Kunst schaffen

Was mögen wohl die besonderen Eigenschaften sein,
die uns einen Menschen rechtmässig der Berufsgruppe der Künstler
zuordnen lässt? Hier ein Versuch:
 
Solides Handwerk beim Umgang mit Werkzeug und Material
Bereitschaft zu Risiken
Fähigkeit zu kreativem Denken
Geistige Flexibilität
Ausgeprägte Imagination
Natürliches Talent
Geduld und Ausdauer
 
So, ich denke, damit liesse sich ein Künstler herstellen. Natürlich habe ich diese Kriterien umgehend zur Begutachtung meiner Person verwendet. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen.
Das Ergebnis hat mich überrascht:

Ich bin keiner! Tatsache!

Gefangen, und doch frei



Man kann Gefangener seiner eigenen Unzulänglichkeit werden.
Dann sucht man Tröstliches bei Hoffmann von Fallersleben.
„Die Gedanken sind frei …..“! Gottlob, wenigstens die sind es noch!
 
Man denkt weiter. Und man erkennt, dass sich diese Nebensache unbemerkt zur Hauptsache entwickelt hat. Man lernt es zu schätzen, dass wenigstens der Kopf noch gut arbeitet.
 
Und so ergibt sich:
Wenn ich nicht mehr in die Welt kommen kann, dann möge die Welt zu mir kommen!
Bemerkenswert, dass sie das tut. Die Kommunikationstechnik
beweist dabei ihren besonderen Stellenwert,
indem sie die materielle wie die Geisteswelt präsentiert,
und ständig verfügbar ist.

Das ist einfach grossartig.

Was ist Kunst?

Hat nicht Joseph Beuys gesagt, jeder Mensch sei ein Künstler? Fast hätte man ihn dafür gekreuzigt. Schliesslich brachte er das Geschäftsmodell „Kunst“ in Gefahr!

Ich denke, er hatte recht. Beuys schmückte eine Zimmerecke an der Decke mit einer Ladung Butter (!), und die Kunstwelt überschlug sich vor Begeisterung. Was seine „Fettecke“ auszeichnete, war nur die Originalität.

Wie sieht nun der Prozess aus, der ein solches Objekt zum Kunstobjekt macht?

Beuys klebte Butter in die Ecke. Die Fettecke ist zunächst ein Objekt, ein Ding, mehr nicht. Dann kommen die Beurteiler, Leute wie Du ind ich. Sie lassen ihre 5 Sinne arbeiten. Erst die Sinne der Betrachter machen die Fettecke zur „Fettecke“ von Joseph Beuys.

Bildhaft gesagt: Ein Ding ist nur ein Ding. Mehr nicht. Erst das Auge des Betrachters (und der Kunstmarkt) machen dieses Ding zur Kunst. Egal, ob Bild, Ton, Poem, Menue oder Moschee. Sogar eine gute Erbsensuppe kochen ist eine Kunst, oder?

Können wir nicht alle irgendetwas besonders gut? Denke an Joseph Beuys!

Was ist Gegenwart?

Hast Du schon mal über das Substantiv „Gegenwart“ nachgedacht? In Wikipedia wird definiert:

Gegenwart ist eine Bezeichnung für ein nicht genau bestimmtes Zeitintervall  zwischen vergangener Zeit (Vergangenheit) und kommender, künftiger Zeit (Zukunft). Als Synonyme dafür werden auch die Begriffe heute und jetzt verwendet. Unbestimmter Zeitintervall – damit entkommt man einer semantischen Falle. Wunderbar!

Die Logik setzt dagegen eine Konstante, mag sein die Sekunde, und stellt fest: Ist die Sekunde vorbei, so ist sie Vergangenheit, und es läuft die „Gegenwart-Sekunde“. Die nächst folgende ist Zukunft.

Dieselbe Sichtweise gilt für Milli-,Mikro-, Femto- und Attosekunden, unvorstellbar kleine Zeiteinheiten, die man in der Theorie weiter teilen kann bis zur Nicht-Existenz.

Deshalb wird Gegenwart auch mit Zeitlosigkeit definiert. Die Gegenwart ist Fiktion. Es existieren nur Vergangenheit und Zukunft, deren Ausdehnungen gleichfalls nicht quantitativ bestimmt werden können. Logisch, nicht wahr?

Zeit

Die Zeit zerfliesst
wie Schnee in der Sonne.
Das Muss bestimmt den Tag,
das Kann bricht die Struktur des Muss
und das Darf erhellt.

……………………………………………………………………………….


Time is melting away
like Snow in the Sun.
The Have to determines the Days,
the Can breaks up the Concept of the Have to
and the May brightens up.

Der Alltag

Die Zeit verrinnt. Die Tage scheinen uniform. Der Alltag lastet auf uns wie flüssiges Blei. Wir spüren die Sinnkrise, sie lauert vor der Tür.  Aber wir widerstehen der Versuchung, zu öffnen. Zur Ordnung gerufen bedenken wir: Das Negative wird besonders hoch gewichtet, und das Positive wird unterbewertet, als Selbstverständlichkeit  hingenommen wie die Kartoffel auf dem Teller.

Unbestreitbar sind es die angenehmen Petitessen, die unseren Alltag aufwerten, die jede Minute das Tags lebenswert erscheinen lassen.

Die Alltagspflichten bringen Struktur in das Bild eines Tags, und alles andere, ob positiv oder negativ bringt die Farbkomposition. Allerdings muss man seine Bilder auch als solche wahrnehmen, und so oft wie möglich lieben.

Katastrophen

Ich habe in meinem Leben schon
unzählige Katastrophen durchlebt –
die wenigsten davon sind eingetreten.
Meinte Mark Twain.
 
Es sind die unerwarteten
Katastrophen, die heftig schmerzen.
 
Was macht solches Leben mit
dem Menschen?
Mit Glück lernt er den Umgang
mit dem Negativen.
Und siehe da: So manche gefühlte
Katastrophe kann nicht als solche
dramatisiert werden. Wichtig ist nur
der Aufwand zur Bearbeitung
der Folgen eines Ereignisses,
nicht das negative Ereignis selbst.
Der Rest ist oftmals Theaterdonner.