Politik in Krisenzeiten 2

Ich kanns mir nicht verkneifen. Da ist noch so ein Knödel, diesmal aus China.

Das dortige Regime hatte ja alle Isolationsmassnahmen abgebrochen, um die Wirtschaft wieder ans Laufen zu bringen. Das ist im Prinzip richtig, aber keine Kunst. Nun meinen Fachleute, das sei zu früh gekommen, und es bestünde die Gefahr einer neuen Epidemie in China. Ausserdem gab es erste Fälle mit dem Hanta-Virus, auch so ein übler Geselle.

Nun kann die Chinesische Regierung – sollte eine neue Infektionswelle entstehen – nicht gestehen, einen Fehler gemacht zu haben. Neue Infektionen gehen somit nicht von Chinesen aus, sondern von …. rate mal!

Ja, es sind die Ausländer, die nach China kommen, also einreisen. Sie bringen das Virus mit. Genau, auch das Hanta-Virus. Dabei interessiert es kein Schwein, dass das Ausland China meidet wie der Teufel das Weihwasser im Kölner Dom. Es wird angesagt, die Masse glaubt es, und so wird es zur Tatsachen.

Merkst Du was? Neee? Das läuft genau wie in den USA! Oder Trumps Truppe kupfert in China ab. Die billigen Tricks sind identisch! Und dhinter blubbert die alte politische Weisheit: Macht begründet sich am besten auf dem Boden der Dummheit und der Ignoranz. Ohnmächtig zuschauen müssen ist eine Zumutung.

Politik in Krisenzeiten

Wer ist zur Zeit der grösste, nein der schlimmste Langweiler? Schwer zu beurteilen, nicht wahr? Man urteilt natürlich nach persönlichem Empfinden. Somit ist diese Frage dämlich.
(Stammt ja auch von mir!) Der Witz: Ich habe aber eine Antwort! Und sie lautet: Donald Trump. Der Mann kann sagen, was er will – es ist immer Scheisse. Käme von ihm mal eine kluge Bemerkung – ich kriegte vor Staunen den Mund nicht mehr geschlossen.

Ich schreibe hier mal auf, weil man verstehen muss, wie diese Rasse menschenähnlicher Wesen tickt:

  • Die chinesische Regierung verbreitet nun, das Wuhan-Virus hätte seinen Ursprung in Italien. Tatsache ist, dass Italien mit 2 Infektionen in der Statistik auftauchte, als China schon 27.000 hatte und 564 Tote nicht beklagte.
  • Die USA haben inzwischen so um 2.500 Tote. Trump redet plötzllich davon, dass es 100.000 werden könnten. Das wären dann so um 4.000.000 Infizierte. Das weiss er aber nicht. Mit seinen 100.000 brüstet er sich, will sein Problem grösser reden als es ist, aber nicht so gross, wie es werden kann, mit 180 Mio. Infizierten und 4 Mio. Toten. So weit reicht sein Verstand nicht. Aber für folgenden Plan reicht es immer. Jetzt nichts tun, die Leute krepieren lassen. Wenn der Gipfelpunkt der Pandemie deutlich überschritten ist, die Zuwachsraten also immer kleiner werden, dass einsteigen mit Massnahmen (die dann nicht mehr benötigt werden). Soweit sein Chefvirologe vor laufender Kamera. Der Zweck dieser „schlauen“, saudummen Vorgehensweise: Hinterher den grossen Retter der Menschheit spielen.

Das ist der US-Präsident, wie er leibt und lebt. Und 65% der Amerikaner bekunden, dass Trump die Wuhan-Krise gut meistert. Gute Nacht, Amerika! Gute Nacht, Welt!

Rentner-Dasein

Bald wird Ostern stattfinden. Es sind wie in jedem Jahr gleich zwei Feiertage, die man nicht geniessen kann, weil sie sich nur dadurch von Nicht-Ostern unterscheiden, dass alle Geschäfte geschlossen sind, und man kein Klopapier kaufen kann, wenn man es dringend benötigt. Zugegeben: Das ist die Sicht des Pensionisten. Diese Gattung Mensch wird von jenen, die einer regelmässigen Arbeit nachgehen müssen, beneidet und gefürchtet, oft verspottet, aber nie bedauert.

Rentner werden gefürchtet, weil sie den übrigen Menschen stets im Wege sind. Die ersten beim Arzt, beim Friseur, beim Einkauf – Rentner sind immer vorneweg, denken einfach nicht dran, dass Berufstätige die kurze Zeitspanne zwischen Frühstück und Arbeitsbeginn nutzen müssen, um Dringendes zu erledigen. Da sitzen Dir die zahnlosen Grauen Panther vor der Nase und gebärden sich, als würden sie wichtigste Termine verpassen, nörgeln herum, und was ist? Sie möchten um zehn in der Früh´ schon wieder auf ihrer Couch liegen, wo sie dann eine kleine Runde Schlaf abbeissen – ohne zu bemerken, dass sie ausgeruht wären, schliefen sie des Morgens richtig durch und gingen um 10 zum Doktor, wenn der malochende Teil dort ist, wo die Rente der Alten zusammenverdient wird.

Rentner werden verspottet, weil sie – wie Kranke auch – nie Zeit frei haben. Dummerweise ist das sachlich sogar richtig. Selbst wer nichts tut, hat keine Zeit – Rentner leben einen anderen, ihrem Job angepassten Rhythmus, genau wie der Berufstätige. Wer 45 Jahre lang in den Sielen hing, hat es zu einem bedingten Reflex entwickelt, den Tag einzuteilen, ihn mit dem anzufüllen, was anliegt. Es beginnt damit, dass man bis um halb zehn pennen kann. Dann macht man Frühstückspause und liest die Zeitung, dazu benötigt man anderthalb Stunden. Gegen elf schliesslich stellt man fest, man müsse sich sputen, um das Wichtigste einzukaufen. Der Rentner tritt an die Öffentlichkeit – und legt Nervosität und Ungeduld an den Tag. Kritische Beobachter spotten über den Spinner. Der aber hechelt so schnell, wie´s noch geht, nach Hause und beginnt umgehend, Kartoffeln zu schälen und die Bohnen zu putzen; schliesslich ist um halb eins Essenszeit. Nach dem Aufklaren der Küche hat es ihn dahingerafft; zwei Stunden Schlaf sind nicht zu vermeiden, sonst wirds mit dem Fernsehn am Abend nichts. So gegen vier bleiben ihm gerade mal noch zwei Stunden, um ….. sagen wir mal, um zum Zahnarzt zu tippeln, weil seine dritten Zähne immer noch drücken. Dort trifft er dann auf die Berufstätigen und den angesprochenen Interessenskonflikt.

So wird die Zeit danach bis zum Beginn der Abendnachrichten im Fernsehn schon wieder reichlich knapp. Und in einen solchen Tagesablauf sind nicht eingerechnet die Zeit zum Dorftratsch, die Reparatur des Krückstocks, der Streit mit dem Nachbarn, das Bekämpfen von Ameisen in der Küche, das Arbeiten mit Müll und Kompost uvam.

Unklar bleibt dabei, wie er das früher alles neben seinem Job geschafft hat.

Rentner werden nicht bedauert, obschon sie weder Urlaubstage noch Feier-, Sams- und Sonntage kennen. Die Rentenversicherer zahlen weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld, keine Überstunden, keine Leistungsprämien – nichts, nada, niente, nitschewo.

Das Rentnerleben verläuft immer egalweg. Wenn Pensionäre am Einkauf gehindert, weil mal wieder alle Läden geschlossen sind, betrachten sie das als unzulässige Einschränkung eines Grundrechts, etwa des Rechts auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Und keiner tut etwas für sie.

Darum plädieren sie mit grosser Mehrheit für die Liberalisierung der Ladenschlusszeiten in der finsteren Absicht, wegen Zeitmangels tagsüber dann in den Abendstunden einzukaufen, wenn der arbeitende Teil der Bevölkerung die Supermärkte und Registrier-kassen belagert. Immer vorneweg, und jeden Preis der acht Artikel mit der Kassiererin diskutieren, Vergleiche mit den Preisen von 1923 können dabei erhellen, wo es in unserer modernen Gesellschaft im Argen liegt.

Rentner werden verachtet. Sie arbeiten nicht, kassieren aber. Sie wollen nicht auf die Enkel aufpassen, aber respektiert werden. Sie wollen kein Kassenwart im Sparclub sein, aber sechs von 12 Monaten auf Reisen. Sind sie nicht auf Achse, dann werden sie gewiss krank und belasten die Krankenkassen bis an die Grenze der Beitragserhöhung. Ihre volkswirtschaftlich relevante Funktion ist das Einschleusen ihrer Monatsrenten in den Geldkreislauf. Dabei sind sie allerdings unentbehrlich.

Wartet es getrost ab. Ihr kommt auch noch dran. Und ich wird nimmer sein!
Für diesen Fall halte ich es mit Theodor Herzl:

Macht mir keinen Ärger, während ich tot bin!

Über die Humanität

Ja, ich höre die Stimmen, die sagen, der Arsch hätte mal seine 45 Jahre in der DDR abbrummen sollen, dann wüsste er wohl, was Unfreiheit ist. Und ich sage Dir, lebe Du mal im Westen mit zwei Kindern von der Sozialhilfe, oder mit 180 Euro für den ganzen Monat, weil Deine Rente gerade noch für die Miete ausreicht, aber nicht mehr für einen täglich vollen Futternapf – dann erst können wir über Freiheit diskutieren. Bis dahin bist Du so inkompetent wie Dein Befreiungs-kanzler und seine Nachfolger. Alles klar? Nein? Dachte ich mir.Dann pass mal gut auf. Ich bin kein Misanthrop – aber es gibt eine Sorte Mensch, die ich von Herzen verachte. Nicht dass ist es mir leicht machte – als Pingel-Paule mit Buchhalter-Mentalität habe ich auch darüber mal nachgedacht und mir einen Standpunkt zurechtgelegt.

mailto:
kanzlerkandidat@berlin.com
betrifft: Humanitas?

Ich kenne ein paar Leute, mit denen ich keinesfalls befreundet sein möchte. Mehr noch: Einigen anderen gehe ich aus dem Weg. Die Gründe dafür sind hier nicht von Belang, lediglich die Tatsache, dass es so ist, wie es ist.

Unsere Welt ist ein Dorf. Jeder kennt einige, oder gar viele andere. Intuitiv haben wir die uns bekannten Menschen mit einem Wert belegt, der – vereinfacht gesagt – positiv oder negativ sein kann. Nochmal: Gründe spielen hier keine Rolle, ebensowenig die Frage nach Gerechtigkeit und ähnliches.

Denken wir über unsere Wohnungstür hinaus, so registrieren wir ein weltweites Geflecht von Sympathien und Antipathien, mit Milliarden von Knotenpunkten namens Mensch, ein Geflecht, das in einer Art Schneeball-System entstanden sein muss.

Man kennt einige, und die kennen wieder andere, die noch andere kennen usw. Es gibt nur noch wenige Inseln, in denen Menschen ohne Aussenbeziehung leben, und deren isolierte kleine Welt vom globalen Netz aus positiven und negativen Beziehungen abgekoppelt geblieben ist.

Anders verhält es sich mit der individuellen Betrach-tung, und der dualen, der Mensch zu Mensch-Beziehung.

Darf man Menschen ablehnen und dennoch für sich beanspruchen, Philantrop zu sein?

Anders: Es ist in Mode gekommen, dass kritische Medien zuhauf über menschliche Fehlleistungen bis hin zu unmenschlichen Handlungen in epischer Breite berichten. Dies gleicht einem unablässigen Aufruf wie „Schaltet ROT für X!“, und wir leisten dem Aufruf Folge. Wir entwickeln dabei eine Gefühlswelt, die von schlichter Ablehnung über Verachtung bis zu Hassgefühlen reicht; aber darf ein Menschenfreund andere Menschen ignorieren, verachten, hassen?

Irgendwer hat einmal gesagt: „Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere!“. Dies war sicher nur als geistvolles Bonmot gedacht. Es ist kaum vorstellbar, dass der Erfinder die grünen Lichter nicht wahr-nehmen wollte. So, wie „der Glaube an das Gute im Menschen“ als Bestandteil einer Ideologie verlangt, rote Lampen zu ignorieren.

Differenzierte Betrachtung ist lästig und verkompliziert die Dinge …..

Das Dunkle im Menschen existiert. Es hat seine Ursache im Egoismus und steht nur scheinbar in direktem Widerspruch zur Humanität, jener Grundhaltung, die auf Menschenwürde, Toleranz und Empathie fusst.
Das hier vermutete Dilemma ist aufzulösen, indem man auf zwei Ebenen nachdenkt; es sind eine kollektivistische und eine individualistische Seite des Problems zu betrachten.

Nehmen wir zur Erklärung den Begriff des Altruismus. Er bezeichnet eine ethische Einstellung, die, Selbstlosigkeit unterstellt, auf das allgemeine Wohl der Menschen ausgerichtet ist. Das bedeutet in letzter Konsequenz, dass der Altruist in seinem auf die Gemeinschaft gerichteten positiven Denken und Handeln a l l e Lampen des Kollektivs ignoriert. Zugleich wird er zum Individuum positive und/oder negative Wertungen vornehmen und verarbeiten, und genau zu diesem Zweck Lampen schalten

Der Humanist liebt die Menschen mit ihren Fehlern und Schwächen, akzeptiert sie als Mitglied der menschlichen Gemeinschaft. Seine persönlichen Bezugspersonen wählt er allerdings sorgfältig aus, indem er beachtet, wer von wem rot oder grün erhalten hat, und wen er selbst rot oder grün geschaltet hat.

Die Auflösung des konstruierten Widerspruchs liegt also in der Differenzierung zwischen Kollektiv und Individuum. Beide Einheiten existieren parallel, haben unterschiedliche Ziele und weisen andersartige Organisationszustände auf.

Wir müssen die menschliche Gemeinschaft so akzeptieren, wie sie beschaffen ist. Wir können uns eine andere wünschen, werden sie aber nicht erhalten. Wir können nirgendwohin konvertieren.
Aber wir können mit einer positien Grundhaltung und durch Praktizieren eines menschenwürdigen Werte-systems zur Verbesserung der moralischen Grund-lagen unserer Gesellschaft beitragen. Auf diese Weise schaffen wir ein Orientierungssystem für den Einzel-nen.
Zugleich aber haben wir jedermanns Persönlich-keitsrechte zu respektieren und seine Ansichten so lange zu tolerieren, wie sie die innere Harmonie der Gemeinschaft nicht stören.

So weit, so gut. Ich, Herr Kandidat, wohne neben einem maroden Atomreaktor, der in Kürze vom Netz gehen soll. Der Betreiber, Herr Kandidat, hat mittlerweile öffentlich gemacht, dass er wegen eines Überangebots an Energie das Ding garnicht benötigt. Dann kommen Sie, Herr Kandidat, und möchten im Falle Ihrer Wahl den Ausstieg aus dem Atomstrom rückgängig machen. Ich schalte ROT.

Der ganze verfluchte, giftige Dreck soll keinesfalls in Bayern, sondern ausschliesslich in Niedersachsen endgelagert werden. Sauber sog´ i. Das wäre dann auch wieder mein Problem, wie die sieben Krebsfälle in meiner Nachbarschaft. Ich schalte zur Sicherheit nochmals ROT.

Sie wollen diese Republik regieren? Pest und Cholera wären mir lieber. Gegen die gibts wenigstens Pillen.

RRisch

Über die Freiheit

Vielleicht sollte man den Versuch einer Definition für „Freiheit“ erst garnicht riskieren. Allerdings: Solange ich zurückdenken kann, wird das öffentliche Bewusstsein mit diesem Begriff befrachtet. Es gibt kaum eine mir bekannte Persönlichkeit, die das Wort „Freiheit“ nicht schon öffentlich benutzt hätte, und es gibt kaum einen von mir wahrgenommenen Auftritt, der nicht nach Missbrauch von „Freiheit“ schmeckte.

Gedankenlos, oder in Rosstäuscher-Manier? Unintelligent, hintertrieben oder idealistisch? Ich denke, dies sind schon zutreffende Attribute für verbale Missetaten. Jeder, der das Wort Freiheit im Munde führt, setzt es beliebig ein, so also, wie es ihm zum konkreten Fall genehm ist. Freiheit verkommt zur Propaganda.

Ich meine, Freiheit muss gewährt, und dann gelebt werden. Wer von der Freiheit des eigenen Gemeinwesens redet, ist verdächtig, und wer viel darüber redet, ein fast überführter Übeltäter.

Man gewöhnt sich jedoch an diesen Sprachgebrauch und an die mit der unredlichen Verwendung  solcher Begriffen einhergehenden Entwertung der Werte-systeme, so, wie man sich an ungesunde Ernährung gewöhnen kann. Wenn – ja wenn da nicht gleichzeitig der Wunsch des Menschen wäre, frei zu sein – was immer er im einzelnen darunter verstehen mag.

Immerhin ist die Auffassung geläufig, dass frei sei, wer nicht eingesperrt ist. Diese Knastlogik ist trivial, und wie alles Triviale auch wahr, sie verdient allerdings keine weitere Beachtung.

Also anders: Wirklich frei ist der Mensch bekanntlich nur in einer Anarchie. Das bedeutet dann,  frei zu sein in rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht. Ja, das wäre es fast gewesen – gäbe es nicht den Menschen selbst, mit seinen genetisch bedingten Veranlagungen, die ihm ein Sozialverhalten aufzwingen, das die Freiheit der jeweils anderen Sippenmitglieder beschränkt.

Ich vertrete die Auffassung, dass die Unfreiheit des Menschen in ihm selbst beginnt; sein erster Käfig heisst Egoismus. Diese animalische Veranlagung hat er kraft seines Verstands und mangels Vernunft weit über das Niveau jener Kreaturen gesteigert, die er Bestien nennt.

Dieses offenkundige Defizit des Menschseins soll Ausgangspunkt für die Frage sein, was nach seinem eigenen Verständnis den Menschen eigentlich unfrei macht. Vorausgeschickt: Alle Versuche, einen besseren Menschen zu formen, sind bisher gescheitert, nicht wahr? Wir werden dieses Ziel niemals erreichen, weshalb der „bessere Mensch“ nie Ziel sein kann.

Wohl aber haben wir es in der Hand, die gesellschaftlichen Masstäbe und deren Anwendung zu optimieren. Dies ist die Aufgabe jener, die von den Bürgern zur Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt werden. Daran ändert auch die Tatsache nicht, dass der moderne Politiker Politur meint, wenn er Politik sagt.

Konstruktive Kritik darf also nicht am Individuum, sie muss am System geübt werden. Seine Aufgabe ist die Sozialisation des Individuums, sein Werkzeug eine allgemein gültige Werteordnung, konkretes Ergebnis die höchstmögliche Hemmschwelle gegen das Ausleben des Egoismus.

Was also macht den Menschen unfrei ? Es sind z. B.

  • Armut
  • Ideologien und Doktrine
  • pseudo-religiöse Zwänge
  • wirtschaftliche Abhängigkeiten
  • staatliche Gewalt (Legislative, Judikative und Exekutive)

Man schaue sich diese kleine Auswahl und anschliessend die Situation der Menschen in Nord-Korea an. Fünf Fragen, fünf Antworten mit „Trifft zu!“. Daraus leitet die „freie Welt“ in kaum zu überbietender Arroganz ab, das dortige Regime mache seine Bürger unfrei und stünde dabei im Gegensatz zur westlichen Welt. Grundsätzlich ist diese Feststellung sogar korrekt. Aber schauen wir uns Deutschland genauer an.

  • Wachsende Armut zwingt zur Einrichtung von Suppenküchen
  • Ausländer, Penner und Linke werden verfolgt
  • Homosexuelle werden verachtet und benachteiligt
  • Die katholische Kirche handhabt Heiratsverbote
  • Menschen werden zwecks Gewinnmaximierung aus dem Arbeitsverhältnis entfernt.
  • Kranke, Autofahrer und andere Gruppen werden aus dem gleichen Grund ausgeplündert
  • Politiker belügen und betrügen den Bürger
  • Polizisten prügeln Demonstranten, die nicht auf einem Atomendlager wohnen wollen
  • Das Rechtssystem leidet über Gebühr unter der Diskrepanz von Recht und Gerechtigkeit
  • und es wird zudem beliebig angewandt.

Ich gestatte mir die polemische Darstellung ausschliesslich zur Verdeutlichung: Für die eigene Gesellschaft wird geltend gemacht, sie sei frei. Sie ist es jedoch nicht, wenngleich anders unfrei als in Diktaturen, und sie kann es auch nicht sein.

Annähernd frei ist der Mensch nur im Chaos einer Anarchie. Die Menschen fordern jedoch ein wohlorganisiertes, soziales Gemeinwesen, das mit einem minimalen Regulierungsmechanismus alle wesentlichen Voraussetzung für ein gesichertes Leben in der Gemeinschaft gewährleistet. Die damit verbundenen Einschränkungen der persönlichen Freiheit werden akzeptiert, sie sind der Preis für die Sicherheit. Zur Sicherstellung dieser Interessen  wählen sie Regierungen, und ihre eigenen Vertreter in die Parlamente. Und sie müssen erleben, dass Regierende nicht regieren, sondern mit Interessen-gruppen kopulieren, Machtkartelle bilden und damit die Freiheit des Einzelnen wie des ganzen Volks gefährden, einengen oder gar eliminieren.

Anders: Eine Gesellschaft, die ihre Alten wegsperrt, produziert für die Betroffenen Unfreiheit. Wenn sie sich zudem erlaubt, 30 Prozent ihrer Bürger an der Armutsgrenze leben zu lassen, erhöht sich die Unfreiheit. Mit 10 Prozent Arbeitslosen und dem Ausländeranteil sind die Nicht-Freien rasch mit 50 Prozent beziffert. Ist Deutschland nun ein freies Land?

Ich sage ja – fuer die andere Hälfte der hier lebenden Menschen. Möge jeder für sich entscheiden, ob ein halbvolles Glas halb leer, oder ein halbleeres Glas halb voll ist.

Fehlleistungen haben Folgewirkungen. Der Bürger nimmt nationale Defizite auf seine Weise wahr, und zieht auf seine Weise daraus Lehren. Diesen ist stets die Verweigerung gemeinsam, und das schliesst Pseudo-Werte wie Heimat, Volk und Staat mit ein. Konkrete Folgen sind soziale Erschütterungen jeglicher Art. Sie entstehen im Bewusstsein, dass die eigene Gesellschaft nichts taugt, dass demzufolge die Achtung von Werten und Normen dieser Gesellschaft nutzlose Einschränkung bedeutet. Teile der Bevöl-kerung gleiten ab in die Kriminalität, in Vandalismus, Randalierertum, Sektierertum, in idealistisch überhöhte Ideologien, politische Polarisierung etc.

Unterdessen reklamieren die Regierenden die Beachtung einer „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ und schreiben sich „Freiheit“ auf ihre Fahnen. Es gibt kaum eine krassere Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Und kaum ein Verantwortlicher scheint dies wahrzunehmen.

Dies alles lässt sich auch kurz und sehr treffend reduzieren und auf einen für den Bürger praktikablen Punkt bringen, mit dem Götz-Zitat nämlich. Und genau das geschieht, in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels zum Negativen hin öfter, und deutlicher denn je.

Wie meinen? Schwer verdauliche Polemik – das ist durchaus korrekt. Polemik ist´s gewiss, und schwer verdaulich auch, weil man es nur schwer verdaut, wenn man Illusionen verliert.

Gemeint ist die Illusion, unsere gewählten Politiker seien Übermenschen, sie seien besser als wir selbst. Nein, sie sind nur freier als wir. Dafür haben sie selbst gesorgt. Wann ist je ein Politiker für seine mangelhaften Leistungen zur Rechenschaft gezogen worden? Für seine Affairen? Nichts dergleichen ist justitiabel. Wenn die Clique nicht will, wirst Du diese Leute nicht los! Nicht, bevor sie wegsterben!

Wie? Abwählen? Dass ich nicht lache. Sie wechseln doch im selben Raum nur den Stuhl. Los bist Du sie noch lange nicht. Wenn die das nicht selbst besorgen, dann leidest Du an ihnen wie an einer unheilbaren Krankheit. Und wenn sie es selbst besorgen, bist Du eine Null immer noch nicht los. Sie taucht am Ende auf einem lukrativen Posten in der Wirtschaft wieder auf.

Jene Stimmen, die eine Zuständigkeit des Militärs für die innere Sicherheit fordern, werden immer lauter. Der Einsatz von Soldaten gegen die Bürger? Woher kenne ich das nur? Im Moment komme ich nicht drauf …..

Freiheit? Hör mir auf mit dem Scheiss!

Das Mass an Freiheit, das ich selbst geniesse, habe ich mir im Rahmen des geltenden Rechts  genommen. Nicht das politische System gewährt mir solche Freizügigkeit. Ich geniesse sie, weil es nicht leicht ist, sie mir zu nehmen. Die Gedanken sind immer noch frei …..

Warten auf Runde zwo

Endlich ist die erste Messe in London gesungen,
und die Gemüter dürfen sich vorläufig
in den Ruhe-Modus verfügen.
Der Brexit muss nicht länger langweilen,
und auch ich habe nun das Thema von meinem Tisch gewischt.
Allerdings kann ich es mir nicht verkneifen,
dem Regierungschef Britanniens ins Stammbruch zu schreiben, was ihm sein Landsmann William Shakespeare mit auf den Weg gibt:

Doch zu begreifen ist’s bei bösen Wegen,
Daß sie am Ende nie gedeihn zum Segen.

Kopfschmerzen

Neulich sagte ein amerikanischer Milliardär, der die Bodenhaftung noch nicht verloren hatte, man solle, wenn etwas schief geht, nicht mitgehen. Logisch. Nur so kann man seine Ziele erreichen.

In knapp 10 Stunden haben die Briten ihr erstes Etappenziel erreicht. Sie sind nicht mehr EU-Staat.

Die EU selbst ist aber immer noch ein erbärmlicher Sauhaufen, der nur durch Geld zusammengehalten wird. Ein starker politischer Raum, der mit China und den USA mithalten könnte, wird nicht entstehen. Stärke erfordert die Bündelung der Kräfte in den Bereichen Wirtschaft, Militär, Bildung und Forschung usw. Dumm, dass die Übertragung für den Einzelstaat einen Kompezenzverlust bedeutet, man könnte auch von Verlust an Macht sprechen, und deshalb sind Gedanklen in diese Richtung reine Verschwendung. Es wird nie eine starke EU geben, denn bekanntlich ist Geld dumm.

Im übrigen werden, den Brexit betreffend, die Bürger der EU wieder einmal verarscht. Man will tatsächlich in den nächsten 11 Monaten mit GB neu verhandeln, was über die Zeit auf mehreren tausend Seiten Papier an Einzelregelungen festgeschrieben war, und das mit 27 Einzelstaaten, wovon 19 in einer Wirtschafts- und Währungsunion zusammengeschlossen sind und mitreden wollen, wobei Geld, Macht und persönliche Eitelkeit wesentliche Einflussfaktoren sind.

Dennoch besteht die Gefahr, dass man sich am 31.12.2020 in Brüssel vor der Öffentlichkeit aufbaut und verkündet, man habe das Riesenpensum doch geschafft. Wetten, dass dann Pfusch abgeliefert wurde? Etwa so etwas wie ein unverbindlicher Rahmenvertrag? Und in den folgenden 5 Jahren haut man sich einmal pro Woche die Augen dick, weil es dann um die Sache geht? Schon gut, das ist nun eine Übertreibung.

Ich sehe es kommen. Österreich landet vor dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen, weil man sich in Wien weigert, das Wiener Kalbsschnitzel mit britischer Minze-Sosse zu servieren, und GB wird ein Einfuhrverbot für österreichisches Powidl verhängen. Und die Deutschen werden gehorsamst tonnenweise Minze-Sosse aufkaufen und klammheimlich als Sondermüll nach Afrika schaffen lassen, weil das Zeug nicht brennen will.

Freut Euch, Leute! Es sieht ganz danach aus, als habe der Spass erst angefangen! Keine Frage, man wünschte schon, dass alles glatt über die Bühne geht und das Thema Brexit ad acta gelegt werden könnte. Aber wer soll’s richten? Etwa der Grosse Wanderzirkus, der ständig zwischen Strassburg und Brüssel pendelt? Hast Du heute schon gelacht?

Endlich ist er Wirklichkeit, …..

der Brexit. Und ich begrüsse von ganzem Herzen, dass wir die Briten endlich los sind. Sie waren eh stets ein Fremdkörper in der EU, und unentwegt darauf aus, irgendwie irgend etwas abzusahnen. und dies versuchte die selbsternannte Upper class mit einigem Erfolg in ihrer grosskotzigen, parasitären Art. Ein Beispiel gefällig? Auf Long Island/Bahamas haben die Briten eine 110 km lange Strasse gebaut.
Bezahlen musste die EU. So geht „very british“.

Boris Johnson und seine Crew verdienen allerdings Respekt. Anscheinend handeln sie überaus clever, indem sie den Ausstieg betreffend einfach nichts tun. So können sie darauf hoffen, dass alles so weiterläuft wie bisher mit der Ausnahme, dass die Zahlungen an die EU-Kasse entfallen. Man wird in London hocken wie Spinnen im Netz und auf die Schwächen der EU warten, um daraus politischen Nutzen zu ziehen. Das konkrete Business überlässt man den Unternehmen, die jeden Weg nutzen werden, um größere Schäden an den Handelsbeziehungen abzuwenden.

Johnson achtet sorgsam darauf, dass ihn keine Langeweile quält. Solange er nichts anderes zu tun hat, baut er die Staatsform GBs um in ein Feudalsystem. Dabei hilft ihm die Lichtgestalt der USA, Mr. Trump nach Kräften. Man nennt das dann „progress“.

Ich denke, es wird sich nach angemessener Karenzzeit erweisen, dass die EU als Verlierer da steht. Mit Geistesgrössen wie Frau von der Leyen kann man gegen die ausgeschlafenen Briten nicht gewinnen.

Nun noch das Sahnehäubchen obendrauf: In den britischen Medien wird seit vielen Monaten gegen das Nazi-Deutschland gehetzt. Die Deutschen sind an allem schuld, was in der EU und in GB versemmelt wird, und sie werden das auch noch in hundert Jahren sein.
Und bitte lasst die Schotten in GB eingebunden. Ich habe eine höllische Angst bei der Vorstellung, dass sie Europa mit ihrem Nationalgericht, dem Haggis überfluten.

Attacke!

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die sind nicht so wie wir es erwarten. Aber sie sind wie sie sind. Nichts und niemand wird daran etwas ändern. Sie sind wirklich, begreifbar. Und sie sind für uns sichtbar wie alles Sichtbare, sofern unser Geist dies zulässt, und sie sind unsichtbar, wenn uns blinde Gefühle beherrschen, wenn sich der Geist verdunkelt. Gewinnen diese Dinge Oberhand, so leiten sie uns in die Irre, und wir neigen dann zum Okkulten, suchen Schamanen und andere Deuter, die uns einen neuen rechten Weg weisen sollen und wir zeigen uns verwundert, wenn dieser Weg in einem Häufchen Asche endet, dort, wo alle Dinge enden, die nicht in einem Leben fixiert wurden, denen der Anker zum Festmachen fehlt, die ungesagt blieben oder schlimmer noch ungedacht. Gedacht oder nicht, sie manifestieren sich irgendwann in unserem Bewusstsein und neigen dazu, uns Tag und Nacht zu beschäftigen, als wären sie das Leben selbst, oder gar der Tod. Dabei sind sie zumeist ein Nichts, oder sie verlangen nur ein Weniges unseres Potentials. Doch diese Dinge überfordern Verstand und Vernunft, entgleiten uns in das Reich der Phantasie, und mutieren dort vom Zwergen zum Riesen, was für unser Wohlbefinden eine empfindliche Belastung darstellt und wir nach Wegen suchen, derartigen Fiktionen zu entkommen.

(wird nicht fortgesetzt)

Was soll dieser Text uns sagen?

Ist es ein Denkansatz zu einer zugegeben unausgeschlafenen Philosophie, oder ist es astreiner Nonsense? Natürlich ist es Nonsense. Hast Du das wirklich gelesen und Dich nach dem Sinn gefragt? Dann hast Du gerade versucht, einen toten Gaul zu reiten. Ich bitte um Entschuldigung für meinen Versuch zu manipulieren.

Es gibt einen Grund für diese Missetat. Neulich hörte ich die Bundestagsrede eines deutschen Politikers, die mit derartigen Kurzpassagen buchstäblich verseucht war. Und keiner der Zuhörer erhob sich, um diesem Kerl in die Fresse zu hauen. Nein, es gab Beifall für kunstvoll hochgeschraubtes Nichts.

aus: Landsknechtslied

Lied der Landshut-Burghauser Landsknechte:

„Fechten wir soweit die Erde
bald für das und bald für dies;
dies und das
Suff und Frass
soll der Landsknecht haben!“

In den letzten Tagen war die Berufung Sigmar Gabriels in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank ein wahrer Aufreger. Auf Seiten der SPD wurde dieser Schritt wohl als Verrat an der Sache gewertet – ungeachtet der Tatsache, dass „die Sache“ wie ein erlöschender Stern am politischen Himmel der Republik erscheint.

S. Gabriel ist als Ex-Bundesminister und Vizekanzler zweifelsfrei saniert. Ministerrenten reichen wirklich für das Nötigste. Aber der Mann hat drei Töchter und wird demzufolge drei weitere Haushalte absichern wollen. Somit sind fette Tantiemen hoch willkommen.

Nun ist es billig, das Thema auf den Geldvorteil zu reduzieren. Herr Gabriel ist schliesslich auch ein Sozialdemokrat und sollte ideologisch entsprechend festgelegt sein. Aber plötzlich legt er Landsknechtsmanieren an den Tag, oder moderner gesagt die eines Söldners – gar wie Friedrich Merz von der CDU, der beinahe unzählige derartige Ämter für sich aufgehäuft hat – shocking!

Zugegeben: Wir mögen solche Politiker am liebsten, die es nötig haben, sich an öffentlichen Tafeln zu verpflegen und die Weintrauben aus den Abfallcontainern der Supermärkte zusammensuchen. Das sind welche von uns. Das sind unsere Heroen, die Idealismus verbreiten wie die Kirchen das Seelenheil!

Sigmar Gabriel ist nicht so geklöppelt. Er stand ideologisch stets einen Fussbreit im Lager des Gegners, und das ist sein gutes Recht. Wenn er nun konsequent die Seite wechselt, steht er vielleicht immer noch einen Fussbreit im gegnerischen Lager?

Und hat die SPD nun ihre Führungsfigur verloren? Denke nach! Eine solcher Art hatten wir bereits mit Gerhard Schröder, und die hat weder der SPD noch dem Land gut getan.