeit.

Das alles ist nicht gerade sensationell.

Beinahe vergessen: Die Gegenwart – das ist in diesem Modell der Mensch! Denk nach!

99 – Replik

(Dies ist eine Zwischenbilanz)

Es laufen hier Leute herum, die unseren Garten hart kritisieren. Man kann zusammenfassend sagen, dass unser Grün ums Haus als äusserst ungepflegt empfunden wird. Und ich muss gestehen, dass ich das verstehen kann. Gegenüber kann man einen Vorgarten bewundern, der im Zen-Stil komplett mit unterschiedlichen Stein-Arten gestaltet ist. Der Sand, im Zen-Garten als Darsteller für das Element Wasser geschätzt, fehlt allerdings. Da könnte ja etwas Grünes wachsen. Die Buchsbäume werden offenbar mit der Nagelschere gestutzt. Anders bei uns.

Es wird ein breiter Streifen zum Begehen gemäht. Der andere Teil der Fläche bleibt ungeschoren. Das sieht dann aus wie bei einem Bauern, dem das gesamte Vieh weggestorben ist; das verfluchte Gras wächst wie es will, und wir erleben die Berliner Tiergarten-Rasenmischung in einer fruchtbaren (Nachbarn nennen sie furchtbare) Phase. Mittendrin stehen dann so um die 25 Sträucher, die ich nicht kenne, genauer gesagt die hier keiner kennt. Aber sie sollen alle schön und nützlich sein. Eine echte Sauarbeit, bei diesem Klei-Boden in der Elbmarsch, geleistet nur von meiner Tochter! Chapeau!

Anders die Terrasse. Dort stehen Weinreben, Kiwi und Feige, sowie Küchenkräuter, und ein Katzenhaus mit E-Heizung in Grösse „Small“. Ein Fehlkauf. Ich brauche XXXXXL. Stellenweise wachsen richtige Wiesenblumen, wie man sie hier im Norden nicht kennt. Wir haben also keinen Garten ums Haus, sondern ein Biotop.

Was ist nun der Nutzen? Nun, der Geldaufwand war vierstellig. Ich zahle. Chapeau! Dagegen rechne ich ca. 500 g erstklassige Cherrytomaten, eine Handvoll Walderdbeeren und zwei (2) Himbeeren. Der einzige Apfel hat kapituliert und ist vom Baum gefallen. Möhren und Radieschen haben die Schnecken gefressen. Der Salat im Blumentopf lebt noch, ist hochgefährdet. Die Schnecke – im Spagat kriecht sie nun im Salat. Schnipp schnapp, so handelt in der Not die Gärtnerin – macht Schnecken tot! Das Aus kommt mit dem Scherenschnitt, der Tod nimmt dann zwei Halbe mit! Oder so.

Wir werden das Jahr 2021 mit tiefroten Zahlen abschliessen – das ist auch nicht lustig.

Andere sind besser dran. Es gibt Insekten, auch Schmetterlinge satt, Mäuse, ein Igel, 6 bis 7 Katzen, eine gesundete Wurm-Population unter Tage. Alles wie es sich gehört. Und nebenan, im Zen-Gärtchen? Ja, auch da ist Leben drin. Im Frühjahr wurden zwei braune Wegeameisen gesehen! Wenn dort ein Pfauenauge auftaucht, dann ist es ein Falter aus unserem Viehbestand auf Abenteuerreise!

98 – Lumen

Als ich das Licht sah, war mein erster Gedanke, ich würde halluzinieren. Schliesslich lag ich in meinem Bett, es war kurz vor drei Uhr in der Nacht, und ich versuchte angestrengt, wach zu werden. Doch das Licht schien an der Zimmerdecke zu hängen, und es bewegte sich so um 30 cm hin und her, vorn rechts nach links und zurück, wie von einer Mechanik getrieben.

Ich habe umgehend die Insektenwelt ins Auge gefasst und wollte das leuchtende Tier in voller Montur sehen. Dazu schaltete ich meine Deckenlampe ein. Der Raum war nun gut ausgeleuchtet, aber das Licht schwang noch immer hin und her. Es hatte seine Leuchtstärke anscheinend verfünffacht.

Ich war hellwach. Natürlich suchte ich nach der Lichtquelle – es gibt sie nicht. Ich griff zum Besen und fegte die Zimmerdecke mitsamt der darunter liegenden Luftschicht. Das Licht schwingt stoisch im Raum und scheint körperlos zu sein. Und dies auch heute noch, nach einigen Tagen seit dem ersten Kontakt.

Mittlerweile weiss ich, dass nur ich dieses Licht sehe. Deshalb musste ich nach einem Weg suchen, seine Existenz nachzuweisen. Schliesslich ist mir dies gelungen. In einem Spiegelbild können auch Dritte das Phänomen beobachten. Man frage mich nicht, wieso.

Irgendwann, in einer stillen Stunde dämmerte mir, dass das Rätsel nicht durch die Physik, sondern nur mit einem psychischen Kraftakt gelöst werden kann. Ich habe längst akzeptiert, dass das „Ding“ nicht aus unserer Galaxis gekommen ist, sondern zu mir gehört. Es muss etwas sein, das „drinnen“ seinen Platz hat und – warum auch immer – nach draussen gelangt ist. Möglicherweise ist es kein Licht …..

Gottlob bin ich ein begnadeter Fatalist und Prokrastinations-Fan. Ich kann warten. Spätestens bei meinem Tod wird sich einiges klären. Wenn die Lampe nur ausgeht, war sie nicht mehr als das berühmte und oft bemühte „Lebenszeichen“. Sollte das Licht aber funkensprühend durch die Luft und davon zischen, dann ist es mehr. Es könnte zweierlei bedeuten:
Es hat mich tatsächlich eine Seele durch mein Leben begleitet, und mit meinem Tod war ich ganz und gar und überhaupt nicht einverstanden.

97 – Sinnfrage

Keine Frage …. ich darf. Ich würde auch wollen, wenn ich könnte. Aber: Rien ne va plus.

Früher sagte man auf die Frage, wo Willy ist: Der sitzt. Und jeder wusste, wo Willy sitzt. Gefängnis, Zuchthaus, Todeszelle …. in einem dieser Établissements.
Ich sitze auch. Nur anderswo. Im Hausarrest. Meine Bindung zum häuslichen Porzellan ist nicht sehr stabil. Es würde mir also auch nicht helfen, wenn zum Besuch bei ALDI die Kloschüssel mitnähme. Nein, ich habe das nie probiert, aber gründlich im Kopf durchgespielt.

Wenn ich also nicht zu ALDI kann, wo sollte ich sonst hin? Ok, ich könnte mal kurz zum Fähranleger Lühesand fahren. Dort müsste ich meine Kloschüssel auspacken, um mich drauf zu setzen und Schiffe zu gucken. Einen Tag später findet man dann mein Foto in der Lokalpresse auf Seite zwei.

Nein, das gäbe meinem Leben auch keinen rechten Sinn. Es geht schon deshalb nicht, weil ich gar keine Verdauungsprobleme habe. Und Kloschüsseln herumschleppen – das ist nur etwas für Irre. Achte mal drauf!
Manche Menschen drücken Gesichter hin, als hätten sie tatsächlich ihren Thron mit.

Du merkst schon, dass ich auf der Suche nach dem Sinn meines Lebens bin?
Bisher war ich mit der „42“ zufrieden, nun plagen mich Zweifel. Wenn dies wirklich die Schnittmenge aus Leben, Galaxis und allem Anderen sein sollte – ich war nie da draussen unterwegs. Auch nicht als Anhalter.

In meinem Alter ist man auf Handfestes angewiesen; philosphischer Scheiss wirkt nicht mehr. Heute bin ich so sehr im Materialismus verhaftet, dass ich wieder wie ein Risch denke, nicht wie ein Adams. Heute stehen Dinge im Vordergrund wie die Rente, Essen und Trinken, Nonsens im Netz und die Gespräche mit meiner Tochter, auch um den Zustand der öffentlichen Toiletten nördlich des Polarkreises. Macht das Sinn? Nein, gewiss nicht für die Welt. Aber für mich! Dort kann man mit Exkrementen werfen, und das macht keine Flecken auf dem weissen Hemd. Versuche das mal in Hamburg, und Du landest dort, wo Willy sitzt.

Vor meinem Fenster findet Wetter statt. Ich erkenne die Botschaft: Trink Wasser, es ist reichlich da! Danke, Petrus, Du Ungeheuer!

96 – Wissen

„Ich weiß, dass ich nicht weiß.“
Diese Aussage unterstellte Platon dem Sokrates in seiner berühmten Verteidigungsrede (Platons Apologie, ca. 410 v. Chr.)

„Ich weiß nicht, dass ich nicht weiß.“
Angenommen, irgendwo auf der Welt lebt eine Hunderasse, die man an ihren drei Schwänzen erkennt. Ich weiss davon nichts, ein Fall von Nichtwissen. Dumm ist nun, dass ich von diesem Nichtwissen auch nichts weiss. Anscheinend kaue ich nun auf einer Tautologie herum! Ein typischer Fall von Bauchlandung, ausgelöst durch „Was wäre, wenn ….. „.

„Insofern bin ich klüger als andere.“
Sokrates soll seinen Spruch so ergänzt haben. Wissen, nicht zu wissen – das ist Klugheit. Er ist nicht in jene Falle gerlaufen, in der ich mit meinem dreischwänzigen Hund festsitze.
Hat Sokrates nicht genützt, man kriegte ihn auf andere Weise zu fassen, um ihm den Giftbecher servieren zu können.

Nun fragst Du Dich, was dieser Quark da oben eigentlich soll? Ich sag’s Dir. Nichts als Spielerei. Gedankenspielerei, gewissermassen.
Die Prozedur dafür ist so trocken wie ein Backstein. Da ist eine Idee, ich beginne zu tippen und guck mal, was zustande kommt. Kann sein, es kommt nichts. Dann hole ich mir ein Bier. Oder es tröpfelt. Dann lasse ich es tröpfeln. Oder es fliesst. Dann tippe ich wie ein Weltmeister und es kommt der grösste Quatsch in meinen Speicher. Das zwingt mich dann zum Lesen. Und das hasse ich. Es macht mich unzufrieden. Hier haben wir so einen Fall.
Wegschmeissen, zurück holen und trotz der Kritik hochladen mit der Begründung, auch dieses Dingens hätte gekostet. 90.000 Hirnzellen oder sonstwas.
Tja, so läuft das bei mir. Suboptimal.

Den Knoten kann ich. Dennoch: Das mit dem Strick vergiss rasch. Mir fehlt sogar der Balken.

95 – Ich

Hatte ich nicht neulich über mein gestörtes Verhältnis zu Spiegeln erzählt? Es ist nicht einfach, damit zu leben. Momentan stecke ich wieder einmal in einer Krise und brauchte mein Spiegelbild zur Überprüfung – ich schaffe es nicht bis zu dieser Glasscherbe.

Was los ist? Los ist eine Ansage meiner Tochter: „Papa, Du musst Dich rasieren! Du siehst furchtbar aus!“ Dazu habe ich einen Standpunkt formuliert. Erstens habe ich schon immer furchtbar ausgesehen. Das ist angeboren. Zweitens lasse ich jetzt Wolle drüberwachsen; dann sehe ich vielleicht besser aus. Und drittens: Es ist meine Sache, wie mein Kopf aussieht, denn es ist immer noch mein Kopf.

Nicht zu vergessen: Seit in meinem Haushalt zwei Katzen leben, werde ich alter Kater genannt. Was sollte mich daran hindern, über mein furchtbares Gesicht Fell wachsen zu lassen? Ich bin vom alten Schlag und mache gerne Nägel mit Köpfen!

Aufpassen muss ich, dass man mich nicht auf Trockenfutter umstellt, oder mir Nassfütter der Marke JamJam unterjubelt, dieses Zeug, das „Thunfisch mit Möhrchen“ simuliert. Hat eine Katze das gefressen so riecht sie vorne wie Hund hinten.

Ich bin guter Dinge. Kann auf mich aufpassen ….. im Bereich der groben Handlungen. Wenn es feiner wird ….. uiiiie! Gestern habe ich mir eine Tomatensosse gekocht, und sie schien gut gelungen. Es blieb nichts übrig. Heute bemerke ich erst meinen Pfusch. Sosse, die ich mir auf mein frisch gewaschenes Shirt gekleckert habe, blättert einfach ab, ohne Spuren zu hinterlassen. Das ist betrügerisch. Ich bin Besseres gewöhnt. Ein Tomatensossenfleck ist ein Fleck, und was ein richtiger Fleck ist, der geht nicht von allein weg. Ich lasse mir doch mein Weltbild nicht von seltsamen Tomaten sabotieren!

Ich habe noch nie davon gehört, dass Kater sich rasieren, und ich werde auch nicht damit anfangen. Muss wohl meine alten, stumpfen Krallen zeigen! Ich wollte es eh den „Randfichten“ mal selbst sagen: Der Alte Holzmichel lebt noch. Auch mit Fell um die Nase. Da muss schon ein schweres Kopfkissen mit Gänsefeder-Resten kommen, um ihn umzubringen.

Bevor ich es vergesse: Fördert Hühnermist das Wachstum der Haare? Wer etwas darüber weiss – bitte melden!

94 – Gaga

Nun habe ich mir doch schon wieder ein idiotisches Thema ausgesucht. Das passiert mir immer wieder, und ich denke, dass derartiges Missgeschick auf meine ideologische Ausrichtung zurückgeführt werden kann.

Jetzt pass auf, und lach‘ nicht. Mein Thema ist das „ab und zu“. Ja, ich gucke auch dumm aus der Wäsche! Aber ich muss dran bleiben, denn ich behauptete oft genug, dass man über alles schreiben könne. Einen Eiertanz dazu aufführen verbietet sich ….. bei einem Körpergewicht von 135 Kilo. Ich mache mir Mut. Denn man los:

Ab und zu bedeutet zweifelsfrei „manchmal, keinesfalls immer“. Nach dieser wichtigen Entdeckung gehe ich umgehend über in eine Gegenposition.
Ich esse ab und zu Bananen. Dazu las ich, dass der Konsum von Bananen das Abnehmen fördere – manchmal? Aber es läuft anders. Seit ich Bananen esse, nehme ich zu! Manchmal? Nein, immer! Abnehmen oder zu nehmen, oder manchmal Bananen zu sich nehmen, aber niemals Bananen ab sich nehmen können – ich bin verwirrt, habe irgendwas in den falschen Hals gekriegt.

Vielleicht gilt „ab und zu Banane essen – abnehmen, immer Banane essen – zunehmen“. Das kriege ich gedanklich auf die Reihe. Teufel, das Dunkel lichtet sich ein wenig!

Aber wie ist das mit Kochbananen? Und mit Bananensplit auf Vanille-Eis? Muss man damit ab und zu ab- oder zunehmen? Oder weniger ab- und mehr zu-, also eher klassisch „ab und zu“ als progressiv?

Besser, ich mache hier rasch zu und einen Abgang. Dieser Tag heute ist nicht mein Tag. Ich denke, ich gehe wieder ins Bett; wer liegt, kann nicht mehr fallen.

93 – Übung

Es klingelte. Ich griff zu meinem Rollator und schob mich langsam zur Haustür. Draussen stand ein Mann mittleren Alters. Rasch musterte ich seine Erscheinung – durchaus korrekt und eher konservativ gekleidet. Ich öffnete.

Der Fremde schaute mich erwartungsvoll an und begann hastig zu sprechen.
„Verzeihen Sie , aber dürfte ich mal Ihre …..“
Ich unterbrach ihn mit der Frage, wer er sei. Nach einer kurzen Pause:
„Tut mir leid, ich müsste …..“
Hier stockte seine Rede, er stand nun starr wie ein Denkmal vor meiner Tür.
Dann, nach einer kurzen Weile wechselte sein Gesichtsausdruck. Nun sah er aus, als hätte er ein Gespenst gesehen.
Endlich setzte er seine Rede fort:
„Es hat sich erledigt. Auf Wiedersehen.“
Er drehte sich vorsichtig um und ging. Ich schaute ihm nach. Sein Gangbild war seltsam, steif- und breitbeinig. Er öffnete die Tür eines Autos, nestelte eine Weile an einer Papiertüte, breitete sie auf seinem Autositz aus, stieg ein und fuhr betont langsam los.

Ich schaute ihm hinterher, bis er an der Kreuzung links abbog.

92 – Populi

Politiker und Sportfunktionäre – zum geschätzt 80% übles Volk, sind Gift für die Gesellschaft.
Eben noch das Beste, was ich ihnen nachsagen könnte, ist ihre Art, den Sport zu handhaben – kaschiert zwar, aber astrein als „Geschäft“, aus dem man persönlichen Nutzen ziehen kann: Geld, Macht über andere, Ansehen. Andere, das sind hier zuvörderst die Sportler/innen.

Zumk Vortäuschen einer idealistischen Grundgesinnung tragen sie ein Abzeichen am linken Revers ihres Sakkos, also grosspurig z. B. die Nationalfarben „über dem Herzen“.

Aber sie sitzen dem Sport im Nacken, ein Volk von Schmarotzern, stets auf der Lauer, um irgendwo irgendwas abzukassieren. Wenn ich Mitglied im dörflichen Fussballverein werde, zahle ich einen Beitrag und weiss, dass ein Teil davon irgendwelchen DFB-Oberen in die Tasche rinnt. In manchen Systemen ist die Schwerkraft stillgelegt, und es fliesst einiges von unten nach oben. Klar doch, es ist nicht anders als mit einem Oiro, den ich als Steuer abliefern musste. Der kann nolens volens in der Kasse einer amerikanischen Rüstungsfirma aufschlagen. Die macht dann eine Gewehrpatrone draus, die mich später unter die Erde bittet. Und ein US-Präsident nennt das dann einen mehrstufigen Selbstmord, während er sein Abzeichen mit dem Sternenbanner sorgfältig poliert.
Hatte sich doch eine fette Fliege erdreistet, draufzuknöten – eine durchaus politische Meinungsäusserung. Vermutlich muss man in Berlin die Fenster des Kanzlerbungalows täglich mit Rasierklingen abziehen, um das Tageslicht zu erhalten. Wenn man nun das so gewonnene Material in der Bundestagskantine verarbeitet hat, so verwundert es nicht, dass mir die Reden im Plenarsaal so garnicht schmecken wollen.
Es ist wie ich immer sage: Man kann aus Scheisse keine Venus kneten!
awer jetz is genuch

Wie bitte? Ahem – ja, es könnte durchaus sein, dass ich ein wenig verrückt bin. Sehr gerne sogar.

91 – Gold

Die Presse jubelt: Gold! Gold für Malaika Mihambo!
Ist diese sympathische, kluge Frau doch tatsächlich 7m weit gehüpft,
nachdem sie sich mit ihrem Anlauf so sehr abgearbeitet hatte. Ich grinse ein wenig und freue mich mit diesem patenten Mädel, partizipiere auf diese Weise an ihrem Erfolg.

Die Presse jubelt: Gold! Gold für Deutschland!
Häää? Angenommen, ich sei Deutschland – was nun? Soll ich etwa stolz sein, weil ein mir völlig unbekannter Mensch einen sportlichen Erfolg erzielte? Ich? Wie krank ist das denn? Ich hocke hier an meinem Monitor wie ein Hefekloss in der Bratpfanne, und fit bin ich eben noch für den Büroklammern-Weitwurf. Aber ich soll mich am Medaillenspiegel erfreuen, weil „Deutschland“ von Platz 11 auf Platz 7 landete?

Tut mir leid, ich fühle mich verarscht. Gold und Silber sollen wohl hell strahlen und die Schatten füllen, die das soziale Unrecht in der Republik werfen.

„Uns geht es ja noch gut, guck mal nach Griechenland!“ Dies ist ein typischer Schwachmaten-Spruch. Ein Staatsvolk erarbeitet Werte, und erwartet deren gerechte Verteilung. Vergeblich, wie man weiss. Das kann der Medaillenspiegel nicht kaschieren, und mit Griechenland hat das schon mal garnichts zu tun.

Ich sag‘ mal, wie es ist.
In Tokio sitzt Frau Mihambo mit ihrer Goldmedaille und freut sich – zu Recht.
In Dortmund sitzt ein Rentner mit leerer Kasse, hat seine Würde verloren und sammelt Flaschen, um zu überleben. Er hat keinen Grund zur Freude – zu Recht.
Und in München sitzt ein Gross-Aktionär und kassiert 400 Millionen Oiro, ohne einen Finger gerührt zu haben – zu was?

Ich bin nicht stolz darauf, ein Deutscher zu sein. Nein, ich schäme mich dafür. Man will eine Kulturnation sein, und Politik wie Wirtschaft geht die Kultur am Arsch vorbei. Positives ist immer eine individuelle Leistung ohne das Fundament der Gemeinschaft. Muss ich das erklären?
Wer zulässt, dass Freibäder geschlossen werden und Kinder deshalb nicht schwimmen lernen, der sollte gefälligst seine Klappe halten, wenn irgendwer aus der BRD eine olympische Medaille im Wasser gewinnt.

Und jetzt ist mir kotzübel.

90 – Britisches

Die Briten haben uns jahrelang mit der Behauptung genervt, sie hätten uns die Demokratie gebracht.

Boris Johnson und seine Clique finden mit ihrer räuberischen „Politik“ immer noch bei 80% der „Bürger“ Zustimmung.

Nun werden in aller Stille die Rudimente der britischen „Demokratie“ abgeschafft.

Das Unterhaus hat sich selbst überflüssig gemacht. Wert dort sitzt, will mit Politik nicht belästigt werden.

Das Oberhaus ist machtlos, und das Königshaus ist nutzlos. Die Länderchefs kämpfen ums Überleben.

Boris Johnson ist nur ein Strohmann. Im Hintergrund ziehen reiche Familien die Strippen.

Eines von vielen Indizien für den Weg in eine reine Diktatur: Wer die Regierung hart kritisiert, kann für 14 Jahre in Haft genommen werden. So ein neues Gesetz. Oder:

Wer unerlaubt demonstriert, wandert für 10 Jahr in den Knast. Ebenfalls neu.

Die ehrwürdige und geachtete BBC wird zerschlagen, indem man Journalisten feuert und sie durch Gefolgsleute ersetzt.

Zweck dieses unappetitlichen Prozesses: Nachdem man nicht mehr Kolonien ausplündern kann, tut man das mit dem eigenen Land. Plündern ist für die Briten so etwas wie Sport, oder Gambling.

Noch ein Bonbon:
Allmählich bemerken die Verantwortlichen, dass der Brexit das Land ruiniert und die EU mordsmässig profitiert. Nun kommen sie mit der Idee, dass der Brexit-Vertrag so nicht mehr gilt und „repariert“ werden müsse. Das brüllende Gelächter in Brüssel war noch in London zu hören! Noch. Wenn aber ein Lobbyist der Nachttopfindustrie ankommt und mit 50 handbemalten Nachttöpfen wedelt, weil man in Britannien noch immer den Chamber pot, oder auch Pisspot, französisch Pot de chambre, deutsch Zimmertopf, und pfälzisch Bottschamber benutzt, weshalb der Markt für diesen traditionellen Hausrat in und um London liegt, dann verstummt das Gelächter. Man lacht nicht, wenn man umfällt.

Ja, so laufen die Geschäfte mit den Briten. Also wundere Dich nicht, wenn Du eine Hühnerbrühe kochst, und die Küche plötzlich wie ein Hallenbad von innen riecht. Tip: Du schüttest dann die Brühe ins Klo, sie entkalkt vielleicht. Den Vogel greifst Du und schleppst ihn dorthin, wo Du ihn gekauft hast. Dort marschierst Du ins Büro zum Marktleiter und sagst in aller Ruhe: „Chlorhühnchen aus den USA. Friss Deinen Dreck selbst. Adieu. Ich gehe jetzt zu ALDI.“ Dann donnerst Du den toten Vogel auf seine Schreibtischplatte und gehst. Andere Idee? Nein, bloss nicht auf den Kopf! Schreibtisch reicht!

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