Statusse

Zu WordPress – Blog:

Ich habe nachgerechnet. 805 Beiträge stehen im Netz. 260 Beiträge habe ich in 2 Aktionen vernichtet. Also habe ich meinen 1000. Beitrag glatt verpasst. Mein Blog besteht seit 15 Monaten. Ergo habe ich pro Monat 71 Beiträge produziert. Fast alle wurden von mir selbst verfasst.

Das sieht nach irgendeiner Krankheit aus.

Zur Ernährung:

Nach dem Tod meiner Frau bin ich hinübergeglitten in die Welt des Fastfood. Essen ja, Aufwand nein. Eine Dose Hühnersuppe habe ich in einer Minute auf dem Tisch, dank der Booster-Funktion meines Herds.Tiefkühl- und Dosenfutter haben meine „Küche“ bestimmt, aber ich halte das nicht durch. Habe alles versucht, und nur die NVA-Erbsensuppe von Kelle verdient ein Prädikat. Alles andere hängt mit zum Hals heraus. Alles! Die Konsequenz: Ich muss wieder kochen. Nur für mich. Das Problem: Ich mag nicht, und ich kann nicht kochen. Ich kann nicht mal einkaufen. Ich habe nicht genug Lagerfläche zum Bunkern von Zutaten. Wenn ich kochen soll, muss ich penibel organisieren. Und genau davon habe ich die Schnauze voll. Prozesse gestalten gehörte anno dunnemals zu meinem Job.
Beim Kochen ist Mis en place ein Muss. Aber selbst wenn ich es so weit geschafft habe, ich koche nicht gerne. Da sind immer noch Geschirrberge abzuwaschen, 3 qm Fläche mit Fettspritzern zu reinigen und und und. Gut. Ich koche dann für zwei Tage. Schon siehts freundlicher aus. Dann kommt meine Tochter, die ausdrücklich betont, nicht mit mir essen zu wollen, sodass ich mit zwei Portionen rechne, und sie futtert dann heimlich meine Näpfe leer. Meine Vorräte schaffen es also nicht bis in den Gefrierschrank.

So stelle ich für mich und im Stillen fest, dass die gesamte Gemengelage ein wenig chaotisch geworden ist und ich – gewiss selbstverschuldet – nichts in den Griff kriege. Sicher ist nur, dass in meiner Familie noch keiner verhungert ist, und ich werde ganz gewiss nicht der erste sein.

Zu meinem Spezi Donald:

Mag die Welt glauben, er sei erledigt. Ich gehöre nicht dazu. Seine Wiederwahl steht lediglich auf der Kippe. Die Wirkung der Proteste gegen Rassismus (nicht gegen Trump!) wird nicht bis in den November anhalten können. Und für die Strippenzieher in den USA bleibt Donald ein nützlicher Idiot. Man gibt ihm sein Dope, und er tut, was man ihm sagt. Ein solches Pflänzchen verdient, dass man es pflegt, und nicht zertritt.

Zur Weltpolitik:

Es ist noch nicht erkennbar, was die Hintermänner Trumps beabsichtigen, wenn sie die USA mehrfach spalten und isolieren. Bündnisse wie die NATO zerfallen, Strukturen lösen sich auf, und sie werden schwächer. Vielleicht liegt dort der Nutzen, und vielleicht steckt die Trilaterale
Kommission dahinter, die wie man weiss (!) die Weltherrschaft anstrebt und deshalb mit blöden Ideen wie Demokratie nichts am Hut hat.

Zum Brexit:

Mit Begriffen wie „harten“ Brexit versucht man, die Bürger zu ängstigen. Im Moment sieht es danach aus, als würde man erst einmal garnichts unternehmen. Das bedeutet, dass alles so weiterläuft wie vor dem Brexit. Einziger Unterschied: Die Amerikaner haben mit GB und Nordirland eine offene Tür für den Absatz ihrer vergifteten Chlor-Hühner und anderer Sauereien. Und in der EU-Kasse wird Geld fehlen.
Ansonsten sehe ich nur Vorteile. Man hat endlos Zeit für Einzelregelungen, und wenn man über Fischereirechte verhandelt, wird das nicht mit anderen Problemen wie Airbus etc. belastet.

Mein Weinvorrat:

Ist = Soll. Wunderbar.

Mein Kaffee-Konsum:

Heute früh bekam ich aus Versehen einen Becher Milchkaffee vorgesetzt. Nun schwankt meine Hütte – oder ich. War sehr angenehm zu trinken. Auch ohne Zucker. Soll ich von schwarz auf braun umsteigen? Ich bin da ein wenig ideologisch vorbelastet …..

Und nochmal zum Auto:

Ich kann nicht mehr ein Auto lenken. Ich müsste zur Sicherheit anderer so fahren, dass die Polizei mich nicht blitzt, sondern als Aquarell malt. (Dieser Spruch stammt nicht von mir! Aber er ist schön!)

“ Leonie, bring schon mal die Kinder rein! Da vorne kommt Roland! In einer halben Stunde fährt er hier vorbei! Dann kannst Du sie wieder rauslassen!“

Ein Stadtteil im Wandel

Dauth-Schneider

Neulich fand sich durch Zufall die Gelegenheit zu einer Reminiszenz über ein Stück Frankfurter Kultur, die Insider mit dem Namen des damit verbundenen Stadtteils benennen: Sachsenhausen. Am Südufer des Mains gelegen war Sachsenhausen beliebt und bekannt für seine Apfelwein-Kneipen, die zudem deftiges Mahlzeiten anboten – ich kann nicht umhin, mit einem Anflug von Trauer an die Rippchen und Schäufelchen mit Kraut zu denken, das ist Schwein am Knochen, gepökelt, aber nicht geräuchert, und mit Sauerkraut aufgehübscht.

Nun war das so. Wenn man einen Gast hatte, so schleppte man ihn an einem Spätnachmittag nach Sachsenhausen, und landete – so erging es mir – oft bei Dauth-Schneider, einer grossen Gaststätte in der Klappergass. Dort war immer gute Stimmung, die Bude voll, das Essen gut, und der Apfelwein dito. Man suchte und fand PLatz für vier Leute, wo kein Platz war, und das erste Glas Apfelwein stand rasch auf dem Tisch. Der unkundige Gast probierte vorsichtig und zuckte erschrocken zurück, blickte stumm klagend um sich, nur um festzustellen, dass alle dieses seltsame Getränk vor sich stehen hatten und trotzdem guter Stimmung zu sein schienen. Da muss was dran sein! Also tapfer ausgetrunken! Aufmerksame Beobachter stellen fest: Na also. Es geht doch. Und der Kellner kommt mit einem riesigen Steingut-Krug an und giesst nach. Der gequälte Gast hat das dringende Bedürfnis, zu gehen. Das geht aber nicht, denn plötzlich steht sein Abendbrot vor seiner Nase. Rippchen mit Kraut und Brot. Das bekommt er aber nicht trocken runtergewürgt. Er winkt dem Kellner und bestellt ein Wasser. Das ist ein schwerer Fehler. Aber der Kellner ist heute gut zuwege und teilt in moderatem Ton mit, Wasser sei aus. Also wird am Apfelwein genippt. Naja, geht so, denkt der Geplagte, um später festzustellen, dass sein Sauerkraut saurer schmeckt als sein Apfelwein. Nun trinkt er sein Glas in einem Zug leer. Nagt ein wenig an dem Knochen, geniesst die letzte Gabel Sauerkraut und fühlt sich plötzlich wie ein ….. na, wie ein Eingeborener. Der Kellner hat längst nachgeschenkt. Nun muss man wissen, dass vor dem Vollrausch die Erkenntnis kommt, dass man Apfelwein durchaus geniessen kann, wenn er gut gekühlt ist, fruchtig und erfrischend schmeckt. Im Angewiderten wendet sich das Blatt, plötzlich findet er alles prima und wird sofort in die Tischgesellschaft integriert, bekommt gute Hinweise zur Frankfurter Küche, in Sonderheit zur Grünen Soss, zur Rindswurst von Gref-Völsing in der Hanauer, zur Dibbemess (Topfmesse, ein Volksfest) und zum Wäldschestag, einem Fest ohne Dibbe im Stadtwald beim Eintracht-Stadion. Wer dort landet, wird nicht geschont. Er muss über die Schlachten annotobak informiert werden, in denen sich die Eintracht mit den Kickers aus Offenbach in die Wolle kriegten, Lokalderbys vom Feinsten.
Nun wird der Gast dreist. Winkt dem Kellner und bestellt einen Bambel Äppelwoi. Der Kellner bleibt ungerührt. Die Bambel seien aus, obs auch ein Bembel sein darf? An dieser Stelle wird dem Gastgeber plötzlich klar, dass sich der Heimweg ein wenig kompliziert gestalten wird. Andererseits. Sieben Viertel, und dann noch allein zum Klo gehen und zurückkommen – eine respektable Leistung für einen Anfänger.

Und der Gastgeber? Er hat sich zwei Gläser Apfelwein gegönnt und ist dann auf Wasser umgestiegen. Er weiss: In Sachsenhausen ist Wasser nur für Autofahrer verfügbar. Anderen weist man den Weg zum Main, dort gäbe es Wasser satt!

So. Das hier geschilderte ist weitestgehend authentisch. Und es ist nicht wiederholbar. Die Apfelwein-Kultur in Sachsenhausen ist untergegangen, soll heissen, sie ist ausländischen Gastronomen gewichen. Pizza, Nasi goreng und Paella dominieren. Futter, das man auch bei REWE kaufen und zu Hause zubereiten kann. Natürlich bedauern wir Alten diese Entwicklung, beklagen einen Verlust. Nicht so die Jungen. Sie können nicht verlieren, was sie nie besassen – zum Beispiel das alte Sachsenhausen, wo sich die halbe Stadt traf, um die Last des Tages ein wenig zu erleichtern.

Und nein, es war kein Ort, an dem Alkoholiker gezüchtet werden. Im Normalfall ging man per pedes über den Eisernen Steg dorthin, gönnte sich zwei oder drei Gläser Apfelwein und eine gute Mahlzeit und war zur Tagesschau um acht zu Hause. Alles halb so wild!

Fehlversuch

Ich mag den Schlaf, ich mag die Nacht.
Ein neuer Tag! Ich bin erwacht,
schon droht des Tages Einerlei,
und mit dem Träumen ist’s vorbei.
Ich will zurück in meinen Traum,
und klage, doch man hört es kaum.
Das wahre Leben fordert mich …..

It’s rubbish! Es ist einfach Stuss! Hier schreibt kein Poet. Nein, es ist ein Pfuscher. A botcher. Es ist …… gut, ich versuche es mit einer vergleichenden Betrachtung. Man gebe mir eine Handvoll Plastilin mit der Aufgabe, eine Rose zu kneten. Ich vertiefe mich in den Job, vergesse Raum und Zeit und knete wie der Teufel. Am Ende des dritten Tags präsentiere ich meine Rose. Die Allgemeinheit begutachtet das Werk, um danach festzustellen: Sieht ein bisschen aus wie eine Kloschüssel!

Und nun, sofern Du mutig bist, lies diesen meinen Vers noch einmal. Spürst Du wie der holpert? Der ist so holperig wie ein Ochsenkarren aus den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Und schon fällt mir ein Witz aus meiner Kindheit ein, der älter ist als 70 Jahre, also beinahe fossil!

Tünnes und Schäl, Kölner Originale stehen auf einer Rheinbrücke. Tünnes schlägt vor, ein wenig zu dichten, und formuliert: Ich stehe auf des Rheines Brücke, weit schweifen meine Blicke! Schäl ist nicht beeindruckt und sagt: Ich stehe auf des Rheines Brücke, und stecke mir einen Gummiknüppel hinten rein. Tünnes merkt an: Das reimt sich jetzt aber nicht. Und Schäl erklärt: Aber es dichtet!

Merke: Poesie schreiben ist kein Hantieren mit Wörtern. Poeten haben eine besondere Sprache zur Hand, sie ist wie eine Fremdsprache zu sehen. Wer nicht sprachbegabt ist, kann sich abmühen wie ein Sklave – was er schreibt, rumpelt und eiert.

Was wir verhinderten Poeten allerdings hervorragend können: Die Bedienungsanleitung für Waschmaschinen schreiben. Leider sind diese Jobs wieder an Falsche vergeben, an die Ingenieure. Die schreiben wieder nicht gut genug für den Bedarf der Hausfrauen und -männer. Die Poesie der Techniker ist schon sehr, sehr speziell.

Nachgedacht beim Bier

Reich wird man erst durch Dinge,
die man nicht begehrt,


sagte Mahatma Mohandas Karamchand Gandhi. (Mahatma Gandhi = Gandhi mit grosser Seele)

Ich begehre keinen Pfefferminztee.
Und? Keine Spur von Reichtum!
Also habe ich es mit Vollkornbrot probiert.
Nichts!
Wie soll das gehen,
wenn ich Reichtum nicht begehre?
Der Logik folgend werde ich nun reich?
Ich habe wohl etwas nicht verstanden.

Für Herrn Gandhi war Reichtum nicht
identisch mit materiellen Werten.
Vielleicht geht es ihm um den
Reichtum einer reinen Seele?

Ich weine nun ein wenig in mein Bierglas.

Sieben

7 Leben !

Hast Du schon mal ein Bügeleisen an der heissen Sohle angefasst? Oder Du hast Dich auf einer heissen Herdplatte abgestützt? Du kennst also Brandblasen? Wie schön! Dann weisst Du, wie es mir heute ergangen ist. Ich übertreibe natürlich. Korrekt gesagt: Wie es mir beinahe ergangen wäre. Und Du wirst es nicht glauben. Das heisse Eisen war für mich die 7. In Worten: Die Sieben! Das glaubsu nicht? Doch, doch. Ich kann das. Ich bin an der 7 gescheitert. Das musst Du erst mal hinkriegen!

Also, was war? Heute früh, ich lag noch im Bette, kam mir die Idee, ich sollte mal etwas über die Zahl 7 schreiben. Nun bin ich nicht gehirn-amputiert. Also fragte ich zurück, warum dies. Und ich antwortete mir: Weil ich das will. Sofort kam der berechtigte Einwand: Aber das interessiert doch keinen Menschen! Ich entgegnete: Sicher! Aber ich ….. ich will. Basta!

Klar. Das Thema „7“ ist Unfug. So dachte ich. Im Kopf schwirrte Peter Maffay umher, der mir so dringend empfiehlt, über sieben Brücken zu gehn und sieben dunkle Jahre auszuhalten. Oder der Siebenschläfer, dieser mauskleine Nager, und die Woche mit ihren sieben Tagen wie die Menora mit ihren sieben Kerzen, das Siebengebirge und das Siebentel – die Verwendung der 7 ist schier endlos, und das hat mich neugierig gemacht. Ich bin also eingestiegen, umher gesurft – und abgesoffen. Bei den buddhistisch-tantrischen 7 Chakras und 7 Lokas stieg ich aus. 7 Chakras, das sind so etwas wie Energiezentren längs der Wirbelsäule, habe ich nicht, und die 7 Lokas, das sind so etwas wie persönliche Welten oder Ebenen mit spezieller Funktion, die man auf gut tantrisch zusammenfasst in einer Samastah, der Gesamtwelt.

Ja, ich habe aufgegeben. Über die sieben Todsünden bin ich nicht hinausgekommen. Was drüber liegt, ist mir zu hoch. Oder ….. sagen wir mal, hinter der Tom kha gai-Suppe mit Huhn ist Schluss; bei vegan bin ich bereits überfordert.

Um die 7 wurde über die Jahrtausende ein mystisches Gebäude errichtet, das mir so fremd bleibt wie das verschwundene Bernsteinzimmer. Ich habs halt eher mit einer Leberkäs-Semmel.

Oder ich versuche es mal mit der 8. Aber vermutlich gilt „neue Zahl – altes Problem“. Die 8 ist die chinesische Glückszahl. Ein Bau-Unternehmer aus Hongkong hat für das Kfz.-Kennzeichen 8888 genau 30.000 Hongkong-Dollars hingeblättert! Ich blättere für die Zahl „00“ maximal 50 Cent hin. Ok, dafür kriegt man kein Mysterium. Aber etwas Nützliches.

Seltsames Meeting

Werfen wir doch mal einen ganz groben Blick auf die Zeit, besser: Auf die Gegenwart.
Die Gegenwart. Gestern war sie noch Zukunft, und morgen ist sie Vergangenheit. Sie zerfliesst mir wie Butter in der Sommersonne.

Ja, sagt der Logiker, Du hast ja auch 24 Stunden dazwischen geschoben. Du hast nach Gestern und nach Morgen geschaut, und das Heute, das sind die vermissten 24 Stunden, vernachlässigt!

Ach nein, sagt der Superlogiker. Nimm eine Sekunde, meinetwegen genau diese: Tick …..tick! Die Sekunde davor war schon Vergangenheit, und die Sekunde danach Zukunft, die aber längst Vergangenheit geworden ist, weil wir ….. ja, weil wir mit Sekunden nichts am Hut haben. Damit sollen sich die Uhren abmühen!

Oma ist 88. Sie hat zugehört, und mischt jetzt mit. Hej, Super! Das selbe kannst Du mit einer Nanosekunde machen! Oder mit einer Femto, einer Attosekunde, wirft der Logiker ein. Super ist nun in Kalamitäten. Er weiss, die liegen richtig! Ich kann die Zeiteinheit so klein reden, bis sie nicht mehr wahrgenommen werden kann – sie hat immer eine Vergangenheit hinter und eine Zukunft vor sich.

Ich schalte mich ein. „Wenn wir die Gegenwart völlig kaputtgeredet haben, entfällt sie, und der Vergangenheit folgt direkt die Zukunft!“ Nun herrscht betretenes Schweigen. So etwas will hier keiner – man frage mich nicht warum. Aber die Logik ist zwingend.

Der Gehstock, an dem mein Opa hängt, betritt die Küche. Der alte Mann hat etwas mitgekriegt und will seinen Senf dazu geben. Schwerhörig, wie er ist, brüllt er los: “ Hej, die kürzeste Zeit ist die Gegenwart! Sie hört auf zu sein, ehe sie kommt!“ Der Super-Logiker murmelt etwas wie „Der schon wieder!“ Und der schwerhörige Alte hats gehört und ergänzt:“ Sagte Seneca so um 64 n. Chr., lies nach im De Brevitate Vitae. Praesens tempus brevissimum est ante desinit esse quam venit! Oder so ähnlich!“

Oma: “ Ich verstehe kein Wort. Muss der immer mit seinem Latein kommen? Der ist 91 und immer noch nicht leer! Das nervt!“

Opa hat’s gehört. Er muss nun salomonisch werden – auf seine Art. Haut mit seiner Krücke auf den Tisch, das Obst in der Glasschale macht einen Hopser, und er verkündet sein Urteil: „Es reicht. Ihr schiebt jetzt wieder 24 Stunden dazwischen, nennt sie Gegenwart, und alles ist wie gestern! Und das Morgen wird besonders schön. Da kommt meine Rente.“ Dann klemmte er sich sein Brevitate vitae untern Arm und verschwand Richtung ….. nun, wir wissen ja wohin.

Parabel: Melusinde

Parabel: Melusinde

Ausgerechnet in Paderborn, einer der katholischsten Städte in der Bundesrepublik!
Man kann es nicht fassen. Aber dort in Paderborn, an der Jesuitenmauer gleich hinter dem Verlagsgebäude verbrachten drei Angestellte ihre Mittagspause. Sie hatten sich, dem schönenen Wetter geschuldet, zu einem Spaziergang entschlossen: Zwei Verlagsangestellte mit ihrem Vorgesetzten. Man beschäftigte sich während des Spaziergangs intensiv mit den Problemen des SC Paderborn 07 und seinen unrühmlichen Auftritt bei Fortuna Düsseldorf – als plötzlich direkt aus der Sonne eine Gestalt hervorschoss und sich vor dem Männertrio aufbaute: „Ich bin Melusinde, eine gute Fee, und jeder hat einen Wunsch frei, der sofort erfüllt wird!“ Und wusch – Melusinde war verschwunden. Der erste wünschte sich ein Hausboot in der Prinsengracht in Amsterdam! Wusch! Weg war er. Der zweite überlegte nicht lange und wünschte sich einen Palazzo am Canale grande in Venedig. Wusch! Der Chef stand nun allein an der Jesuitenmauer. Er liess sich Zeit. Dachte kurz an die Misère des FC Paderborn 07, verwarf die Idee, dem Fussball zu helfen und formulierte:

„Ich wünsche mir, dass die zwei Idioten nach der Mittagspause wieder an ihren Schreibtischen sitzen!“

Es ist nicht überliefert, ob Melusinde amüsiert war oder eher gallig.
Aber Kluge lernen aus dieser Geschichte Wichtiges:
„Lasse Deinem Chef immer den Vortritt!“

Russisches Wetter

Dieser Putin ist ja ein Mensch, der seine Männlichkeit ständig beweisen muss, indem er mit nacktem Oberkörper und ohne Sattel durch Steppen reitet. Doch, er sitzt dann auf einem Gaul! Das nervt mich. Der Typ gehört auf einen Esel. Wie? Schon gut! Ich weiss, Esel sind kluge Tiere, und ich entschuldige mich bei ihnen für die eben geäusserte Zumutung, als Symbol für alle möglichen Typen herzuhalten.

Zur Sache kommend, sage ich, der Putin hätte erst die Gasleitung Nordstream II fertigbauen sollen, bevor er uns für den Mai die sibirische Kälte in Form eines stabilen Hochdruckgebiets unter permanentem Ostwind zumutet. Bei 3 Grad Celsius lässt er gewiss seinen Gaul im Stall und seine wollene Kalsone, die mit Seiteneingriff rechts, am eigenen Hintern. (Achtung! Nicht verwechseln mit der Calzone, dem italienischen Döner.)

Haiku:

Verdammt kalter Mai!
Die Heizung läuft immer noch.
Gazprom jubelt laut.

Auf dem Weg in die Ewigkeit

Langsam, und eher unbemerkt habe ich mich einem Lebensalter genähert, das nicht nur anregt, sondern unverblümt fordert, sich mit dem Tod zu beschäftigen. Diese Erkenntnis überkam mich heute früh, noch im Bett verweilend, und mitten in einem Entscheidungsprozess um die Frage, ob ich weiterschlafen sollte oder nicht. Natürlich fühlte ich mich gestört, und gar verstört, als ich begriff, welches Thema sich in den Vordergrund gedrängt hatte.

Nun bin ich gottlob jener Typ, der gerne mit Standardsprüchen hantiert, vielmehr parliert. Und einer meiner wichtigen lautet: „So geht’s aber nicht!“ Richtig. So nicht. Ich gönnte mir einen kurzen Monolog, um mich davon zu überzeugen, dass der Tod kein Thema für tief schürfende Betrachtungen sein kann – zumindest auf dem Festland. Bei den Briten mag das anders aussehen. Ich denke an Holyrood Palace in Schottland, wo es jährlich eine Woche lang spukt, indem eine alte Lady dort durch die Räume huscht und so tut, als sei sie die Queen. Aber das nur nebenbei.

Ja, der Tod. Fürchterlich? Was daran soll fürchterlich sein? Ich schaue zur Sicherheit etwas genauer hin, und entdecke – nichts. Ich finde nur meinen Verdacht bestätigt. Mein Tod bedeutet nur, tot zu sein. Wer da mehr vermutet, liegt meilenweit daneben.
Oder ….. wie ist das eigentlich mit Fall zwo, der Wiedergeburt?

Zum Thema Wiedergeburt mangelt es mir an Fachwissen. Ich bin also inkompetent und kann mich nur auf dem Niveau der Politik bewegen, also in der unteren Schublade.
Aber schauen wir mal.

Ich sterbe vor mich hin. Irgendwann trennt sich meine Seele von meinem Körper und sucht das Weite. Dann bin ich nicht mehr Mensch, sondern Leiche. (Stammt nicht von mir!) Ich bin nicht mehr ich. Das Ding da kann beseitigt werden. Das erledigt die Sondertruppe der Müllabfuhr, die mit dem schwarzen Daimler, den sogar Vorhänge schmücken. Das wäre in aller Kürze der irdische Teil meiner Betrachtung.

Die Seele ist auch nicht mehr meine. Sie gehört demjenigen, der sie mir geliehen hatte. Und dieser Jemand hat nun vielleicht ein Problem mit der Seele, die da zurück kommt. Möglich, dass sie beschädigt ist! Schliesslich kann das Leben grausam sein, nicht wahr?

So, wie das Ding zurückkommt, kann es nicht wieder verwendet werden. Man kann einem Fötus keine kaputte Seele mit ins Leben geben. Und oft genug verwendet schrumpft das kranke Teil von der Weintraube zur Korinthe. Dann kann man sie nur noch wegwerfen. Dabei ist sie angeblich kostbar!

Also: Die Seele kommt zurück ins Depot, muss überprüft und repariert werden. Nun sind im 2. Weltkrieg insgesamt 19,6 Millionen Menschen umgekommen. Wer bitte hat den Job mit den Seelen gemacht? Und es kommen doch täglich Hunderttausende dazu, weil immer gestorben wird wie verrückt!

Jene, die wir Seelenklempner nennen, sind es schon mal nicht. Sie sind im irdischen Teil des Systems angesiedelt und versuchen, im laufenden Betrieb die Drähte wieder gerade zu biegen. Das Rätselhafte liegt aber im Jenseits!

Zugegeben, ich bin mit dieser Frage überfordert und kann nur vermuten. Entweder man arbeitet im Him ….. wo eigentlich liegt das Seelen-Lager? Im Himmel? Quark! Nehmen wir hilfsweise an, es gibt dafür ein separates Universum. Dort arbeitet man nach dem Prinzip First in > first out. Die Quarantäne für kaputte Seelen dauert 24 Monate, weil die Zeit alle Wunden heilt. Die Zeit! Alle. Das macht für mich Sinn. An eine Allmacht, die per Segen 19,6 Millionen ramponierte Seelen für den Einsatz fit macht, mag ich nicht glauben. Aber eines weiss ich ganz sicher. Der Chef im Vatikan ist es schon mal nicht. Oder könnte er, und will bloss nicht? Unsinn. Franz ist nicht so einer.

Büschen Speelkrom

Ich glaube, ich höre das Gras wachsen.
Ich spinne.
Hochgradig.
Dieser Jungvogel nervt.
„Futter! Futter!“
Unentwegtes Quietschen.
Niemals „Vater! Vater!“
Der latscht zu Fuss über die Wiese.
Mutti schuftet.
Jagt Würmer, Raupen und Maden.
Quietscht der Jungvogel „Danke, Mama!“?
Niemals.
Frisst, und kackt ins Nest.
Mama machts weg.
Vati putzt seinen gelben Fressapparat.
Mehr nicht.
Er braucht seine Ruhe.
Hatte wieder und wieder Nachtschicht.
Morgens um halb vier beginnt er zu arbeiten.
Sagt er.
Singt aber nur.
Hockt im Baum und singt 90 Minuten.
Am Stück.
Dann ist er fertig mit der Welt.
Fällt entkraftet vom Ast.
Hält den Schnabel, endlich!
Latscht zu Fuss in eine Deckung.
Wegen der Katze.
Es herrscht Ruhe im Garten.
Es ist fünf Uhr.
Ich drehe mich um.
Endlich wieder Schlaf.
Bis der Kaffee duftet.
So um acht.
Ich arbeite.
Mich aus dem Bett,
und hinein in eine Hose.
Wie abends, nur umgekehrt.
So gehe ich dann auf die Suche.
Wo ist der Kaffee?
Der Amselkerl sucht auch.
Glaubt, er braucht nun ein Frühstück.
Findet einen grossen Tauwurm.
Würgt den Dicken runter.
Kann jetzt nicht mehr.
Rülpst.
Hört sich an wie:
„Alle Vöglein sind schon da!“
Ich ergänze:
„Alle Vöglein, aaalle!“
Und gut ists.
Der Jungvogel ist endlich vollgefressen.
Gibt erschöpft auf.
Ist ruhig.
Seine Mama sucht sich was zum Essen.
Wie immer in freier Natur.
Findet reichlich.
Der Alte hat genug übrig gelassen.
Ist eingepennt.
Schläft wie immer auf dem Rücken.
Mutter schaut hin.
Denkt über einen Liebhaber nach.
So’n strammen Amsel-Hahn.
Mit richtig starken Füssen.
Denkt:
Es ist überall das Gleiche.
Schnabel aufreissen, fressen, schlafen.
Schlappschwänze!
Alles eine Wichs!
Kuscheln mit der Nachbarin!
So löst man Probleme!
Es ist zwölf.
Der Morgen ist geschafft.
Mutti macht sich schön.
Hat noch etwas vor.
Der Alte schläft schon wieder.
Bizarr, wie der da liegt.
Mutter assoziiert.
Bratpfanne!
Wäre auch eine Lösung.
So, wie der da liegt.
Abgang!