Freiheit, die ich meine

Freiheit, die ich meine
die mein Herz erfüllt
komm mit deinem Scheine
süßes Engelsbild!
Magst du dich nie zeigen
der bedrängten Welt?
führest deinen Reigen
nur am Sternenzelt?

(Max von Schenkendorf, Lyriker, um 1800)

Wer Freiheit opfert, um Sicherheit zu gewinnen,
wird am Ende beides verlieren.

Das sagte

Benjamin Franklin (* 17. Januar 1706 in Boston, Massachusetts; † 17. April 1790 in Philadelphia, Pennsylvania)

Für die 60% ungebildeten Amerikaner:

Franklin war ein amerikanischer Drucker, Verleger, Schriftsteller, Naturwissenschaftler, Erfinder und Staatsmann.

Als einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten beteiligte er sich am Entwurf der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und war einer ihrer Unterzeichner.

Meine Anmerkung zum Thema:

Unfrei ist, wer – aus welchen Gründen auch immer – an der freien Entfaltung seiner Persönlichkeit gehindert wird. Das Zusammenleben in einer Gemeinschaft erfordert allerdings die Einschränkung der persönlichen Freiheit. Kompromisse dieser Art werden nicht als Defizit empfunden. Aber Unfreiheit hat viele Gesichter. Eines davon ist die Armut.

Donald Trump kündigt an, die demokratischen Institutionen der USA ausser Kraft setzen zu wollen. Sein Vorbild ist wohl der Ungar Viktor Orban. Er ist auf dem Weg, die USA in eine Diktatur umzubauen, und Uncle Sam wird die Autokratie nicht erkennen und glauben, sein Land sei demokratisch, und seine Bürger seien frei.

Der Rest der Welt aber wird „Gute Nacht, Amerika!“ sagen und sich angewidert abwenden.
Aber wie das immer so ist – das Business wird Risse notdürftig schliessen. Geld ist nun mal klebrig.

Metapher: Tip für Goldgräber

In Deinem Leben dreht sich alles um Dich.

Also beachte, dass Du die Leichtigkeit
Deines Seins stets an den Rändern
Deines Lebens finden wirst,
wo eine zentrifugale Kraft sie hingetrieben
und deponiert hat.

Suchst Du allerdings nach dem Sinn
Deines Lebens, so konzentriere Dich
mit allen Deinen Sinnen auf Deine Mitte,
wo der schwerwiegede Teil Deiner Existenz
wie ein Fels in der Brandung
in sich ruhend liegt,
und auf Dich wartet.

Aphorismen: Illusion

Illusionen haben ihre Wurzel in der Fähigkeit
des Menschen, zu glauben.

Dazu meinte Sigmund Freud:

„Illusionen empfehlen sich dadurch, daß sie Unlustgefühle ersparen und uns an ihrer Statt Befriedigungen genießen lassen.“

Blitzlicht: Antiquarische Sprüche

In der Zeit um 400 Jahre vor Christi Geburt lebte im antiken Athen Sokrates, ein Philosoph. Mit seiner Denkweise schaffte er nicht weniger als die Grundlagen unserer abendländischen Kultur. Er war ein Mensch mit aufrichtiger Gesinnung. Sein Leben wurde geprägt durch seine streitsüchtige Ehefrau Xanthippe, und durch die Athener Justiz, die ihm ein Todesurteil wegen angeblich verderblichen Einflusses auf die Jugend sowie Missachtung der Götter zustellte. Sokrates starb durch Gift, da er vermutlich die Obrigkeit Athens hart kritisierte. Mit dem folgenden Aphorismus wendete er sich an diese Obrigkeit, die er weder als klug noch als normal erlebt haben dürfte:

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Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.

Sokrates, griechischer Philosoph

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Klarstellung: Dumm ist auch, wem die soziale Intelligenz fehlt.
Weiter im Text. Kommen wir zu Platon und Xenophon; sie lebten zu Sokrates Zeiten und waren seine Schüler.

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Für den bei weitem größten Betrüger hielt er den, welcher, ohne selbst tauglich zu sein, die Leute etwa betrogen hatte, indem er sie glauben machte, er verstände sich auf die Leitung des Staates.

Xenophon (430 – 354 v. Chr.), griechische Schriftsteller

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Alles nämlich, was im Staate nach Ordnung und Gesetz geschieht, bewirkt jegliches Gute; das meiste Ordnungswidrige und schlecht Angeordnete dagegen hebt anderes, was wohl angeordnet war, wieder auf.

Platon (427 – um 348 v. Chr.), lateinisch Plato, griechischer Philosoph

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Nun hatte auch Platon einen prominenten Schüler mit Namen Aristoteles, und dieser war nun wiederum ein Lehrer Alexander des Großen, einem König von Makedonien und erfolgreichen Kriegsherrn, der nur 33 Jahre alt wurde. Aristoteles meinte:

Der Staat ist eine Gemeinschaft gleichberechtigter Bürger zum Zweck der Ermöglichung der besten Lebensführung.

Schönes und Gutes aber kann weder von einem Menschen noch von einem Staate hervorgebracht werden ohne Tugend und Verstand.

Aristoteles (384 – 322 v. Chr.), griechischer Philosoph

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Ich habe keine Angst vor einem Heer von Löwen, das von einem Schaf angeführt wird. Ich habe aber Angst vor einem Heer von Schafen, das von einem Löwen angeführt wird.

Alexander der Große (356 – 323 v. Chr.), makedonischer König

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Die folgende Ergänzung rundet das Bild ein wenig ab:

Der Mensch braucht die Natur, die Natur braucht den Menschen nicht. Der Mensch ist Teil der Natur, er ist ihr nicht übergeordnet. Erst wenn er das begreift, hat er eine Überlebenschance.
Es gibt genug Politiker, die gerne das Richtige täten, wenn sie nicht wüßten, daß sie gerade weil sie das Richtige tun, die nächste Wahl verlieren werden.

© Richard von Weizsäcker (1920 – 2015), Richard Karl Freiherr von Weizsäcker, deutscher Jurist, CDU-Politiker, von 1984-1994 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland

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Unschwer zu erkennen, dass diese „Vordenker“ sich in der Antike mit einem Problemkreis beschäftigten, der bis in unsere Tage ungelöst geblieben ist: Politeia – Staatstheorie – Gerechtigkeit – Politikversagen – kultureller Abstieg.

Aphorismus: Humanitas

Gut leben bedeutet nicht nur
das Nutzen des Guten aus der eigenen Welt,
sondern auch, in den Schnittmengen mit Welten anderer Menschen
auf irgendeine Weise nützlich zu sein.