SPD – Quo vadis? – 4 –

Nun ist es offiziell: Die SPD-Oberen rudern zurück.
Sie spüren Druck und haben keinen Mut für das Nötige.
Mag sein, man fürchtet auch, nicht wiedergewählt zu werden.
Wie auch immer:
Wenn ich eine verkommene Wohnung (die SPD) renovieren soll,
dann putze ich, reisse die Tapeten runter, repariere,
und bin stocksauer wegen viel Arbeit.
Dann wird tapeziert, gestrichen bis die Pinsel qualmen, lackiert
und wieder geputzt.

Anders in der SPD. Die neuen Bewohner möchten in der versifften Bude leben.
Sie scheuen den Aufwand der Restaurierung.
Sie fürchten sich vor dem Tal der Tränen.
Sie ignorieren, dass sie ohnehin auf dem Weg dorthin sein könnten.
Selbst den vorlauten Vorturner der Jusos hat der Mut verlassen.
Redet von Kontrollverlust, wenn man die Groko aufgibt.
Was, denkt er wohl, ist die Aufgabe der Opposition im Bundestag?
Schnarchen?

Ich helfe gerne. Vor meiner Tür stehen 3 grosse Mülltonnen.
Abfuhr-Termin nächsten Donnerstag.

SPD – Quo vadis? – 3 –

„Pasta sunt servanda.“, wie wir Lateiner zu sagen pflegen, nicht wahr?
Die Nudeln sind serviert.
Nun muss etwas geschehen, bevor die Pasta kalt und ungeniessbar wird.
Erinnern wir uns an den Hype um Martin Schulz?
Eine starke Welle spülte Sympathie und Vorschusslorbeeren über das Land,
und M. Schulz verschwand für Wochen von der Bühne.
Als er wieder auftauchte, war er auf Normalmass geschrumpft und nicht mehr zumutbar.
Nun fragt sich der Beobachter, ob die neue Parteispitze daraus gelernt hat, oder ob die diese Partei wie gewohnt bräsig und bratzig zu operieren gedenkt und damit das Duo
der Kompostierung überlässt.
Der Fall des M. Schulz lässt nichts Gutes erwarten.
Das neue Duo denkt auch schon lateinisch:
Pacta sunt servanda. Verträge sind einzuhalten.
Also weiter in der Groko!
Schwerfälligkeit vernichtet Chancen.

SPD – Quo vadis? – 2 –

Man stelle sich vor, in einem VW-Käfer eine lange, staubige Route gefahren zu sein und nun einen seichten Fluss durchqueren zu müssen, der aber nicht mehr seicht ist, sondern durch Hochwasser gefährlich wurde. Am anderen Ufer beginnt das ersehnte fruchtbare Land. Man fährt also ungebremst in das Flussbett mit nichts als der Hoffnung, das andere Ufer zu erreichen. Der Druck des Wassers auf den Käfer wächst, aber noch hat er Grundberührung.

Das ist die Situation des Duos Esken / Walter-Borjans im strudeligen Mahlstrom aus Partei und Regierung. Der unbeteiligte Zuschauer sagt, es sei mutig, in diesen Fluss zu fahren, und er wartet gespannt auf den Ausgang des Abenteuers. Spült der Fluss den SPD-Käfer samt Inhalt einfach weg, oder schaffen sie es, das Gelobte Land zu erreichen? Hat der SPD-Käfer genug Gewicht, um den Druck aushalten zu können?

Wie es scheint, hat das Duo den Schuss nicht gehört. Man erwartet von ihm, nicht die Bundesregierung, sondern die Partei zu retten und zur alten Grösse zu führen. Mit einer Nachverhandlung des Koalitionsvertrags ist das nie und nimmer zu schaffen. Sie könnten den Mindestlohn von 12 Euro durchsetzen, und der Erfolg wird korrekt dem Konto Merkel gutgeschrieben. Merkel hat den Verfassungsauftrag, die Richtlinien der Politik zu bestimmen! Sie verstehen es einfach nicht: So gewinnt man weder Profil noch Gewicht. So wird man in den nächsten Gully gespült. Oder in die Weiten des Altantik, um beim Käferbild zu bleiben.

Der SPD-Mann Stegner meint, die Groko sei nicht allein verantwortlich für den Niedergang der Sozialdemokratie. Der Mann hat recht. Wer in der Öffentlichkeit steht und agiert, muss mit dieser Instanz kommunizieren. Dabei müssen das Was und das Wie professionell angeboten werden. Es ist PR-Arbeit zu leisten, und die Front-Leute müssen wahrgenommen werden. Sie brauchen Charisma. Nun beweist die gesamte SPD-Truppe so viel Charisma wie ein Haufen Pflastersteine. Oder wie Steffen Seibert, der Regierungssprecher – eine Schlaftablette!

Wie also sollen diese SPD-Leute Leistung an die Bürger „verkaufen“? Nun glauben Schlaumeier, das Produkt verkaufe sich von selbst – jawoll! So ist es! Gutschrift auf das Konto Merkel!

Partei und Parteiführung – beide müssen profiliert sein und ihr Profil auf die politische Bühne bringen. Die SPD hängt wie ein nasser Lappen überm Zaun, und das Duo mit dem Nimbus niedersächsischer Milchbauern – es redet tatsächlich davon, unter Merkels Röcken in Deckung zu gehen! Oder sie erwarten, in Zankerei mit der Union populär zu werden, aber was ist, wenn Merkel sich nicht auf Streit einlässt und mit Futterbrocken um sich wirft, indem sie in einigen Punkten nachgibt? Dann bleibt doch alles so wie bei Nahles? Falsch. Richtig ist:
Das Duo wurde aus Protest gegen das Establishment gewählt, und die Wähler werden erneut gelinkt. Dann erodiert die alte Tante SPD tatsächlich weiter bis zum „Vom Winde verweht“.

SPD – Quo vadis? – 1 –

Mit der Wahl des Parteivorsitzes für Walter-Borjans und Frau Esken wurde kräftig Staub aufgewirbelt. Die Kommentare aus „berufenem Munde“ sind allerdings mehrheitlich nichts weiter als dümmlich. Aus allen Ritzen quillt Scheisse. Da schwingen sich Leute zu Auguren auf, die nun den Untergang des Abendlands prophezeien, und ja, sie haben recht, es wird geschehen, aber nicht durch den neuen SPD-Vorsitz! Sie selbst, mit vielen anderen Polit-Pfuschern besorgen uns den Rest, und das werden sie niemals begreifen, denn sie wähnen sich dem Himmel so nahe, dass die Weisheit Gottes ihr Handeln bestimmt.

Fette Polemik, nicht wahr?

Ich werde sachlich. Eigentlich habe ich geglaubt, man würde den Zwiespalt der Altpartei SPD sachlich kommentieren. Man steht nämlich vor der Frage, ob man die Partei vor ihrem Untergang retten soll, oder die Merkelpolitik in der Groko. Eines von beiden geht nur.

Nun hat sich eine knappe Mehrheit für den durchaus richtigen Weg entschieden. Das bedeutet, zu einem guten Zeitpunkt die Groko zu verlassen, evtl. 2 Jahre Konsolidierung durchführen, was bedeutet, die Partei mit guten Tools wie ein Markenartikel-Unternehmen zu führen, und dann gegen den Rest der Parteienlandschaft anzutreten.

Zweifel sind angebracht. Für ein Grossprojekt wie das hier angesagte fehlt in der SPD die Qualifikation. Wenn sie sich keine fremde Hilfe holt und im Glauben an die eigene Allmacht den Restart versemmelt, soll sie eingehen wie eine Primel. Dann hat sie ihre Existenzberechtigung verloren. Ihre Mitglieder wandern vielleicht in die Linke ab, und kommen vom Regen in die Traufe.

Yeap! Ich bin auch so ein Schlauberger. Ich sehe noch ein ganzes Stück weiter, was man aus der jüngsten Entwicklung eines 327-Millionen-Staats herauslesen kann – aber ich sag’s nicht. Ich bin nicht der Spökenkieker vom Dienst.