Gespenstisches

Mein Bett ist bewohnbar, und ich bewohne es tatsächlich täglich während einiger Stunden. Ich weiss, andere Menschen tun ein Gleiches, ohne darüber zu reden. Warum sollte man auch? Man hält sich dann in seiner zweiten Welt auf, in jener finsteren Ecke, wo Verstand und Vernunft nicht gefragt sind, sondern Bewusstlosigkeit die Zeit dominiert. Es ist aber auch jene Ecke, in der ein Speicher-Chip unendlich viele Informationen gespeichert hat, und wo während besagter Bewusstlosigkeit überkochende Emotionen aus dem Unterbewusstsein mit diesen Informationen spielen – der Mensch nennt dies dann „Träumen“.

Das alles ist so alltäglich wie ein Schluck Wasser. Wenn ich mich dennoch darüber auslasse, so aus bestimmtem Grund:

Heute früh zwischen 7:00 Uhr und 8:00 Uhr träumte ich irgendein Kauderwelsch, an das ich mich nicht erinnern kann – mit einer Ausnahme. Das Wort „tagsüberblind“ blieb in meinem Gedächtnis kleben, und ich hatte es nach dem Aufwachen noch immer präsent. Dabei hatte ich es noch nie gehört. Mein seltsames Hirn hat es „erfunden“. Grund genug, zur Sicherheit nachzuschauen, ob ein solches Wort existiert.

Nun, „tagsüberblind“ kennt der Duden nicht. Wohl aber „tagesblind“. Tagesblinde sind tagsüber blind. Genauer gesagt sind sie sehbehindert wegen die Helligkeit des Tags. Ich hatte davon noch nie gehört; die Info ist für mich neu.

Wieso träumte ich dennoch davon?

Ich bin kein Spökenkieker; so nennt man an der Küste die Gespensterseher. Mag sein, dass mir tagesblind irgendwann mal untergekommen ist und dann gänzlich vergessen wurde. Immerhin habe ich – dies vorausgesetzt – im Schlaf aus tagesblind ein neues Wort gebildet, das tagsüberblind. Eine bemerkenswerte Leistung eines alten Hirns!

Genial!

Weitsicht

Wie sollte ein so rascher Ruhm nicht einen so leeren Kopf beduseln?

Stefan Zweig, Schriftsteller (1881 bis 1942) – Die Schachnovelle –

Korruption

Wenn die Politiker aus jedem Laden,
für den sie gegen Entgelt arbeiten,
einen Aufnäher auf der Anzugjacke tragen müssten,
so würden sie wie Formel 1-Fahrer daher kommen.

(Verfasser unbekannt)

Glücksspiel

Die Natur pokert ständig um erfolgreiche Schöpfungen.
Mit der Schaffung des Menschen hat sie einen schweren Verlust hinnehmen müssen.

Im Garten

Diese Blüte dort
wendet ihr Köpfchen zu mir.
Tau benetzt das Gras.

Zynismus (böse Gedanken)

Als zynisch gilt eine gefühllose, mitleidlose, menschenverachtende Haltung. Nun bin ich mit allem gebotenen Ernst in mich gegangen, um zu prüfen, ob ich ein Zyniker bin. Und ich habe ein Ergebnis: Ich bin. Wie wir alle. Wir sind mit negativen Emotionen ausgestattet, die einem Trigger folgend gelegentlich zum Vorschein kommen, in der Regel aber „in der Werkzeugkiste“ gut verwahrt bleiben. Ich denke, dass negative Gefühle nützlich sind, solange sie nicht missbraucht werden. Sie auszuleben bedeutet, seelischen Druck abzubauen. Man sagt, Gewitter reinige die Luft.

Und nun gönne ich mir eine zynische Bemerkung zum Zustand der USA. Der erinnert mich an eine Rolle Klopapier, die unserem Berner Sennhund in die Pfoten geriet. Diese verdammte Töle hatte richtig Spass beim Zerpflücken, und ich keinen Spass beim Reinigen der Bude.

Mein Vergleich hinkt ein wenig. Unser Hund war absolut gutmütig und seinen Menschen zugewandt, von Zynismus keine Spur. Dagegen sind der US-Präsident und seine Entourage ausgesprochen bösartig. Sie sind allesamt Zyniker. (Siehe Satz 1)

Auch ich bin zynisch mit meinem Klopapier-Vergleich. In den USA leben 330 Millionen Zweibeiner, und zirka die Hälfte davon sind Menschen, deren Würde nicht angetastet werden darf. Die andere Hälfte hat ihre Würde freiwillig im Weissen Haus abgeliefert und sich auf das Niveau ihres Präsidenten fallen lassen. Dazu fällt mir ein passender Vergleich ein – ich habe nicht den Mut, ihn hier niederzuschreiben.

Von allem abgesehen fürchte ich um meinen Geisteszustand. Ich habe stets einen grossen Bogen um Depotgift gemacht – und dennoch hat sich in mir einiges angesammelt, was ich dringend los werden muss. Ich denke, ich gehe in unseren Garten und in einen Dialog mit einem Gänseblümchen. Jaaa, nenne es halt Meditation! Ist mir egal! Ich muss nur darauf achten, dass ich das Blümchen nicht rupfe und aufesse. Darum, und vorausschauend sollte ich wohl eine Bockwurst auf die Wiese mitnehmen. Oder ein Beißholz. Wegen der Pfunde.
Hainbuche ist gut für Beißholz. Hart wie Eisen. Das können die Urenkel noch beißen.

Gütiger! Jetzt habe ich mich wieder einmal in der Welt der Psychopathen verirrt. Ich höre die Sturmglocke. Das bedeutet Alarm. Das bedeutet auch: Back to normal! Ja, ja, ja! Schon gut!

Gegen das Dunkle

Es gibt Tage, die uns vor besondere Aufgaben stellen. Eine dieser Besonderheiten ist die Monotonie. Die Tage vergehen scheinbar gleichförmig, und auf den ersten Blick sind sie es auch. Soweit die negativ geprägte Sicht einer Lebensphase. Optimisten werden widersprechen. Für sie haben die Tage Struktur. Ich glaube, so nennen sie Tagesverläufe, die durch die Uhr und die Pflichten bestimmt werden.

Tatsächlich spielen solche Betrachtungen keine Rolle. Was immer man als Monotonie erlebt, erschwert das Leben. Eine negative Emotion lastet wie ein Stein auf der Seele. Und eine neue Frage baut sich turmhoch auf: Wie kriegt man Farbe in sein Dasein?

Keine Frage, man muss einen Weg finden, sein eigenes Leben wiederzubeleben. Wenn sich der Blick verengt hat und in einen dunklen Tunnel gerichtet ist, wenn man also nicht mehr wahrnimmt, wie bunt die Welt ist, wenn die Melancholie den Tag dominiert, dann sollte man sich den Details zuwenden, die uns umgeben. Dann sind alle Sinne gefordert, und jedes Detail verlangt volle Aufmerksamkeit. Schon ein brennendes Streichholz kann faszinieren. Die olfaktorische Wahrnehmung einer Pfanne Bratkartoffeln kann belebend wirken und Musik kann berauschen – sofern man seine Sinne bewusst und konzentriert einsetzt, wenn man sich also frei macht von Störendem. Es ist wie beim Weintrinken. Je teurer der Wein ist, desto mehr Aufmerksamkeit beim Trinken wird verlangt.

Fundort für die hier gepriesenen „Miniaturen“ ist die ganze Welt. Wo immer man hinschaut finden sich geeignete Objekte. Nimmt man sie unter der Lupe als Buntes wahr, so entsteht beim intuitiven Zusammenfügen anstelle des dunklen Tunnels ein grosses, buntes Bild.

Man darf zweifeln. Es gibt mehrere gute Gründe, weshalb dieses Kochrezept nicht immer funktioniert. Aber ausprobieren kann man es schon.

Und nicht vergessen: Die Welt ist auch dann noch bunt, wenn wir schwarzsehen!

Schmieriges aus der BRD

Na, dann wollen wir mal.

Da ist ein Trigger, nämlich der kleine, schmierige Philip Amthor, und da ist die grosse Welt der Finanzen. Dumme Sache, denn ich sitze davor, sammle die wenigen Fakten, und unversehens geschieht, was fast immer geschieht: Alle Infos suchen sich in meiner Gedankenwelt einen Platz, und ohne jede böse Absicht schaltet sich die Phantasie dazu. Das Hirn köchelt noch 5 Minuten auf kleiner Flamme, und dann erstrahlt plötzlich ein lebendiges Bild, das von Amthor bis zu Larry Fink, dem CEO von BlackRock reicht. Ein kurzer Blick auf die Plausibilität ergibt, das Bild sei stimmig. So kann es gewesen sein!

Nur: So kann es nicht sein. Wieder einmal ist mein Gaul mit mir durchgegangen. Es fehlt jeglicher Beweis für meine Annahmen. Das Bild landet auf dem Müll. Ein wenig Trauer und einige unbestrittene Fakten bleiben zurück. Die Fakten kann man aufschreiben. Aber jeder interessierte Leser muss sich sein eigenes Bild malen.

Fakts:

BlackRock verwaltet Vermögen von insgesamt 7,4 Billionen US-Dollars. Das Unternehmen finanziert sogar Staaten. Entsprechend gross ist der Einfluss.

Friedrich Merz ist Deutschland-Chef von BlackRock. Er wollte dort aussteigen. Ich weiss nicht, ob das mittlerweile geschehen ist.

Merz traf Amthor in Berlin. Thema: ?

Amthor wurde von Augustus Intelligence engagiert, und reich beschenkt. Er ist deren Lobbyist.

Augustus Intelligence wird von zwei Deutschen geführt, einem Verkaufsgenie namens Haupt und einem IT-Mann namens Weinberger. Das Unternehmen sitzt in New Jork, ist aber in Delaware eingetragen. Grund: ?

Der deutsche Freiherr zu Guttenberg sowie der Ex-Verfassungsschutzpräsident Maaßen sind bei Augustus Intelligence engagiert. Ihr Job: ?

Augustus Intelligence hat nach Aussage eines Ex-Mitarbeiters weder Kunden, noch Produkte, noch Umsatz – also fast nichts. Aber der Firmensitz in New Jork ist die 77. Etage im One World Trade Center, also der feinsten, sprich teuersten Adresse in NJ.

Augustus Intelligence hat reichlich Kapital. Es ist bekannt, woher das üppig ausgegebene Geld stammt. Ein US-Milliardär hatte 70 Mio. USD investiert.

Amthor wurde als korrupt geoutet. Seine Partei. die CDU spielt das Vergehen runter auf das Niveau einer verzeihlichen Jugendsünde.

Die Linke fordert den Rausschmiss.

Alle anderen Parteien resp. deren Abgeordnete sind in Deckung gegangen. Warum wohl?

Dann kommt ein Clown, Nico Semsrott, und erstattet Strafanzeige gegen Amthor. Sie wird keinen Erfolg haben, da das deutsche Strafrecht zwar den verfolgt, der schmiert, aber nicht den, der nimmt.

Kritische Geister fordern seit langem eine saubere, gerechte Regelung zum Thema Lobbyismus und Korruption.

Im Europarat gibt es eine Initiative, die sich GRECO nennt und die zum Ziel hat, in der EU bessere Regeln zu installieren. Es ist ein Bündnis von Staaten, und Deutschland ist dort Mitglied.

Deutschland wurde gerügt, weil die neuen Regelungen teils halb, teils garnicht in die Praxis umgesetzt sind. Der Grund: ?

(Stand 17.6.2020)

So, das ist alles, was ich als Wahrheit präsentieren kann. Sieht ein bisschen wie ein Puzzle aus, nicht wahr? Viel Spass beim Zusammensetzen!

Hommage auf Mutter Bavaria

Mir san mir! So die Bayern. Und dabei ist es ihnen völlig wurscht, ob sie nun in Lederhosen oder im Business-Dress mit scharfer Bügelfalte und Seidenkrawatte daherkommen.

Mir san mir. Das bedeutet, wir sind nicht irgendwer. Wir sind wichtig, hauptsächlich für Bayern und für uns selbst. Beachtet uns. Wir wissen, was wir wollen. Habt uns immer auf der Rechnung!

Ich bin ich! Gleiches Recht für alle, sage ich. Ich bin, also denke ich! Cogito ergo sum? Ja, das auch. Ich bin kein ein altes Schubkarrenrad, das nutzlos im Keller steht. Ich bin nicht irgendwer. Zwar besitze ich weder Lederhose noch Business-Dress, aber mehrere Jogginghosen und zwei Krawatten. Zwei! Und eine ist schwarz! Ich bin wichtig – für mich. Und ich weiss, was ich will. Meine Ruh‘ zum Beispiel. Oder eine Leberkäs-Semmel mit einer Halben Lagerbier.

Ich bin nämlich als Bayer geboren. Aber anders bajuwarisch aufgewachsen. So, als wäre ich als Kartoffel geboren und zur Schweinshaxe gereift. Deshalb agiere ich nicht typisch bayrisch. Zum Beispiel gilt für mich:

Kirche von aussen – Berge von unten – Wirtshaus von innen!

Immerhin haben meine Landsleute eines von drei Prinzipien mit mir gemeinsam. Das verbindet.

Allerdings muss man neuerdings in Bayern bittere Pillen schlucken. Gute Bayern wie ich leben im Exil, also weit, weit weg von München, und das Bayernland ist mittlerweile völlig durchseucht mit Deutschen. Und das wirtschaftlich starke Hamburg brüllt immer lauter:

Weg mit den Alpen! Wir fordern freie Sicht auf das Mittelmeer!

Da stockt mir doch der Atem, und ich kriege meine Semmelknödel nur noch zerkleinert runtergeschluckt! Aber sorge Dich nicht, Du Land der Bayern.

Bavaria, Du bist so schön!
Wirst Du im Chiemsee untergehn?
Nimmt so das Schicksal seinen Lauf,
dann mache ich den Deckel drauf.

Ich bin immer für Dich da, Du „liebliche“ Bavaria!