Kreativ gedacht

Zu Trump’s mexikanischer Mauer:

US-Kongress genehmigt Trump 5 Milliarden Dollars.
Das ist Geld, das nicht existiert.
Deshalb wird derzeit nicht gebaut.
Tatsächlich wird nur repariert, was bereits steht.
Nun ein Beispiel für die dumm-dreiste US-Admin:
Man plündert das Bau-Budget der US-Army.
Also gibt es kein Geld für Sanierung von Objekten in Standorten.
Die Idee: Sanierungsarbeiten z. B. in der BRD bezahlt die BRD.
Das bedeutet:
Deutsche Steuerzahler finanzieren Trump‘s Mauer.
Andere europäische Länder wären gleichermassen betroffen.

Ist das schlau, oder ist das schlau?
Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde!

Völkerwanderung

Tun wir mal etwas, was die Politiker der Gegenwart scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Schreiben wir den Klimawandel fort in die Zukuft, indem wir begonnene Veränderungsprozesse weiterentwickeln:

Ich mache es ganz kurz. Sagen wir, das Äquatorialklima hat Mailand erreicht, und Afrika ist grossflächig nicht mehr bewohnbar. Der Grosse Hunger quält die Menschen, und sie sind gezwungen, nach Norden auszuweichen.

Der Norden hat sselbst grosse Probleme mit der Ernährung seiner Bürger. Die Umstellung auf subtropische und tropische Produkter in der Landwirtschaft ist schwierig, die Erträge sind gering. Und vor der Tür stehen die Afrikaner und begehren Einlass in das Europa.

Es sind nicht einfach „Afrikaner“. Nein, ein kreativ denkender Despot hatte eine kluge Idee. Es sammelt kontinentweit die Kindersoldaten ein, bewaffnet sie ordentlich und bringt sie als Türöffner in Gruppen von 800 Kindern über das Mittelmeer nach Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland. So stehen Europas Soldaten einer Kinderarmee gegenüber. Und im Hintergrund warten Millionen hungernde Afrikaner auf den Marschbefehl „Nach Norden!“

Kindersoldaten sind von besonderer Art. Sie sind entwurzelt, ihre Seelen sind zerstört, und sie sind auf Gewalt konditioniert. Sie sind kleine, tödliche Automaten. Was nun? Darf, oder muss man auf Kinder schiessen?

Ich zweifle nicht. Wir werden auf diese Kinder schiessen, weil wir es müssen. Und wir werden Afrika nicht in Europa aufnehmen. Beides werden wir als Massnahmen der Notwehr verstehen, und das sind sie schliesslich auch.

So weit ein Kurztrip in die SF.

;>(

Nachts

Es ist Mitternacht.
Die Geister versammeln sich.
Das Leben verliert sich in der Zeit.
Doch starke Gedanken entflammen
und zünden Feuer an.
Sie erhellen den Geist,
und weisen den Geistern
ihren Platz im Universum.
Die Zeit scheint zu fliehen,
wird schnell und schneller.
Nichts und niemand hält sie auf,
und die Geister verlieren sich im Tag.
Wieder einmal,
wieder einmal
siegte der Geist über die Geister.

Begegnung

Nein, es war keine regennasse, kalte und tiefdunkle Nacht, in der ich eine neue Seite des Daseins kennenlernte. Es war ein sonniger, warmer Frühsommertag, und das Schicksal erwischte mich eiskalt, und unspektakulär. Ein Mann schlief ein, schlug mit dem Schädel auf das leder-gewandete Lenkrad, der rechte Fuss verlor den Kontakt mit dem Gaspedal, und ein dunkelblauer Daimler rollte langsam aus und blieb schliesslich stehen.

Ich selbst beobachtete die Szene im Rückspiegel meines eigenen dunkelblauen Daimlers, nahm den Fuss vom Gas und stand irgendwann so um 50 m weiter vorne. Besorgt verliess ich mein Fahrzeug und ging rasch nach hinten, um nach dem anderen
Fahrer zu sehen. Ich stellte zweierlei fest. Dieser Autofahrer war tot.
Kein Puls, kein Atem, nichts. Und dieser Autofahrer – das war ich selbst. Bei der Kontrolle seiner Person hielt ich meine eigene Brieftasche in der Hand. Ich holte meine hervor und verglich. Sie waren bis ins letzte Detail identisch.

Während ich nun über meine mysteriöse Situation nachdachte, bewegte der Tote seinen Kopf zur Seite, sah mich durchdringend an, und starb endgültig. Mit seinem Leben verlor ich meine Brieftasche, und der vorne geparkte Daimler löste sich in dunkelblaue Aerosole auf. Ich hatte also meinen Tod erlebt und stand nun bei meiner eigenen Leiche.

Er, also ich, vielmehr wir beide warteten nun auf Hilfe. Endlich kam der Erwartete, jener allseits beliebte und unbekannte tapfere Bauer auf seinem Fendt-Trecker vorbei, beäugte das Malheur und forderte über den CB-Funk Hilfe an. Ich habe dann den Bauern und die nun herbeigeeilten anderen Figuren aufmerksam beobachtet. All haben sich voll auf ihn, also auf mich im Daimler konzentriert. Ich, der lebende Tote wurde nicht registriert. Es war, als hätte man mich überhaupt nicht gesehen.

Es traf hart. Man existiert, und wird ignoriert. Und da war tatsächlich, für einen kurzen Moment, ein Anflug von Emotion spürbar, bis sich geforderte Gelassenheit über mir ausbreitete wie eine wärmende Felldecke im Winter. Ich verstand, dass der da, mein erstes Ich, mein Wirt nun in die Erde oder ins Feuer muss, während ich selbst, der Zweite, endlich, endlich auf unbestimmte Zeit frei bin. Nichts von dem, was ein Menschenleben so schwierig macht, kann mich noch treffen. Und alles, was ein Menschenleben so lebenswert macht, wird mir nicht mehr …..

Sichtweite

Eine Ameise erklimmt einen Kieselstein
schaut sich um, und was sieht sie?
Kiesel.

Zehn Ameisen erklimmen einen Kieselstein,
schauen sich um, und was sehen sie?
Neun Ameisen, und Kiesel.

Zehntaused Ameisen erklimmen einen Kieselstein,
schauen sich um, und was sehen sie?
Ameisen, und keine Kiesel.

Du nimmst den Kieselstein und wirfst ihn in den Fluss.
Zehntausend Ameisen suchen ihren Stein.
Und was siehst du? Nichts von Interesse.

Du erklimmst einen Alpengipfel,
schaust dich um, und was siehst Du?
Viel Landschaft, aber keine Ameise, keine Kieselsteine.

Blicke irren durch kleine Welten.
Was sehen sie? Miniaturen.
Auch wir sehen nicht die grossen Welt.
Dort sind wir nämlich die Ameisen.

Geblubber

Dementia senilis, zu deutsch: Altersschwachsinn.

Ich denke, man sollte vielleicht nicht darüber witzeln. Sich eher fragen, wie es um den eigenen Verstand bestellt ist.

Ein normaler Mensch tut das natürlich nicht. Er ist sich seiner Sache sicher. Bei ihm ist alles in Ordnung, und das bisschen Vergesslichkeit ist in seinem Alter völlig normal. In seiner Familie sind alle alt geworden, und es gab nicht einen einzigen Fall von Demenz. Wie es sich für eine gute deutsche Familie gehört. Stets gesund an Körper, Geist und Seele, zudem blond und blauäugig, schnell wie ein Windhund, zäh wie Leder und hart wie Krupp-Stahl. Das, auch wenn solche Werte heute nicht mehr so sehr nachgefragt werden. Heinrich Himmlers Lebensborn eV hat längst ausge- dient, und wir vermischen uns mit allem, was hier herumläuft und attraktiv aussieht. Sprachlich, gene-tisch, kulturell – jeder kann machen, was er will, und jeder kann kochen, was er kann, man nennt die Dinge nach eigenem Gusto, sollen die anderen sich anstrengen, um MultiKulti zu verstehen, jene Sprachentwicklungsstufe, in der sich Deutsch, Türkisch, Italienisch, Englisch, Französisch und Spanisch vermischen, die Melange mit Comic- und Prolo-Slang gewürzt ist, und zu guter Letzt um Computer- und SMS-Sprüche sinnig ergänzt wird.

Nein, ein normaler Mensch kennt keine Demenz. Nicht in der eigenen Familie, und schon garnicht bei sich selbst.

Bei mir ist das anders. Ich werder im Alter vergesslich. Meines Vaters Bruder hat schon mal den Wäsche-schrank mit dem Klo verwechselt und hineingepinkelt. Oder eine Nacht lang im Besenschrank gestanden, und wurde erst nach dem Frühstück dort entdeckt. Natürlich halte ich mein Büro peinlich in Ordnung. Verbessere mein Ablagesystem ständig – und finde nie ein Dokument, und sei es noch so wichtig. Natürlich konnte ich mir früher mühelos dreissig PINs und vierzig Telefonnummern merken – heute fehlen mir davon schon runde 15 Prozent. Natürlich habe ich nicht in unseren Wäscheschrank gepieselt. Noch nicht.

Natürlich starte auch ich meinen Browser und weiss dann nicht mehr, was ich im Internet eigentlich wollte. Suche aus reiner Verlegenheit nach einem neuen Spiel, hole es und schmeiss es wieder weg, weils mich nicht interessiert, oder weil ich die Regeln nicht kapiere.

Natürlich würde ich meinen Hintern vergessen, wäre er nicht angewachsen. Klar, ich suche ständig meinen Autoschlüssel, und es käme mir nie in den Sinn, mich selbstkritisch zu fragen, ob Autofahren überhaupt einen Sinn macht, wenn es mit den Sinnen immer  dünner wird.

Aber selbstverständlich bin auch ich normal. Und zwar völlig. Das Dumme ist nur: Ich habe vergessen, was normal eigentlich heisst. Der Norm entsprechend vielleicht? Und wenn ja, welcher? Der gesellschaftlichen Norm entsprechend? Welcher Gesellschaft bitte schön? Und wie soll ich eine gültige Norm entdecken, verstehen, in einer Gesellschaft, die so multikulti ist, dass ich schon nicht mehr weiss, ob ich mir für einen Spaziergang ein Kopftuch umbinden und endlos  „Äiii Macker!“ rezitierend eine Paella aus der Hosentasche löffeln soll – das alles strengt mich zu sehr an.

Ich vermute, ich bin normal, aber anders. Moment. Anders normal …. als normal Normale – klingt ziemlich schwachsinnig. Ich muss gleich mal meinen Schlüsselbund suchen. Deshalb habe ich eben mal im Internet nachgesehen – nichts. Nur merkwürdige Seiten wie „Wie hänge ich einen Schlüssel an meinen Schlüsselbund“ und „Wie hänge ich einen Schlüssel vom Schlüsselbund ab“. Ich weiss immer noch nicht, wo ich meine Schlüssel vergraben habe. Das Internet weiss doch nicht alles.

Wenn sich  Beamte und Politiker aus der Staatskasse bedienen wollen, dann machen sie sich ein Gesetz, beschliessen es, und greifen zu. Belege dafür sind beispielsweise das Diätengesetz, das Parteienfinanzierungsgesetz und das Beamtenbesoldungsgesetz mit einem unübersichtlichen Anhang an Durchführungsverordnungen und ähnlichen Verschleierungsinstrumenten.

Ich selbst bin in dieser Frage schon katholisch. Benutze denselben Trick zur ideellen Bereicherung; ich mache mir meinen Standard für Normal selbst, und dann messe ich meinen Zustand an dieser Latte, und siehe: Ich bin tatsächlich wie jeder andere auch stinknormal.

Pass auf. Es ist garnicht so kompliziert. Nehmen wir das Nasebohren. Erstens tut Nasebohren gut, besonders wenn der Rüssel juckt, und zweitens macht es jeder zweite Autofahrer. Also ist Nasebohren normal. Demzufolge darf ich ohne schlechtes Gewissen diese Wohltat geniessen, zumindest während der Autofahrt, ohne Begleitung. Und nun ersetze Nasen-bohren durch Jucken am Hintern und kratzen. Merkst Du etwas? Die Mechanik funktioniert voll. Das ist es, was ich meine. Selbstverständlich mag es Leute geben, die Nasebohren als unappetitlich und unanständig empfinden. Schon haben wir ein weiteres, griffiges Beispiel, nicht wahr? Individuelle Normalitäten existieren parallel. Wo sie aufeinandertreffen, herrscht Spannung, die sich im schlimmsten Fall in einem Krieg entladen kann. Nun gut, ich will weiss Gott nicht behaupten, es würden wegen Nasebohren oder Hinternkratzen Kriege begonnen. Eher kleine, persönliche Konflikte: Kannst Du das nicht lassen, Du altes Schwein? Man kennt das. Toleranz ist, wenn man trotzdem lacht. Ich antworte: Das Schwein lasse ich Dir noch durchgehen, aber wegen des Alt sehen wir uns vor Gericht!

Menschen können ja so unerquicklich sein. Allzuviele Zeitgenossen haben – wie man das bei Green Peace ausdrückt – soviel Charme und Charisma wie das hintere Ende eines ungenehmigten Abflussrohrs. Man möchte böswillig unterstellen, sie seien nicht normal, sondern normacid.

Der Magensaft sollte normacid sein, damit er ein Eisbein auch dann zersetzt, wenn einer den Knochen mitgegessen hat, nicht wahr? Es kann nämlich nicht jeder ein Gewölle hervorwürgen, nur weil er vergessen hat, das Huhn zu rupfen, bevor er daraus ein Ragout zubereitet.

Schliesslich ist zu bedenken, dass es zwischen dem Normalen und der Normalen zu unterscheiden gilt. Über das Normale haben wir uns nun schon reichlich den Kopf zerbrochen. D i e  Normale nennt man in der Mathe das Tangentenlot, nämlich die auf einer Geraden oder einer Kurve an einem vorgegebenen Punkt errichtete Senkrechte. Eine Tangente wiederum ist eine Gerade, die eine Krumme an einem bestimmten Punkt berührt. Tangentenlot.  Da gab es doch einen Lot, der mit seiner Familie aus Sodom vertrieben wurde. Die Polizisten hatten diesen Leuten verboten, zurückzublicken. Nun ist es nur normal, wenn man gerade des Verbots wegen neugierig zurückschaut. Lot´s Weib tat ein solches und erstarrte lotrecht zur Salzsäule. Lot selbst suchte nach seiner Frau und schaute nach hinten – seitdem steht er auch als Salzlecke in der Wüste und bereitet den Kamelen Freude. Senkrecht versalzen steht Familie Lot auf einem Hügel, mathematisch ausgedrückt als Tangenten-Lot. Die völlig andere Art einer Normalen.

Das Auf-ein-normales-Mass-zurückführen nennt man normalisieren. Im allgemeinen kann man so jede Form der Kindererziehung nennen. Strittig ist allerdings noch immer, ob man die Prügelstrafe als kraftvolles Normalisieren bezeichnen darf.  Willst Du nicht ein Normaler sein, dann schlag ich mit dem Rohrstock drein! Insbesondere entfacht das anzunehmende Ungleichgewicht der Kräfte immer wieder neue Diskussionen. Extrem-Normalisierer vertreten dabei den Standpunkt: Das ist mein Kind, und ich kann damit machen, was ich will!

Von der etruskischen Kultur ist nicht allzu viel zurückgeblieben, aber der Begriff Norm gehört zur Hinterlassenschaft dieser Kultur, selbst wenn die Griechen und später die Römer beim Hinterlassen die Finger im Spiel hatten. Seitdem ist dieser Wortstamm prächtig gediehen und hat sogar eine Norma Jeane Mortensen hervorgebracht, die wir als Marylin Monroe erlebt haben.

Bis dahin ist alles im grünen Bereich, alles normal. Insbesondere das Erklärungsschema für Normal ist normal. Ich bin normal, obwohl ich meinen Schlüsselbund immer noch nicht gefunden habe, ich ihn im Internet suchte, was eher paranormal erscheint, nach Deinen Massstäben gemessen, und ich fühle mich dabei und trotzdem  einfach – gut.

Und genau genommen bin ich der Meinung, dass Menschen weder normal noch anormal sein können, oder gar sollten. Dinge – ja.  1 Meter = 10 Dezimeter = 100 Centimeter. Alles bestens, das muss so sein, schon wegen des Milchkaufens.

Normal sein ist eine undefinierbare Grösse kollektivistischer Werte, kein Normalmass für Menschen, sondern eine subjektive Beurteilung von Sichtweisen. Der Mensch ist ein Idividuum, ein Unikat, mit nichts als sich selbst zu vergleichen – so etwas wie prim:

(HOTmail-mail)/HOT=1

Das ist  der Unikatsbeweis.

Ein Mathe-Lehrer: Leerer Scheiss!

Nichts weiter als nur Schabernack.

Nur leeres Stroh im Jutesack.

Ist schliesslich auch nicht ernst gemeint,

Mathematik ist eh mein Feind,

beweist mir stets dass ich zu dumm,

bei Zahl und Formel bleib ich stumm.

Doch  Z a h l e n  ist stets meine Sache –

Es scheint, s’war meines Weibes Rache!

(Priamel, Spruchgedicht): Risum teneatis amici!

Verkneift Euch das Lachen, Freunde! (Horatius, de arte poetica)

Und meinerseits, ganz privat: Nichts als Angeberei. Ein Schuft, der Böses dabei denkt!

 

Reflektion

Solltest Du Dich  fragen, was das hier soll: Ich weiss das auch nicht.

Hast Du noch nie ´ne blöde Idee gehabt? Ja? Siehst Du. Ach ja, ich verstehe. Du schreibst es nicht gleich auf! Ich schon. Oft.

Man sieht erst richtig, wenn man es hingeschrieben hat. Und dann kann es zu spät sein. Steckt erst mal Geld oder Arbeit drin, hat es einen neuen Wert gekriegt. Und dann einfach wegschmeissen?

Schau mal:

 

Im Kopf ist nur Makulatur –

Übervolles fliesst über.

Schreib´s hin, dann mache Remedur –

Bald klebt Tapete drüber.

 

Auch ein Weg nicht wahr? Raus damit, und entsorgt! Mögen andere sich damit herumärgern. Diese Taktik ist ohnehin längst geübt. Man lernt sie in der Schule kennen (wer interessiert sich schon für Aufsatzschreiben),

und selbst an den Universitäten werden die jungen Leute mit Studieninhalten vollgestopft, die zu geistigen Obstipationen führen und nur per Laxativum gelindert werden können – z. B. könnte man es mit Alkohol versuchen, denn:  Im Wein liegt Wahrheit! Und das hülfe beim Aussortieren dessen, was unter die Tapete gehört.

  Die Pizza bruzzelt still im Ofen,

noch duftet sie so wie sie soll.

Noch tut der Käse goldig loofen,

des Bäckers Stimmung dreht nach moll.

 

Die Augen zu – er träumt vom Bett,

schon holt ihn sich der Schlummer.

Im Ofen brennt derweil das Fett,

der  Pizza-Brand macht Kummer.

 

Kohle verströmt Salami-Duft.

So schwarz, und doch so lecker!

Der Bäcker aus der Küche ruft:

Er will nun kein Gemecker.

 

Die Hausfrau sieht: Hilfe tut not,

und schleicht sich leis zum Schrank.

Die Kinder kriegen Butterbrot,

der Bäcker einen Dank!

 

Hier mehr zu tun bringt garnichts ein,

der Pleite voll bewusst

pfeift sich der Bäcker einen rein,

ertränkt im Schnaps den Frust.

 

Pizza und  Bäcker , wie verreckt

so liegen sie vereint

nun in der Küche hingestreckt –

es war nur gut gemeint!

 Sowas kennt man. Wenn Dir Dein Computer verreckt, und Du hast einen format c: hinter, und einen kompletten Neuaufbau vor Dir, und zudem einen Topf feurige Bohnensuppe auf dem Herd in der Küche – ja dann wird´s lustig. Du rennst nur noch hin und her, hier clicken, dort umrühren, hier einem Idioten von Programmierer auf blöde Fragen antworten, dort

die Hitze runterregeln, zu spät, wie es sich gleich zeigen wird, und wieder  zurück, um ein Download zu checken und eine Setup.exe zu suchen, zurück in die Küche, weil’s stinkt – natürlich sind die Bohnen nun angekokelt, das machst Du noch zweimal, dann hast Du am PC den Faden verloren und in der Küche Dein Mittagessen – und im Kühlschrank stinkt der Tilsiter wie ein Güllewagen im Hochsommer, während das Brot im Schrank damit begonnen hat, seine Form von straight on nach curled zu ändern und dabei die Hälfte an Gewicht zu verlieren. Endlich bemerkst Du, dass Du etwas falsch gemacht hast.

Aber es keiner da, der Dir sagen würde, was es war. Dramen, wie das Leben sie schreibt.

Ich bin dumm wie Bohnenstroh

So sehn wir mich schon immer.

Und dennoch gut gelaunt und froh –

Wieso? Hab keinen Schimmer!

 

Mal tu ich dies, mal tu ich das!

Ganz wie der Zufall will.

Ich fühl mich wie ein leeres Fass

und mein Verstand steht still.

 

Nur ab und an geht es mir schlecht,

Momente werden licht.

Ich sage etwas,  habe recht,

und mein Verstand erbricht.

 

So schrieb ich es an meinem Tisch.

Egal, wie ich es will:

Es ist wie mit gekochtem Fisch –

mal mit, mal ohne Dill.

 

Das Understatement – Unterbewertung,  Untertreibung?

Ich bin so dumm wie Bohnenstroh – eine Unterbewertung? Oder eine Untertreibung? Nicht so dumm, oder noch dümmer? Lassen wir es einfach beim Understatement, und Du kannst Dir etwas Passendes aussuchen.

 Ich bin so dumm wie Bohnenstroh – das hat irgendwie Rhythmus, nicht wahr? Man muss es einfach verwursten.

 Wie ich mich selbst sehe?  Mit Verlaub: Dem Vergleich mit Bohnenstroh möchte ich nur ungern standhalten müssen. Ich halte es lieber mit dem Cherubinischen Wandersmann (geistreiche Sinn- und Schlussreime):

  Ich bin, ich weiss nicht wer.

Ich komme, ich weiss nicht woher.

Ich gehe, ich weiss nicht wohin.

Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!

 

Ja, ich liebe diesen Spruch.

Angelus Silesius, zu deutsch Schlesischer Bote,

lebte von 1624 bis 1677 in Breslau,

war geistlicher Dichter und hiess eigentlich Johannes Scheffler.

Surreal

Zugegeben, ich bin einigermassen irritiert.
Erst vorgestern, und gestern war Heute.
Und jetzt schon wieder. Seit 9 Minuten.
Ich verstehe die Zeit nicht. Besser:
Nicht mehr.
Im TV war vorhin die Rede von Heute abend.
Die Logik gebietet, anzunehmen, dass es
folglich auch ein Heute morgen und / oder
Heute mittag geben muss.
Und damit muss ich mich fragen,
wie ich mit dieser Information umgehen
muss. Was ist zu tun, und was ist zu
unterlassen?
Was ist, wenn morgen wieder Heute ist,
und ist das Morgen-Heute mit dem
Vorgestern-Heute identisch oder
wenigstens vergleichbar?
Wenn ich also das Gestern und das
Vorgestern erinnere, kann ich
Erfahrung auf das Morgen übertragen,
hätte so einen Plan für das Morgen-Heute.
So wäre die Unsicherheit zur Zukunft
zu besiegen,
und zur selben Zeit wäre zu entscheiden,
ob das Gestern-Heute den Tag bestimmt,
oder ob nicht doch alles anders sein soll
Gibt es eigentlich ein Morgen ohne Heute?
Und ein Heute ohne alles?
 
Ich schaue auf meine Uhr.
Ich vermute, sie zeigt nur das Jetzt.
Ich brauche das nicht.
Ich bin.

Die Bloggerin Weiss-nix ergänzt mein Klagelied:

Fühlen….Verstehen…Sooo Müde….Soooo Träge….Lust auf….Weiss-Nicht-Was….Noch zu Früh…..Für Was?…Noch einmal…Lesen…Konzentration….Reicht Nicht…Kaffeekochen?…Welches Thema…. Sinnsuche….Gestern-Heute-Morgen-Jetzt?….Sein?….Ich? ….Du?….das Universum.?…Hilft auch nicht….Schokopudding…Döner…Keine Ahnung…Jedenfalls…Doch.

Ich bin zu Tränen gerührt!

Denken lenken – sehr nützlich

Ein Medizinstudent, kurz vor dem 1. Statsexamen,
erscheint im Büro, offensichtlich übelgelaunt,
schmeisst sich auf einen Besucherstuhl. Grummelt „So eine Sch….“.
Ich frage: „Was ist los, Schorsch?“ Er: „Muss die Küche streichen.“
Ich: „Hast Du doch gerade fertig!“ Er: „Die Dose Ravioli!“
Ich: “Mit Tomatensosse?“ Schorsch: Schweigt.
Ich kombiniere: Dose ungeöffnet erhitzt! Explodiert wie eine Landmine.
Ravioli an der Küchendecke, und auch sonst überall, mit roter Sosse!
Ich: „Schorsch, is was?“ Aber Georg ist schon wieder in seiner Küche.
Oder bei seiner Examensarbeit über die Degeneration von Kniegelenken.
Ich wusste: Dieser Tag ist gelaufen, bevor er richtig anfing.

Rote Linsensuppe …..

….. erwärmen: Suppe in den Topf geben, auf einer Kochstelle plazieren und dann den Booster einschalten.

Effekt: Die rostrote Mumpe wird am Topfboden höllisch heiss, aber die obere Schicht bleibt kalt. Ich rühre, damit nichts anbrennt, bin also hautnah am Geschehen. Ich lerne, dass sich im Topf etwas bildet, was mit vulkanischen Schlammlöchern vergleichbar ist – nur die rostrote Farbe der Mumpe stört ein wenig.

Unverschlüsselt: Die heisse Suppe steigt nach oben und explodiert in einer Fontäne.

Somit sind das Kochfeld, der Topf, mein T-Shirt und meine Brille versaut, und meine Rührhand weist diverse Stellen auf, die „Verbrennung“ signalisieren.

Reaktion: Sofort alles auf Null! Suppe rühren! Temperatur prüfen! Und fluchen! Nun hat auch die Zunge etwas abgekriegt.

Gelernt: Der Booster ist an allem schuld. Nie mehr ein Induktionskochfeld kaufen!