Begegnung mit einem Vogel

Ich hörte soeben ins Net-Radio und hielt mich bei einer hübschen Melodie auf; es waren die „Conversations with Angels“ von Ariell. In Sekundenschnelle hatte sich ein Gast eingefunden, sass plötzlich in meinem geöffneten Fenster, auf der Fensterbank,  just auf einem Roman von Frank McCourt mit dem Titel „Die Asche meiner Mutter“.

Merkwürdig, denke ich, und wage nicht, mich  zu rühren.

Die Musik wechselte zu Secret garden mit der „Hymn to Hope“, und der Spatz sass noch immer vor meiner Nase und blickte mich unverwandt an. Ich vermutete, dass es Vögel geben mag, die nicht korrekt ticken.

Die Hymn to Hope jedenfalls trifft Dich auf die gleiche Weise wie das Ave Maria von Bach/Gounod, wenn Du in der passenden Stimmung bist. Sie ist einfach schön. Vielleicht eine Spur zu pathetisch. Vielleicht ein wenig schnulzig. Aber sie trifft die Seele – mittschiffs, wenn man unvorbereitet ist.

Wieder wechselte die Musik, nun zum „Divertimento“  von Secret garden. Das geht etwas flotter, ein wenig lauter. Der Spatz wandte sich ab und flog davon.

Ich habe mir mein Buch genau angesehen. Dort waren zwei winzige Wassertröpfchen zu sehen.

Sachen gibt´s, nicht wahr?

Irgendwie vogelig

Der Kaffee ist getrunken, die Kekse sind gegessen. Ich gucke mal wieder in den Garten. Mein Büro liegt nämlich parterre auf der Gartenseite, mein Fenster misst 1100×1100 mm, und mein Schreibtisch steht unmittelbar unter dem Fenster. Toll, nicht wahr?
Leider haben Regen und Sturm die Vögel vertrieben. Bei besserem Wetter streiten sich zur Zeit einige Meisen um einen Nistkasten, der im Apfelbaum befestigt ist. Besonders auffällig gebärdet sich ein Meisenpärchen. Er balzt und lockt, und dient seiner Flamme den Nistkasten an wie Sauerbier, und sie scheint überhaupt nicht interessiert. Der Typ hat aber auch kein leichtes Leben. Jedes Frühjahr dasselbe Theater, da kann er noch so viele Weiber ausprobieren – es ist immer ein Krampf.

Bemerkenswert: Man muss den Vögeln nicht zwischen die Beine gucken, um herauszufinden, welcher das Weib ist. Es braucht nur 3 Minuten Aufmerksamkeit, und schon ist alles offensichtlich. Er bemüht, sie zickig. Da hat der liebe Gott beim Kartengeben geschummelt …. aber mit dem habe ich ohnehin eine Hühnchen zu rupfen. Gut aufgepasst. Ich habe nicht Hähnchen gesagt ….. ja, genau: Hühnchen!
Genauer gesagt, weil nachgerechnet: 7,39 Puten. Der Alte hat das Riesenglück, in meiner Weltsicht nicht zu existieren. Statt imaginär Luftrupfen zu veranstalten sollte ich mir die zickige Meisin vornehmen; aber die besteht ja aus fast nichts, und kann auch noch fliegen! Und ich bestehe aus viel zu viel und kann statt zu fliegen nur fallen.

Ich rufe klagend in die Welt hinein: „Das ist nicht gerecht! Das ist Pfusch! Das ist diskriminierend!“

Und eine leise Stimme antwortet: „Hätte ich Dir Flügel gegeben, dann müsstest Du als Engel nur mir dienen! Und nun freue Dich und sei friedlich!“

Katzenjammer – 2 –

Wie schon berichtet, lungern hier 2 Katzenviecher herum, die Titi und die Cilla. Diese Namen haben sie mitgebracht.

Für mich, den reservierten Beobachter der Szene bietet sich an, etwas über Katzenleben zu erfahren. Meine Neugierde resultiert aus der Erfahrung, dass wir Menschen über Tiere allzu wenig wissen und immer wieder ins Staunen geraten, wenn ein Tier intelligent oder sozial handelt.

Meine beiden Katzen haben ein einziges, gemeinsames Interesse: Wenn es in der Bude abkühlt, weil die Heizung in Nachtabsenkung fährt, gehen beide zu meiner Tochter ins Bett und suchen sich dort einen warmen Platz, möglichst mit Körperkontakt. Man sagt, Katzen seien Nachttiere. Unsere nicht. Freigänger? Ach nein, draussen ist es nass und kalt! Das wars schon mit den Gemeinsamkeiten.

Titi ist leicht übergewichtig. Cilla ist zierlich und relativ dünn.
Titi ist eine Couchpotato. Cilla ist sportlich und sehr neugierig.
Titi ist gelassen. Bloss nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Cilla liebt das Herumtoben und ist unkonzentriert.
Titi hat die Katzenklappe sofort begriffen und nutzt sie.
Cilla kapiert garnichts.
Titi schleicht sich an, springt einem Menschen auf den Latz, und legt sich dort schlafen.
Cilla mag nicht, angefasst zu werden.
Wenn Titi furzt, steht ein Aroma im Raum wie das von 17 kanadischen Holzfällern nach ausgiebiger Bohnenmahlzeit aus Dosen.
Cilla furzt nicht.

Das sind die wesentlichen Unterschiede bei den Viechern.

Zu allem kommt dann noch die Katzensprache. Die ist sowas von fremd! Und wenn Du nichts verstehst und etwas tust, was der Katze nicht passt, fährt sie die Krallen aus und langt Dir eine. Nun kommt der Ratgeber ins Spiel. Dort steht gedruckt, dass Du zum Arzt sollst, wenn Blut fliesst. Aber ich kann doch nicht jeden Tag zum Doc rennen, der dann die mikroskopisch kleine „Wunde“ chirurgisch behandelt und mir nach dem 7. Besuch sagt, ich soll das Viech endlich ersäufen! Als wäre da nicht meine Tochter! Die kann Krav maga!

Katzenjammer – 1 –

Rind und Schwein –
das muss sein!

Diese Poesie könnte aus dem Fachblatt für das Fleischerhandwerk stammen, aber nein, ich dieses Gedicht selbst verfasst, und zwar aus triftigen Grund. Heute geht es mir nämlich um Katzen. Ja, ich weiss. Die Logik dieser Aussage erschliesst sich nicht sofort, und man muss denken wie der Autor: Von hinten durch die Brust ins Auge.

Nein, meine zwei Katzen haben mir weder ein Steak noch ein Kotelett weggefressen. So etwas erledige ich selbst. Und nein, ich habe mit Katzen nicht viel im Sinn – aber die Viecher sind nun mal da. Meine zwei Katzen sind Eigentum meiner Tochter. Ich habe sie nicht gekauft, aber bezahlt. Und ich habe sie zu dulden. Da trifft es sich gut, dass ich wahrlich ein Tierfreund bin. Es gibt nur eine Sorte Tier, die ich erbarmungslos töte. Das ist die Stubenfliege, die unentwegt mein Gesicht attackiert. Das macht mich so figeliensch, dass ich zur Klatsche greife. (Sommers trage ich eine gelbe am Gürtel)

Ich habe doch schon herausgestelllt, dass ich ein Tierfreund bin? Ok. Da lümmeln jetzt zwei Getigerte im Haus herum. Meine Tochter liebt sie, und sie lieben meine Tochter. Ich allerdings denke, die drei haben einen Dachschaden. Und ich stelle gelassen fest, dassmich keiner liebt.Wenigstens werde ich in meinem eigenen Haus noch geduldet. Und als Freund flacher Hierarcien ignoriere ich die neue Rangfolge Titi > Cilla > Tochter > ich. Wo ich bin, ist ganz unten. Nun muss ich der Wahrheit die Ehre geben. Ganz unten ist immer noch ziemlich weit oben, aber eben nicht ganz! Es fällt mir schwer, aber ich muss gestehe: Es geht mir immer noch gut, ich bin zufrieden, solange die Katzen nicht auf mir herumturnen, und ich brauche keine Hilfe von ausserhalb, etwa Polizei und Nationalgarde. Die sollen mal schön dem Trump vom Topf runterhelfen und ihn sicher verwahren. Der weiss nur nicht, wie gut er es bei den Psychos hätte. Ich dagegen schaufele Katzenscheisse. Lustig geht anders.

Lock down wg. Pandemie

Es ist nicht zu begreifen. Dennoch kommen jetzt unerwartet Klagen aus einer Ecke, die kein Mensch auf dem Zettel hatte: Es sind Klagen der Tiergärten, die man auch Zoos nennt.
Die Lockdown-Anordnung beeinträchtigt das Leben der im Zoo eingesperrten Tiere!

Und – verflucht nochmal – die Tierwärter klagen zu Recht! Die Viecher langweilen sich zu Tode, weil ihnen das Publikum fehlt!

Gut, es wird sich wohl kaum ein Grottenolm nach einer Schulklasse 7-jähriger sehnen. Aber es sind die Primaten, tropische Grosstiere wie Elefanten, die Raubtiere, es ist alles Viehzeug, das auf natürliche Weise mit schneller und genauer Wahrnehmung der Umgebung ausgestattet ist, jenes Getier, das den Besucherbereich in sein visuelles Revier eingeordnet hat. Man hat ihnen mit dem Lockdown ein wichtiges Stück Lebensbereich weggenommen.

Die Tierpfleger sehen sich nun gezwunden, in Sonderschichten für die notwendige Abwechslung zu sorgen, damit ihre Pfleglinge nicht an Hospitalismus leiden.

(Als psychischer Hospitalismus werden psychische Störungsbilder bezeichnet, die im Rahmen von mangelnder Zuwendung, Kommunikation und Mitgestaltung im Rahmen eines längeren stationären Aufenthaltes in Kliniken auftreten. Vernachlässigte Tiere können diese Krankheit entwickeln. Siehe Bären im Käfig, die stundenlang den Schädel hin und her bewegen.)

Sachen gibt’s !

Alles für die Katzen

In der Tat schaffen es die beiden Pflegekatzen, die spanischen Senoritas Cilla und Titi, unserem Haushalöt einen unübersehbaren Stempel aufzudrücken. Knapp gesagt: Überall steht Katzen-Gerümpel herum!
Es sieht aus wie beim Sperrmüll. Aber angeblich wird alles benötigt. Und dies bestreite ich vehement. Was wir garantiert nicht benötigen, ist der Gestank von Katzenklo’s und von Katzenfürzen.

Meine bescheidenen 9 qm Büro kann ich trotz meines Alters noch immer gegen Invasionen verteidigen. Ich schaffe es, ein Katzenbett auf den Flur zu feuern, wenn man mir so ein Fusselding unterschiebt. Was ich aber nicht feuern kann, ist der Gestank. „Ja, dann mach doch die Tür zu und lüfte!“, und dann hocke ich im Wintermantel an meinem Schreibtisch, die Nase direkt über einem Riech-Fläschchen, und in diesem Zustand soll ich dann mein Hühnerfrikassée essen! Menthol, Furz und Frikassée – dafür verlange ich 4 Kochlöffel im Gourmet-Führer!

Ist das noch ein Leben in Freiheit, oder eher ein Leben wie in einer Knastzelle? Ich sage Dir, die Knastzelle ist noch die angenehme Variante. Das Katzendesaster wird in Freiheit nämlich angereichert mit Rechnungen von zooPlus für komplizierte Futterversuche und das ganze Equipment, ohne das eine Katze nicht überleben kann. Und so rollen die Rubelchen, sie rollen, und rollen …. in fremde Taschen. So sieht’s aus, und es schmerzt.

Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass unser heutiger Zustand einen Hintergrund hat, der sich „Tierhilfe XXX“ nennt. Warnung! Dort sitzen Leute, die Katzen vermitteln. Und diese Menschen fordern direkt, dass Du Deine Wohnung so herrichtest, dass die hingerichtet aussieht. Anders: Du hast alles zu tun, damit die spanische Katze ein optimales Zuhause vorfindet. Nach meinem Optimum wird erst garnicht gefragt.

Nochmal: Warnung! Es gibt Tierfreunde, deren Idealismus zu Ideologie mutiert ist. Mit ihnen ist nicht gut Kirschen essen!

Ich schaue aus dem Fenster und beobachte Vögel, die sich in unserem Garten satt fressen und umherfliegen. Und ich denke: Verdammt, haben die es gut! Freiheit, Frischluft, Fressen – alles frustfrei!

Über Massenmörder

Man sagt, Katzen seien Massenmörder. Auch wenn sie vollgefressen sind, töten sie, allerdings nur zum Vergnügen, zur Befriedigung ihres Jagdtriebs.

Ein Dementi fällt mir schwer. Diese Viecher sind nun mal echte Raubtiere, die man frei laufen lässt.

Man stelle sich vor, es gäbe ein Biotop ohne solche Räuber. Alles Kleingetier ist sicher. Nun setzt man dort eine Katzenbande aus. Die Kleintiere sind völlig arglos, haben keinen Alarm gegen das Risiko bei der Begegnung mit einer Katze. Die Fellnase hat hier leichtes Spiel. Sie tötet, was ihr vor die Pfoten läuft. Ausserdem kriegt sie Kinder. Kommen 5, sind sie zu sechst unterwegs.
So säubern die Katzen das Biotop. Ratten, Mäuse, Eichhörnchen, Eidechsen, alles Getier dieser Kategorie Katzenfutter stirbt aus.

Man sagt auch, in Deutschland lebten 14,8 Millionen Katzen. Die sozial verträglichen Hunde bringen es nur auf 7 Millionen. Die Katzengegner geben vor zu wissen, dass allein in der BRD jährlich 200 Millionen Vögel von Katzen getötet werden. Statistisch gesehen tötet jede Katze also jährlich 13 Vögel.

Natürlich wird die Zahl der Gekillten angezweifelt. Viele der Katzen sind Stubentiger. Na gut, sagen die Gegner, dann tötet jede freilebende Katze halt 26! Nun werden die meisten Katzen von Menschen gefüttert. Also bleiben nur die Lustmorde übrig ….. schon recht, die Lustmörder killen dann eben 130 Vögel pro Jahr.

Dann komme ich ins Spiel, ein Vogelmörder in Menschengestalt. Ich esse gelegentlich Huhn, Pute, Fasan, Strauss, Gans und Ente – jedoch nie Singvögel. Das sind die Italiener! Die fressen Rotkehlchen und Sperlinge, aber nie Wellensittich. Seltsame Gesellen!

Jetzt sind die Katzengegner verwirrt. Wieviele Vögel hast Du …. ich sage: Ich bin 81 Jahre alt und habe meine erste Amsel mit 7 gegessen! Seitdem, so schätze ich, sind für mich so an die 300 Vögel gestorben! Und die zwei Vogelleichen aus meinen Gärten nehme ich auch noch auf mein Sündenkonto, weil ich Nachbars Katze gern hatte.

Nun meldet sich einer vom NABU zu Wort: Das mit den 200 Millionen Toten darf man anzweifeln. Man schätzt die Anzahl der Vögel in Deutschland auf 400 Millionen. Wie müsste die Vermehrungsrate in der Vogelwelt sein, damit die Katzen jedes Jahr die Hälfte wegfressen können? Naja, 200 Millionen Jungvögel werden gebraucht! Neee, sage ich. 400 Millionen. Die Hälfte davon kann keine Eier legen, da männlichen Geschlechts!

Nun wird es mir zu dumm. Ich beende diese tatsächlich strittige Frage nach Vogeltod by Katze mit der Vermutung, dass keiner etwas Verlässliches weiss.
Was ich mit Gewissheit sagen kann: Wenn eine Katze einen Vogel erwischt, spielt sich ein Drama ab. Das Sauviech im Pelz spielt mit den Gefiedertem, bis der nicht mehr kann. Erst dann kommt der tödliche Biss. Wenn ich könnte, würde ich allen Hauskatzen die Zähne ziehen. Für Nassfutter brauchen sie die nicht. Und die wild Lebenden wären auf irgendeine Weise zu kastrieren. Dann wäre irgendwann die Katzenwelt zivilisiert, und unsere Katzen würden wie ich auch Hühnchen, Hähnchen und anderes Mastvieh fressen. Mit den zum Verzehr bestimmten Vögeln sollte es keine moralischen Probleme geben ….. obwohl …… wer hat schon mal ein Federvieh geschlachtet? Stell Dir vor, Du hast Dir eine Henne mit links gekrallt, in der Rechten hältst Du ein Hackebeil, und vor Dir steht ein Holzklotz. Der Vogel guckt Dich angstvoll an, und Du sollst ihm nun den Kopf abschlagen. In diesem Moment lernst Du etwas über Dich.

Ich kenne ein ukrainisches Ehepaar, das in ihrer Datscha ein Schwein gross gefüttert und geschlachtet hat. Die Sau hiess Mutka. Der Mann durfte das Schwein allein essen. Seine Frau kriegte davon keinen Bissen runter.

Katzen haben Persönlichkeit

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Wie bereits erzählt, geistern seit 2 Wochen zwei Pflegekatzen durch unser Haus.
Leider sind beide nicht ganz gesund, und so stehen sie unter besonderer Beobachtung. Dies hat natürlich zur Folge, dass man diese Biester gut kennenlernt.

Es zeigt sich, dass auch Katzen richtige Persönlichkeiten sind. Ich bin tatsächlich überrascht.

Da ist Cilla, klein, zierlich, und temperamentvoll. Cilla ist verrückt nach Spielen und findet kein Ende.

Anders Titi. Sie ist kompakter gebaut, also deutlich größer. Sie probiert eine Spielerei, findet sie nicht so prickelnd, und unterbindet die menschlichen Bemühungen z. B. indem sie eine Pfote auf das Spielzeug legt, und nicht mehr runternimmt. So sagt sie „Basta!“

Cilla im Katzenklo? Das Streu fliegt beim Vergraben der Hinterlassenschaft in alle Richtungen, und hinterher sieht es aus wie nach einem Flugzeugabsturz.

Anders Titi. Sie vergräbt mit Sorgfalt und hinterlässt die Kloschüssel in einem Zustand, dass man sie beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ anmelden könnte.

Cilla scheint das Draussen nicht zu vermissen.

Titi leidet sichtbar. Sie hängt ständig an einem Fenster oder sucht ein Loch nach draussen.

Cilla versucht zu dominieren; Titi ist gelassen. Wenns ihr zu bunt wird, kriegt die Kleine auch mal einen leichten Schlag ohne Krallen an den Kopf, und schon herrscht Ruhe im Revier.

Aber beide Katzen haben mit Männern nichts am Hut. Sie gehen mir konsequent aus dem Weg und beobachten mich. Mir scheint, sie halten mich für einen Tierschützer, der Katzen fängt und verschleppt. Für mich ist das völlig in Ordnung, solange ich in meinem Haus weiterhin wohnen darf.

Alles für die Katz

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Eines der beiden Katzenviecher, die hier zur Pflege untergekommen sind, heisst tatsächlich „Priscilla“. Das ist die Koseform von fem. Prisca, masc. Priscus, und bedeutet die „Altehrwürdige“.

Was geht einem erwachsenen Menschen durch das verkümmerte Hirn, wenn er eine junge Katze an irgendeinem spanischen Strand aufgreift und sie „altehrwürdig“ tauft?
Nächstes mal schnappt er sich einen Kater und nennt ihn Hieronymus, oder Klaus-Wilhelm!
Tiernamen sollten einsilbig sein, wie Fips, Katz, Pups oder Fritz. Zweisilbig geht noch, siehe Titi, unsere zweite Katze.

Ja, ich weiss. Es ist pillepalle. Interessanter war ein Telefonat, das gestern ankündigte, für beide Katzen gäbe es nun Interessenten. Die Viecher sind auf dem besten Weg, sich hier einzugewöhnen, und nach nur anderthalb Wochen steht die Weitergabe im Raum. Der Tierschutz meint, wir sollten die kranke Cilla noch gesund pflegen, dann könne man sie an neue Eigentümer abgeben. Oder man macht vom Vorkaufsrecht Gebrauch und kauft die Tiere für 370 oiro. Mein Geldaufwand liegt bis heute bei rund einem halben Tausender.

Wenn wir nun die beiden Katzen wieder weggeben, haben wir einen voll durchorganisierten Katzenhaushalt, dem nur eines fehlt: Die Katze.

Nun könnten wir erneut investieren, um der Einsamkeit zu entkommen, und einen Maine Coon Kater anschaffen. So ein Brocken von rund 9 kg Lebendgewicht neben Priscille, die eben mal 2.500 g auf die Waage bringt – ein interessantes Experiment. Der Coon würde die kleine Cilla wohl zum Frühstück vernaschen – mit Haut und Haaren. Fleisch ist ja nicht dran, an dem kleinen Klappergestell, das euphemistisch „Skelett“ genannt wird. Ok, man sagt, so etwas tragen die Boodle people der Yale-University in New Haven/Connecticut am Knopfloch, diese Skull and Bones-Bagage. Dies ist natürlich nur ein Gerücht, und wenn etwas dran ist, dann geht es nur um den kleinen Katzenschädel. Wer genug davon besitzt, kann seinen Weihnachtsbaum damit …. das ist nun sehr garstig. Wie die Skull and Bones-Verbindung. (boodle = Zaster, Schmiergeld !)

Wie auch immer – losgelöst von Yale ist in unserem Haus eine Entscheidung fällig. Die dazu erforderliche Kompetenz liegt einzig bei meiner Tochter. Sie hat das Katzenprojekt gestartet und muss es nun zu einem ordentlichen Ende bringen.

Immerhin besteht die Möglichkeit, den neuen Eigentümern beider Tiere die Ausrüstung anzudrehen und die Tierarzt-Kosten dem Tierschutzverein anzulasten. Dann hält sich der Verlust in Grenzen, wie 1 x mit Familie gut essen beim Italiener. Ich müsste dann auch nicht nächtens in mein Kopfkissen weinen. Aber erzähl das mal meinem Hausdrachen. Der lässt mich – Papa hin, Papa her – verhungern und verdursten. Was bleibt mir also übrig, als Schutzgeld zu zahlen?

Priscilla furzt

Priscilla ist eine Koseform des Vornamens Prisca, der bedeutet „Die Altehrwürdige“.
Priscilla heisst eine der Katzen, die wir in Pflege genommen haben. Sie kommt aus Spanien und ist krank; irgendetwas stimmt mit dem Gedärm nicht. Momentan ist sie damit beschäftigt, ihre Duftmarke in eine Tierarztpraxis zu applizieren.

Dann mach doch jetzt alle Fenster auf und lüfte einmal durch! Yeap, so schlau bin ich auch. Aber dann ist Titi weg, die zweite Pflegekatze.

Jaaa, dann müssen beide Katzen in einen Raum eingesperrt werden, ud man kann dann 4 weitere Räume lüften! Gut gedacht, aber mit spanischen Strassenkatzen geht das halt nicht. Wäre ich ein 18 Jahre alter Sprinter und Weitsprung-Meister, dann ginge das. Aber so …..

Priscilla furzt, und dies meisterlich. Man hört nichts, aber sie füllt einen 40 qm grossen Raum mit einem Odeur, das einem Rhinozeros Ehre machen würde. Es stinkt wie ihr Katzenfutter Mjamjam, wenn dies 6 Wochen in der Frühlingssonne seiner Vollendung entgegengereift ist. Zum Unsagbaren, den Katzenklo’s sage ich lieber nichts.

Aber ich sage: Wir lernen dazu. Zum Beispiel erfahren wir nun, dass die angesagte Klimakatastrophe viele Formen annehmen kann.
Und die Redewendung vom „Griff ins Klo“ ist für uns eine nahezu realistische Praxis geworden.
Ich verstehe nun manches ein wenig besser!

Alles für die Katz

Gestern nachmittag sind die beiden Katzenviecher, die wir in Pflege nehmen, hier angekommen. Beide haben das mediterrane Format; ich nenne es euphemistisch „zierlich“. Die Biester wiegen fast nichts, bestehen aus Gerippe mit Fell drüber. So gesehen passen sie nicht in diesen unseren Haushalt, wo man eher barocke Formate pflegt. Fett füttern ist aber auch nicht angesagt. Die dünnen Beine würden das Format eines deutschen Katers nicht tragen wollen.

Beide Tiere sind spanische Streuner. Ausser Strasse und Tierheim kennen sie nichts. Und nun müssen sie sich mit der Problematik eines deutschen Haushalts auseinandersetzen.
Mit dem lärmenden Staubsauger auf Du und Du – das wird einfach erwartet! Klar, dass die Viecher gestresst sind.

Gestern am Nachmittag kamen die beiden, jede in einer ordentlichen Transportbox eingeknastet. Die Türen wurden geöffnet, und beide Katzen verschwanden wie ein Blitz unter der Couch.

Man hatte angewiesen, die Katzen 4 bis 6 Wochen nicht ins Freie zu lassen, da sie sonst nicht wieder nach Hause finden. Sie sollen erst mal kapieren, wo sie nun hingehören.

Nun, nach 3 Stunden kamen beide Katzen ans Tageslicht, und es trennten sich ihre Wege. Cilla begann, sich mit den Menschen zu befassen. Darunter versteht sie, Schmuse-Einheiten zu fordern. Zwischendurch kackte sie auf ein Handtuch – Stress und/oder Futterwechsel bescherte ihr Durchfall. In der Nacht lümmelte sie auf einem Bett – das ist nun auch in der Wäsche. Das Vieh kleckert und pupst. Aber sie schmust gerne, und hat die Angst vor uns Menschen ad acta gelegt.

Anders Titi. Dieses Saumensch war plötzlich verschwunden, und das für 16 Stunden. Man sorgt sich dann, denn man ist nicht Eigentümer. Wir haben dann die ganze Bude abgesucht und sie nicht gefunden. Erst heute früh tauchte sie wieder auf, frass ein wenig, und fing an zu schreien. Offenbar will sie ins Freie. Alle Mitbewohner werden ignoriert. Nun wird sie animiert: Meine Tochter, eine erwachsene Frau, die beim Kampfsport gelernt hat, wie man einem Menschen das Genick brechen kann, läuft durch das Haus und macht „Nom nom nom nom nom!“ Wie Trump. Nur macht der „Win win win win win!“ Um in dieser Neusprach mithalten zu können, trainiere ich auf meine alten Tage vor dem grössten Spiegel nun mit Hapi. Es kommt immer Papi dabei zustande. Peinlich.

Zu sammengefasst: Titi mag uns nicht. Noch nicht. Cilla schon, aber sie schafft es nicht immer ins Katzenklo. Und so liegt ein dezenter Geruch nach Katzenscheisse in der Luft – hmmmm – man gewöhnt sich an alles. Wir müssen! Öffnen wir ein Fenster zum Lüften, so haben wir zwei spanische Katzen weniger und 60 Pfund Katzenfutter zu viel.
Und wer kriegt das Zeug dann serviert? Richtig ….. genau der. Nassfutter in die Sosse Bolognese, Trockenfutter in die Frühstücksflocken von ….. na, von wem? Von Seitenbacher natürlich!

Man kriegt die Katzen auch nicht vom Fleck. Sie gehorchen nicht. Aber sie müssen aus dem Zimmer, das man lüften will.
Man schnauzt sie an mit „Raus hier!“, und sie kommen an und wickeln sich um Deinen Hals – extremer Liebes- und Vertrauensbeweis. Wenn Du nun einen Jutesack über den Kopf ziehst, der bis zum Hintern reicht, und unten zuhältst, kannst Du mit Katz das Zimmer verlassen, und eine andere Person schliesst die Tür. Dann geht Lüften. Anschliessend gehst Du zum Arzt und lässt Dein zerkratztes Gesicht reparieren.
Ok, ich wollte nur andeuten, dass wie immer der Teufel im Detail steckt. Selbst im Lüften bei Katzen-Düften.

Natürlich hat auch das ein Ende, wenn die beiden in ca. 6 Wochen raus in den Garten dürfen. Bis dahin gilt, was Helge Schneider so gerne singt: Katzenklo, Katzenklo, Katzenklo macht Katzen froh!

Das ist ein Start der Kategorie „Volle Pulle“ in ein Leben mit Pflegekatzen.

Katzenplage

Im Text „Felidae Super“ hatte ich darüber berichtet, dass uns eine Katze heimsucht, unser Haus praktisch annektiert hat. Sie ist mittlerweile so sehr assimiliert, dass sie sich zur Nachtruhe in unseren Betten breit macht. Präziser gesagt: Im Bett meiner Tochter.

Na gut, denke ich. Ich dulde das Viech, bin katzenfreundlich, und lange nur hin, wenn sie richtig kratzt und beisst. Und ich bezahle ihr Futter. Das ist für das Viech eine Selbstverständlichkeit. Aber soweit ist alles ok.

Nun gibt es einen Kater, den wir Donald nennen. Er ist orangefarben, und möchte auch gerne als Gast in unserer Hütte geduldet werden. Er nutzt jede Öffnung, um ins Haus zu kommen. Und wir werfen ihn wieder raus, was er wohl lustig findet. Schliesslich aht er unsere Hütte bereits als sein Terrain markiert. Was das Viech ziemlich ärgert. Donald und das Viech – das wird nichts.

Nun ist da noch der Dicke. Grau getigert mit weissen Füssen, und gut genährt. Der Dicke arbeitet auch daran, in unser Haus zu kommen. Er ist aber nicht so ungehemmt wie Donald. Aber seine Duftmarken reichen aus, um das Viech gänzlich auf die Palme zu bringen. Und so haben wir Tage, wo der einzige offizielle Gast, also das Viech, übel gelaunt ist. Sie schiebt dann eine 12-Stunden-Wache, und wenn man sie anfasst, haut sie zu. Es geht hier zu wie in Israel beim Zoff mit den Palestinenzern vom Gaza-Streifen.

Damit nicht genug. Nun hat meine Tochter entschieden, zwei spanische Katzen in Pflege zu nehmen. So investieren wir in allerlei Zeugs wie Katzenklappe, Katzenklo, Katzenbaum und anderes. Dies alles könnte dazu führen, dass sich 5 Katzen in die Wolle kriegen, ein Krieg ausbricht, die Diplomatie wie üblich versagt und die teure Couch von Rolf Benz zerfetzt den Weg alles Irdischen gehen muss, hier Sperrmüll genannt.

Nebenbei bemerkt: 5 Katzen fressen auch mehr als eine, das Viech. Ich sehe, was ich investiert habe, aber ich sehe nicht, was ich dafür bekomme. 5 schlecht gelaunte Katzen sind mir zu wenig. Der ROI, also die Kapitalrendite wird negativ sein, so rot, wie es röter nicht mehr geht.

Wenn ich also nicht mehr „blogge“, dann genau deswegen. Ich sitze dann im Gartenhaus, friere wie ein Affe im Winter, und habe dort kein WLAN. Aber ich werde dann meinen Weinvorrat mitgenommen haben, und mir die Welt schön saufen. Die Krawall-Katzen sind dann nicht mehr mein Problem. Meine Tür bleibt zu!

Im Yosemite National Park (gereimter Unsinn)

Manch Park-Besucher ist recht dumm,
befolgt nicht guten Rat
der Schilder, denn die bleiben stumm.
Manchmal folgt dann die böse Tat.

Und so geschah es auch vor Tagen.
Da waren welche extraklug.
Schwarzbären – ist nur Hörensagen!
Für alle gibt es Raum genug!

So packten sie fürs Picknick aus
und lagerten leger im Gras.
Der Bär, ein Schwarzer spielte Maus
und nahm schon mal das rechte Mass.

Dann hob er plötzlich ab, und stand,
wo er die Leckereien sah.
Die Menschen rannten durch den Sand
ein wenig abseits, doch recht nah.

So konnten sie den Bären sehn,
wie er den Apfelkuchen frass.
Das Viech würde noch weiter gehn,
in Dosen gab es kühles Nass.

Der Bär griff sich die erste Dose
biss drauf und hatte richtig Spass.
Er setzte sich in grosse Pose
und machte sich mit Bierschaum nass.

Dann stutze er und schmeckte,
und war durchaus ganz angetan,
da ihm das Bierchen wirklich schmeckte.
So fing die Sauferei erst an.

Beissen, schlucken, Dose spucken –
rasch wurde das Routine.
Die Menschen würden ihn nicht jucken.
Er soff Starkbier wie eine Maschine.

Nach Dose 11 fiel er dann um.
Lag da wie’n Bärenfell.
Betrunken sind auch Bären dumm.
Ein haariges Gestell!

Die Menschen kamen nun heran.
Man griff nach einer Tatze.
Er rührte sich tatsächlich nicht.
Nun läuft er rum mit Glatze.

Mein ist die Rache, meint ein Mann
und griff zum Werkzeug seiner Zunft.
Und wie er Haare schneiden kann!
Der Bär lernt heut‘ für die Zukunft.

Kein Fell macht einen kühlen Kopf.
Die kalten Nächte zeigen:
So schön er ist, der haarige Schopf,
Das Hirn darunter wird vergeigen.

Drum lauert unser schwarzer Bär
gespannt im Yosemite-Revier.
Die bange Frage lastet schwer:
Wann kommen sie mit Dosenbier?

Wir haben es geschafft!

Vornweg schwimmt heut Herr Kabeljau,
dahinter seine Jungen.
Zum Schlusse paddelt seine Frau.
So ist man vorgedrungen

gen Hamburg, heute meerestief
im Atlantik versunken.
Weils mit dem Klima übel lief.
Auch Bremen ist ertrunken.

Den Kabeljaus ist dies ja schnurz.
Auf angenehme Weise
entschliesst man sich und geht mal kurz
auf Abenteuerreise.

Ein Haus in Harburg ist das Ziel,
das andre schon besucht,
denn was den Nachbarn dort gefiel,
ist auch für uns ´ne Wucht.

So schwimmt Familie Kabeljau
die Schippseestrasse gradeaus,
Am Wall, da muss es sein! Genau!
Hier steht besagtes altes Haus.

Fenster und Türen sind noch ganz.
Nur oben fehlt´ne grosse.
Der Vater wedelt mit dem Schwanz
zeigt mit der Vorderflosse:

Da gehn wir rein, das muss es sein.
Der Nachbar hatte recht!
Das Loch im Fenster ist recht klein.
Fassadenschwimmen ist nicht schlecht.

Die Kinder staunen, wundern sich.
Das alles ist sehr neu.
Und nun hinein! Wie gruselich!
Auch Mutter zeigt nun Scheu.

Der Vater überlegen tut,
spielt nun den Fremdenführer.
Dabei ist ihm jetzt auch nicht gut,
Die Gallenblase spürt er.

Egal, nun sind wir schon mal hier,
und drinnen. Jetzt gehts weiter.
Wo ist der Burschi? Wir sind vier!
Der Bengel war schon weiter

vorangeschwommen, in die Küch`
versteckt hinter der Pfanne.
da steht und amüsiert er sich.
Vater verflucht die Panne

und kommt zu Worte, laut er spricht:
Ein Abstand ist geraten!
So manchen Vorfahrn hats erwischt,
wurde hier drin gebraten.

Beeindruckt ist nun der Verein,
man schwimmt ein Stück zurück.
dreht um und schwimmt ins Bad hinein,
den Fluchtweg stets im Blick,

erstarrt, denn in der Badewanne,
da sitzt ein Mensch! Gerippe zwar,
doch gegen dies war jene Pfanne
ein Heringsschiss! Das ist doch klar!

Und während man sich gruselt, murrt,
man möchte doch hinaus,
dort aus dem Klo ein Knurrhahn knurrt:
Nun macht Euch mal nix draus!

Es gibt hier keinen Grund zum Rennen.
Der Platz ist sicher wie ne Klippe.
Wer will, kann wunderbar hier pennen.
auch Du, mit Deiner ganzen Sippe!

Ihr nehmt die Stube, ich das Bad,
ich denke, so wird es heiter!
Und haben wir uns einmal satt,
dann zieht Ihr einfach weiter,

ins nächste Haus, ’ne andre Stadt,
ein neues Paradies!
Wer mutig ist und Dusel hat,
der findet Besseres als dies!

Schaut einfach mal zur Elbchaussee,
nach diesen alten Villen!
Dort sass dereinst die Hautevolee
auf goldenen Klobrillen!

So kams, dass Kabeljaus dort blieben,
wo Knurrhahns wohnen, sagten: Ja!
Die Menschen hat das Meer vertrieben –
Doch neue Bürger sind längst da.

Träumerei

Ich wünschte, ich könnte fliegen,
dann würde ich mich
aus dem Schweinekoben erheben
und den ganzen Mist hinter mir lassen,
Ich würde weder den Schlachter
noch seine Wurst fürchten,
meine Gülle dem Wind überlassen,
vogelisch reden lernen,
die Flugsicherung verunsichern,
bräunen ohne zu braten,
im Fluge aus den Kronen der Apfelbäume
Früchte pflücken,
im Süden Trüffeln schnüffeln
und sie dann selber müffeln,
gegen meinen Bauern Luftattacken fliegen,
durch offene Fenster ein- und ausschweben,
mit Piloten „Alles roger!“ austauschen,
in der Schweinebucht eine Landung versuchen,
einen Tierarzt suchen, der spritzen kann,
mit Zeppelinen um die Wette fliegen,
Blütennektar trinken wie ein Kolibri,
mich in einen italienischen Keiler verlieben,
und in einem Eichenhain abferkeln,
Schweinfurt besuchen,
auf Borneo mit den Schweinsaffen
Kokosnüsse pflücken,
meine Hufe lila lackieren,
auf dem Rücken fliegend  „I´m flying“ singen,
nur noch Saumässiges fressen,
frei sein und gut riechen,
täglich die Kolumne „Neues von der Flugsau“ lesen,
mit Miss Piggy einen Film drehen und
von Robert Redford gekrault werden,
Luftkampftechnik nach Immelmann erlernen,
und segeln, segeln, segeln
auf der Thermik im Hochgebirge
zwischen Drachenfliegern und Paraglidern,
bei Ballonfahrern Obst ergattern,
nur saumässige Landungen hinlegen,
wie es sich gehört
– und einen Fliegertod sterben,
und danach nicht im Rauch abhängen müssen,
fühlen, wie meine Seele weiterfliegt –
wenn ich es mir recht überlege:
Ja, ich wünschte, ich könnte fliegen!

Bei Familie Lämmergeier

Den Schnabel wetzt Frau Lämmergeier,
hackt auf der Nachbarin herum,
dabei verliert sie Geier-Eier –
für sie läufts heute wirklich dumm!

Der Alte kreischt: Nun halt mich fest!
Die Mulde ist noch immer leer!
Jetzt scher´Dich bloss in unser Nest!
Vier Eier müssen dringend her!

Quak´ bloss nicht rum, es ist zum Lachen!,
die Geierin bleibt richtig cool.
Ich werde rasch vier neue machen,
hab ohnehin schon Kalk im Stuhl! (Uii!)

Ich weiss nicht, ob die Brut gelingt,
bin ständig angemeiert
vom Alten, der mich nicht bespringt,
nach andren Weibern geiert.

Jetzt guck Dich bloss mal richtig um!
Der fiese Alte keift und meckert,
und kommt der Geierin nun dumm:
sie hätte sich mit Schiet bekleckert,

und – das ist auch nicht gerad fein –
sie sei zu träge und zu feist!
Ein dicker Hintern wie ein Schwein,
Der Geier wird jetzt richtig dreist!

Nun wird der Geirin Blick sehr kalt.
Schau Dich nur an, Du Sack!
Der Pürzel schlaff, krumm die Gestalt,
Im Kopf nur Gift! Jetzt pack!

Sprachs, und ein rascher, harter Tritt
trifft ihn nun in die Klüten.
Sie gibt ihm noch vier Eier mit.
Mag er sie selbst bebrüten.

Die Geirin grinst, der kahle Kopf
neigt sich nun übern Rand
des Horstes. Und würgt jetzt aus dem Kropf
was sich dort drinnen fand.

Den Alten treffen Eierschalen,
D e r Schlag hat nun gesessen!
Er leidet endlich Höllenqualen –
sie hat die Brut gefressen!

Vom Nestrand ätzt es nun herab:
Hau ab zu Deinen Hennen!
Die bringen Dich vielleicht auf Trab!
Dort lernst Du Arbeit kennen!

Und haben sie Dich rangenommen
dass Dir die Flügel lahmen,
dann brauchst Du garnicht zu mir kommen,
ich habe genug von Deinen Dramen.

Ich habe meine eigne Sicht:
Ein Pflegefall bist Du.
Man füttert Dich oder auch nicht,
nur: Meine Tür bleibt für Dich zu!

Der Lämmergeier sitzt und grübelt.
Das war nicht gut gelaufen!
Die Alte hat ihm viel verübelt.
Er muss sich erst verschnaufen.

Beschliesst, nun doch nicht wegzugehn.
Die Stimmung wird auch wieder gut.
Setzt sich ins Gras, sie muss ihn sehn,
Blicke von oben machen Mut.

Nun, es hat nicht funktioniert.
Nicht in der Lämmergeier Sippe.
Wer aus der Reihe tanzt, verliert.
Im Gras sitzt nur noch – sein Gerippe.

Wohnungssuche

Ein kleiner, grüner Bücherwurm
macht sich auf eine Reise.
Ihm ists zu kalt in seinem Turm –
verfluchte Heizölpreise!

So ringelt er sich unbemerkt
entlang der Unratkübel.
Hat sich grad noch mit BILD gestärkt,
davon ist ihm jetzt übel.

Mit Müh´ kriecht er die Strasse lang
und sucht nach einer Bleibe.
Der kleine Grüne fragt sich bang,
wohin´s ihn heute treibe.

So kriecht er rasch, er treibt sich an
mit unbekanntem Ziele,
und hofft so intensiv er kann,
dass Hellsicht ihn befiele.

Der Traum von einer Bibliothek
gibt ihm viel Mut und Kraft
für einen langen Wanderweg,
noch ist fast nichts geschafft.

Gedankenlos ergreift er jetzt
ein Stück Papier vom Weg.
Er dreht es um, und ist entsetzt:
ein ALDI-Kaufbeleg!

Feindlich gesinnt die Umwelt scheint,
hier liegt ein Dosenetikett,
dort drüben nun ein Kleinkind weint,
der Autoqualm scheint dick und fett.

Nur nichts wie weg von diesem Ort!
Der Grüne hält es nicht mehr aus,
„Marlboro“ – Schachteln hier, und dort ….. !
hinein ins nächste Haus!

Die offne Tür von Nummer acht
lud ein, es zu erkunden,
ob und wie weit es Laune macht,
zu bleiben – ein paar Stunden.

So nudelt er sich denn hinein
in einen düstren Flur.
Die erste Wohnung sei nun mein,
gebärdet er sich stur.

Gesagt, getan, es ist kein Witz,
er plumpst nun aufs Parkett.
Er schaffte den Briefkastenschlitz,
riecht Schreibmaschinen-Fett!

Rasch kombiniert: Wer schreibt, der liest!
Ist dies sein neues Heim?
Beim Bücherleim-Geruch beschliesst
er, erst mal hier zu bleibn.

Das dritte Zimmer linker Hand
versetzt ihn in Exstase!
Ne proppevolle Bücherwand
lädt ein zur Lieblingsphrase:

Hier ist gut sein, hier lässt sichs bleiben
in Belletristik und Poesie!
Sich Sjöwall/Walloe einverleiben!
Die Herr-der-Ringe-Trilogie!

Bei Handke´s Texten wohlig würgen,
über Ulysses einzuduseln,
und leiden mit Herrn Schillers Bürgen,
um gleich zu Eco hinzuwuseln,

ja! Wundervoll ist diese Welt –
Mehr brauchts nicht für ein gutes Leben!
Oh ja, das Sortiment gefällt,
das andre wird sich sicher geben !

Noch während unser Bücherwurm
so träumet und sinniert,
bewegt der „Butt“ sich wie im Sturm,
der Grass wird massakriert!

Und während Goethe Deckung gibt,
Vorsicht scheint angezeigt,
schielt unser Grüner – nun betrübt –
zu dem, was dorten steigt.

Noch ist der Kleine ahnungslos,
und seine Neugier sagt ihm: Bleib!.
Die Augen werden riesengross:
Denn da kommt SIE – ein Weib!

Sein Urinstinkt gebietet Flucht.
So hat er rasch gewendet –
bevor er nun das Weite sucht
scheint er ploetzlich geblendet!

Die hat doch was, da war noch was,
mein Gott! Der güldne Schimmer!
Vielleicht, man könnte ……. dies und das …..
ehmm, ……. und das für immer?

Und so verliess ihn der Verstand,
und schliesslich die Vernunft –
die Folge liegt nun auf der Hand:
Ein Bücherwurm in Brunft!

Ode an das Schwein

Allgegenwärtig ist das Schwein
in unserm Menschenleben,
ohne von uns geliebt zu sein.
Es hat sooo viel zu geben .

Zuvörderst dient es uns bei Tisch
als Schinken, Schnitzel und Kotlett,
und Lendchen, rosa, zart und frisch,
Grillrippchen mit und ohne Fett …..

Gesülzt, gekocht oder gebraten
geniesst der Mensch, der nicht Muslim,
das Schwein zu Sossen, Kraut, Salaten
bei Blumenschmuck, und mit Benimm.

Wir sollten doch an solchen Tagen,
nach einem wirklich guten Essen
gemeinsam herzlich Danke sagen:
„Dank, liebes Schwein, sei unvergessen!“

Der Schweinefreund hat auch bedacht
dass Schweine stets geduldig bleiben,
wenn man sie mal zum Buhmann macht,
um sich mit anderen zu reiben.

Du blöde Sau! Du dummes Schwein!
Du Drecksau, Sülzkopp, wilde Sau!
In heilgem Zorn wird man gemein,
Die Knoechel weiss, Gesichter blau!

Ganz bayrisch wirds, wenn ohne Faxen
der Loisl durch die Kneipe brüllt:
Geh schleich´Di, schwing die krumma Haxn!
und Haxnduft den Gastraum fuellt.

So mancher Mensch ist sehr geknickt,
mit Liebe sich zum Schweine wendet,
weils Pumperl ihn ganz böse zwickt
und´s Schwein Aortenklappen spendet.

Und nicht zuletzt der Bauernstand
Profit verspricht die Ferkelei.
Es grunzt munter im Bauernland,
noch immer gilt: Landluft macht frei!

Mag sein, dass es die Stadtluft war,
die einst den Menschen frei gemacht.
Dem Schwein stellt es sich anders dar:
Frei ist für Wildschweine gedacht,

so lang, bis dann im Morgenrot
die Büchse knallt; ein letzter Schmerz,
der Jäger bruellt dann los: Sau tot!
Ein Blattschuss, mitten in das Herz!

Aus dem Leben eines Träumers

Ein kleiner schwarzer Hundefloh
steigt ab von seinem Hund.
Es lockt ihn der Geruch im Zoo –
riskant und denkbar ungesund.

Er springt beseelt.
Die Erde bebt.
Kamel verfehlt,
ein Löwe lebt!

Er springt erneut.
Die Mähne lockt.
Landet erfreut,
rasch angedockt.

Die Mähne hat er nicht erreicht.
Die Schnauze hatte er erwischt.
Als Floh ist man ja federleicht,
und Löwenblut ist aufgetischt!

Nun rasch den Rüssel klargemacht,
versenkt in Löwe’s Nase.
Dann saugt er, doch der Leu erwacht.
Der Floh versinkt nun in Ekstase.

Glaubt er doch, Löwenblut macht stark!
Will seinen Hund zerfetzen!
Ein Machtgefühl trifft ihn ins Mark.
Er möchte Hunde hetzen …..

Indes, der Löwe gähnt, und zuckt.
Der Plagegeist saugt mit Bedacht.
Grad hat die Nase noch gejuckt.
Nun: Pranken haben ihn platt gemacht.

Begegnung

Ein Manta-Weibchen – Flügelspannweite um 300 cm – nähert sich einer Gruppe von Tauchern. Sie schaut sich um und sucht gezielt einen Menschen aus. Anscheinend kennt sie ihn, da er an diesem Ort oft schnorchelt. Der Taucher weiss erst mal nicht, was abgeht. Schliesslich zeigt sie ihm ihre Augen. Dort sassen mehrere Angelhaken. Nun war offenkundig: Die Lady erwartete Hilfe von „ihrem“ Menschen. Und der machte sich an die Arbeit, musste allerdings mehrfach nach oben, um Luft zu holen. Schliesslich waren die Haken entfernt, und die Lady drehte grusslos ab und verschwand.

Der Taucher kann aber sicher sein: Er hat nun eine neue Freundin.