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Roland Risch
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Deutschland

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Über mich

Soeben wies man mich darauf hin, dass ich anonym schreibe. Natürlich habe ich das bisher ganz anders gesehen. Viele meiner Beiträge verraten, von welcher Sorte ich bin. Und ich schreibe nicht unter einem Pseudonym. Tatsächlich dachte ich, das reicht.

Ich werde keinesfalls meinen Lebenslauf schildern oder gar eine Lebensbeichte ablegen. Aber es schadet nicht, meinen Blog – alsGesamtbild verstanden – mit einigen Basics abzurunden, wie man das mit Salz und Pfeffer macht, wenn man einen Eintopf kocht .

Ich bin Jahrgang 1940 und Witwer. Und ich bin ein Bayer, allerdings den Ur-Bayern so fremd wie die Franken, da in der Rheinpfalz geboren. Genetische Defekte: Ich bin Weintrinker und mag auch die Biersorten aus Bavaria sowie eine Leberkäs-Semmel, wenn der Leberkäs direkt aus dem Backofen kommt.

Mein Beruf? Weiss nicht. Ich habe über die Jahre 9 verschiedene Jobs gemacht, ohne ein Genie zu sein. Wir Generalisten leben das „Geht nicht gibts nicht!“. Schwerpunkt war die IT. Dort bin ich gestartet mit IBM-Lochkartenmaschinen, also in der Nähe von Herrn Hollerith. Es folgte die Datenverarbeitung auf Grossrechnern, wofür die Software zu schreiben war. Heute kauft man sie wie ein Paar Schuhe.

Was sonst noch? Viele Wochen meiner Lebenszeit habe ich in Kliniken abgehangen, da chronisch krank und dem Tode näher als dem Leben, und dank Fatigue gefühlt dem Rollstuhl näher als meinem Schuhwerk.

Zustandsbericht

Lang ist’s her, seit man mir eingeredet hat, ich sollte einen Brief nicht mit „Ich“ beginnen. Diese Regel sitzt wie in Beton gegossen. Hier sitze ich, ich kann nicht anders. Was bleibt mir übrig, als mir unter linguistischem Schmerz Formulierungen abzuringen, die gefühlt von einem anderen Stern zu kommen scheinen. So, das wäre erledigt. Nun werde ich wieder ich selbst.

Wie wir alle wissen, gibt es ein Innen, ein Drinnen und ein Draussen. Ich erzä ….. nun habe ich mit „ich“ begonnen! Also ich erz ….. das Also liebe ich, es hilft einem alten Gaul über die Hürde! Also ich erzähle mal, wie es heute morgen in diesen 3 genannten Ecken bei mir aussieht. Aber ich warne: Wenn Du eine reisserische Reportage erwartest – klick weg, und gut ist’s.

Zum Innen:
Es ist ein Gefühl der inneren Leere vorherrschend. Ursache ist, dass ich wohl etwas Schlechtes gegessen hatte und deshalb die halbe Nacht im Badezimmer verleben musste. Die Folge: Ich bin beim Tippen am PC für gute 2 Stunden eingeschlafen, nach Altmänner-Art mit Kinn auf der Brust und einem Speichelfaden an der Unterlippe. Es ist das Bild eines Mannes, der in seinem Feierabendbier ertrunken ist. Nun, vor Wochen war es schlimmer. Ich wurde wach, wollte mir eine Mittagsmahlzeit gönnen, und die Uhr sagte, ich solle mir eine Leberwurststulle schmieren und die Tagesschau gucken. Die um 20 Uhr. Nun könnte es passieren, dass ich erst im März 2024 erwache und 252 „Tatorte“ verpasst habe, und die Welt der Katholiken hat einen neuen Papst, diesmal aus den USA und dem Umfeld von Kaiser Donald dem Ersten, Imperator rex americanum. Genau dann hört der Spass auf. Den Dollar selig sprechen wollen …. Sankt Dollar, der Geölte …. Märtyrer von Persien und Katar ….

Zum Drinnen:
Es ist unfair, dass man mich täglich zum Küchendienst einteilt, und das nur, weil ich Single bin. Ich nenne das diskriminierend. Man – wer ist das wohl? Ich kenne ihn nicht, habe ihn nie gesehen. Der arbeitet offenbar im Untergrund. Er hat auch meine Klo-Spülung auf Dauerbetrieb geschaltet. Es läuft und läuft. Also muss ich ständig am schwergängigen Eckventil drehen. Trinkwasser ist nun mal ein kostbares Gut. Ein Ersatzteil habe ich geordert. Mit etwas Glück das richtige. Scheitern wird die Reparatur an mir. Ich bin technisch so begabt wie ein Pflasterstein aus Graubasalt. Ein weiteres Problem: Meine Mutter hatte bereits vor 75 Jahren damit begonnen, mir Ordnung beizubringen. Das Trauma wirkt noch heute, also ist meine Bude sauber und aufgeräumt. Nur meine Garage nicht. Sie gehört mir nur noch auf dem Papier. Zählt eh zum Draussen.

Zum Draussen:
Wie anderswo erzählt hat die Familie beschlossen, naturnah zu gärtnern. Das bedeutet, dass die Grosspflanzen wegen der Vogelbrut nicht beschnitten werden. Die Rasenfläche ist nur zum Teil gemäht. Ca. 75% sind Wildnis. Aber dort wächst Blühendes in Blau, Gelb und Lila.
Dort fliegen Insekten aller Art, also endlich auch wieder Hummeln. Falter sind noch dünn gesät, aber ein Anfang ist da. Tja, und meine schönste Distel misst mittlerweile knapp 180 cm (Höhe, nicht Breite). Zu allem Glück war heute ein Spatz zu Besuch. Der erste seit 14 Monaten.
In meinem Garten sieht es aus wie – um eine Metapher zu benutzen – wie bei Luis Trenker im Rucksack. Unter der Last seiner Blüten ist auch noch ein Rosenstrauch zusammengebrochen.
Um der Frage zuvor zu kommen: Nein. Eine Rotte Wildschweine wurde hier noch nicht gesichtet. Wenn es sie im Alten Land je gab, so haben die Obstbauern den Bestand längst weggefressen.
Ich lebe hier seit 37 Jahren. In dieser Zeitspanne sind verschwunden:
Rehe und Bussarde, Eulen und Käuze, Hermelin und Igel, Mäuse, diverse Vogelarten, diverse Schmetterlingsarten, Wildbienen und Wespen, und allerlei Insekten, Libellen, Fledermäuse und unser Hund.
Geblieben sind Ratten, Kröten, der Bisam und die Braune Wegeameise.
So sieht’s aus.

Man möge mir verzeihen,

aber ich kann nicht anders.
Ich muss einfach mal etwas
über meine Bloggerei schreiben.
Möglich, dass ich wenige Leser habe,
weil ich mich einer mentalen
Konfusion hingebe.
Und das ist nicht jedermanns Sache.
Aber meine schon!
 
Ich blogge, weil

a.  ich viel Zeit habe,

b.  etwas gegen Verblödung tun muss und

c.   weils mir Spass bringt.

d.   weil ich ständig zwischen geistiger Diarrhoe
    und Obstipation wechsle.
 
Meine Methode?
Bildhaft dargestellt:
Ich gehe am Strand spazieren.
Finde ein Stück Fischernetz.
Rieche dran.
Denke, das Teil riecht so, dass man
damit einen Pott Fischsuppe kochen
könnte. Und das mach‘ ich dann.
 
Klar! Dem Gastronomen bleiben
die Gäste weg. Recht haben sie.
Ich bin selbst auf der Flucht
vor dieser Küche.

Trockenheit

Ein Brunnen ist nun trocken.

Die Eimer bleiben leer ?

Niemals. Rundum findet man tausend Brunnen, die sprudeln.

Das ist gut so. 🤣

Mahnung an meine Adresse

„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können! Das will mir schier das Herz verbrennen!“

 Goethe, Faust I,

Zwar schmerzt die Erkenntnis, dennoch ist es notwendig, dass mir irgendwer gelegentlich die Möbel gerade rückt.

Über:

Über meine Person habe ich bisher wenige
direkte Infos geliefert. Das soll auch so bleiben.
Wem die Neugierde keine Ruhe lässt,der kann
„About me:“ ein wenig mehr erfahren.
Aber nicht umsonst.
Also arbeite, und siehe:
 
Mein Alter ego ist Richter Adam
aus dem „Zerbrochenen Krug“, ein Lustspiel
von Heinrich von Kleist.
 
Er und ich – ein richtig dickes Ei!

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Ich halte es mit dem Cherubinischen Wandersmann (geistreiche Sinn- und Schlussreime):
 
Ich bin, ich weiss nicht wer.
Ich komme, ich weiss nicht woher.
Ich gehe, ich weiss nicht wohin.
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!

 
Ja, ich liebe diesen Spruch von
Angelus Silesius, zu deutsch Schlesischer Bote,
lebte von 1624 bis 1677 in Breslau,
war geistlicher Dichter
und hiess eigentlich Johannes Scheffler.

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Ich habe Bert Brechts Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Planens gelesen und durchaus verstanden. Ich stimme mit ihm sogar zu 100% überein. Dennoch: Ich werde noch 15 Jahre leben, das letzte Ende im Rollstuhl, versorgt in einem Pflegeheim, und mit 94 gebe ich meinen Führerschein zurück, zünde mein dann 24 Jahre altes Auto an und verfüge mich an einen Ort, wo mich das Internet nicht mehr erreichen kann und mein Essbesteck überflüssiger Zierat wäre.

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