Ein Mann des 21. Jahrhunderts

Er ist ein Mensch, der Ordnung, seine Ordnung über alles liebt.
Seine Gedankenwelt ist geordnet, und darum schlicht.
Seine Verdauung arbeitet wie ein Uhrwerk. Täglich rasiert er sich, und wäscht sich die Füsse.
Und er erwartet von der Welt eine Werteordnung, die mit seiner eigenen absolut kompatibel ist.
Er hasst Ausnahmen, und insbesondere Aussenseiter.
Warum? Sie stören sein Weltbild und verursachen unerwünschte Denkprozesse. Das ist unnütz, denn er ist schon nahezu perfekt. Und er liebt es, zu sagen: „So geht das nicht!“

Ein Irrtum

Nichts stört den Frieden
an diesem Nachmittag
voller Sonne?
 
Altes Gemäuer
möchte Geschichten erzählen.
Doch alle Steine schweigen.
 
Die Lebensräume sind bewohnt.
Jedes Wesen hat seinen Platz gefunden
und sucht nach Frieden.
 
Vergebens. Das Erhoffte
ist Illusion. Es gilt:
Fressen und gefressen werden.
 
So geht Natur.
So geht Tier, und
so geht Mensch sein.

Ein Ideal des Bösen

 A. Paul Webers (1893−1980):

Der Wohlstand formt die Bürger um.

Sind wir noch das Volk? Nein, das ist vorbei. Wir waren das Volk. Falsche Wege durch die Geschichte der Neuzeit haben zu degenerativen Zuständen geführt. Wir sind schwach geworden. Die archaische Bestie „Gier“ gewinnt das grosse Spiel um die Macht, und die Menschen mutieren in  moderne Formen der Sklaverei.

Du siehst das anders? Kann sein, Du hast Recht – für den Moment. Aber warte ab; die haben erst angefangen! Und sie kriegen jeden, den sie haben wollen.

Japanese met Germans

Manager-Seminar mit 30 Herren aus der mittleren Führungsebene. Treffen im Tagungshotel am letzten Tag. Der Seminarleiter spricht: „Meine Herren, zum Schluss wollen wir noch ein bisschen Allgemeinbildung betreiben. Mal sehen, was Sie so drauf haben. Der Modus operandi ist ganz einfach: Ich nenne ein klassisches Zitat, Sie sagen mir, wer es gesagt hat, wo und wann.“

Er beginnt: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“Im Saal herrscht eisiges Schweigen bis sich ganz hinten ein kleiner Japaner zu Wort meldet: „Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Osterspaziergang 1806!“ Die Teilnehmer murmeln anerkennend. Die nächste Frage des Seminarleiters: „Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen …“Wie aus der Pistole geschossen, der Japaner: „Matthias Claudius, Abendlied, 1779!“ Die Manager schauen peinlich berührt zu Boden. Der Seminarleiter: „Fest gemauert in der Erden …“Schiller“, strahlt der Japaner. „Das Lied von der Glocke, 1799!“ Jetzt finden es die Manager langsam ärgerlich.

Murmelt einer in der ersten Reihe: „Scheiß Japaner“.Wieder ertönt die Stimme von hinten: „Max Grundig, CeBIT – Elektronik-Messe Hannover,  1982!“.

Gesichtsverlust – Loss of face

wer – ich 
wann – letzten Sonntag 
wem – Nachbarn 
wo – Küche 
wie – Attacken 
womit – Verbalinjurien 
wieso – Frust 

und? – Gesichtsverlust

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Who – Me
When – Last Sunday
Whom – My Neighbor
Where – Kitchen
How – Assaults
Whereby – Insults
Why – Frustration


And? Loss of Face

Ansage eines Grünen

Hör zu, Lilly! Hör zu! Was sage ich immer? Was? Warum hörst Du nicht zu? Lilly, ich sage das wieder und wieder: Ich mag kein Grün! Und diese Tapete ist unerträglich! Sie macht mich aggressiv! Verstehst Du das nicht, Lilly? Ich habe alles probiert. Ich habe das Problem von allen Seiten betrachtet. Es nutzt nichts: Ich ertrage kein Grün! Die Tapete muss wieder runter.  Ist das verstanden? Ja? J a a a ? Schau mich an! Ich sage es nochmals:

K e i n   G r ü n  ! Schau mich an, sage ich!

Charity – Nächstenliebe

Ich begriff, daß der Mensch nicht nur für sein eigenes Glück leben darf, sondern notwendigerweise auch dem Glück anderer dienen muß; daß er, ganz abgesehen von der ihm eingepflanzten Nächstenliebe, sowohl durch seine Vernunft wie auch durch seine eigentliche Natur dazu bestimmt ist, anderen Menschen und einem gemeinsamen menschlichen Ziel zu dienen.

Leo Tolstoi (1828 – 1910), Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi, russischer  Romanautor

Angestrengtes Denken (MRT: Philips Achieva 3.0 T)

„Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München … mit zehn Minuten, ohne, dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen … am … am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug. Zehn Minuten. Schauen Sie sich mal die großen Flughäfen an, wenn Sie in Heathrow in London oder sonst wo, meine sehr … äh, Charles de Gaulle in Frankreich oder in … in … in Rom.
Wenn Sie sich mal die Entfernungen anschauen, wenn Sie Frankfurt sich ansehen, dann werden Sie feststellen, dass zehn Minuten Sie jederzeit locker in Frankfurt brauchen, um Ihr Gate zu finden. Wenn Sie vom Flug … vom … vom Hauptbahnhof starten – Sie steigen in den Hauptbahnhof ein, Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen in … an den Flughafen Franz Josef Strauß.

Dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in München. Das bedeutet natürlich, dass der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Bayern … an die bayerischen Städte heranwächst, weil das ja klar ist, weil auf dem Hauptbahnhof viele Linien aus Bayern zusammenlaufen.“

Dr. Edmund Stoiber 01/2002 erklärte ein Projekt der bayrischen Landesregierung.

(Quelle: Die Grünen in Bayern )