Schon wieder eine wichtige Frage

Calla

Immerhin ist es denkbar, dass mich in meinem Alter schleichend in einen Zustand babylonischer Sprachverwirrung hinübergleite und aus der Butter ein Badder generiere, oder aus einem Auto ein Töf Töf. Wenn das so ist, dann ist es halt so.

Aber kann mir jemand das Folgende erklären?

Hier lebt eine Katze namens Cilla.
Und hier lebt eine Pflanze namens Calla.
Warum muss ich Zilla sagten, und im Fall 2 Kalla?

Ich gestehe, ziemlich genervt zu sein. Schliesslich will ich doch nur wissen, warum das so ist. Und was geschieht? Ich frage einen Nachbarn, und der sagt mir, das sei für ihn kein Problem! Er habe keine Calla im Flur rumstehen, kenne nur Linguine, und die stünden nicht im Flur herum.

Im Stillen habe ich ihm gewünscht, er möge an seinen Nudeln ersticken. Eine Übertreibung, gewiss.

Lassen wir den Nachbarn min Ruhe. Cilla ist eine Schönheit, zierlich und elegant. Die Calla? Nahezu erotisch, das Luder. Der Nachbar? :>))) Und ich? Immer noch keine Antwort auf meine Frage. Ansonsten: Nicht in den Spiegel schauen, dann gehts noch. Mal ganz defätistisch: Als wir hier gesiedelt haben, liefen nur junge Leute durch dunseren Ortsteil. Heute siehtz man nur noch Alte. Früher war halt alles besser.

Schmalz pur

Trinke die Tränen Deiner Mutter,
um zu erfahren,
wie sehr Du sie mit Worten verletzt hast.

Das Paradies existiert,
aber nur in Deinem Kopf.
Es ist das Ergebnis
von selektiver Wahrnehmung.
Draussen ist die Hölle.
Der Apfel der Erkenntnis
öffnet Dir das Tor dorthin.

Wenn meine Zeit gekommen ist,
möchte ich auf einem Sonnenstrahl
in die Ewigkeit reisen.

Ich kanns nicht ändern.
Plötzlich waren diese Sprüche da.
Ich habe sie aufgeschrieben
zur Erinnerung an die
gute, alte Schmalz-Stulle
mit Salz und Röstzwiebeln!
Schweineschmalz natürlich!

Brett vorm Kopp

Ein glücklicher Zufall ht mir dieses Foto in die Hände gespielt. Ich habe dazugelernt.

Nun weiss ich, dass man das berühmte Brett vor dem Kopf nicht unbedingt quer tragen muss. Und man kann zwei davon tragen, nämlich wie hier gezeigt je eines über jedem Auge, und das so, dass es nur den geraden Bkick nimmt.
So bleibt für die krummen Wege durch das Leben genügend Spielraum.

Sehr praktisch. Das muss gewusst werden!

Butterfly

Ich habe es ihm nie verziehen. Und ich werde meinen Zorn mit in mein Grab nehmen. Er hat sich als Mistvieh erwiesen, dieser Kohlweissling. In der „schlechten Zeit“, unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg hatte mein Vater Kohlpflanzen aufgetrieben, diese ordentlich, also mit Grün oben in die Erde gesetzt, und dann kamen sie, jugendlich, stark und gefrässig. In einer Nacht hatten sie, noch als Raupen, alle 5 Kohlpflanzen weggefressen. Die sind fett geworden, und ich bin mager geblieben, in dieser Zeit des Mangels.

25 Jahre später habe ich mir einen davon gegriffen. Sie kroch nicht mehr, sondern flatterte. Es war unnütz. Ich abe weder einen Bezug zu Kohl herstellen können, noch hat mir irgendwas verraten, wie man das Vieh mit dem geheimen Wissen eines Bundeskanzlers in Verbindung bringen könnte.
Allerdings habe ich nicht sauber analysiert. Ich hätte die Beziehung umdrehen müssen. Was also hatte Kohl mit dem Kohlweissling gemeinsam? Gewiss war es nicht das Abfressen von Weisskohlsetzlingen. Unser Überkanzler ist vielleicht von Saumagen zu Bratwurst, von dort zu Rippchen mit Kraut geflattert, wenn er Oggersheim und die Pfalz heimsuchte?

Im übrigen: Schmetterling? Da wird kein deutsches Volksgut geschmettert.
Butterfly? Lächerlich. Noch nie hat so ein Tier ein halbes Pfund Butter an die Front geschmuggelt. Raupen machen, die Weisskohl fressen, das können sie.
Schädlinge sind sie, oder etwa nicht? Wer keinen Kohl verträgt, hat da sicherlich seine eigene Sichtweise. Jedenfalls wäre „Flatterlinge“ angemessen, und für Gänse und Enten „Schnatterlinge“; Schmetterlinge gehören in den Kirchenchor. Butterfly – lächerlich. Betterfly wäre noch akzeptabel. Manche Vögel wären mit Bitterfly auch zufrieden.

Und ein Kohlweissling frisst nicht wie Kohl, sondern er frisst Kohl. Das kann man doch deutlich machen, oder?

(Nun habe ich Korrektur gelesen. Mein Gott, was für ein Schwachsinn!)

Gespielt, und verloren

So ist das Leben. Ich zocke, und kriege etwas auf die Finger. Recht so, sagen andere. Schuster, bleibe bei Deinen Leisten, meinen sie. Wer zu hoch steigt, fällt tief, höre ich. Gütiger, ich wollte doch nur den Messias, dieses Oratorium von Händel komplett hören! Ich wählte eine Aufnahme des Mormon Tabernacle Chor & Orchester, übersah geflissentlich, dass die Veranstaltung 2,5 Stunden dauert, dass in englicher Sprache gesungen wird, und bekam die christliche Glaubenslehre nicht auf die Reihe.

Ein Stündchen habe ich ausgehalten. Dann machte ich mich gerade, erinnerte mich selbst daran, dass ich seit 81 jahren Atheist bin, und dass mich deshalb das Ganze nichts angeht. Dennoch war ein wenig Trost gefragt. Bei mir geht das mit Musik leicht zu erledigen, aber es muss die richtige Sorte her. Mit Rammstein wäre ich wohl mit Kopf voran durch die geschlossene Tür bis ins Klo gerauscht und hätte eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Die Norwegerin Sissel Kyrkjebo schafft es, mir die Reste des Messiah mit friedlichen Mitteln auszutreiben. Wenn ihr Vortrag endet, könnte ich glauben, selbst der Engel zu sein, der durch mein Zimmer schwebt – und in der Küche nach Panis angelicus sucht (panis = Brot, angelicus = Wurst). Auch sie singt mit dem prächitgen Mormon Tabernacle Chor.

Long awaited darkness falls
Casting shadows on the walls
In the twilight hour I am alone
Sitting near the fireplace
Dying embers warm my face
In this peaceful solitude
All the outside world subdued
Everything comes back to me again
In the gloom
Like an angel passing through my room

Half awake and half in dreams
Seeing long forgotten scenes
So the present runs into the past
Now and then become entwined
Playing games within my mind
Like the embers as they die
Love was one prolonged goodbye
And it all comes back to me tonight
In the gloom
Like an angel passing through my room

I close my eyes
And my twilight images go by
All too soon
Like an angel passing through my room.

Lange erwartete Dunkelheit fällt
Schatten an den Wänden werfen

In der Dämmerstunde bin ich allein
Sitzen in der Nähe des Feuers
Sterbende Glut wärmen mein Gesicht
In dieser friedlichen Einsamkeit
Die ganze Außenwelt ist gedämpft

Alles kommt wieder zu mir zurück
In der Dunkelheit
Wie ein Engel, der durch mein Zimmer geht

Halb wach und halb in Träumen
Lange vergessene Szenen sehen
Songtext-ubersetzung.com

So läuft die Gegenwart in die Vergangenheit
Jetzt und dann verschlungen werden
Spiele spielen in meinem Kopf
Wie die Glut, wie sie sterben
Liebe war ein langsamer Abschied

Und alles kommt heute wieder zu mir zurück
In der Dunkelheit
Wie ein Engel, der durch mein Zimmer geht

Ich schließe meine Augen
Und meine Dämmerungsbilder gehen vorbei
Alles zu früh
Wie ein Engel, der durch mein Zimmer geht.

Lichtblick

Die Administration der EU in Brüssel arbeitet angestrengt an der Aufgabe, die Bürokratie zu vereinfachen. Dabei ist es einem der Mitarbeiter aus der Kommission für das Sanitärwesen auf Grossbaustellen gelungen, einen Hit abzuliefern.

Man sieht ihn hier bei der Bearbeitung der Seiten 1618 bis 1648 des Brexitvertrags. Sein Trick: Lose Blätter unbedruckt (Bemerkung unter Kollegen: Solchen Scheiss liest sowieso keiner!). Jedenfall ist damit eine flotte Bearbeitung möglich, wo nötig, und wenn unversehens ein unerwünschter frischer Wind durch das Büro fegt und ein Dokument wie diesen Vertrag „verweht“, entfällt nach dem Aufsammeln des Texts das lästige Sortieren.

Moderne Piraten

Ein deutscher Beamter, der in der EU beschäftigt wird und mit den Briten zu tun hat, zeigt hier seinen Gemütszustand – reine Verzweiflung.

Nun weiss man, wie deutsche Beamte so ticken. Sie bewältigen Rechtsvorschriften tonnenweise, graben Hektar um Hektar Acker um, weil sie ja „wissen“, dass irgendwo das Körnchen Gold schlummert, mit dem man das Salamiproblem lösen könnte (ich meine die Wurst, nicht die Wurstscheibe).
So sind sie halt, und deshalb müssen sie leiden.

Wer dagegen klar im Kopf ist, hat die Briten längst verstanden:

Sie wollen überall mitmischen. Sie schätzen es sehr, dabei Einfluss auszuüben. Wenn 10 Staaten etwas verhandeln, so gilt das Ergebnis für 9 Staaten. So hat man sie unter Kontrolle. Aber es gilt nicht für Britannien. So kann man machen, was man will, also was den grössten Nutzen bringt.

That’s all. Mit dieser Grundhaltung sind die Briten der EU beigetreten. Das Muster findet sich über die gesamte Dauer des Brexit-Gewürges wieder, und dies in verschiedenen Varianten, aber immer fundiert durch die Biblia Britannica, die mit dem Leitsatz „Nehmen ist seliger denn Geben“.

Tragisch, dass einem Deutschen diese Denkweise so sehr fremd ist. Er will Handel, also Geld gegen Ware, und der Brite ist Freibeuter – er will Geld u n d Ware.

Das ist doch sooo leicht zu kapieren – wenn oben in der Schatulle nicht alle Drähte verbogen sind!
Nach meinem Geschmack gibt es dazu nur zwei Verhaltensregeln zu beachten.

  • Man macht sich über sie lustig, wo immer das möglich ist.
  • Man setzt sich nicht mit ihnen an einen Tisch.

Das ist viel zu einfach für einen gewieften Diplomaten, der in einem früheren Leben als Leiter eines Einwohnermeldeamts einen Sessel warm gehalten hatte.

Aus einer Abiturklasse

Dies ist eine Bundesregierung.
Tisch und Stühle gehören nicht dazu,
obschon gerade sie Garanten
für Solidität und Kontinuität sind.
Gerade den Stühlen wird viel abverlangt.
Schliesslich müssen sie aushalten,
dass sie täglich fremden Hintern
und allem Beiwerk ausgesetzt sind,
die solche Körperteile in der Lage sind
abzusondern.
Solche Sitzungen sind immer etwas rätselhaft.
Niemand weiss, was arbeitet.
Sicher scheint:
Oft sind es die Köpfe.
Das sind die runden Teile oben,
wo die Brillen angebracht sind.
Gelegentlich auch nicht.
Dann beginnen die Stühle heiss zu laufen.

Die Männer im Hintergrund,
die in Trauerkleidung
sind Dolmetscher.
Sie übersetzen ins Bayrische, Schwäbische,
Ost – und Nordfriesische,
ins Pfälzische, Fränkische usw.

Mehr weiss ich auch nicht.
Nur noch, dass ein Bundestag 4 Stunden dauert.
Den Rest haben sie frei.

Sonnenschein

Was für ein Tag! Sonne, draussen Wärme , einen Teller voller Putenfleisch auf Penne Rigate, eine Buddel Roten unterm Arm und keine Schulden auf dem Buckel, nichts schmerzt, und die Katzen sind beschäftigt mit dem Zerlegen einer Couch – was braucht es mehr?

Es ist ein Sonntag, der sogar Stein zum Lachen bringt.

Und ich mittendrin, mit einem Gesicht wie ein Haufen Hecken. Gebe hier den Oscar aus der Tonne, siehe Sesamstrasse, mit hängenden Mundwinkeln wie in der Visage der Merkel, und, was soll ich sagen, genau dieser Vergleich trifft mich hart.
„Geh beiseite, Du verdammter Merkel!“ oder schlimmer: „Geh beiseite, Angela!“

Diese Chinesen !

Stelle Dir folgendes Bild vor:

Zwei Männer stehen in Shanghai an eine Ufermauer gelehnt. Dahinter ein Fluss, der Huangpo. Der eine, das war ich, so um 135 kg schwer, der andere, das war mein Nachbar, bei 190 kg. Beide Figuren sind 187 cm gross.

Hast Du das Bild? Gut.

Nun kommt eine chinesische Touristengruppe vorbei. Aus irgendeinem Grund bleiben sie mit 15 m Abstand zu uns stehen.

Siehst Du nun die 20 Chinesen, Männer, Frauen und Kinder? Gut!

Es lösen sich zwei Frauen, beide so um die 60 Jahre alt, und gehen auf uns zu. Der Rest der Gesellschaft schaut nur hin. Schweigt eisern.

Die beiden Damen bleiben vor uns stehen. Eine sagt, was sie denkt: „Buddha!“
Ich sage zu meinem Nachbarn: „Du, die meint uns!“

Nun strahlen uns beide Damen an, drehen sich um, und kuscheln mit uns. Voller Körperkontakt, gänzlich ungeniert!

Wir beiden Kerle grinsten wahrscheinlich blöde. Schwerer Fehler. Es kamen zwei männliche Chinesen und fotografierten die Szene.

Die beiden Frauen wandten sich um, strahlten uns zum Dank nochmals an, und gingen zurück in ihre Gruppe. Ihre Karawane zog dann weiter.

Auf diese Weise haben wir Eindruck gemacht und sind in China als Ebenbild Buddhas verewigt. Das kann ganz gewiss nicht jeder von sich sagen!

Momentaufnahme

Es ist Sopnntag. Ein Tag mit Sonne, und mit frühsommerlicher Wärme. Das hat mich nun doch vor die Haustür getrieben. So sass ich in meinem Rollator draussen und dachte unangestrengt vor mich hin. Beispielsweise konnte ich auf die Reihe kriegen, dass meine Familie über 6 Autos verfügt. Da sind ein Defender, ein neuer Camper, zwei alte PKWs, ein Fahrrad, und ein Rollator. Die Schubkarre zähle ich nicht mit. Nun soll ein PKW verkauft werden. Also waren Fotos fällig, und ich sass recht unpassend. Daraus einwickelte sich der Plan, den alten Mann auch anzubieten, meinetwegen über eBay-Kleinanzeige, mit Hinweisen wie „Alter Mann, 81 Jahre gelaufen, in schwarzem T-Shirt“ und „auch in weissem T-Shirt zu haben“. Heiliger Aloysius, dachte ich, und schaute an mir runter. Die Farbe meiner Unterarme! Die haben Jahrzehnte lang keine Sonne gesehen. Ich überlegte, welche Farbe in das Angebot geschrieben werden müsste – vergeblich. Die Wahrheit: Mein ganzer Korpus ist mittlerweile „farblos und intransparent“. Also nicht mal schweinchen-rosa!

Mir scheint, ich brauche einen Visagisten, der mich präsentabel macht. Präsentabel wofür? Weiss nicht. Keiner weiss, was kommt. Und wer will schon mit dem Habitus des Mehrwurms durch das Leben gehen, oder mit dem Dorfbäcker verwechselt werden, der immer mit mehligem Gesicht aus der Backstube kommt, um einen Korb mit kranken Polenbrötchen aufzufüllen?

Ob ich mir für eine gute Verkaufsshow ein tintenblaues T-Shirt mit Pailetten-Applikation kaufe? Oder habe ich jetzt zu viel Sonne abbekommen? Immerhin sitze ich längst wieder am Schreibtisch und pfeife auf eine Vitamin-D-Dusche. Das wird schon. Das geht wieder weg!

Wohnungsnöte

Ich meine, man sollte würdigen, was man sich im Laufe eines Lebens erarbeitet hat.

Richtig, den Herzinfarkt nicht. Aber gewiss den bescheidenen Wohlstand. Wenn man in seiner eigenen Hütte wohnt, alles ist bezahlt, man zahlt keine Miete – ein gutes Gefühl. Man schaut aus dem Fenster in die Welt, traut seinen Augen nicht mehr über allem Elend, das man wahrzunehmen gezwungen ist, und Mitgefühl von ungeahnter Stärke breitet sich über das schlichte Gemüt.
Ich erkläre das eben mal.

Da wohnt der Führer einer grossen Nation in einem schlichten Reihenhaus in Downingstreet Number 10. Dort wohnt ein Mann mit grosser Familie. Die Anzahl seiner Kinder kennt er selbst nicht; bei 6 hat er den Zwischensand vergessen und wieder bei 1 mit dem Zählen begonnen. Bilder aus dem Inneren des Hauses verführe rasch zu dem Eindruck, in ein türkisches Bordell zu schauen. Weihnachten mit der gesamten Familie muss er wohl in der Royal Albert Hall feiern

Schauen wir weiter. Da ist die bedauernswerte deutsche Bundeskanzlerin, die in einem Beton-/Glas-Gebilde wohnen muss, das an eine geöffnete Heringsdose erinnert. Vergnügungssüchtige Touristen suchen mit Feldstecher die Bungalowfront ab nach dem Standort der Kloschüssel – abstruss! Man weiss nicht, wie es drinnen aussieht; allerdings weiss man, wie die Kanzlerin dasteht im ewigen Gewand, das sie „Hosenanzug“ nennt. Nebenbei: Ein Hosenanzug ohne Hose wäre ein Minikleid – gut, dass sie immer Hosen an hat. Was die Wohnungseinrichtung betrifft, so darf man vermuten, es handelt sich um eine komplette Garnitur aus dem VEB Gleisbau Trötenitz.

Nun wäre der US-Präse zu betrachten. Dieser Auserwählte, wie er sich bezeichnet, macht von sich mit seiner Bescheidenheit grossen Eindruck. Das Weisse Haus in dieser Kleinstadt ist seinem Rang und Ruf völlig unangemessen. Er weiss das, und er fühlt das – dennoch wird ihm das Wohnen im Capitol verweigert. Den Lincoln-Katafalk könnte man bequem ins Oval Office rüberschaffen. Wäre der aktuelle Präse hier erfolgreich, so würde sein Vorgänger, der Irre aus Kallstadt/Weinstrasse vermutlich durchdrehen, weil ihm der Coup in 2016 nicht gelungen ist.

Schauen wir weiter. Vor Jahren hat sich dieser Türke Erdogan in einem Naturschutzgebiet eine Bleibe bauen lassen. Man erzählte sich, diese Datsche habe genau 1.000 Zimmer, Küche und Bad nicht mitgerechnet. Natürlich ist er 1.000 mal wichtiger für den Staat als ein Schuhputzer in Ankara. Das glaubt er allen Ernstes. Oder er redet so gequirlt, um zu vertuschen, dass er dort sein ganzes, neu zu gründendes osmanisches Reich unterbingen möchte. Neuerdings scmückt er sein 490 Millionen Oiros teures Einfamilienhaus mit dem Titel „sozio-religiös“. Damit wird die Hütte weit in Richtung Moschee geschoben.

Die Russen haben ihr grösstes Wohnungsproblem gelöst. Putin hat sich auf der Krim seine Datscha kaufen lassen, ein Milliarden-Bauwerk bei Sotschi.
Das dafür notwendige Geld wurde der Einfachheit halber aus der Staatskasse gestohlen, und nun hat Vladi seinen Palast, und der war teurer als der von Erdogan, wie sich das gehört. Vladi ist 69, und wenn er mit 70 endlich stirbt, könnte er sein Häuschen noch 12 Monate geniessen. Leider, leider hat sich jedoch ein unangenehmer Bewohner eingeschlichen, ein hartnäckiger Schimmelpilz; wie man hört, hat man alles von Wert ausgeräumt, und der Schuppen steht leer. Putin haus wohl wieder in seiner klösterlichen Zelle im Kreml.

Einen haben wir noch: Viktor Orbán! Er hat sich in einem aussergewöhnlichen Reifeprozess vom Sozialisten zu einer Art Neonazi entwickelt, ein voll ausgebildeter Opportunist. Seine Fähigkeiten als politische Führungskraft sind sehr übersichtlich, eher infantil zu nennen. Ihm hat man den Prachtbau des ungarischen Parlaments (s. Bild) buchstäblich vor die Füsse gelegt, das Gebäude leidet nicht an Schimmelpilz, sondern eher die Köpfe der Politiker. Sie plustern sich auf der rechten Seite auf, ihre linke Seite wird immer dünner, und nun stehen sie da als politisch schiefe Missgeburten und verstehen nichts. Sie sind pleite, und das wird überall totgeschwiegen. Wenn jedoch externe Geldgeber die Geldbeutel schliessen, können die Ungarn ihre Bürgersteige hochklappen und ganz Ungarn dicht machen.
Wie auch immer: Das Parlamentsgebäude in Budapest ist selbst für Orbán gross genug und optisch ein Hit, wenn keiner das Licht ausmacht. Kleine, die sich groß aufspielen, sind nicht sehr raumgreifend. Das passt – und Putin ist erneut geschlagen, und diesmal ohne heimtückische mykotische Unterstützung.

Wie bitte? Oma Freriks aus Berlin-Kreuzberg? Die soll aus ihrer Wohnung?
Was soll das! Bin ich Jesus? Ich kann mich doch nicht um alles kümmern!

Die letzte Figur:

Hör zu! Hier oben bestimme ich. So habe ich Johnson mit fruchtbaren Lenden gesegnet. Merkel bekam zur Strafe für ihr Verhalten als SED-Funktionärin von mir eine Hosenanzug-Figur verpasst. Bei Trump habe ich gepfuscht, der sollte längst tot sein. Erdogan und seine ganze Bagage habe ich in das 16. Jahrhundert zurückimplantiert, Putin mit Schimmelpilz vergiftet und Orbán so gestaucht, dass er nur 155 cm misst. Ausserdem kriegte er von mir das falsche Rezept für ungarisches Gulasch; es heisst bei mir „Schweinkram“.

Das alles war ein gutes Stück Arbeit. Und nun bist Du dran, mein Sohn. Du bist Jesus, nicht ich. Mach was für Oma Freriks! Sie hat immer Eintritt bezahlt, wenn sie in die Kirche kam. Quasi Schutzgeld.

Okey?

Schon wieder Bruschetta!

Ein Dialog der angestrengteren Art – gerade noch konfliktfrei:

· Hast Du endlich das Rezept für Bruschetta rausgesucht?
· Ja! Nee, das heisst nicht Bru schet ta. Man spricht es wie Brusketta aus!
· Und ich heisse Triebelmann, und nicht Treibelmän.
· Aber Du bist keine Italienerin.
· Und Du weiss Gott kein Italiener! Wo ist denn nun das Rezept?
· Suchs doch selbst raus!
· Ich weiss aber nicht, wie´s geht!
· Und ich habs Dir gezeigt. Einschalten, warten, InternetExplorer/ Favoriten/ Rezepte/Italienisch/ Bruschetta – so geht das.
· Ja, ich weiss, aber ich muss das Klo putzen. Du kannst das doch mal für mich raussuchen, Du hast doch sonst nichts zu tun!

Und schliesslich hat Madame mich so in die Ecke gestellt, dass ich nicht mehr rauskommen kann.

· Also gut! Ich machs schon!

Hier ist das Rezept. Falls Du Bruschetta nicht kennst: Es lohnt sich. Lade ein, zwei Freunde ein, trinkt einen trockenen, nicht zu körperreichen Roten und quatscht bis zum Abwinken!

Jetzt aufgepasst, es wird kompliziert: Man röstet eine Scheibe gutes Weissbrot auf beiden Seiten, reibt sie mit Knobie ab, dann gibt man ein Schlubberchen Olivenöl drauf. Der Höhepunkt: Ein guter Roter wird geöffnet ! Der Rest ist trivial. Essen und trinken, was sonst?

So sieht ein gutes 2. Frühstück auf Kreta aus. Dort wird man steinalt. Ich habe Friedhöfe abgeklappert und das überprüft. Dort sind selbst die Toten noch so vital, dass aus den Gräbern der Männer weisse Bärte rauswachsen. Die Angehörigen gehen auf die Friedhöfe nicht zum Unkrautjäten – da wächst eh nicht viel, sondern zum Bärte schneiden.

Seitenblick (Satire)

Je grösser sich eine Notlage eines Staates gestaltet, desto stärker wächst bei den Regierenden die Fähigkeit zur Inkompetenz.

Hm? Doch, das ist ein Aphorismus! Geht doch! Aber anders:

Ich war krank. Malaise mit dem Herz-/Lungenbereich. Ging zum Doktor.
Kriegte 3 davon, ein Allgemeiner, ein Kardiologe und ein Pneumologe. Die drehten mich 5 Stunden lang durch den Wolf, setzten sich zusammen und entschieden Therapeutisches. Teufel, dachte ich, das war gut gemacht.

Nun ist die EU krank. Pandemie mit Covid-19. Bearbeitet wird der Fall von einem Kohlenhändler, 3 Kartoffelbauern, einem Bilanzbuchhalter, 5 VW-Schrauberinnen, einem Imbissbudenbesitzer und zwei Türken, die gut Döner können. Teufel, denke ich, das ist garnicht gut gemacht!

Ich flüchte in meine Hütte und schliesse alle Türen von innen ab. Schalte meinen Fernseher ein. Soeben doziert ein Virologe. Aha, denke ich, das wird gut gemacht. Plötzlich fällt mir mein Gesicht in den Schoss. Der redet von einer Epidemie! Wir haben aber Pandemie!

Ich zappe. Da sitzt in einer Gesprächsrunde der nächste Virologe, ein MdB, von dem ein Kollege erzählt, das sei eine ganz faule Sau. Ausser TV machte der garnichts. Teufel, denke ich, das gibts doch nicht, bin ich zu dumm für diese Welt und verstehe immer nur „Bahnhof “ ? Oder hab ich was mit den Ohren?

Ich schalte die Glotze aus, fahre meinen PC hoch und schreibe irgend einen Schaaß, wie das in der Wiener Vulgärsprache so schön klingt. Ich nehme mir die Freiheit, zu resignieren, lehne es ab, im 7/24-Modus knietief in der Schaaß zu stehen. Es mag falsch sein oder richtig, aber in bin wieder in meiner eigenen Gedankenwelt. Die kenne ich, und die kann ich aushalten.

Nun fallen mir zwei Fehler auf.

  • Ich habe mein Thema krass verfehlt, und statt dessen geblubbert.
  • Ich habe noch nichts über Gänseblümchen geschrieben.

Shame on you, old man!

Au secours! Please help! Hilfe!

Bei mir ist ein Follower abgesprungen!
Das ist garnicht gut, wenn man nur wenige hat!
Geht einfach, ohne Abschiedsbrief.
Und das ist so schade.
Kann man nicht einfach einen Kommentar schreiben,
der mir sagt:
„Mach Deinen Bockmist ohne mich!
Der ist wie von einer ALDI-Party!“
Energetisch wertvoll, so eine Ansage.
Kommt aber nicht.

ALDI-Party kennst Du?
Man lädt 20 Leute ein,
und jeder bringt eine Dose Konserve mit.
Gläser gehen auch.
Alle Etiketten müssen beseitigt sein.
Die Behälter werden geöffnet,
der Inhalt in einen Riesen-Pott gekippt,
umgerührt, erwärmt und gegessen.
Negative Bemerkungen werden umgehend bestraft:
Übeltäter müssen einen Doppelkorn trinken.
Sag 20 x „Oh Gott“, und Du bist aus dem Spiel.

Was Du dann auf dem Suppenlöffel vorfindest,
ist recht abwechslungsreich:
Essiggurke mit einer Spur Erbsensuppe,
verfeinert mit Erdbeermarmelade,
oder Thunfisch in Mousse au chocolate,
garniert mit einer halben Prinzessbohne
und so fort.

Eine solche Show ist natürlich ein Härtetest
für den Metabolismus der Teilnehmer.
Krankenstand am Folgetag: 75 %.
Wahre Tierfreunde räumen die Bude auf,
sofern sie gesund geblieben sind.
Sie giessen den Rest Doppelkorn
in den Resr AQLDI-Eintopf,
und alles zusammen in das Klo.
So können die Kanakratten profitieren,
und wer Zeit und Muse hat,
sitzt neben einem Gully
und hört zu, wie die Ratten feiern.
Happiness auf allen Kanälen –
das ist beinahe wie Weltfrieden.
Gut. Für einen kurzen Moment.

Moment. Bleib mal stehen.
Ich wollte noch etwas sagen.
Moment.
Ach ja. Ich glaube nicht,
dass die Jugend von heute
a. die Phantasie und
b. die Körner hat,
gleichartige Parties zu feiern.
Sie ist versiert im Umgang
mit Smartphones und Tablets,
kann aber keine Suppendose öffnen,
wollens auch nicht,
weil sie denken, für Dosenöffner
brauche man einen Schein
wie für das Benutzen von Staplern.

Und jetzt her mit einer kräftigen Ladung
Sarkasmus!
Geht nicht. Ist mir untersagt.
Was für eine Welt!

Kölsche Originale

Tünnes:
He, Schäl, lass uns was dichten!
Ich fang an.
Ich steh heut am Ufer des Rheins
und guck flussaufwärts bis nach Mainz!
Jetz Du.

Schäl:
Ich steh heut am Ufer des Rheins
und stecke beide Daumen in die Nase.

Tünnes:
Aber das reimt sich doch nicht!

Schäl:
Aber das dichtet!

(Aus meiner Kinderzeit, so um1952, also ca. 70 Jahre alt, und wie man so sagt, der Witz hat einen langen Bart. Ist mir egal. Für mich eine „Antiquität“, und wichtiger als der Kölner Dom! Kultur wird vom Volk gelebt, und nicht von Kirchen mit protzigen Bauwerken und anderem Imponier-Gedöns. Ach ja – Tünnes und Schäl sind Figuren aus dem Kölschen Hännes_chen-Theater, einem Puppenspiel mit Tradition, so um 1803 kam Tünnes, und um 1850 kam Schäl auf die Bühne.)

Wieder mal beim Bund

Der Spiess: „Kompanie rrrührt Euch! Guten Morgen, Kompanie“!

Das Echo aus 160 Kehlen: „Guten Morgen, Herr Hauptfeld!“

Der Spiess: „Zugführer, Mellldung!“

Die Zugführer: „x Mann angetreten, alle wohlauf – keine besonderen Vorkommnisse!“

Der Spiess rechnet: 50+50+60 – stimmt! Brüllt wieder los.

„Wer sind die Kerle mit den roten Köpfen da hinten?“

Zugführer vom Zug 2 meldet:“Das sind Hydranten, Herr Hauptfeldwebel!“

Und der dreht durch: “ Schon wieder solche Scheiss-Akademiker!“

Diese alte Schrulle habe ich heute seit 2 Stunden im Kopf und will sie loswerden. Ich hoffe, ich habe sie jetzt weggeschrieben – sonst muss ich damit auch noch ins Bett!

Heisse Luft

Müssiggang ist aller Laster Anfang.
So der Volksmund.

Warum schreibe ich das jetzt hier hin?
Ich bin mal ganz ehrlich:
Weil mir nichts Besseres einfällt.
Und das in der Hoffnung,
dass nun ein wenig Stoffliches
hochblubbert,
und aus mir heraus.
Ich warte.
Und es blubbert.
Was hoch kommt ist dünn wie Wasser.
Bildet keine Pfützen,
verrinnt im Sand.
Ich warte weiter.
Plötzlich finde ich,
der Spruch sei unbrauchbar.
Wie eine Gabel ohne Zinken:
Beginnt das Laster nun mit,
oder nach dem Müssiggang?
Ist doch wichtig zu wissen,
wenn man sich korrigieren soll!
Merkst Du was?
Es ist so, wie meine Tochter sagt:
Der findet immer was zum Meckern!
Wenn nichts hilft, dann das.
Und es ist so, wie ich oft sage:
Irgendwas geht immer.
Sie sagt: Quäle die Leute
doch nicht mit so was!
Und ich: Die quälen sich selbst,
wenn sie sowas lesen!
Frag mich nicht, warum!

Brandenburger Tor, Berlin

Ernst zu nehmende Quellen behaupten, Helmut Kohl hätte das Momument noch zu Lebzeiten als sein Grabmal bezeichnet und testamentarisch verfügt, dass sein Leichnam in diesem Bauwerk aufbewahrt werden soll. Einen Locus amoenus habe er nicht bestimmt. Nun, so redet man, habe man von Kohl nur das Gebiss in Speyer begraben, den Rest aber auf das Tor geschafft und direkt unter den Pferdehintern eingemauert. „Damit ihm die Rösser auch in der Ewigkeit ihr Bestes geben können“. Wohl aber sollte der Bundesadler aus dem Plenarsaal des Bundestags umziehen und an die Vorderfront des Tors „gedübelt“ werden. Als Pfälzer sprach er allerdings von „gediwwld“.

Diese Geschichte erzählte ein Berliner Taxifahrer seinem chinesischen Fahrgast. Der allerdings erlaubte sich, sein eben erlerntes Deutsch auf den Markt zu werfen. Er brachte folgende Redewendungen zustande:

„Bellin wundelbal!“
„Blandenbulgel Tol glossaltig.“
„Wil zwoi jetz fahlen Biel tlinke Bellinel Bälenbläu Expolt!“

Der Taxifahrer, „expolt, expolt“ brüllend, soll den Chinesen aus dem Auto geworfen haben und sei einfach davongefahren. Noch ein Stadtneurotiker, merkte der Erzähler an.

Seltsam asymmetrisch, diese Geschichte – und so ganz ohne Sex!

Ich, als Brownie

Vorhin habe ich mir vorgestellt, was wäre, wenn man mir eine solche Buddel schenkte.

Ganz gewiss würde ich mir das Zeug nicht ins Gesicht schmieren. Ich würde leiden wie ein Hund, kämen mir Leute entgegen,
und einer würde sagen: „Du, guck mal, da kommt Donald Trump!“
Ein anderer: „Hi Donald!“
Und ein Dritter: „How are you, Arschloch?“

Vielleicht würde ich mir den Hintern bräunen, um damit zu simulieren, ich wäre am FKK-Strand gewesen.

Mit dem Rest könnte ich eine Wand meines Gartenhauses streichen. Könnte sein, dass sich die Clematis dann weigert, die Wände hochzuwuchern, und die Leckermäuler unter den Mäusem könnte ich mit blanker Hand von der Wand pflücken.