Schatten über der Neuen Welt

Die halbe Welt erregt sich über einen psychisch kranken US-Präsidenten. Zu Recht. Man versteht jene US-Bürger nicht, die zu Trump loyal stehen, obschon er sich unentwegt Entgleisungen leistet.

Man sagt, dieser Mann sollte umgehend in eine Therapie geschickt werden. Das wäre gut für ihn, und für die USA. Diese Auffassung ist vermutlich falsch. Wenn ein Mensch narzisstisch ist, unter einer dissozialen Persönlichkeitsstörung leidet und alle Anzeichen einer Schizophrenie zeigt, so ist er wahrscheinlich nicht therapierbar, aber er wäre immerhin dort, wo er hingehört, und für mehrere Jahre aus dem Verkehr gezogen.

Nun gibt es Menschen, die an vieles zu glauben gewohnt sind. Sie glauben auch, das soziale Problem der USA sei gelöst, wenn der Kranke von der Spitze entfernt sei.
Ihnen sei ins Stammbuch geschrieben:

Die Gemeinschaft der US-Bürger wurde über viele Jahre und durch viele Regierungen zerstört. Trump hat diesen Weg nur fortgesetzt, und dies auf seine sehr spezielle Art. Eine imperialistische Denkweise hat den Blick nach innen verstellt, und erst zwei Krisen, nämlich Trump und Corona bringen die Versäumnisse in den sichtbaren Bereich, verdeutlichen die Risse zwischen Arm und Reich, Nord und Süd, Schwarz und Weiss usw.

Wer nun glaubt, diese Risse könnten geschlossen werden, täuscht sich. Zur Erinnerung: Vor 155 Jahren wurde Abraham Lincoln umgebracht, jener Präsident, der sich entschieden gegen die Sklaverei gewandt hatte – die Afroamerikaner werden noch heute benachteiligt. Man hat 6 Generationen lang über den Rassismus eine hübsche Decke gezogen – mehr nicht. Dieses Beispiel zeigt die Unfähigkeit, die Gesellschaft moralisch aufzurüsten.

Der US-Bürger wurde zu einem Egoismus erzogen, der auf dem Märchen basiert, jeder könne alles werden – auch reich. Für die Verwirklichung dieser Fiktion, so glaubt er, brauche er jede Freiheit. Und die Zugehörigkeit zu einer Solidargemeinschaft macht – das ist korrekt – in einem gewissen Umfang unfrei. Man hat schliesslich die Regeln der Gemeinschaft zu beachten.

Für die Tragik ihrer Situation ist ihnen ideologisch der Blick genommen. Sie glauben daran, dass jeder seines Glückes Schmied sei. Für Geld und Status opfern sie humanistische Grundwerte und nehmen den Zerfall ihrer Nation in Kauf. Sie rufen „Demokratie“ und hinter vorgehaltener Hand flüstern sie, man wäre auf dem Weg in eine Diktatur. Und in ihrem erbärmlichen Zustand machen sie geltend, führende Weltmacht zu sein. Mit einem Donald Trump an der Spitze.

Gibt es einen besseren Beweis für die Feststellung, dass eine ganze Nation krank werden kann?

Ja, aber! Da sind die Demonstrationen! Tausende gehen auf die Strasse! Und dann kommt ein Realist daher und stellt fest: Wenn 1 Million auf der Strasse sind und gegen Rassismus demonstrieren, so ist das 1/330-tel der Gesamtbevölkerung. Anders: 0,33 % stehen draussen, und 99,67 % bekommst Du nicht zu sehen. Und sind 10.000 auf der Strasse, macht das 0,0033% – in der Tat wenig beeindruckend, dieser plakative Idealismus.

Gescheit? Nein, gescheitert!

Was nützt es, wenn man über sein Leben nachdenkt, und dabei der Versuchung nicht widerstehen kann, ein wenig tiefer zu graben, als man das normalerweise tut, wenn man überhaupt willens und in der Lage ist, dort zu graben, wo man Nuggets, oder auch nur rostige Nägel findet?

Im Laufe eines langen Lebens hat man eine Vielzahl von Ereignissen erlebt, die man als positiv oder als negativ bewertet und im Gedächtnisspeicher archiviert hat. Nehmen wir uns heute ein Erlebnis aus der Kindheit vor, das als positiv gilt. Vergessen, oder verdrängen wir es, so verbuchen wir einen Verlust. Wenn wir negative Situationen vergessen oder verdrängen, so sieht es nach einem Gewinn aus.

Nun analysieren wir unser ganzes Leben und trennen dabei Positives und Negatives. Vielleicht kommen wir dann zu einem Ergebnis, ein gutes Leben geführt zu haben? Das wäre dann ein Riesengewinn! Dies nicht zu bemerken wäre ein Riesenverlust.

Zu dieser Erkenntnis stehe ich. Aber das hier benutzte Denkschema ist zu primitiv, um das Thema weiterzuspinnen. Nein, es ist unbrauchbar. >Schon beim summarischen Negativum ist das Eis zu dünn.

Bleibt anzumerken, dass bei der eingangs angestellten Betrachtung alle Werturteile subjektiv sind. Das ist so auch richtig; wenn ein Mensch mit seinem Leben zufrieden ist, haben wir einen Idealfall vorliegen. Die Bewertung durch andere ist verzichtbar.

Aber was, wenn der selbstzufriedene Mensch ein schlimmer Finger ist? Ein subjektives Ideal und zugleich eine objektive Katastrophe? Hier droht schon wieder Unheil. Nichts wie weg, bevor das Gedankengebäude ganz zusammenkracht!

Sitzen geblieben! 6!

Man stelle sich vor, um das Jahr 1600 gelebt zu haben. Der technische wie der soziale Wandel vollzog sich in kleinen Schritten und in langsamem Tempo. Die Menschen jeden Alters waren in der Lage, diese Schritte mitzugehen, sie zumindest zu verstehen.

Nun leben zur Zeit Menschen mit dem Geburtsjahr 1935, oder sagen wir, sie wurden Mitte des letzten Jahrhunderts geboren. Sie mussten mit ansehen, wie die Fortschrittskurve extrem steil anstieg. Die Welt, so auch ihre eigene kleine Welt veränderte sich in rasantem Tempo – während sie alt und älter wurden, und demzufolge irgendwann ihre Leistungsfähigkeit maximal für das 17. Jahrhundert geeignet war, aber nicht für das 20. Jahrhundert. Die Alten bleiben irgendwann auf der Strecke, sie können nicht mehr folgen.

Dies bedeutet, man lebt festgefahren auf dem Status quo. Die Bemühung, der Entwicklung nach oben zu folgen, werden eingestellt, und man pflegt den Status quo, so gut es geht.

Gesellschaftlich lebt man als alter Mensch mit dem Etikett, ein alter Trottel zu sein. Selbst wenn dieses Prädikat zutrifft, fühlt man sich beleidigt und unter Wert gehandelt. In diesem unglücklichen Zustand verharrt man, bis sich eine Gelegenheit zum Zurückschlagen ergibt: „Ich habe allmählich die Schnauze voll vom Online banking! Die haben wohl einen alten C64 als Server installiert, und ich brauche eine halbe Stunde, um eine Überweisung abzusetzen!“
Dann schaut man erwartungsvoll in die Runde, nur um festzustellen, dass das Jungvolk weder weiss, was ein C64 ist, noch wie Online banking geht, weil sie eh nicht genug Kohle haben, damit sich die Online-Verwaltung lohnen würde. Und wenn doch: Der Alte hats doch drauf! Und der holt sich rasch eine Dose Bier aus der Küche, zieht sie auf und trinkt sie genüsslich in einem Zug leer, auch wenns weh tut. Dann lehnt er sich zurück, grinst still in sich hinein. Und einer der Jungspunde wird sich erheben und fragen, ob er noch ein Bier besorgen soll.

Wie? Ja, das ist eine Fiktion. Was ich damit sagen will? Merke: Wo immer Du in der Lernkurve hängen geblieben bist – achte auf Deinen Status quo! Du hast zwar nichts Besseres, aber er ist es wert, geschätzt zu werden. Du hast die meiste Zeit Deines Lebens daran gearbeitet!

Sarkasmus pur

Hat man je eine Schnecke beobachtet, die sich einen Alu-Hut aufsetzt, um gegen Schneckenkorn gewappnet zu sein? Das niemals. Diese schleimigen Tierchen wissen weder, was ein Hut ist, noch was es mit Aluminium auf sich hat. Aber sie kommen gut zurecht, wenn sie dem Igel aus dem Weg gehen. Anders eine besondere Sorte Mensch. Sie formt sich aus Alufolie eine halbkugelförmige Mütze mit einem antennenartigen Fortsatz, stülpt sich dieses Kunstwerk über den Kopf und glaubt, gegen alles Mögliche geschützt zu sein, wie zum Beispiel gegen Handystrahlung und das Corona-Virus. So gehen sie gut behütet auf die Strasse und spielen Rebellion gegen den Staat, also gegen die Gemeinschaft der Bürger. Die Igel? Sie glauben an Aliens. (Ich auch!)

Subtiler agiert ein zweiter Teil der fleischgewordenen Irrtümer. Er verzichtet auf die Schutzwirkung von Alu und schwingt dagegen ein Schild, beschriftet mit Art. 1 GG – wonach die Würde des Menschen unantastbar sei, und staatlich angewiesene Schutzmassnahmen gegen COVID-19 eben diese Würde verletze. Dabei interessiert es sie einen Dreck, dass die Würde der Infizierten, die in der Intensiv-Station landen, auf unglaubliche Weise verletzt ist. Wer je dort gewesen ist, weiss, dass man nur noch ein Stück Fleisch ist, das um Leben kämpft.

Ganz anders die AfD-Typen, die dumpfbackig sind und mitmarschieren. Ihre Handlungsweise ist zutiefst verwerflich. Um im Bild zu bleiben: Da reitet einer mit Alu-Hut vorbei, und gleich wollen drei AfD’ler auf dem Gaul mitreiten. Wie soll man das nennen? Vielleicht „dumm-dreist“. Wenn ich diese Höcke-Jünger, diese Leuchten eines Neuen Deutschlands sehe, möchte ich nur noch kotzen.

Man darf es eine Tragödie nennen, dass die BRD zu einer Bananenrepublik verkommen ist und dringend einer Erneuerung bedarf. Das spielt den Rechtsextremisten in die Hände – sie können ausreichend Wahrheiten in ihre Argumentation einfügen. So entsteht ein Bild, das die wahren Absichten der Ultra-Rechten sehr gut verbirgt.

Übrigens: Wenn Adolf Hitler noch lebt, so ist er heute 131 Jahre alt und ganz gewiss nicht mehr in der Lage, Polen zu überfallen. Und die Bundeswehr kann nicht mitmachen, da in der Truppe nur noch das Kochgeschirr funktioniert.

Das ist irgendwie beruhigend, nicht wahr?

Neues aus den USA – 8 –

Die amerikanische Verfassung gestattet Briefwahl. Zur Wahl des US-Präse ist diese Wahlform wegen der Corona-Epidemie das Optimum.

Nun weiss Trump: Je mehr Bürger im November dieses Jahres zur Wahl gehen, desto geringer sind seine Chancen, wiedergewählt zu werden. Deshalb hat er jetzt verkündet, die Briefwahl sei verboten, da kriminell.

Er selbst wird für sich die Briefwahl nutzen. Der Grund für diese Ausnahme: Er würde als Präsident wählen, sich also den Luxus einer Ausnahme gönnen, was seiner aufwendigen Regierungsarbeit geschuldet sei.
Die Konsequenz: Trump wird kriminell. Diese Erkenntnis bleibt ihm allerdings verborgen, da sie seine intellektuellen Fähigkeiten überfordert.

Nun hat der Governor von Michigan erklärt, dass in seinem Staat die Briefwahl erlaubt bleibt. Das haben die Bürger mit 2/3-Mehrheit so entschieden, was den US-Präsidenten jedoch überhaupt nicht interessiert. Trumps Reaktion: Dann streiche ich ihm die Zuschüsse. Dies ist ein Erpressungsversuch und Amtsmissbrauch. Also:

Trump wird nicht, er ist kriminell. Er weiss das. Und genau das ist der Grund, weshalb er als seine erste wichtige Massnahme den Justizapparat „reorganisiert“ hat.
Nun arbeitet er daran, dier investigativen Behörden (CIA und andere) unter seine Kontrolle zu bringen, damit sie ihm nicht schaden, wenn er seine „Geschäfte“ abwickelt.

Im übrigen ist belegt, dass Trump Drogen konsumiert.

Amerika, freue Dich! Am Ende seiner zweiten Amtszeit, so sein Versprechen, wird er seine Tochter als Präsidentin installieren. Lustig, nicht wahr? Und so freiheitlich, so demokatisch!

Neues aus den USA – 7 –

Das Thema „USA“ hängt mir mittlerweile zum Halse heraus. Ich habe es satt. Dumm nur, dass wichtige Entwicklungen in den Staaten durchschlagen auf den Rest der Welt, und Auswirkungen auch in anderen Staaten zu spüren sind. Wir spüren hier eines der Grundübel aus der Globalisierung.

Das ist der Grund, weshalb ich – allen guten Vorsätzen zum Trotz – wieder hier hocke und auf einem Knochen herumkaue, den ich partout nicht runterwürgen kann. Was also ist denn nun schon wieder los?

Was soll schon los sein. Der irre Trump und seine Kriminellen arbeiten weiter daran,
die USA in eine saubere Diktatur umzubauen. Und das tun sie auf eine infame Weise, schön step by step, in kleinen, wirksamen Schritten, und Uncle Sam, dieser vertrottelte Alte bemerkt nichts. Neueste Schritte sind:

Man v e r b i e t e t Interviews mit Virologen, mit Leuten wie Fauci.
Die Sozialausgaben werden gekürzt, um die Leute zur Arbeit zu z w i n g e n .
Fakten zur Pandemie, wie Anzahl der Fälle werden künftig v e r s c h w i e g e n .
Der Patriotismus soll weiter a n g e h e i z t werden, denn wo Fahnen wehen, setzt der Verstand aus.
Unternehmen, denen Mitarbeiter an Covid-19 erkranken und die Kranke beschäftigen werden von Schadensersatzforderungen f r e i g e s t e l l t.

Dies ist Trumps 4-Stufen-Plan für den Ausstieg aus dem Lockdown.

Hallo, Uncle Sam, Du alter Idiot! So hat es bei Adolf Hitler auch angefangen! Mach mal so weiter! Bis zum nächsten Krieg ist es nicht mehr allzu weit.

Theater-Donner und Nebelkerzen

Neulich hat die deutsche Bundeskanzlerin (BK) in einer Fernseh-Ansprache versucht zu erklären, warum die Globalisierung gerettet respektive gefördert werden müßte. Ich ging hoch wie eine Rakete und war kurz vor einem Blutsturz. Die BK erklärte in einer durchaus logischen Kette von Argumenten, dass in Bangladesh Kinder verhungern, wenn ich bei Amazon keine T-Shirts kaufe. Das Geld im Portemonnaie wird immer weniger, aber man soll konsumieren wie die Teufel.

Im Zusammenhang mit der Globalisierung hat die BK kein Wort darüber verloren, dass in der BRD immer mehr Arbeitsplätze verloren gehen. „Germany first!“ ist ihr anscheinend fremd. „KiK first!“ ist ihr dagegen gewiss geläufig. Auch „Amazon first!“ ist für sie unabdingbar. „VW first!“ – oh oh, was wird der US-Präse dazu sagen? Da muss man diplomatisch ….. usw.

Nun hat die BK mit Herrn Macron eine grandiose Silvesterrakete gestartet; die EU soll mit einer halben Billion Oiros als Geldgeschenk notleidenden Staaten unter die Arme greifen und sie aus dem hausgemachten Sumpf ziehen. Die beiden Figuren wissen, dass nicht alle EU-Staaten zustimmen werden. In der EU-Kasse ist nur heisse Luft, und 500 Milliarden Schulden sind auch für die EU kein Pappenstiel. Zweck der Aktion:
Eigenwerbung. Wir wollten helfen, aber die anderen verweigern!

Der getarnte Imperialist Macron wird zudem geltend machen, dass er die BK überzeugt hat, und Frankreich eine Sonderrolle in der EU zusteht; schliesslich hat man Visionen zur Gesundung der Europaunion unter France als Führungsnation.

Die BK sieht die BRD auch in einer Führungsrolle, aber neben dem Raubtier Frankreich. Mehr als „Häs-chen in der Grube“ schafft sie nicht auf die Bühne zu bringen. Geschenkt. Aber sie hat, so glaubt sie, der EU gezeigt, dass die BRD guten Willens ist und hilfsbereit, auch wenn grosse Opfer notwendig werden. Derartiges Verhalten nennt man scheinheilig.

Im Pleitestaat Italien sitzt Conte im Chefsessel und kann seine Probleme nun bequem der EU in die Schuhe schieben. Die hilft ihm nicht aus der Corona-Notsituation! Besonders lustig ist die Vorstellung, dass die alles beherrschenden 4 Mafia-Gesellschaften mit weit geöffneten Taschen warten, bis endlich wieder Geldströme nach Italien fliessen.

Griechenland leidet an einer ähnlichen Krankheit wie die USA, allerdings ohne Wirtschaftskraft. Man hat ein krankes Kind am Hals, das nicht leben und nicht sterben kann. Prägende Kraft ist der Egoismus des Bürgers. Man wird ähnlich argumentieren wie Italien und in Not weiter an China verkaufen, was immer die wollen. Der chinesische Einfluss auf Entscheidungsprozesse in der EU bleibt abzuwarten. Offiziell nennt man die griechische Krankheit dort EU und Corona. Was sonst? Etwa die reichen Familien der Politiker?

In Spanien ist die Situation schwierig zu deuten. Es fehlt dort an einem stabilen Minimalkonsens in der Innenpolitik. Seit vier Jahren wächst das Land deutlich stärker als der EU-Durchschnitt. Die Banken sind saniert, die Immobilienbranche ist auf Normalmaß geschrumpft, und die Exporte der Unternehmen sind deutlich gestiegen.
Doch Madrid hat den Boom nicht genutzt, um für die Zukunft vorzusorgen. Haushaltsdefizit und Staatsschulden gehören ebenso wie die Arbeitslosigkeit zu den höchsten in Europa. Kommt die nächste Krise, kann Spanien kaum gegensteuern. Das Land ist verwundbar. Sweit das Handelsblatt. Umso härter trifft die Corona-Krise. Sie wird jedoch nicht in den Vordergrund gerückt. Vielmehr fordert Spanien generelle, vielseitige Hilfen für alle möglichern Wirtschaftszweige – vom Tourismus bis zur Schweinezucht.

Die Verweigerer der pfundigen Neuverschuldung der EU, also Österreich, die Niederlande, Dänemark und vermutlich weitere werden für sich geltend machen, dass sie der Gefahr einer ruinösen Neuverschuldung der EU erfolgreich widerstanden haben.

Wenn man genau hinschaut, macht der Vorschlag von Macron und Merkel, eine halbe Billion zu verschenken, durchaus Sinn. Alle Beteiligten können daraus einen innenpolitischen Nutzen ziehen – kurz- und mittelfristig aus der Erinnerung an die in diesen Tagen gestartete Silvesterrakete, die 500 Milliarden rasch erlöschende Sternchen an den nachtschwarzen Himmel applizierte.

Ich meine, es wäre über alles Affentheater hinaus endlich einmal Grundsätzliches zu klären: Wiesohat der deutsche Steuerzahler dafür gerade zu stehen, wenn ein Staat oder ein Unternehmen in Geldschwierigkeiten gerät? Wieso soll die Gemeinschaft Verluste tragen, wenn die Gewinne in Privattaschen landen?

Die Sprüche von der Systemrelevanz sind geistiger Dünnschiss. Wenn die Lufthansa pleite geht, verschwindet das Laden nicht in einem Erdloch. Er wird zur Beute von Investoren. Und wenn die fehlen, hat der Staat zu übernehmen. Die Lufthansa ist
schliesslich ein Wertobjekt, obschon auf einem Markt, der erst noch gesundschrumpfen muss.

Man könnte sagen, dass die Weltwirtschaft an Blähungen leidet. Kümmel, Fenchel und Anis werden nicht helfen. Es muss jedoch etwas geschehen …..

Schon wieder Politik – sorry!

Es ist an der Zeit, mit dem Bashing gegen die USA und gegen Trump aufzuhören. Man hat sich dort drüben hinter dem grossen Gewässer auf das Niveau einer Karikatur über sich selbst reduziert, und die Welt hat dies zur Kenntnis genommen. Die USA waren niemals jemandes Freund, denn in der Politik gibt es keine Freundschaften, sondern nur Zweckbündnisse. Das ehemals grosse Zweckbündnis NATO ist mangels Bedrohung durch die Russen gegenstandslos geworden und durch den US-Einfluss zur Plattform für Waffengeschäfte grossen Stils verkommen. Und die Macht liegt in den Händen von Leuten, die sich imperialistisch geben, um möglichst ungestört ihr Big business betreiben zu können. Alles Gerede um Gemeinsamkeiten ist Dampfgeplauder mit dem Zweck, Wahrheiten zu verstecken.

Vorsicht! Ich schreibe das mit Bedacht, denn derartiger Schweinkram ist auch in Europa und in Deutschland an der Tagesordnung. Tarnen, Täuschen und Betrügen gehört zum Handwerk des Politikers. Moral und Gewissen sind sehr hinderlich und werden weggezüchtet. Schliesslich hat man nicht den „kleinen Mann auf der Strasse“ im Fokus, sondern das grosse Ganze! Wenn man einen Ochsen auf dem Grill hat, wird man sich nicht um die Wiener Würstchen bemühen. Um dem Ochsen hat sich die zahlungskräftige Gesellschaft versammelt. Die billigen Würstchen überlässt man dem Plebs. Der kann sich später mit den Knochen des Rindviehs einen schönen Tag machen.

Was ist mit dieser Metapher wohl gemeint?

Unstrukturiert

„Eine Struktur ist eine Anordnung und Organisation miteinander verbundener Elemente in einem materiellen Objekt oder System oder dem so organisierten Objekt oder System.“

So schön das gesagt ist – benötigt man es zum Leben? Oh ja, wird so mancher sagen. Mein Leben braucht Struktur, sonst fühle ich mich nicht wohl! Und Du lebst so unstrukturiert, so in den Tag hinein, nimmst, was kommt, und was nicht kommt, vermisst Du nicht mal – Du musst Dein Leben strukturieren, oder Du verkommst zum Penner!

Man sollte jeden gut gemeinten Rat überdenken, prüfen, was machbar und nützlich ist. Also setze ich mich in eine stille Ecke. Das ist nicht schwierig, da bei mir alle Ecken still sind. Aber es ist ein erster, richtiger Schritt hin zur Struktur. Ich fahre fort. Anordnen kann ich, und Organisieren auch. Das habe ich ein halbes Leben lang im Job gemacht. Im Geist hake ich das ab, und freue mich kurz, dass die Schritte 2 und 3 auch gemacht sind. Begierig falle ich über Schritt 4 her. Objekt oder System, das bin ich selbst. Ich rede noch einmal kurz mit mir, mache mir klar, wer hier was ist, und gehe zügig meinen Weg weiter. Schritt 5 soll mir erklären, was die Elemente sind, die mein Leben bestimmen. Mich fröstelt, und das Eis unter meinen Füssen wird plötzlich sehr, sehr dünn. Muss ich das etwa erklären? Bitte sehr. Ich habe in meinem langen Leben noch kein Element gesehen, auch wenn es eines gäbe. Bin ich tot, oder was?

Ich beschliesse, mich dem Problem von der theoretischen Seite kommend zu nähern. Ich, vielmehr nicht ich, sondern mein Leben ist System. Was rödelt da drinnen? Meine Tochter. Mein Computer. Mein Hunger. Mein Klo. Büroklammern und Gummiringe. Kurz alles um mich herum, was Mensch oder Sache ist. Und dieser ganze Krempel soll nun strukturiert werden. Kritisch überprüft und zu einem organisierten System umgestaltet. Bin ich deppert? Was nützt es mir? Ein systematisierte Leben fahren verlangt Dis zi plin! Da lass ich doch die Finger weg! Ich kann mir meine Kartoffeln auch ohne Struktur kochen, Hauptsache, mein Herd hat welche.

Lebe ich in einem System, dann bin ich strukturiert organisiert. Habe ich kein System, dann bin ich Chaot. Was immer ist – ich brauch das. Wenn ich suche, so finde ich immer das eine oder andere Systemchen. Sie können autonom sein, oder integriert – wen interessiert das? Sie haben sich in mein Leben geschlichen. Na und?

Ich verlasse meine stille Ecke mit einem zufriedenstellenden Ergebnis: Wenn einer meine Lebensart unsäglich findet, hat er selbst einen schlechten Tag erwischt. Meiner ist völlig in Ordnung. Er braucht den Psychiater – und ich maximal ein Rosinenbrot!
Und wenn ich will, kaufe ich mir drei Schweine und lasse sie draussen frei. Besser fünf. Und einen Eber. So etwas hat noch keiner gebracht! Strukturierte Hausschweine in der Wildnis einer Stadt! Hört sich das nicht an wie Keulchen von der Feldmaus auf einem Bett von Eierbriketts, gereicht in geminzter Erdölsosse? (aus dem Buch „Shell kocht britisch“)

Lage an der Front – 2 –

Jeder kämpft auf seine Weise gegen das Corona-Virus!

Längst Vermutetes wird nun bestätigt. Das Covid-19 Virus, ich nenne es kurz einfach C, wird nicht nur per Tröpfchen und Schmieren verbreitet, sondern auch mit Aerosolen, die der Mensch ausatmet. Zahl und Arten dieser Teilchen sind vielfältig, und alltäglich.
Man nehme Wasserdampf. Die kleinste Einheit davon ist ein Aerosol. Es besteht aus einer Mischung von Gas und Flüssigstoff (Wasser).

Man weiss, dass freigesetzte Aerosole nicht sofort zu Boden sinken. Je kleiner sie sind, desto mehr verhalten sie sich wie ein Gas. Sie haben also eine lange Verweildauer im Schwebezustand und sind leicht zu verwirbeln, also zu verteilen. Zur Grösse ist zu erzählen, dass – wie wir alle erfahren haben – der Feinstaub über der Strasse für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist, es sei denn, er hat sich irgendwo in Masse niedergelassen. C ist nun ein wenig kleiner, bringt ein Hundertstel des Feinstaub-Aerosols auf die Waage. Hat man also C massenhaft in der Küche, so hilft nicht warten, bis alles auf dem Fussboden liegt. C schwebt uns um die Nase, und es hilft nur Lüften mit ordentlichem Durchzug. Ist das Zeug durch das Fenster abgezogen, so hat die Vogelwelt das Problem. Unsinn. Die Aerosol-Ladung wird durch Verdüünung unwirksam, und C stirbt irgendwenn. Man rechnet damit, dass unter Laborbedingungen, in einem Raum ohne jede Luftbewegung C so um 8 bis 12 Minuten schweben wird.

Wieso ist das alles wichtig zu wissen? Ist es nicht, aber es ist nützliches Wissen. Hier der Fall aus der Praxis:

In den USA hatte ein Chor zur Probe zusammengefunden und ein Maximum an Vorsichtsmassnahmen getroffen, den Mundschutz ausgenommen, weil man mit dem Lappen vor dem Mund nicht singen kann. Aber man hatte die Abstandsregeln beachtet.
Nun sind die meisten der Chormitglieder mit C infiziert. Die Anweisungen der WHO haben nicht geschützt. Irgendwer hatte nicht nur Töne aus dem Mund gelassen, sondern auch eine Ladung C. Die besondere Atemtechnik der singenden Gemeinde hat wohl so viel Verwirbelung erzeugt, dass der gesamte Chor infiziert wurde.

Es braucht nicht viel Phantasie, sich die Gefährdung aller vorzustellen, wenn C nicht in Tröpfchen auf der Erde landet, sondern in der Atemluft bleibt. Infizierte produzieren doch ständig neue C-Wölkchen!