281 – Gast

Gestern hatte man in Hamburg das Vergnügeneines Sonnentags - nun gut, es war ein Sonntag!Ich hatte das Fenster meines Büros geöffnetund litt tapfer unter Frischluft.Während ich vor mich hin döste und anfing,hinter meinem Aktenmief herzujammern,stellte sich Besuch ein. Eine reichlichverwegene Wespe zeigte sich interessiertan meinem Körpergeruch und/oder an einemangebissenen Apfel der Marke ELSTAR. Nun, für …

280 – schwach

Wieder einmal befallen mich Zweifel undlähmen mich in meinem Denken undHandeln. Ich sitze verzweifelt, odersagt man eingezweifelt? Ich sitze alsogrübelnd unentschieden vor meinemKeyboard (heute ist Sonntag, an Werktagennenne ich das Gerät eine Tastatur); ich sitzealso an Besagtem und quäle mich mitGrundlegendem, nämlich mit einer, derhumanen Existenz entliehenen Frage:„Soll ich mir jetzt einen Kaffee kochen, undfalls …

279 – Narretei

Kann es geschehen,dass man sich im eigenen Leben verirrt?Kann es sein,dass man den Boden unter den Füssen verloren hat?Kann man erleben,wie sich aus Leben ein Chaos bildet? Licht und Dunkelheit bestimmen die Szenewie die Bipolarität des Tages.Die Wirklichkeit schleudert ihre Opferschonungslos auf die Bühne des Lebens. Wir haben das Licht, Du Narr!Spiel Deine Rolle, Harlekin!Die …

278 – Sponti’s

Eine Blume geht über die Wiese,sieht einen wunderschönen Menschen,und reißt ihm den Kopf ab. Die Bundesregierung wird ab sofort sparen.Jeweils 5 Minister müssen sich 1 Gehirn teilen. Viele Menschen entwickeln sich, bis sie 12 sind.Ab dann werden sie nur noch größer. Es gibt Menschen, die nur in aufgeblasenem Zustand sichtbar werden. Hülsenfrucht zum Abendbrot, morgens …

277 – Grundübel

Die natürliche Vielfalt lebender Wesen ist die Folge von zufälligen Mutationen in ihrer Genetik.So gesehen verwundert es nicht, dass auch entsteht, was wir so gerne den Abschaum nennen, also Menschen, die dumm geboren wurden, wie wir alle, und deren Leben nicht der Norm entsprechend verlief, sondern asozial. Wie wird ein Mensch asozial?Entweder er wird so …

276 – Haiku

276 - Haiku Man sagt, Haikus seien die kürzesten Gedichte. Das klassische Haiku besteht in der Tat aus 17 Silben, die in dreizeiliger Form geschrieben sind, und zwar im Format 5 - 7 - 5 Silben.Es soll sich durch Konkretheit und einen Bezug auf die Gegenwart auszeichnen, und es soll keine Botschaft an die Leserschaft …

275 – Leckeres

Ein Medizinstudent und Arbeitskollege,kurz vor dem 1. Statsexamen,erscheint im Büro,offensichtlich übelgelaunt,schmeisst sich auf einen Besucherstuhl.Grummelt „So eine Scheisse aber auch!"Ich vermute, er braucht wieder Kniegelenke -zum Sezieren.Findet aber keinean die er ran darf,ein altes Problem …..Ich frage: „Was ist los, Schorsch?“Er: „Muss die Küche streichen.“Ich: „Hast Du doch gerade fertig gemalt!“Er: „Die Ravioli!“Ich: “Mit Tomatensosse?“Schorsch: …

274 – Usedom

Über der Inselliegt der Zaubervon Nebelschleiern,eingebettetlichte Winterwälder.Die Sonne herrscht wie immer -anderswo, nicht hier.Das Meer wirkt erregtund wartet auf Sturm.Küsten fürchten Brandung.Farben des Sommersscheinen verblasst.Kein winterliches Weiss -es herrscht das Grauüber die See, das Landund die Menschen.Die Insel gebietet Ruhe,und Frieden für die Seelen.Die Gewalt der Sommerscheint vergessen.Die Zeit,sie scheint nun stillzustehen.

273 – Abou me

Es ist bedauerlich, dass ich mich selbst zur Ordnung rufen muss,und zugleich zufriedenstellend, dass ich dies mit Überzeugungund ohne sclechtes Gewissen tun kann. Objekte meines Selbstzweifels sind jene Beiträge,die Zitate in Latein enthalten. Ich bin kein Altphilologe. Somit steht es mir gewiss nicht zu,in Latein zu schwadronieren. Ich sollte es eigentlich bei Adipositas per magna …

272 – Gemacht!

Schon Flavius Vegetius Renatus (400 n. Chr.) schrieb in seinem Buch „De Re militari“: „Qui desiderat pacem, bellum praeparat!“ Ins Germanische übersetzt: „Wer den Frieden wünscht, bereite den Krieg vor.“ Es ist überaus interessant, dass diese Empfehlung eines römischen Militärexperten auch heute noch Leitlinie für die Landesverteidigung ist.Damit ist die Forderung der US-Waffenlobby (NATO genannt) …

271 – Wasser

Dies sind Spots aus der Wasserleitung: Dier Privatisierung der Wasserversorgung ist gescheitert. In den Rathäusern sitzt offenbar nur Fleisch gewordene Verblödung: Private verteuern das Wasser um bis zu 200% und investieren nicht in die Netze. Rathäuser kriegen Druck duch die Bürger und müssen einen verkommenen Laden zu überhöhten Preisen zurückkaufen und den Saustall beseitigen. Alles …

270 – Dumm

Oftmals sind wir schnell, ungenau und ungerecht mit unserer Art, über Menschen zu urteilen. Wie? Du nicht? Ich schon. Aber ich bemühe mich um Ordnung. Und zwar so: Wir alle wissen wenig. Wir sind also oft unwissend, stehen da wie Dumme.Nur: Ob wir dumm oder intelligent sind ist einfach nicht erkennbar. Unwissende sind vielleicht zu …

269 – Apfelkuchen

Ohne jeden Zweifel kann die Welt auf Apfelkuchen verzichten, auch wenn bei 1 Mio. Apfelkuchen keiner irgendeinem anderen gleicht.Ursache für die Vielfalt ist, dass 1 Mio. Apfelkuchenbäcker dabei am Wirken sind, und jeder das beste Rezept besitzt.. Natürlich gibt es dabei hervorragende Backwaren, so wie auch Übles aus Backöfen gezogen wird. Aber das Übelste - …

268 – Hammer

„Der Feind befindet sich in unseren Mauern. Gegen unseren eigenen Luxus, unsere eigene Dummheit und unsere eigene Kriminalität müssen wir kämpfen.“ Mit solchen Reden kann man keine Lorbeeren ernten. Das erfuhr auchMarcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.), ein römischer Staatsmann. Man kennt einige Politiker der Gegenwart, denen man diesen Spruch ins Stammbuch schreiben …

267 – ArsVivendi

Ich lebe mit einem Minimum an Arbeit und viel Freizeit. Ich kultiviere diese Freizeit intuitiv zur Muße. Das bedeutet, dass ich über die Verwendung von Zeit selbst bestimme. Aber die tägliche Praxis lehrt mich, dass Muße im Wortsinne nicht immer erlebt werden kann, denn es wirken allerlei Zwänge dagegen. Substantielle Gedanken koalieren mit Emotionen und …

266 – Nachsicht

Grüblerische Naturen neigen dazu,ohne Ende über das Lebennachzudenken mund zu schreiben.Man darf getrostRücksichtslosigkeit unterstellen,wenn sie sich ständig darüber verbreiten.Da sind zwei Gruppen:Die erste tut, was sie sagt:Leben!Die zweite Gruppe redetständigt über Nicht leben.Sie tut nicht, was sie sagt.Sterben.Wie schön, wenn diese Grüblerschreiben. Dann braucht mankeine Pillen, sondern nurZündhölzer oder eineDELETE-Taste.

265 – Sommer

Eine leise Trauer hat sich über mir ausgebreitetwie ein Tuch aus Leinen,das andere Gefühle aufsaugt,nichts anderes gelten lässtund mir ständig einflüstert:Er ist vorbei, der Sommer!Nun brauchst Du die Wärme von innen,richte Dich danach!Und ich tue, was man von mir verlangt.Es geht mit gut, in meinem Bett.Ich spüre, dass mich eine Muse besucht,und bin wieder einmal …

264 – Quatsch

Was ist ein Individuum? Richtig, ein Wort. Häufig benutzt. Der Mensch, soziologisch versachlicht.Und falsch definiert. Das Individuum ist ein Ding, das von anderen Dingen klar unterschieden werden kann, sofern man Identitätskriterien beschreiben kann. Da haben wir den Salat! Individuen sind der Mensch, das Tier, der Baum, ja, sogar der Stein, den man in eine Mauer …

263 – Tapfer

Zwiegespräch vor dem Spiegel: Wie ich sehe, sind wir unter uns, Alter.Sag an: Warum stehst Du so schief?Dein Teint gleicht demeines Mehlwurms! Was ist los?Ich antworte mir nicht. Habe Mut, Alter!Du weisst doch:Wo Schatten ist, da ist auch Licht. Schau hin!Jeder Tag hat sein eigenes Gesicht!Ist das nicht wunderbar? Lege den Graufilter beiseite,die Welt ist …

262 – Narzissmus

Narziss war der schöne Sohn des FlussgottesKephissos und der Wassernymphe Leiriopegewesen. Auf seine Mitmenschen übteer eine unglaubliche Anziehungskraft ausund diese verliebten sich reihenweisein ihn. Doch aus Stolz und Überheblichkeitwies er alle zurück. Seine Überheblichkeitwird schließlich mit grenzenloser Selbstliebegestraft. Als er sich eines Tages an einerWasserquelle niederlässt, um seinen Durstzu stillen, verliebt er sich in sein …