890 – Geo-Strategie

Die Zeichen mehren sich für ein Komplott. Der Osten plant. Der Chinese Xi Jinping und der Russe Putin haben ein gemeinsames Ziel definiert und werden weiterhin zusammenarbeiten.

Das Ziel nenne ich ganz platt „Weltherrschaft“. Xi Jinping redet davon bereits öffentlich, und zieht aus der Deckung die Strippen. Aus seiner Sicht ist Putin der Köter für die Drecksarbeit.

Das „Projekt“ Ukraine schlucken war ein offener Test, ein genialer Test für den Chinesen, der nun erfahren hat, wie die Welt reagieren wird, wenn er über Taiwan herfällt.

Die Inbesitznahme westlicher Territorien organisiert er anders. Als Beispiel gilt Großbritannien. Dort regiert dert Russe. Und man blicke nach Australien. Dort kontrolliert der Chinese das Trinkwasser. Die Aussies haben es endlich verstanden und setzen sich gegen China zur Wehr. Die Briten sind noch nicht aufgewacht. Sie stehen unentwegt vor dem Spiegel und bewundern so Ihr Ideal, den Gentleman.

Man kann sagen, dass die Waffe der Russen und Chinesen „Geld“ genannt wird. Wenn das russische Geld abgezogen wird, kann London City die Pforten schliessen. EU und USA müssten Finanzhilfe leisten, um den Bankrott zu vermeiden, und das wäre sehr teuer.

Apropos EU: Dierser Staatenbund ist soweit gereift, dass man ihn auflösen müsste.
Man redet zur Zeit über Reformen, möchte gerne Mehrheitsentscheidung anstelle der Einstimmigkeit, und kriegen solche Korrekturen niemals auf die Reihe, weil die kleinen, Geld fressenden Klitschen auf das Machtinstrument nicht verzichten werden.
Die EU sabotiert sich selbst, schwächt sich, und ist für das Große Spiel nicht tauglich.
Und die Wirtschaft des Westens hat unentwegt Knowhow nach China transferiert, weil Billiglohn den Profit steigert. Dabei hat man nicht gesehen, dass China die Transfer-Masse nutzt, um die deutsche Mutter mit Billigpreisen aus dem Markt zu drängen.

Die USA haben einen anderen Weg zum Untergang eingeschlagen. Sie sind sehr stark mit ihrer Innenpolitik beschäftigt, hauen sich gegenseitig die Augen dick, müssen mit einer Massenpsychose fertig werden, die „Trumpismus“ genannt wird und streiten sich um Macht, die sie längst verloren haben. Und sie müssen sich wohl oder übel mit den Briten gut stellen, weil sie militärisch, per Geheimdienset abgesichert, finanztechnisch, mit dem Söldner-Unwesen und dem totalen Zugriff auf das www äusserst wirksame Waffen besitzen.

Und langsam, ganz langsam kommen Meldungen aus Afrika. Da sitzen auch einige Psychopathen, die mitspielen möchten. Mit bunten Glasperlen sind sie nicht mehr zufrieden zu stellen. Dazu ein selbst erlebtes Beispiel: Eine deutsche Furma baut eine Fabrik in Uganda. Als die Anlage produktionsreif war, kam der Staatschef, legte seine Hand drauf und entschied:“Alles meins.“ Die Deutschen packten und reisten ab in ihre kalte Heimat. Ende des Berichts.
Natürlich haben die Chinesen ein Riesenproblem: Zu viele Menschen, zu wenig Raum. man weiss, dass man in Peking davon träumt, Bevölkerung in Afrika anzusiedeln. Dazu kann man das, was in und mit der Ukraine geschieht, nahzu identisch als Fortgang des chinesischen Abenteuers vorausahnen.
Die gute alte AK-47, die Kalashnikow als Anti-Chinesikum – das hat was.

Relative Ruhe herrscht in Ozeanien. Dort hält man sich alle Optionen offen, aber mit den Chinesen kuscheln fände man schon attraktiv.

Die Pol-Regionen sind bereits zum Streitobjekt geworden. Man vermutet dort wertvolle Bodenschätze. Die Chinesen haben die Nase vorne. Die Deutschen erkennt man sofort, sie sind im Rennen die letzten. Berlin hat unlösbare logistische Probleme, nicht mal Unterhosen für die Bundeswehr. Unser Forschungsschiff findet die Felder mit Mangat-Knollen – andere besorgen die Ernte. Sie nennen das dann Arbeitsteilung.
Der Kampf um die Schätze der Arktis wirkt ein wenig wie eingefroren. Übrigens wollten die Chinesen das dänische Grönland kaufen und damit einen Territorialanspruch auf die Arktis anmelden. Die Dänen haben angeblich 11 Tage lang nur gelacht.

Kleinen Moment – da war noch etwas. Ich habs. Andorra. 80.000Leute, halb so gross wie Berlin. Man ist selbstbewusst. „Lassd sie kommen! Hier sind 40.000 Jagdwaffen, in Kampfgruppen organisiert, die von Capitanos geführt werden. Man schiesst gerne mit Sauposten, weil 2,75 mm-Schrot richtige Löcher in die Hose des Gegners reisst.

Ja, da ist noch der Vatikan mit seiner Schweizer Garde. Mittelalter per Hellebarde gegen das moderne China mit dem G 36 von Heckler & Koch – denkbar, aber nicht dankbar. Die Chinesen zerstören die Sixtinische Kapelle, als wäre es eine Sandburg am Strand von Norderney. So sind die Regeln im Krieg. Man glaubt, Michelangelo sei eine Nudelsorte.

Vermisst jemand Südamerika im Grossen Spiel? Verständlich. Ich auch.

889 – egoku: Egoku

Nimm, was Du willst, es geht wirklich immer.
Ein Egoku steckt in allem drin.
Mal wird es schlimm, oder noch schlimmer,
Mal mit, oder mal ohne Sinn.

Anmerkung:

Diese Vierzeiler sind Kinderkram. Mittelmässig begabte 8-jährige schreiben so dran längs wie die Feuerwehr in der Katastrophe. Mit dem Gefühl, auf infantile Weise Magerquark produziert zu haben, ein Produkt, das ich ums Verrecken nicht esse, beende ich die egoku-Aktion.

Ein Egoku mit Intelligenz anzureichern erfordert viel Hirn (das ich nicht mehr habe).
Man muss unter dem Schädeldach mittels elektrischer Energie biochemischer Reaktionen erzeugen, um die Intelligenz anzureichern, sie quasi zu düngen, um den Kopf-Salat zu Prachtexemplaren gedeihen zu lassen – ehrlich, das ist nichts für mich. Zu quälend, zu anstrengend. Echte Arbeit.

Wie sagt man doch so poetisch (proletisch)?:
Dummheit frisst!
Ich nehme mir die Freiheit, das zu bestätigen.
Wenn ich es mir aussuchen darf:
Für ein Matjesbrötchen lasse ich jeden IQ-Test liegen.

881 – Replik

33333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333333

Verrückte Technik! Ich entferne einen Joghurt-Fleck von der Taste 3 , ( es war Aprikosenjoghurt, 500 g-Becher ), und das System antwortet gleich anklagend. Ein Computer erbricht so: 333333333333333333333333. Statt kotzen könnte er ja mal nachfragen: „Ist das Dein Ernst, oder soll ich löschen?“ Die Dreier-Kolonne heisst wohl unter Menschen „Aua, hat weh getan!“ Ich finde das lustig. Bin halt alt und senil!

Darum mein Experiment mit einigen „Egoku’s“. Ich habe sie gerade erfunden, und mich damit angefreundet. Das erste ist mir so im Halbschlaf eingefallen. Seitdem krampfe ich mir diese 4-Zeiler ab – es ist nicht so ganz einfach, ein knapp akzeptables Versmass zu finden und – so die Absicht – ein wenig Satire hineinzuschreiben.

Wie ich bemerke, kommen die Dinger nicht so gut an. Eigentlich kann man alles zur Hand nehmenund in einem Egoku verwursten. Ich probiers mal mit einem Lieblingswort: Klopapier.

……………………..
………………………..
………………..pffffft
Schau nur, die Rolle Klopapier!
Sie rollt, und rollt wie ein Fass Bier
und zeichnet einen weissen Streifen
…………………………?
…………………………………………pffft
Seifen
Reifen
keifen
pfeifen
Verdammt!
und zeichnet einen weissen Strich
fürchterlich
stich
vom Klo zur Büx von Friederich.

Das kann auch mal länger dauern oder garnicht aufgehen.

Nun poppt schon wieder so ein Ding auf:

Das Glas, es weiss: Wasser ist nass.
Klein Karlchen findet Wasser krass.
Sein Plan ist richtig ausgereift:
Er hat die Katze eingeseift!

Haiku’s sind anspruchsvoll.
Egoku’s dagegen sind Kinderkram, Wortspiele, Gedächtnistraining oder sonstwas. Die Literatur kennt sie nicht. Wie auch. Ich habe sie heute erst erfunden, weil man böse Gedanken in Verse einpacken kann!

Warte mal.

Das Streichholz brennt nun lichterloh.
Die Kerze zeigt viel Mut.
Den Zündler macht das richtig froh,
den Vorhang wärmt’s nun gut.

Naja …..

875 – Brot

Es duftet. Es duftet im ganzen Haus. Irgendwer hat gebacken. Frisches Brot, vor 30 Minuten aus dem Backofengeholt, mieft vor sich hin. Ich gestehe, der Bäcker zu sein.
Der Sünder heisst also nicht Irgendwer, sondern Papa.Und Papa ist es wieder gelungen, ein halbes Pfund Butter an die Front zu schmuggeln. Ok, unverschlüsselt:
Das neue Brot sieht wie ein Brot aus. Bei meinen Versuchen war das nicht so. Die Produkte ähnelten mehr einem Findling aus Rotsandstein.

Heute habe ich also den halben Weg zu einem guten Roggenmischbrot mit Sauerteig geschafft. Nun mag man fragen, was mit der vermissten zweiten Hälfte geschehen ist.
Nun, ich verrate das Problem. Die zweite Hälfte liegt in einer Lücke! Ich wage es nicht, mich darauf zu berufen. Es ist nämlich so: Meine Brote riechen gut. Und sie sehen mittlerweile auch gut aus. Aber Aussehen und Geruch machen nicht satt. Dazu wäre es nötig, dass mein Brot auch gut schmeckt – und da haben wir den Casus belli. Was ich bisher geschafft habe, lag hart an der Grenze des Ungeniessbaren. Ein Teelöffelchen mehr Mehl, und ich leiste mir den Luxus einer Körperverletzung. Das Genusserlebnis gleicht ….. gleicht ….. dem Essen eines Kabeljau’s mitsamt Gräten. Ja, jetzt hab ich es.

Das neue Brot, also das von heute ist – ich sage das voller Stolz – als Dekostück eines Bäckers in seinem Schaufenster sehr gut einsetzbar. Es hält sich im Schaufenster monatelang. Doch leider sind manche Bäcker nicht die hellste Kerze auf der Torte. Wenn einer mein Brot ins Schaufenster legt, kann er seines verkaufen, statt es in der Sonne trocknen zu lassen und dann wegzuwerfen. Und mein Brot ist originell! Keiner legt ein Brot ins Fenster, das man nicht essen kann. Ich schon. Und das Beste: Man sieht ihm sein Defizit nicht an – perfekt!

874 – Hymne

Allgegenwärtig ist das Schwein
in unserm Menschenleben,
ohne von uns geliebt zu sein.
Es hat so viel zu geben .

Zuvörderst dient es uns bei Tisch
als Schinken, Schnitzel und Kotlett,
und Lendchen, rosa, zart und frisch,
Grillrippchen mit und ohne Fett …..

Gesülzt, gekocht oder gebraten
geniesst der Mensch, der nicht Muslim,
das Schwein zu Sossen, Kraut, Salaten
bei Blumenschmuck, und mit Benimm.

Wir sollten doch an solchen Tagen,
nach einem wirklich guten Essen
gemeinsam herzlich Danke sagen:
„Dank, liebes Schwein, sei unvergessen!“

Der Schweinefreund hat auch bedacht
dass Schweine stets geduldig bleiben,
wenn man sie mal zum Buhmann macht,
um sich mit anderen zu reiben.

Du blöde Sau! Du dummes Schwein!
Du Drecksau, Sülzkopp, wilde Sau!
In heilgem Zorn wird man gemein,
Die Knoechel weiss, Gesichter blau!

Ganz bayrisch wirds, wenn ohne Faxen
der Loisl durch die Kneipe brüllt:
Geh schleich´Di, schwing die krumma Haxn!
und Haxnduft den Gastraum fuellt.

So mancher Mensch ist sehr geknickt,
mit Liebe sich zum Schweine wendet,
weils Pumperl ihn ganz böse zwickt
und´s Schwein Aortenklappen spendet.

Als Glückssymbol – na, unentbehrlich!
Was täte man nur ohne „Schwein“.
Mensch, sag es einmal wirklich ehrlich:
So´n Ferkelchen kann niedlich sein!

Und nicht zuletzt der Bauernstand
Profit verspricht die Ferkelei.
Es grunzt munter im Bauernland,
noch immer gilt: Landluft macht frei!

Mag sein, dass es die Stadtluft war,
die einst den Menschen frei gemacht.
Dem Schwein stellt es sich anders dar:
Freiheit ist für´s Wildschwein gedacht,

so lang, bis dann im Morgenrot
die Büchse knallt; ein letzter Schmerz,
der Jäger bruellt dann los: Sau tot!
Ein Blattschuss, mitten durch das Herz!

Nun, auch noch dies. Es spricht sich rum
im Koben und in Schweinekreisen.
Das Hausschwein ist ja nun nicht dumm
kann die Behauptung schon beweisen,

dass man nur noch als Hausschwein sicher.
Und sterben muss nunmal ein jeder.
Der Bauer auch! (Hinten Gekicher!)
Der ist dann hin – ich Schweineleder!

Reinkarnation – auf Schweine-Art
ist nicht nach jedermanns Geschmack.
Der Mensch arbeitet lieber hart.
Arbeit macht frei!, schrieb Menschenpack.

Hat je ein Schwein so was geschrieben?

Der Misanthrop: Jaaawoll! Alles Schweine!

Der Tierfreund: Wer einen Menschen
als Schwein bezeichnet, beleidigt eine ganze Tiergattung.

Der Humangenetiker: Charakter ist eine ererbte Eigenschaft, die ihre Auspraegung …….

Der Altruist: Dies ist Ausdruck fuer die Verirrung
einer menschlichen Seele, quasi ein Hilferuf ….

Der Politiker: Das ist zu lange her.
Davon weiss ich nichts.

Der Priester: Alles geschieht
nach Gottes weisem Ratschluss!

Der Beamte: Zu allen Zeiten galten in Deutschland die
Grundsaetze, wonach Recht und Ordnung …..

Der Neo-Nazi: Ausländer rauuuusss!!

Der gute Deutsche: Ich lese jeden Tag die Bildzeitung!

Das Hausschwein: Der Mensch ist auch eine Sau!
Nur anders.

873 – Träumerei

Ich habe es mir erspart, nach jenem Missetäter zu forschen, der dem Tod ein Schnippchen schlug und sich diesen ungeliebten Besucher in seinen Apfelbaum hängte. Die Konsequenz solchen Handelns ist eh unvorstellbar; hat man dem Tod den Job verdorben, wird auf der Erde nicht gestorben. Vergisst man, den Klapperstorch auch wegzusperren, dann wird es eng auf dem Globus. Stell Dir das doch mal vor! Je oller, desto kränker. Was das kostet – und die Rente läuft und läuft, und weit und breit keine Sozialpolitik, die diese Bezeichung auch nur annähernd verdiente.
Anscheinend habe ich diesen Alptraum irgendwie verinnerlicht, wie der folgende Bericht zeigt.

Nichts zwickt heute.
Ich hänge ab.
Vergess die Meute.
Vergess den Trab.

Mein Sessel ruht,
und ich darin.
Es geht mir gut,
geht’s durch den Sinn.

Die Beine hoch,
die Augen zu.
Ich grüble noch,
bin weg im Nu.

Nichts stört den Schlaf,
der Träume Land.
So wirksam traf
des Männchens Sand!

Es findet sich
ein kleiner Traum,
schon sitze ich
im Apfelbaum.

Wünsche entstehn,
Gedanken sind
gedacht, verwehn
im Sommerwind.

Und nebenan
im Sack der Tod.
S´ ist rasch getan,
zu End die Not.

Er blickt zu mir.
Endlich befreit –
ich danke Dir,
vergiss die Zeit!

Und willst Du gehn,
Dein Ruf genüge,
und Du wirst sehn
wie ich es füge.

Schrecken durchzuckt.
Angst im Gesicht.
Mein Ast: Der ruckt,
biegt sich und bricht.

Ein garstiges Geschick!
Ich falle tief, ich Tropf,
und brech´ mir das Genick.
Der Tod schüttelt den Kopf.

Ich bin erwacht,
erhebe mich,
die Sonne lacht
vergnügt. Und ich …

Der Sessel lag
und ich daneben.
Was für ein Tag!
Fühle mein Leben.

Der Tod im Apfelbaum
befreit durch meine Hand!
Gottlob, es war ein Traum
just aus des Männchens Sand.

Der Tod zieht über Land,
sein Schädel grinst, ist hohl.
Und ich total entspannt
fühl mich unendlich wohl!

Klingt irgendwie ein wenig neurotisch.

872 – Nachgedacht

Einen Tropfen Glück möchte ich haben,
oder ein Fass Verstand,

meinte Menander, einer der grossen griechischen Dichter (342 bis 291 v. Chr.).

Glück ist eine positive Emotion von höchster Intensität, und eine Rarität. Deshalb wird Glück als wertvoll empfunden, und der Mensch strebt danach – ohne Erfolgsaussichten. So hat er sich „Ersatzwährungen“ geschaffen, wie Prestige, Geld usw. Seine geistig-moralische Reife entspricht der eines Neandertalers.

Trauer wird als ein negatives Gefühl empfunden, als das Gegenteil von Glück. Trauer ist ebenso selten, und wird – obwohl sie prägend sein kann – als Gefühl ohne eigenen Wert abgelehnt. Auch in diesem Unterfangen bleibt der Mensch erfolglos.

Es sind nicht Glück und Trauer, die des Menschen Leben bestimmen, sondern das Alltägliche. Es oszilliert in flachen Kurven um die Null-Linie. Dort, in dieser schmalen Zone liegt sein Spielraum zum Handeln.

Der Handlungsrahmen ist ständig zu revidieren, anzupassen. Seine Ränder bilden eine Grenze zwischen Klugheit und Narretei.

Narren sind immer gefährlich.
Auch sie können jederzeit Macht in die Hände bekommen.

Das Habenwollen der kleinen Kinder ist nervtötend, aber ehrlich. Der erwachsene Mensch ist verlogen, sucht es zu vertuschen, und praktiziert es dennoch ungeniert.

Der Mensch ist in den vergangenen zweieinhalb Jahrtausenden nicht in der Lage gewesen, sich vom Barbaren zu einem sozialen Wesen zu entwickeln.

Gleichwohl kann er innerhalb einer Stunde
alles Leben auf unserem Planeten, sich selbst eingeschlossen, auslöschen.
Er nennt dies Fortschritt.

Nichts, und niemand züchtet an dem Menschen herum – ausgenommen jene Kraft, die wir mit Evolution bezeichnen, oder mit den Lehren Charles Darwins umschreiben.

Der Mensch ist ein Produkt der Natur. Mag sein, er dominiert die Entwicklung des Planeten Erde in einer kurzen Phase. Unabänderlich bleibt er den strengen Naturgesetzen unterworfen. Und deren wichtigste Fortpflanzungsregel lautet:

Alles Recht den Starken!

Dies schliesst den brutalstmöglichen Egoismus ein.
Schlichte Gemüter glauben, daran kranke die Welt.
Realisten dagegen erkennen: Solange die rücksichtslose Verdrängung vorherrscht, ist die Welt kerngesund.

Und das Individuum? Es leidet. Man besuche einen Schlachthof und beobachte das Leid der Tiere.
Man besuche ein Schlachtfeld, und beobachte das Leid der Menschen.
Dann wende man sich um – und suche nach der Verantwortung.

Es ist ein überaus faszinierendes Spiel, in dem der Mensch zu seinem Schutz Werte und Normen entwickelt, um sie beliebig zur Durchsetzung seiner egoistischen Ziele einzusetzen und einzufordern.

Der moderne Global player ist nur ein Narr.
Seine vorherrschenden Wesensmerkmale sind Egomanie und Selbstüberschätzung.

Der Mensch braucht keine Konzerne und Kartelle. Der Narr braucht sie zur Selbstbefriedigung.

Und der Mensch neigt zur Kurzsichtigkeit. Darum erkennt er nicht, dass es nur einen einzigen Global player gibt, der über allem steht und eisern seine eigenen Regeln befolgt. Darum blühen in meinem Garten die Tulpen, während anderswo Menschen verrecken.

Der Mensch ist nicht böse. Er ist Spielfigur, und er wird nach Regeln eingesetzt, die er nicht verstehen kann, oder die er ablehnt. Er entwickelt das Bewusstsein, mitzuspielen – ein Selbstbetrug. Er muss stets seiner genetischen Veranlagung Folge leisten, ob er nun will oder nicht.

871 – Demenz?

Normalsein als Lebensaufgabe

Dementia senilis, zu deutsch: Altersschwachsinn.
Ich denke, man sollte vielleicht nicht darüber witzeln. Sich eher fragen, wie es um den eigenen Verstand bestellt ist.

Ein normaler Mensch tut das natürlich nicht. Er ist sich seiner Sache sicher. Bei ihm ist alles in Ordnung, und das bisschen Vergesslichkeit ist in seinem Alter völlig normal. In seiner Familie sind alle alt geworden, und es gab nicht einen einzigen Fall von Demenz. Wie es sich für eine gute deutsche Familie gehört.
Wir vermischen uns mit allem, was hier herumläuft und attraktiv aussieht. Sprachlich, genetisch, kulturell – jeder kann machen, was er will.

Ich werde im Alter vergesslich.
Aber selbstverständlich bin auch ich normal. Und zwar völlig. Das Dumme ist nur: Ich habe vergessen, was normal eigentlich heisst. Der Norm entsprechend vielleicht? Und wenn ja, welcher? Der gesellschaftlichen Norm entsprechend? Welcher Gesellschaft bitte schön? Und wie soll ich eine gültige Norm entdecken, verstehen, in einer Gesellschaft, die so multikulti ist, dass ich schon nicht mehr weiss, ob ich mir für einen Spaziergang ein Kopftuch umbinden und endlos „Äiii Macker!“ rezitierend eine Paella aus der Hosentasche löffeln soll – das alles strengt mich zu sehr an.

Ich vermute, ich bin normal, aber anders. Moment. Anders normal …. als normal Normale – klingt ziemlich schwachsinnig. Ich muss gleich mal meinen Schlüsselbund suchen.

Wenn sich Beamte und Politiker aus der Staatskasse bedienen wollen, dann machen sie sich ein Gesetz, beschliessen es, und greifen zu. Belege dafür sind beispielsweise das Diätengesetz, das Parteienfinanzierungsgesetz und das Beamtenbesoldungsgesetz mit einem unübersichtlichen Anhang an Durchführungsverordnungen und ähnlichen Verschleierungsinstrumenten.

Ich selbst bin in dieser Frage schon katholisch. Benutze denselben Trick zur ideellen Bereicherung; ich mache mir meinen Standard für Normal selbst, und dann messe ich meinen Zustand an dieser Latte, und siehe: Ich bin tatsächlich wie jeder andere auch stinknormal.

Individuelle Normalitäten existieren parallel. Wo sie aufeinandertreffen, herrscht Spannung, die sich im schlimmsten Fall in einem Krieg entladen kann. Nun gut, ich will weiss Gott nicht behaupten, es würden wegen Nasebohren Kriege begonnen. Eher kleine, persönliche Konflikte: Kannst Du das nicht lassen, Du altes Schwein? Man kennt das. Toleranz ist, wenn man trotzdem lacht. Ich antworte: Das Schwein lasse ich Dir noch durchgehen, aber wegen des Alt sehen wir uns vor Gericht!

Menschen können ja so unerquicklich sein. Allzuviele Zeitgenossen haben – wie man das bei Green Peace ausdrückt – soviel Charme und Charisma wie das hintere Ende eines ungenehmigten Abflussrohrs. Man möchte böswillig unterstellen, sie seien nicht normal, sondern normacid.
Der Magensaft sollte normacid sein, damit er ein Eisbein auch dann zersetzt, wenn einer den Knochen mitgegessen hat, nicht wahr? Es kann nämlich nicht jeder ein Gewölle hervorwürgen, nur weil er vergessen hat, das Huhn zu rupfen, bevor er daraus ein Ragout zubereitet.

Das Auf-ein-normales-Mass-zurückführen nennt man normalisieren. Im allgemeinen kann man so jede Form der Kindererziehung nennen. Strittig ist allerdings noch immer, ob man die Prügelstrafe als kraftvolles Normalisieren bezeichnen darf. Willst Du nicht ein Normaler sein, dann schlag ich mit dem Rohrstock drein! Insbesondere entfacht das anzunehmende Ungleichgewicht der Kräfte immer wieder neue Diskussionen. Extrem-Normalisierer vertreten dabei den Standpunkt: Das ist mein Kind, und ich kann damit machen, was ich will!

Von der etruskischen Kultur ist nicht allzu viel zurückgeblieben, aber der Begriff Norm gehört zur Hinterlassenschaft dieser Kultur, selbst wenn die Griechen und später die Römer beim Hinterlassen die Finger im Spiel hatten. Seitdem ist dieser Wortstamm prächtig gediehen und hat sogar eine Norma Jeane Mortensen hervorgebracht, die wir als Marylin Monroe erlebt haben.

Genau genommen bin ich der Meinung, dass Menschen weder normal noch anormal sein können, oder gar sollten. Dinge – ja. 1 Meter = 10 Dezimeter = 100 Centimeter. Alles bestens, das muss normal sein, schon wegen des Milchkaufens.

Normal sein ist eine undefinierbare Grösse kollektivistischer Werte, kein Normalmass für Menschen, sondern eine subjektive Beurteilung von Sichtweisen. Der Mensch ist ein Idividuum, ein Unikat, mit nichts als sich selbst zu vergleichen.

Das ist der Unikatsbeweis.
Ein Mathe-Lehrer: Leerer Scheiss!
Nichts weiter als nur Schabernack.
Nur leeres Stroh im Jutesack.
Ist schliesslich auch nicht ernst gemeint,
Mathematik ist eh mein Feind,
beweist mir stets dass ich zu dumm,
bei Zahl und Formel bleib ich stumm.
Doch Z a h l e n ist stets meine Sache –
Es scheint, s´ist meines Weibes Rache!

Risum teneatis amici!
Verkneift Euch das Lachen, Freunde!
(Horatius, de arte poetica)

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