Über menschliche Eigenschaften

Man kann einen Baum knorrig nennen, wenn er krumm gewachsen ist und knotiges Geäst trägt. Und wir nennen Menschen knorrig, wenn zwar das Geäst fehlt, die übrigen Attribute aber auf die Gestalt zutreffen. So kennt man also den knorrigen Alten – von einer knorrigen Alten habe ich allerdings noch nie gehört. Das sagt man nicht! Das ist uncharmant! Aber unter uns bemerkt: Ich kannte mal eine knorrige Alte. Sie war meine Vermieterin und wollte mich in ihr Bett kriegen. Damals war ich nur jung. Heute bin ich nur noch knorrig.

Im Netz findet sich eine Liste mit rund 1.300 menschlichen Attributen. Ich meine, man könnte damit ein hübsches Chaos erzeugen. Nenne zum Beispiel einen Schwergewichts-Europameister aus dem Boxsport eine zartblätterige Duftnelke – der Tag ist für Dich gelaufen. Und die wahre zartblättrige Duftnelke würde ungehalten reagieren, wenn ich behaupte, sie hätte das Format eines Boxweltmeisters im Halbschwergewicht. Habe ich beide vor mir sitzen, und ich bearbeite sie mit derartigen Attributen f a l s c h , so werden sich Nelkenduft und Blutgeruch vermischen und damit „Notfall und Arzt rufen!“ signalisieren.

Besagte Liste mit menschlichen Eigenschaften ist mit 1.300 Items nicht annähernd komplett. Zum Beispiel fehlen „dumm“ und „klug“. Aber diese Sammlung beweist uns, wie facettenreich unsere Sprache sein kann, sollten wir sie begriffen haben und lebendig benutzen können. Man könnte auch arrogant anmerken, dass lebendiges Sprechen nur gebildeten Menschen gelingen wird. Das ist natürlich Blödsinn. Man kann seine Gefühle auch durch Handeln ausdrücken; ein warmherziger Holzfäller braucht keine geschliffene Ausdrucksweise. Er könnte mir seine Zuneigung zeigen, indem er mir 3 Festmeter Kaminholz zurecht haut.

Nun haben diese Eigenschaftswörter auch eine wertende Funktion. Hier wäre anzumerken, dass stets die Gefahr falscher, also unangebrachter Verwendung besteht. Das geschieht häufger, als uns lieb ist. Man spricht dann davon, man habe sich im Ton vergriffen,
oder – im einfachsten Fall – der warmherzige Holzfäller hat diesmal kein Kaminholz zurecht gehauen, sondern stumm und hochwirksam auf andere, auf seine spezielle Weise seine Ordnung wiederhergestellt.

Mit solchen Gedanken im Hintergrund wäre noch auf die Besonderheiten der in Deutschland gesprochenen Dialekte hinzuweisen. Hie wird das Thema wahrlich diabolisch. Das Problem: Was hier geht, geht dort schon mal garnicht. Wer in unserem babylonischen Sprachgewirr nicht zu Hause ist, sollte mit wertenden Begriffen besonders sorgfältig umgehen, und womöglich per Kontext erklären, wie es gemeint war. Ich habe dazu Erfahrungen kassieren müssen. In München war ein Missverständnis zum Stadtfussball zwischen Bayern und 1860er Löwen so weit eskaliert, dass mich ein Teilnehmer schliesslich fragte: „Mechst raffa, ha?“ Für Unkundige übersetze ich mit „Möchtest Du raufen, ha?“ Oder ins Hannover’sche: “Du möchtest gewiss keine Prügelei mit mir beginnen, oder?“

Was ergibt sich nun aus dieser Betrachtung?

Es ist gut bis hervorragend, dass wir
von diesen mehr als 1.300 Attributen im täglichen Sprachgebrauch vielleicht nur 20 Stück parat haben.
Der Rest liegt ungenutzt im Langzeitspeicher.
Und wenn wir diese 20 sorgsam auf ihre Konfliktwirkung untersucht
und als Blindgänger erkannt haben, müssen wir uns nicht sorgen,
gröbere Schäden anzurichten.
Was dann noch an Zores übrig bleibt,
lässt sich in einem Glas Rotwein ertränken.

Leben und Tod

Zwiebelchen, Zwiebelchen,
nimm es mir nicht übelchen –
aber Du stinkst!

Gefressen werden ist Dein Los,
holt man Dich aus der Erde Schoss –
und keiner hilft.

Man nimmt Dir alle Deine Kleider,
dann folgen Schnitte und so weiter –
und Du beisst zu.

Die Tränen auf dem Schneidebrett
sie sind vereint mit Küchenfett,
im Schmerz geweint.

Der Messerheld mit viel Gesinge
versucht , ob Ringeln ihm gelinge.
Auch sein Blut ist rot.

So wird es auf dem Teller bunter,
der Messerheld, er schneidet munter –
das Ende naht.

Es folgen nun recht schnelle Schnitte
just durch der Zwiebelscheiben Mitte.
Halbringe sind geboren.

Die Zwiebeln sind nun endlich tot
wie nebenan das Roggenbrot.
Es riecht nach Fisch.

Matjes-Filets, saftig und zart
sind ein Genuss besondrer Art –
mit Zwiebelchen, mit Zwiebel!

Doch irgendwann wird es chaotisch.
Das Bierchen schmeckt plötzlich nach Fisch.
Heringsschwänze zieren den Tisch.

Dies, und der Zwiebel Übel
erweicht in Wänden alle Dübel –
scheppernd fallen Bild um Bild.

Der Stern des Göttergatten sinkt.
Er sitzt am Tisch und weiss, er stinkt
nach Fisch, nach Zwiebel und nach Bier.

Natürlich weiss er noch viel mehr.
Die Matjesbrötchen liebt er sehr –
ja, ja ….. auch seine Lillyfee!

Verirrt oder verwirrt?

Vermutlich leide ich unter einem Fatigue-Syndrom. Prägende Symptome sind Trägheit, denn ich mag nicht mein Geschirr abwaschen, und Entscheidungsschwäche, da es mich hin und her beutelt, wenn ich im Netz ein Angebot finde für 2 x 200 Gramm Steaks für 188 Oiros, und ich will bestellen, komme aber nie bis zum Abschicken-Button, ohne zu wissen, warum.  Dabei juckt es, und es kitzelt mich, weil ich weiss, was ein Wagyu-Steak zu bieten hat, wenn es von einer Kobe-Henne  kommt und dry-aged ist. Dumme Sache, dass mein Sohn und ich talentierte Fleischfresser sind und unentwegt von 800 g -Porterhouse-Steaks träumen. Wenn die Kobe-Henne das hergäbe, so hätte ich für eine einzige Mahlzeit 752 Oiros an der Backe. Dazu müsste ich auf ein Bresse-Rind zurückgreifen; diese Tiere liefern , was man dann allerdings auch Bistecca fiorentina nennt, was bei Glück auch mal 1200 Gramm auf die Waage bringen kann, pro Stück natürlich. Hochgerechnet macht das dann 1122 Oiro für meinen Sohn und mich, und da sind die Kartoffeln noch nicht mitgerechnet.

Was habe ich nun gelernt? Wenn das Riesen-Porterhouse-Steak nicht von einer Henne kommt, sondern von einem Kobe-Rind, dann kostet mein Mittagessen rund 600 Oiro, und das meines Sohns noch einmal so viel. Rasch schraube ich meine Erwartung einer guten Mahlzeit zurück und denke über ein Bresse-Huhn nach, das mit den blauen Füssen und dem sagenhaften Ruf als Spitzenprodukt aus der Branche der Eierleger. So ein küchenfertiges Ungeheuer mit einem Gewicht von 2 kg kostet um 75 Oiro, und man kann 3 Mahlzeiten daraus zaubern: Hühnersuppe plus gegrillte Teile plus Hühnerfrikassée. Spitze ist, dass man die blauen Beine nicht mitessen muss. Eine Portion zum Sattessen käme auf 15 Oiro.

Und nun mein Geständnis zu diesem Sachverhalt: Ich möchte beides! Und so würde ich für 8  x gut essen rund 1300 Oiros ausgeben. Das macht dann etwa 160 Oiros pro Portion bei einem Ungleichgewicht von 2 x Rind und 6 x  Huhn. Das bedeutet 6 x billig und 2 x teuer für jedes Mal 160 Oiro. Das klingt nicht gut …..

Seltsam. Das Verlangen nach Kobe-Rind  hat sich verflüchtigt wie der Duft von Tilsiter aus dem Kühlschrank, und eine Bresse-Henne ist auch entbehrlich, weil ein strammes Bio-Maishuhn dieselbe Qualität in den Topf bringt.  Und doch: Mein letzter Urlaub, auf Sylt war’s, hat mich das Fünffache gekostet ….. ich weiss nicht …. ich weiss nicht ….. vielleicht ….. diese Kobe-Rinder werden ja jeden Abend gebadet und in den Schlaf gesungen ….. wo verdammt ist bloß der Panic switch?

Vermutlich bin ich kein Fatigue-Geplagter, sondern nur ein fauler Konsum-Idiot. Das wird’s wohl sein. Oder ich bin beides, oder alles – nur nicht auserwählt. Aber das juckt mich jetzt nicht mehr. Sollen sich andere mit meinem Problem herumschlagen – ich gehe jetzt ins Bett.

Fortschritt 2019

Dem chinesischen Auslands-Informations-Dienst CAID ist es nach langem Mühen gelungen, das Geheimnis dieser Frucht zu entschlüsseln. Aber das Zentralkomitée wird eine bittere Enttäuschung erleben, denn diese Frucht gedeiht nur an einer deutschen Eiche. Die heimische Forstwirtschaft geniesst jetzt schon das stille Vergnügen über den chinesischen Misserfolg 2020.

Davon abgesehen ist nun bekannt geworden, wie man diesen erstaunlichen Zwitter aus Tier und Pflanze herstellt. Hier ein kurzer Abriss:

Man pfropft auf den Ast einer deutschen Eiche, der nicht dicker als 30 mm sein darf, eine Banane. Der Baum akzeptiert dieses „Kuckucksei“, wenn man um seinen Stamm einen Ring aus Schweinegülle legt, der ziemlich genau 56 cm breit sein muss. Schliesslich lässt der Baum das Fruchtfleisch fallen, und so entsteht ein neuer Dünger für die Eiche. Spätestens 4 Tage nach dem Abstossen der Banane spritzt man in den Stielansatz der Bananenschale eine Mischung von Endorphinen, die man lebenden Schweinen entnommen hat. Der Stielansatz wirft nun entsetzt die Bananenschale ab, und aus dem Stiel entwickelt sich eine neue Frucht. Sobald diese auf 10 mm herangewachsen ist, spritzt man ein aus roter Paprika gewonnenes Konzentrat in die neue Frucht. Den Rest erledigt der Baum selbständig. Anzumerken bleibt, dass die Schale der Bananika (so heisst die neue Frucht in Fachkreisen) nach wie vor nicht essbar ist.

Die Banaika schmeckt wie die spanische Chorizo, jedoch mit einem Hauch Banane im Abgang. Das Kilo Frucht wird mit bis zu 1100 Oiro gehandelt und ist derzeit nur in den Sternerestaurants zu erhalten.

Es soll hier nicht unterschlagen werden, was ein reicher Bauer aus der Lüneburger Heide zu diesem Produkt anmerkte: „Schmeckt wie Gülle mit Bananen!“ Nun fragt sich die Fachwelt der Gourmets und Gourmands, woher dieser Landwirt weiss, wie seine Schweinegülle schmeckt …..

Grenzwertiges

Warnung! Dieser Beitrag ist Satire, aber von der bösartigen Sorte.

Polen hat noch in 2017 aus dem Brüsseler Butterfass 12 Milliarden Oiro kassiert. Nun droht diese Quelle zu versiegen, da sich die polnische Ökonomie überaus positiv entwickelt hat. Und wird man zum Nettozahler, so sind solche Aussichten für Leute wie Kaczynski schier unerträglich. Aber Rettung naht in der Person von Stephen Bannon, Trumps Agent provocateur. Er flüstert den polnischen Politikern ein, man könne Deutschland mit Reparationszahlungen für die Folgen des 2. Weltkriegs belasten. Und so kommt Polen mit einer Forderung von 800 Milliarden Oiro über’n Zaun. Als Belohnung für Wohlverhalten verspricht man den Polen, die deutschen Standorte zu schliessen und nach Polen zu verlegen. Und die Polen glauben das!

„ I have a dream!“

Die Amis ziehen um nach Polen, nachdem die BRD gerade die US-Klos von Donnerbalken auf moderne Spül-WCs umgerüstet hat. Sie klemmen sich unsere Klopapierrollen untern Arm und wandern gen Osten. Und ich, dankbar bis zur Einfalt, schenke jedem GI noch eine zweite Rolle Klopapier und wünsche ihm alles Gute in Lodz. Ihre Atomsprengköpfe schicke ich ihnen per Post hinterher. Und dann ist Partytime!

Nein, so ein Traum ist unfein. Mir sind auch Amerikaner in Armeeuniform willkommen, und wenn sie gehen müssen, empfinde ich das als Verlust. Nein, es sind Typen wie dieser Bannon und seine Geldgeber, die den gesamten Globus als Spielwiese für ihre Machtspiele missbrauchen und dabei auch über Leichen gehen, also auch Kriege anzetteln und dabei sogar psychisch Kranke wie D. Trump als Werkzeug benutzen. Es sind Bestien. Man sollte sie wegfangen und auf eine einsame Insel mitten im Pazifik aussetzen mit Hacke und Spaten, und einigen Tütchen Samen. So lehrt man sie, Menschenleben zu schätzen.

Und die Polen? Und die Deutschen? Und alle anderen aus unserer Hemisphäre? Diese einsame Insel müsste verdammt gross sein.
Und das kann man Australien nicht zumuten. Deren Insel ist gross genug für alle „Eliten“, aber zu wenig einsam. Obwohl die Northern Territories geeignet wären, wegen der 8 m langen Salzwasserkrokodile. Aber dieses Gebiet ist nicht ausbruchsicher, und es leben dort echte Menschen, die Aborigines.

Epilog

Dieser Text ist schon grenzwertig, aber durch die Wirklichkeit geboren. Man könnte mir nun unterstellen, ich sei gehässig. Kommt von „Hass“.
Aber nein, ich habe in meinem ganzen Leben niemals Hass empfunden. Aber ich hege eine abgrundtiefe Verachtung für Verbrecher im Nadelstreifenanzug, die ihr macht- und habgieriges Spiel nicht mit Memory befriedigen, sondern mit Menschen und Völkern. Die Menschen als Material einsetzen wie der Bäcker mit einer Schaufel Weizenmehl. Diesen Typen fehlt so viel an Menschlichkeit, dass sie nicht mehr als Mensch in einer Gemeinschaft durchgehen, sondern nur noch als Faktor. Also nenne diesen Text bitte „arrogant, verächtlich und polemisch“. Das trifft’s.

Auserwählt, mit Problem

Wer immer es gewesen ist, dem sei gesagt: So nicht!
Man darf mit der Weltordnung nicht herumspielen wie mit Murmeln.
Wenn der Auserwählte wünscht, dass ein Hurrican über Alabama
herfällt, dann hat das zu geschehen. Was aber macht man mit dem Hurrican,
den wir so liebevoll „Dorian“ nennen?
Wie durch Oscar Wilde beschrieben lässt man die Bilder des Dorian über Alabama altern,
und der Hurrican tobt jung die Ostküste längs, schnappt sich Georgia und South Carolina
statt wie gefordert Alabama.
Auf diese Weise lässt man den Auserwählten alt aussehen,
der Fluch aus dem Teufelspakt des Dorian Gray
trifft nun den König von Israel,
und lässt ihn als Wetterexperten und Hurrican-Jäger
kläglich scheitern.
So geht man nicht mit dem Auserwählten um,
und auch nicht mit Weltliteratur.

Haiku: Ein Drama

Im Stall herrscht Stille.
Ein Fuchs leckt sich die Lippen.
Der alte Hahn ist tot.

Die Hennen brüten,
denn ein neuer Hahn muss her!
Gut Ding braucht Weile.

Eine Maus zickt

Meine Mouse heisst Kensington und mit einem Kumpel zusammen, der Win Ten heisst. Kensington ist Chinese, und deshalb ziemlich sensibel.

Kensington ist mir behilflich. Er steuert stets dorthin, wo ich ihn brauche. Zeigt mir symbolisch einen Pfeil, oder gelegentlich eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger. Er nennt die Symbole den Cursor. Der Name ist abgeleitet aus dem Englischen; To curse – verfluchen, verwünschen.

Soweit die Vorrede.

Mein Cursor (im Hintergrund meine Mouse und mein Win 10) wird immer zickiger. Es begann mit Streiken. Er verschwindet in der rechten unteren Ecke seines Arbeitsbereichs und ist nicht mehr hervorzulocken. Mit OFF/ON zwinge ich ihn dann zur Weiterarbeit. Aber er ist auf Krawall aus. Neuerdings spring er unmotiviert an den linken Rand des Monitors, lässt sch aber zurückholen zu seinem Job.

Ich toleriere beide Macken, habe die Mouse mit moderner Treibersoftware gefüttert und denke, mehr geht nicht. Aber der Cursor, also die Maus zickt weiter, legt es wohl auf Verrentung an. Ihr dritter Trick: Ich positioniere, klicke für ein Copy, und der Cursor ist …. nein, nicht weg …. ich wage es kaum zu schreiben …. dieser Cursor, als Hand angeboten, mit der man Links startet …. hmmm. Das Cursor-Händchen sitzt fett und bräsig zu meiner Linken an der Zimmerwand! Doch, doch, Du liest schon richtig:  A n   d e r   Z i m m e r w a n d  ! Und auf dem Monitor herrscht eisern Väterchen Frost! Jetzt kommst Du!

Sage mir, dass ich nicht irre bin!

Sage mir was ist tun soll!

Sage mir, was geschieht nach einem Mouseclick aus meine Glasfasertapete!

Habe ich dann einen faustgroßen Durchgang ins Nachbarzimmer?

Oder Schlimmeres?

Fussballspiel?

Fussballzeit. Bayern München gegen irgendwen. Der Fernseher steht in meinem Rücken, wenn ich am PC sitze. Ich habe mir angewöhnt, die Glotze als Radio zu verwenden, das mir von hinten erzählt, was in der Welt, oder auch auf dem Fussballplatz geschieht; wird’s interessant, dann drehe ich mich einfach mal um. Es gab schon Spielfilme, bei denen ich mich nicht ein einziges Mal umgedreht habe. Keine Figur hat ein Gesicht erhalten. Es gibt Werbung, die ich hundertmal gehört, aber nie im Bild wahrgenommen habe.

Wie? Schwachsinnig? Genau das ist es. Aber irgendwann kommt die Meldung des Jahres, oder der Kick des Jahrhunderts, und dann vollführe ich eine 180-Grad-Drehung mit meinem Sessel und bin voll da. Man muss Geduld haben, finde ich. Leider habe ich mich in dieser Beziehung noch nicht voll entwickelt; bis gegen 19 Uhr bleibt die Flimmerkiste ausgeschaltet; in manchen Familien schaltet man den TV ein, nachdem man das Bett verlassen hat.

In meinem Rücken nörgelt der Reporter über ein miserables Fussballspiel. Offensichtlich passiert auf dem Acker nicht viel, hört sich an wie eher nichts, und die Zusachauer pfeifen um die Wette und ihren Eintrittskarten hinterher.

Seelenlose Politik, seelenloser Fussball, seelenlose Musik, statt dessen Taktik, Klischees, Mechanisierung, Automaten, Geldverdienen – sind wir eine Gesellschaft von Zombies geworden? Tut es nicht weh, einen seelenlosen Tag gelebt, ohne gelacht oder geweint zu haben? Oder tut es weh, und wir sind gegen diesen Schmerz unempfindlich geworden und spüren nicht mehr, wie wir kaputt gehen? Schwere Kost.

Attacke auf mein Spiegelbild

Wenn Dir Dein Computer verreckt, und Du hast einen format c: hinter, und einen kompletten Neuaufbau vor Dir, und zudem einen Topf feurige Bohnensuppe auf dem Herd in der Küche – ja dann wird´s lustig. Du rennst nur noch hin und her, hier clicken, dort umrühren, hier einem Idioten von Programmierer auf blöde Fragen antworten, dort die Hitze runterregeln, zu spät, wie es sich gleich zeigen wird, und wieder  zurück, um ein Download zu checken und eine Setup.exe zu suchen, zurück in die Küche, weil’s stinkt – natürlich sind die Bohnen nun angekokelt, das machst Du noch zweimal, dann hast Du am PC den Faden verloren und in der Küche Dein Mittagessen – und im Kühlschrank stinkt der Tilsiter wie ein Güllewagen im Hochsommer, während das Brot im Schrank damit begonnen hat, seine Form von straight on nach curled zu ändern und dabei die Hälfte an Gewicht zu verlieren. Endlich bemerkst Du, dass Du etwas falsch gemacht hast. Aber es keiner da, der Dir sagen würde, was es war.

Ich bin dumm wie Bohnenstroh
So sah man mich schon immer.
Und dennoch gut gelaunt und froh –
Wieso? Hab keinen Schimmer!
 
Mal tu ich dies, mal tu ich das!
Ganz wie der Zufall will.
Ich rede ohne Unterlass,
doch mein Verstand steht still.
 
Nur ab und an geht es mir schlecht,
Ich kenne mich dann nicht.
Ich sage etwas,  hab auch recht,
doch mein Verstand erbricht.
 
 
( Ich bin so dumm wie Bohnenstroh – das hat irgendwie Rhythmus, nicht wahr? Man muss es einfach verarbeiten! )

Wem Bohnenstroh nicht so liegt
und „dumm wie 100 m Landstrasse“ vorzieht:

Umrechnung mit
1 Bohnenstroh = 5,3333 Zoll Landstrasse.

Blick in die Zukunft

Der Daten-Transfer wird zunehmend interessanter. Man stelle sich vor, es gelänge der Transport von Materie, einem Kaffeebecher vielleicht, über solche Einrichtungen. Man würde einem Kumpel eine Mail schreiben wie:

“ Ich habe gerade frischen Kaffee für uns gekocht. Schicke bitte den Becher zusammen mit den fünf anderen zurück, ich will nicht dauernd Kaffeebecher nachkaufen!“
 
Oder man würde einen Freund in Australien besuchen, indem man 3-D-gepixelt, also in Würfelchen zerlegt, dorthin reist. Korrekt, Reisewege wären  Erdkabel und Richtfunk, Satellitenverbindungen, Kommunikationseinrichtungen der Telekom Nigeria, nur mal als Beispiel. Endlich hast Du ein  4-adriges Installationskabel im Haus des Freundes erreicht, bist dort als Datei angelandet. mailto:Charles@sidney.aus
You have a new mail!
 
Jedes Materie-Würfelchen könnte für den Transportweg in Trägerbytes verpackt sein, das Verfahren heisst PAEM (pixelized and embedded matter), und jedes Trägerbyte trüge die Ursprungsadresse des Pixels mit sich (731 first 987 second 1748 third dimension), damit nach der Ankunft jedes Pixel wieder seinen angestammten Platz findet.
 
Der Reisende käme nicht auf dem Flughafen, sondern auf einer Festplatte an, und wartete dort auf den Start eines Programms, das ihn  wieder zusammenbaut. Ausführen: c:\paem\setup.exe.
 
Dein Aussie-Kumpel setzt sich also an seinen PC  und startet den Vorgang, und wenn er zuviel Bier genossen hat, drückt er nicht auf ENTER, sondern auf DELETE – die Folge ist dann ein sauberer Tod, und ein preiswerter dazu, weil’s den Sarg und die Begräbnisstätte erspart. Es bliebe lediglich nur ein zarter Geruch aus Ozon und Schweissfuss zurück, der sich bei rascher Lüftung im Outback verflüchtigt. Download failed.


Denkste. Auf Deinem PC liegst Du als Kopie im Ordner Gesendet.
 
Hat der Aussie aber die richtige Taste gedrückt, so wirst Du per SETUP zusammengebaut (17 Minuten für 90 kg Lebendgewicht bei einer 1800-Mhz-Taktung des Rechners).  Angekommen,   machst Du einen kurzen Funktions-Check – liegen die Füsse noch auf der Festplatte, oder sind sie dran – und schaust, ob auch Deine Hose mitgekommen ist, und dann sagst Du erst mal Guten Morgen, Charles! Hast Du den Chianti gesehen, den ich mitbringen wollte, oder hat sich irgendein Webmaster die Buddel wieder mal abgezweigt?

Ich, Rache-Opfer

Hier haben wir die geräucherte Variante.

Mein Beitrag „Surreal“ sollte natürlich
interpretiert werden. Ich denke, das ist
auch geschehen. Dabei war die Lesart
„Trash“ durchaus zu erwarten, da auch
sie richtig ist.
Nun hat sich eine Bloggerin darin
gefallen, auf pfiffige Weise für
angelieferten Unfug Rache nehmen zu
müssen. Sie hat mich öffentlich dazu
aufgefordert, über „Leberwurst“ zu
schreiben. Über Leberwurst!
Die Message lautet:
Wenn Du schon komisch sein willst,
dann beweise das erst mal!
Scheisse, denke ich.
Und dann dämmert es mir: Ich habe längst
damit angefangen, über Leberwurst
zu schreiben.
 
Nun müsste aber Butter bei die Fische
gegeben werden.
Ich könnte damit beginnen, den Begriff
zu definieren, schliesslich über Rezepturen
die Herstellung in der Industrie und
bei Hausschlachtung zu beschreiben,
die kulturelle Bedeutung der Leberwurst
hoch zu loben und ihre volkswirtschaftliche
Bedeutung insbesondere für die
Inuit-Völker zu analysieren –
lieber nicht.
 
Leberwurst aus Wurstleber.
Streichfähig wegen Fettleber.
Majoran-geschwängerte Mumpe
lässt sich mit jedem Gürkchen ein,
das angesäuert daher kommt.
Gebettet auf Roggenbrot, und eng
verbunden mit einer Figur namens
Müller-Thurgau, getreu der Wappenspruch
der Pfalz:
Weck, Worscht un Woi!
Präsentiert sich mit Vorliebe in transparentem
Kunstdarm, wo sie ihre typische Farbe zur
Schau trägt, das schmierige Grau
totgekochten Lebergewebes, grau wie
das Gesicht der Metzgergattin, die dazu
verdammt ist, ihr Leben hinter einem
Wurstkessel zu verbringen.
Leberwurst, eingebunden in die
Gemeinschaft der Schlachtplatten, in
engem Kontakt mit ihrer Schwester,
der Blutwurst, und mit engen Verwandten
wie Leberknödel und Wellfleisch,
umschmeichelt von Weinsauerkraut treibt
sie auch den gestandenen Gourmand an
den Rand der Verzweiflung.
Und das Beste  an dieser Wurst ist,
dass selbst die hellwachen Chinesen
unsere Leberwurst noch nicht entdeckt
haben.
 
Ich sollte nun den Fluss meiner
Rede anhalten.
Allzuviel davon macht Sodbrennen, oder, wenn
Du willst, auch einen Reflux.

Wetter und Religion

Natürlich sind wir Nordlichter für Schlechtwetter gerüstet. Gummistiefel, Friesennerze, Regenschirme, die man quadratmeterweise kauft, überall Schafe für die warmen Pullover, Wathosen bis unter die Achseln, das alles ist Standard im nordischen Haushalt. Wir sind mit dem Blanken Hans vertraut, mit den Orkanen auf Du und Du, und fällt mir eine Frankfurter Pfanne auf den Kopf, dann bringt man mich gewiss nicht ins Krankenhaus, sondern geht zum Dachdecker, damit der nachsschaut, ob man mit der Dachpfanne noch etwas Vernünftiges anfangen kann. Und die Älpler: Lederhose, Loden-Janker, Seppelhut mit Gamsbart – das würde hier nicht lange standhalten. Sie sind im Schutze der Alpen besser aufgehoben.
 
Dennoch bleibt die Frage: Ist gutes Wetter katholisches Wetter? Hat der Vatikan seine Finger wieder einmal  im Spiel? Und welche Rolle spielt Kardinal R. ? Hat die Nordelbische Kirche versagt? Und, Ihr Polytheisten, welcher Eurer Götter ist für das Wetter zuständig? Jupiter Dolichenus?

Der schon wieder ….. so wird das nix.

Endlich Klarheit !

Heute, am 21.8.2019 hat der US-Präsident endlich ein streng gehütetes Geheimnis zu seiner Person gelüftet. Er nennt sich nun

König von Israel

Jesus II.

Der Auserwählte

Man darf nun vermuten, dass er von der Welt eine bedingungslose Unterordnung und sonntägliche Anbetung seiner Heiligkeit erwartet.

Dies ist kein Fake. Er hat sich vor laufenden Kameras geoutet.

Bildungsnotstand

Seminar mit 30 Herren aus der oberen Führungsebene. Treffen im Tagungshotel am letzten Tag. Der Seminarleiter spricht: „Meine Herren, zum Schluss wollen wir noch ein bisschen Allgemeinbildung betreiben. Mal sehen, was Sie so drauf haben. Der Modus operandi ist ganz einfach: Ich nenne ein klassisches Zitat, Sie sagen mir, wer es gesagt hat, wo und wann.“
 
Er beginnt: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“
 
Im Saal herrscht eisiges Schweigen bis sich ganz hinten ein kleiner Japaner zu Wort meldet: „Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Osterspaziergang 1806!“
 
Die Teilnehmer murmeln anerkennend. Die nächste Frage des Seminarleiters:
„Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen …“
Wie aus der Pistole geschossen, der Japaner: „Matthias Claudius, Abendlied, 1779!“
Die Manager schauen peinlich berührt zu Boden.
 
Der Seminarleiter: „Fest gemauert in der Erden …“
„Schiller“, strahlt der Japaner. „Das Lied von der Glocke, 1799!“
Jetzt finden es die Manager langsam ärgerlich.
 
Murmelt einer in der ersten Reihe: „Scheiß Japaner“.
Wieder ertönt die Stimme von hinten:
„Max Grundig, CeBIT – Elektronik-Messe Hannover, 1982!“

Klage einer gequälten Seele

Ich wollt‘, ich wär‘ ein Trüffelschwein,
dann zög‘ ich mir ’n Trüffel rein
wie ’n Kinderkopf so gross.
Statt dessen bin ich kurz und klein,
schwimme umher im Lampenschein
als Bratenstück mit Soss‘!

Folgen der Globalisierung

Man sieht es auf den ersten Blick:

Nun  sind sie auch hier eingefallen wie die Heuschrecken,
und haben ihre Visitenkarte hinterlassen:
Zwei Busse voller chinesischer Touristen,
das ist Kompaniestärke, also zirka 100 Exemplare aus dem Reich der Mitte.
 
Athen beklagt einen grossen Verlust: Die Akropolis ist nicht mehr.
 

Aha!

Daher der Name !

Stürmisch

Draussen tobt ein Sturm.
Drinnen Grabesruh.
Am Berg hoch oben steht der Turm
unten im Tal steht eine Kuh.

Der Sturm dreht auf, und es gelingt:
er brüllt, der Turm fällt um.
Die Kuh steht fest, ihr Euter schwingt.
Aber sie leidet stumm.

Dann geht der Sturm, es kommt der Knecht
die Milch war wieder mal sein Ziel.
Nun stellt er sich die Kuh zurecht,
erwartet von ihr viel zu viel.

Die Kuh verweigert jetzt das Futter.
Nur Buttermilch tropft aus dem Maul.
Im Euter hat es leider Butter.
sie hustet wie ein kranker Gaul.

Zu retten ist da garnichts mehr.
sie ist nun auf dem Weg zur Suppe.
Das Butter-Euter ist jetzt leer –
dem Bauern ist der Rest nun schnuppe.