Die Geldvernichter

Guck mal, Kanzlerin: Da kommt in jedem Jahr der Bundesrechnungshof mit seinem Bericht angeschlichen, und erklärt eher verschämt – zum Zwecke des Nachweises seiner Existenzberechtigung – dass mal 15, mal 30 Milliarden Oiro auf unsinnige Weise verplempert worden seien. Ich sitze dann gespannt vor der Glotze und warte auf eine Reaktion der Cancellaria. Nach einer Woche Totenstille zum Thema lässt die Spannung nach, und ich verstehe, dass es wie im Vorjahr läuft, und ich verstehe nicht, warum. Schliesslich werden angeblich 1,5 Milliarden für die Finanzierung der Terrorbekämpfung benötigt. Das holt sich die Cancellaria per Steuererhöhung – bei mir und meinesgleichen. Verstehst Du das, Kanzlerin? Nein? Das dachte ich mir schon. Nochmal für Dich: Vorne holst Du Dir drei Milliarden durch Steuererhöhung, und hinten schmeissen Deine Leute wenigstens 15 Milliarden aus dem Fenster. Ist das klarer? Nein? Dachte ich mir. Würdest Du das kapieren wollen, müsstest Du etwas gegen Deinesgleichen unternehmen.

Weißt Du, Kanzlerin, verstanden habe ich das schon. Das ist der Grund, weshalb ich Dich so innig liebe. Seit Du als Beamte geoutet bist, lichtet sich der Nebel ein wenig. Du und Deine Riege!

Übrigens: Wer hätte je von Beamten Leistungsorientierung, Übernahme von Verantwortung für das eigene Tun und das der Mitarbeiter erwartet? Wer glaubt wohl noch daran, dass Originalität und Kreativität in dem Moloch Öffentlicher Dienst Einzug halten könnte? Verantwortungsbewusster Umgang mit anvertrauten Milliarden? Ehrlichkeit? Statt dessen:  Deutscher Beamte machem keine Fehler! Sie sind unfehlbar wie der Papst, bis man sie erwischt. Dann wird fix ein Potemkin´sches Dorf gebaut, bis die öffentliche Meinung, dieses Saumensch, sich beruhigt hat, und danach sind die Beamten wieder unfehlbar.

Ich würde mal nach einem Virus suchen lassen, das degenerative Vorgänge auszulösen vermag, das Dekadenz ausufernd zur Pandemie grassieren lässt, das Beamte dazu verleitet, nach Verprassen von 15 bis 20 Milliarden Euro als Belohnung eine 6-prozentige Erhöhung der Bezüge zu verlangen.

Natürlich weiss ich, dass es Heerscharen fleissiger, gewissenhafter und fähiger öffentlich Bediensteter gibt, die man mit solcherart pauschalen Beschimpfungen zu Unrecht tritt. Wer sich zu dieser Gruppe zählt, möge sich als „Nicht betroffen!“ betrachten. Schliesslich hat zu allen Zeiten gegolten, dass man nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, wenn der Chef ein Arschloch ist, und die Behörde ein Fisch, der bekanntermassen immer am Kopf zu stinken beginnt.

Über Spitzenpolitiker

Wenn ich Qualm in meiner Bude habe, weil irgendein „Spitzen“-Politiker  wieder mal danebengelangt hat (nur bei fremden Portemonnaies greifen sie immer zielgenau mittenrein und nie daneben), dann setze ich mich an meinen PC und schreibe ihm eine Mail. Diese Dinger gedeihen  selten sachlich, sind fast immer unverschämt, bringen manchmal einen kurzen, vergnüglichen Diskurs mit einem vorgeschalteten Schmutzfilter, der vornehm Referent beim Bürgerservice oder ähnlich genannt wird – und beim Angepieselten kommt nichts von alledem an.  Wem nützt solcher Unsinn schliesslich? Logo, mir natürlich!

Damit Du besser verstehst, was ich meine: Es ist wie mit Blähungen ….  Mehr sage ich nicht.

Die Hofberichterstatter der Medien reden gerne vom Spitzenpolitiker, wenn sie dieses Prädikat mit einem prominenten Namen verbinden können. Es ist in diesem Prozess völlig unerheblich, auf welche Weise eine Person prominent geworden ist. Wichtig sind allein die Möglichkeiten einer Vermarktung der betroffenen Person, des Ereignisses, und der eigenen Person (der des Berichterstatters).

Diese in der Journalistik durchaus gebräuchliche Technik nennt man Anschleimen. Versachlicht sollte man Spitzen-Politiker damit definieren, dass jemand bei irgendwas an der Spitze steht, nicht aber zwangsläufig auch Spitze ist. Ja, man könnte sogar annehmen, dass Menschen, die Spitze sind, niemals in  Spitzenpositionen  landen können.

Es ist schon recht interessant, auszuloten, auf welche Weise sich diese Politiker  gegenüber den Bürgern abgeschottet haben. Tatsächlich ist das Kappen aller Leitungen nach unten bewusstes Handeln. Dafür gibt es gleich zwei Motive:

1. Es kann nicht geduldet werden, dass einige zigtausend Kotzbrocken ihren Unflat beispielsweise auf den Tisch des Bundeskanzlers laden. Der Gute könnte dann nicht einmal mehr so regieren, wie er glaubt, dass Regieren geht, auch wenn’s anders gemacht werden müsste. Das ist verständlich formuliert, oder?

2. Das Volk ist dumm. Aus politischen Gründen wird der Terminus BLÖDE nicht mehr verwendet, ausser man befindet sich unter Freunden. Das Volk ist so dumm, dass es nicht mal weiss, was ihm gut tut. Der Sachverstand sitzt in den administrativen Spitzen- positionen, bei den Beamten. (Lach`nicht!)

Primitive Ansichten, meinst Du? Trivial? Genau. Du hast ins Schwarze getroffen. Aber auch wahr – leider, wie alle Trivialitäten.

Darf ich Dich mal etwas fragen? Wie kommst Du zurecht mit der Forderung, das Amt zu respektieren, wenn der Inhaber eine Null ist?

Ich schaffe das nicht. Es hat wohl damit zu tun, dass ich aus eigener, leidvoller Erfahrung weiss, wie schwer es ist, nur erst mal von den eigenen Kindern respektiert zu werden. Ein wirklich hartes Stück Arbeit, und niemals gibt es eine Erfolgsgarantie!

Wie meinen? Woher ich die Chuzpe nehme, einen Politiker als  eine Null zu outen? Hör zu. Es gibt Regierende, die zugleich ihre eigene Opposition sind. Wenn man viel Mist produziert, wird der Haufen immer grösser, bis er endlich bis zu mir stinkt. Und  meine Nase funktioniert. Mein Hirn auch, mehr oder weniger. Und bis die parlamentarische Opposition endlich aufgewacht ist und mit ihrer Arbeit beginnt, ist mein Hals schon wieder am Abschwellen, und ich habe den Draht in meine Mütze zurückgefummelt.

Ich kann, und ich will mir ein wenig Polemik nicht verkneifen. S`ist gut für mein Wohlbefinden, und wer sich auf mich einlässt, lässt sich auch auf mein Schandmaul ein; wir sitzen schliesslich alle an irgendeinem Stammtisch und schlagen verbal auf irgendwelche Leute ein, vermeintliche oder tatsächliche Gegner, mögen sie über uns oder unter uns sitzen, Fremde oder Verwandte sein, Nachbarn mit ihrem Maschendrahtzaun oder der Bäcker mit klitschigen Graubroten – wir finden immer einen mit Hörnern, zwischen die man hauen kann, oder?

Und nun bringen wir dieses trostlose Kapitel hinter uns. Für heute ist Feierabend. Schliesslich sind wir Rentner der Arbeit entwöhnt.

Think!

Ich sollte mir wohl abgewöhnen, auf alles, was mir auf den Keks geht, umgehend zu reagieren. Die eben geschriebene Mail an einen Bürgerservice ist wieder ein Beispiel für die Vergeblichkeit ehrlichen Bemühens und die Flüchtigkeit nicht zu Ende gedachter Gedanken. Es ist, als ob Du einen Brückenpfeiler fertig gebaut, und dabei vergessen hast, dem Beton Zement unterzumischen. Das Ding steht, sieht gut aus, wird trocken, und ein Windhauch weht es um und weg. Es endet in einer Sandwolke, und Du darfst wieder von vorne beginnen.

Warum nur macht man immer wieder die gleichen Fehler? Nicht nur Du und ich sind von dieser Schwäche befallen – nein, es ist die ganze Welt. Gesund oder krank, jung oder alt, mit oder ohne Hirn – immer die gleiche  Sch …. Du weisst schon.

Think positive!

Auch Schatten färben ab. Wenn Du lange genug auf der Schattenseite verweilst, kriegst Du selbst einen. Am Ende stört Dich der Krümel auf dem Damast, und Du reibst, zerdrückst ihn zu einem schwarzen Fleck, um Dich gleich darüber zu erregen, dass weisse Tischtücher so selten geworden seien, Deine Familie sich über Dich schwarz ärgert und sich mit weissem Gesicht verdrückt – es ist Zeit, mein Freund, zum Psychiater zu pilgern.

Think positive. Kürzer: Think! Diesen markanten Spruch hatte bekanntlich Jim Watson, der grosse alte IBM-Boss so über seinem Schreibtisch aufgehängt, dass seine Besucher ihn unvermeidlich zur Kenntnis nehmen mussten. Ein Wort, ein Programm. Setzt man „positive“ hinzu, könnte auf Jimmies plate auch „Laugh!“ stehen. Oder „Heute schon gelacht?“

Sag mal: Kann es eigentlich wahr sein, dass wir horrende Honorare zahlen, nur um uns von einem Psychiater fragen zu lassen, ob wir heute schon gelacht haben? Und wenn ja, warum? Oder wenn nein, warum gerade eben?

·           Herr Fisch, warum lachen Sie?

·           Ich lache über mich selbst!

·           Sag, Roland, was Sie an sich selbst so lustig finden?

·           Nein, Klaus-Heinrich, nein, das sag ich nicht!

·           Aber Herr Fisch, haben Sie kein Vertrauen zu mir?

·           Doch, Herr Pümpel, das habe ich, aber nicht zu mir!

·           Aber das sollten Sie mir jetzt doch erklären. Mögen Sie?

·           Nein, Herr Pümpel, ich mag nicht.

·           Gut, Herr Fisch. Das war ein guter Anfang.

.          Aha.

.          Wir haben schon einen Fortschritt erzielt!

RRRRRRing!

Klaus-Heinrich Pümpels Küchenwecker kündigt das Ende der ersten Sitzung an, nur ganze vier Minuten zu früh, was bei 20 Minuten gleich 20 Prozent Fehlzeit ausmacht, was 12 Euro entspricht, die ich für nothing zahle, und ich beschliesse, noch ein wenig zu bleiben, werde aber Richtung Tür geschubst, denn draussen steht ein anderer Patient, für andere 16 Minuten, und ich beschliesse erneut, und spontan, diesen Menschen nicht zu befragen, ob er da drinnen schon mal gelacht hat, über sich selbst, und darüber, dass er noch 53 mal hierherkommen muss – soll – darf – ich selbst habe ja nichts unterschrieben – Herr Fisch, das ist jetzt garnicht zum Lachen – , aber Jim Watson will mir nicht aus dem Sinn gehen mit seinem THINK! und ich mit meinem Konter „LAUGH!“, im kategorischen Imperativ voll durchformuliert, kurz, knapp, wahr – nur:

Verdammt nochmal!  Ich habe bei Pümpel tatsächlich herzhaft abgelacht! Überleg mal. Der hat es geschafft. Und dafür soll er auch 60 Oiro kassieren. Aber – das ist ab sofort beschlossen und Gesetz – nur diese ersten 60, und ab sofort werde ich kostenlos lachen. Ich denke an Pümpel, ich denke an mich, ich denke an den Höllenstuhl, der statt der berühmten Couch für die Patienten bereitsteht, und ich denke an 60 Euro – und schon geht es mir gut. Naja, sagen wir mal: Besser. Gut gehts mir erst, wenn ich ungepümpelt lachen werde. Wenn ich die Nachrichten des Tages als Witz erlebe.

Wenn mich die Toten des Tages nur noch nachdenklich stimmen, aber nicht mehr  wütend.

Wenn ich meinem Computer mitten auf die Festplatte schreiben kann: Wie, Du Aas machst wieder Zicken? Hier hast Du meine Antwort. C:\\format c: – und servus, Du Depp!

Und wenn ich einem Pümpel ins Gesicht grinsen kann mit der Bemerkung:

Bei mir können Sie lange picken,

bis Sie ans Hirn kommen!

Das kosmische Gesetz

Die Grundrechte des Seins

Die Grundlage für alles Leben auf unserem Planeten ist das gleichwertige Recht aller Wesen, hier zu leben, sich zu ent­wickeln und ihre Aufgaben auszuführen.

Alle anderen sinnvollen Gesetze auf der Erde müssen mit dieser Grundregel verträglich sein, dürfen sie nicht verletzen.

Jedes Wesen auf der Erde hat das gleichwertige Recht, hier zu sein: Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze, jeder Stein, jedes Häufchen Erde darf hier sein. Es gibt nicht einzelne Menschen, Pflanzen oder Dinge, welche nicht hier sein dürfen. Es gibt nicht einzelne Wesen, welche wichtiger sind als die anderen – alle sind genau gleich wichtig.

Jedes Wesen hat das gleichwertige Recht, sich zu entwic­keln. Jedes Wesen darf seine persönlichen Zielsetzungen, seine Bedürfnisse versuchen zu verwirklichen. Es gibt keine Wesen, welche ein Recht auf eine schnellere oder priorisierte Entwick­lung haben als alle anderen. Niemand darf sich somit auf Kosten von anderen entwickeln.

Jedes Wesen hat das gleichwertige Recht, seine Aufgaben aus­zuführen. Das System Erde funktioniert nur dank dem Zusam­menspiel von allen Bewohnern. Im grossen Kreislauf arbeiten die Wesen «Hand in Hand». Es gibt kein Grund, weshalb die Aufgaben von einzelnen Wesen Priorität gegenüber den Aufga­ben von anderen Wesen haben sollten. Damit «die Erde» funk­tioniert, müssen alle Aufgaben ausge­führt werden. Alle Aufgaben sind erforderlich, sie sind demzufolge auch alle gleich wich­tig oder gleich unwichtig.

Man kann über alles schreiben!

Männerwirtschaft auf dem Mond

Wenn ich darüber nachdenke, was mir, einem 79jährigen männlichen Geschlechts gelegentlich durch den Kopf wandert, so beginne ich mich  zu sorgen. Manche Gedanken sind ein wenig abartig, oder sagen wir mal etwas seltsam. Mit einem bedingten Reflex versehen sucht man ebenso dringend wie vergeblich nach der Delete-Taste, um das Andersartige wegzudrücken. Was ich meine? Ich versuche zunächst, die Merkwürdigkeit mit einem Beispiel zu erklären.

Soeben, es ist genau 19:00 Uhr am Abend, Moment …. also eben ging ich am Badezimmer vorbei, und unvermittelt befiel mich die Frage, warum niemand je etwas über extrem nützliches und flüchtiges Utensil  geschrieben hat, nämlich das Klopapier.

Zwischenbemerkung: Wer jetzt weiterliest, sei ohne Sorge – ich widme mich ausschliesslich dem ungenutzten. Obwohl ….. Hundebesitzer  kümmern sich liebevoll um den Hundeköddel auf dem Trottoir, aber vor dem menschlichen schrecken sie zurück. Irrational. Das hat man dem Kleinkind auf dem Töpfchen antrainiert, und der 94jährige Greis leidet noch darunter, sobald seine Verdauung wieder einmal –  nun ja, man kennt das.

Zur Sache: Klopapier ist auch unter dem Namen Toilettenpapier bekannt. Dies sei erwähnt, um Verwechslungen zu vermeiden.

Also: Es lässt sich nicht vermeiden, auch über „kein Klopapier“ zu schreiben. Stellvertretend für eine allseits bekannte prekäre Situationen sei der Wanderer genannt, der die Eifel durchstreift,  das Unvermeidliche erleidet und sich verzweifelt nach einem Ort umschaut, wo ihm grossblättrige Pflanzen zur Hand sein sollten, und doch nur Heidelbeersträucher und hochstämmige Buchen wachsen. Zu Hause lagern 30 Rollen von ALDI, und im Wald befällt den Betroffenen Trübsinn. Nächstes Mal, Rucksack, Papier wiegt ja nichts, und so fort.

Man muss dieses Thema nicht plattieren wie ein Kalbsschnitzel. Dem geneigten Leser sollte die eigene Phantasie – oder die Erfahrung – genügen, um zu begreifen, wo der Hase im Pfeffer liegt..

Wenden wir uns also doch dem Klopapier zu. Zunächst wird definiert, und hierzu Wikipedia bemüht:

Das Toilettenpapier, auch Klopapier oder WCPapier ist ein zur einmaligen Verwendung gedachtes Tissue-Papier zur Reinigung der Ausscheidungsorgane. Es zerfällt in der Kanalisation. Tissuepaper ist feinkreppig und saugfähig. Es wird auch für Tischservietten, Küchen-wischtücher und Papiertaschentücher verwendet. Aha!

Und just an dieser Stelle befällt mich die Erinnerung an meinem Grossvater, einen hervorragenden Möbeltischler. Nach dem Lesen seiner Tageszeitung, das Blatt hiess „Talpost“, zerschnitt er das Blättchen in grosse Rechtecke und stieg eine Aussentreppe zum selbstgebauten Plumpsklo hinauf, um die Papierteile dort auf einen Draht zu spiessen. Ich glaube zu erinnern, er bevorzugte die Seiten mit Politik und Todesanzeigen. Opa zeigte mir, wie man mit seinem Klopapier umgehen sollte. Kurz gesagt: Links und rechts anfassen und das Papierstück zwischen beiden Daumenballen so lange rubbeln, bis es weich oder kaputt war. Dazu referierte er noch kurz zum Thema Druckerschwärze und Händewaschen – das war es dann aber auch.

Ich vergass zu erwähnen: Es war die üble Zeit nach dem 2. Weltkrieg, und selbst die beiden Papierfabriken in der Kommune verfügten nicht über brauchbares Material. Aber bereits 1948 traf man in den Toiletten der Fabriken auf die BUNTE aus dem Burda-Verlag. Interessant zu lesen, aber zum Gebrauch musste man wegen der Papierglätte sehr lange rubbeln.

In den 60er Jahren hatte sich die Lage deutlich verbessert. Wer in dieser Zeit „gedient“ und die rauhen Sitten der Panzergrenadiere und Pioniere erlebt hat, kennt auch das in den Kasernen verwendete Klopapier, das ein Mitarbeiter des Herstellers Feldmühle gutmütig spottend „Servus brutal“ nannte, ein Produkt der Premiummarke SERVUS aus Flensburg.

Selbst heute trifft man in öffentlichen Toiletten diese Rarität an; vermutlich geht man zu Recht davon aus, dass dieses Papier keinesfalls gestohlen wird.

Servus brutal ist wie Schleifband mit 400er Körnung, nur deutlich flexibler, also für harte Kerle gedacht. Oder für Stadtkämmerer mit leeren Kassen. Aber werden wir wieder sachlich.

Das Standardmass für Klopapier ist  ca.100 x 120 mm, 250 Blatt  = 30 m auf eine Papphülse gerollt, und per Perforation zu trennen, wobei Klopapier auf einer Seite garantiert nicht an der Perforation abreisst, sondern  ein  Stück vom nächsten Blatt mitnimmt. Hier gilt, dass schlechte Perforation als verkaufsförderndes Merkmal verstanden werden sollte. Halbperforation steigert den Verbrauch um 25%.

Klopapier wird heute 1-, 2- oder 3-lagig angeboten, auch 4- und 5-lagig wird solches Material in der Luxus-Version angeboten. Die Feuchtversion ist gut verpackt und duftet vor der Benutzung wie ein 7-stöckiges-Freudenhaus.

Zu den Kosten: 96 Rollen 3-lagig hochweiss kosten um 28 Euro. Und ein Testsieger namens Charmin de Luxe liegt bei 33 ct. pro Rolle und ist deshalb der gesellschaftlichen  Oberschicht gewidmet.

Deutschland verbraucht 4 Milliarden Rollen im Jahr und gibt dafür mehr  als 1 Milliarde Euro aus. Hier kommen nun die Schlauberger ins Spiel. Sie kaufen 1-lagig um 17 ct. pro Rolle, reissen 3 Blätter ab und falten sie zu 3-lagigem Klopapier. Damit liegen sie mit 51 ct. pro Rolle in der absoluten Luxusklasse, und haben dennoch keine Herzchen-Prägung im Papier. Ist eine Rolle aufgebraucht, so bleiben sie auf einem Einzelblatt sitzen, müssen eine zweite Rolle verbrauchen, und eine dritte, um den Rest als 3-lagig benutzen zu können. Längeres Nachdenken ergibt: Es ist sinnloses, es ist verteuerndes Sparen, und man rät davon ab.

Ökologisch ausgerichtete Käufer erwerben ein Recycling-Produkt. Es wird aus Altpapier hergestellt, und bleibt ohne Anteile von Frischholzfasern. So bleiben viele Bäume dort, wo sie hingehören: Im Wald, und nicht in den Toiletten. Einige Fahnder haben sich vergebens bemüht, Schwermetalle, Formaldehyd oder  polychlorierte Biphenyle nachzuweisen. Recycling papers sind also durchaus brauchbar, und die Schmirgelwirkung ist deutlich geringer als bei Servus brutal.

Nun muss zum guten Schluss das Schmuck-Klopapier erwähnt werden. Man bekommt Prägungen mit Figuren und mit Texturen wie Leinen. Man kann Bedrucktes kaufen, mit Spontisprüchen, mit Figürchen aus dem Kinderzimmer, oder mit Fotos von Politikern oder der ungeliebten Schwiegermutter. Rotwein-Trinker kaufen das Produkt mit aufgedruckten Bierflaschen, Biertrinker mit Etiketten des Chateau Latour von der Gironde. Die Industrie vermutet, auf diese Weise könne jeder seinem Vergnügen frönen – oder seinen Frust abreagieren, wohlgemerkt: Im Badezimmer und by paper!

Noch ein Hinweis für Snobs: Vergessen Sie Handgeschöpftes! Es hat eine Konsistenz, die der Wellpappe in der Exportversion, als Panzerkarton für seefeste Verpackung empfindlicher Güter gleicht. Vergessen Sie es ganz rasch!

Guzheng

Es ist mir eine echte Herzensangelegenheit, Euch die Guzheng vorzustellen. Das Instrument ist etwa 3000 Jahre alt (gu) und eine chinesische Zither (zheng). Man zählt das Instrument zu den immateriellen Weltkulturgütern. Dennoch wendet man sich in China den modernen, westlich beheimateten Musikgeräten zu, und die Guzheng droht in Vergessenheit zu geraten.

Warum nun diese Fürsprache?

 Ich habe in einem der Beamtengärten von Suzhou eine Komposition mit dem Titel „Gewitter“ gehört. Mit der letzten Kadenz war ich in meiner Gänsehaut erstarrt und sprachlos. Ich hatte nie ein Musikinstrument gehört, das eine solch starke Ausdruckskraft besitzt und, in kundigen Händen, ihr Publikum buchstäblich verzaubert.

 Ich habe hier eine Hörprobe anzubieten. Nehmt Euch Zeit und hört bis zum Ende zu.

 https://www.youtube.com/watch?v=bqi9B4vtZNo

 Ein aussergewöhnliches Hörerlebnis!

USA – Got talent

Mag sein, dass die weltweit in Mode gekommenen Talente-Shows nicht, oder teils, oder insgesamt getürkt sind. Ich bin nicht in der Lage, hierzu zu urteilen. Zugegeben, ich neige zu glauben, dass nicht betrogen wird. Zumindest gibt es dafür Indizien.  

Wie auch immer, ich habe die Wirkung der Interpretation von Musik auf das Publikum beobachtet. Dabei habe ich Interaktion zwischen Interpret und Publikum gesehen, die ich bemerkenswert finde.

Vor allem anderen – und drüber berichte ich hier – ist die Figur des Interpreten von Interesse. Für ihn gilt, dass seine Chancen im Wettbewerb bestimmt werden durch den Erfolg als Kunstfigur auf der Bühne.

 Nein, das ist keinesfalls ein negatives Werturteil. Das Barbie-Format hat nur geringe Erfolgsaussichten. Auch das einfache Imitieren von Showgrössen ist weniger gefragt. Ich benenne hier die wesentlichen Erfolgsfaktoren für den Fall, dass Du auf die Showbühne wechseln möchten.

  Was also habe ich bei den erfolgreichen Laien-Interpreten gesehen?

 Persönlichkeit (schon bei 5-jährigen)

Bescheidenheit

sehr gute Stimme

ein Song, der zur Person und zur Stimme passt

Sicherheit bei Text und Melodie

Soul-feeling, d. h. den Song auf der Bühne leben, darin aufgehen

angemessen sparsamer Umgang mit musikalischen Verzierungen

im Vortrag

Emotionen nicht unterdrücken, sondern ausleben

keine Kostümierung. es sei denn, sie ist ein Showelement

 Wer also den Mut aufbringt, im vorgetragenen Song seine Seele zu offenbaren, erreicht die Seelen des Publikums und damit Bindungswirkung – der Erfolgsfaktor per se.

  siehe Youtube:

– Sami Brooke

– Cristina Ramos got talent 2016

– Courtney Hadwin got talent 2018

  • Aliki singing „Wake me up“

Bubbles


Sind wir etwa schon wieder
in einen Wahlkampf verstrickt?
Böse Zungen reden von  Wahlversprechen als
„Seifenblasen“, die zur rechten Zeit platzen und nur
ein wenig Seifiges hinterlassen.
 
Ich meine, Seifenblasen haben eine solche
Herabwürdigung einfach nicht verdient.
Sie sind in ihrer Vergänglichkeit einfach schön,
bereiten Kindern mit ihren Flugkünsten Freude
und bieten dem aufmerksamen Beobachter
poetische Momente.
 
Erwartest Du solche Qualität etwa von der Politik?

Eine kriminelle Clique

Die Rede des US-Vizepräsidenten Mike Pence
in Westpoint wird in DE – wen wundert es –
wieder einmal unvollständig, also falsch
wiedergegeben. Dafür gibt es einen guten
Grund. Pence zählte die möglichen
„battle fields“ auf, und siehe da: Auch
Mitteleuropa wurde als Terrain für einen
heissen Krieg genannt. Neu ist das nicht.
Schon zu Zeiten des „Kalten Kriegs“ hatte
man in den USA damit spekuliert, falls
es gegen den „Iwan“ geht.
 
Es widerstrebt mir, meine Kritik gegen
die USA zu richten. Nicht die Amerikaner
terrorisieren nun die Welt, sondern
die Clique um Trump. Ich nenne sie hier
hilfsweise „die Gang“.
Trump gehört nur pro forma dazu.
Der Mann ist psychisch krank,
und man missbraucht ihn als nützlichen Idioten.
 
Diese Gang operiert geschickt.
Kriege anzetteln ist eine bewährte Methode,
um die eigenen Bürger vom ökonomischen
und sozialen Zerfall des Landes abzulenken.
 
Die Westpoint-Drohung von Pence soll
die Natostaaten aufwecken, damit mehr
Geld fliesst. Die Rüstungsmilliarden
sieht man natürlich in den Kassen der
US-Rüstungsindustrie. Und das schafft
Arbeitsplätze usw.
 
Pence zählte seine Vorstellung künftiger
Battle fields auf, und nannte eines  n i c h t.
Den Iran nämlich.
Es ist zu vermuten, dass sein Theaterdonner
nur den Zweck hatte, den geplanten Krieg
gegen das Mullah-Regime in Persien
zu verschleiern, um Störungen zu
vermeiden.
Und ein Krieg gegen den Iran hat natürlich
nichts mit dem Terrorismus der
Revolutionsgarden zu tun. Man will sich
nur die letzten ergiebigen Öl- und Gasfelder
unter den Nagel reissen.
 
Und die Gang weiss: Wer über die letzten
fossilen Energieträger verfügt, hat die Macht
über die Welt in Händen.
 
Unsere Möchtegerne-Politiker haben
einfach den Schuss nicht gehört.
Deshalb stehen wir mit der Versorgung
durch nachhaltige Energiequellen
immer noch am Anfang.
Wir werden das Diktat dieser US-Gang
ertragen müssen.
 
Bleibt zu hoffen, dass die Nord stream-Pipelines
bald in Betrieb genommen werden.
Dann können uns zur Abwechslung die Russen
erpressen! Das bringt Farbe ins Spiel!
 

Zum Beispiel Olivenbäume

Alles Leben stirbt. So will es die Natur, und
so ist es wohl richtig.
Alles Lebende folgt seiner Bestimmung.
Das tut der Mensch, und das tut der Baum.
Doch der Baum ist dem Menschen
überlegen. Er überdauert einige
Jahrhunderte und wird – ein Methusalem
unter seinesgleichen – von seiner
Menschenfamilie verehrt.

So können 20 Menschen-Generationen
kommen und gehen, und der Baum
dient allen mit seinen Früchten. Doch
mit zunehmendem Alter verliert seine
Fruchtbarkeit die Kraft, und er ist auf
die Duldung seiner Familie angewiesen.

Im Laufe seines Lebens hat der Baum
vielen Neugeborenen Schatten gespendet
und sie als alte Menschen vor der Sonne
geschützt. In hohem Alter von 600
bis 800 Jahren wird kein Mensch es
wagen, einem solchen Begleiter Schaden
zuzufügen.

Und doch geschieht es. Der Alte stirbt.
Und so steht er wie in Stein verwandelt
an seinem Platz und mahnt die
Lebenden:
Mensch, nutze Deine Zeit!
Ewig ist nur der Tod!

Am Lagerfeuer

Es ist Nacht. Neumond, sagt der Mondkalender.
Neumond im Sternzeichen Krebs, und das
Licht der Sterne ist kraftlos. Die Finsternis
ist perfekt – so perfekt wie mein Lagerfeuer.
Hier knistern unter extremer Hitze
Holzscheite von besonderer Güte, lang
brennendes Hartholz aus einer Buche,
 für mehrfach positive Effekte bekannt
und geschätzt.
Für Romantiker hat dieses Holz
Besonderes zu bieten. Es lässt
glühende Funken aufsteigen und
in die offene Flamme zurückfallen.
Man sitzt still daneben, und unversehens
fühlt sich die Phantasie angesprochen.
Feen treiben ein Spiel mit mir, dem Sterblichen.
Sie zeigen mir, wie sie fühlen und denken,
und dass in dieser Nacht auf
meinem Feuer ein Zauber liegt.
Ich lebe diesen Zauber einige Minuten,
und bin mit meinem Leben, mit dieser
magischen Nacht und mit dem Rest der Welt
friedvoll vereint.

Im Strom der Zeit

Ich liebe es,
das Licht des Tages,
wie es mir die Buntheit des Lebens
und die Farben der Welt
nahebringt und mir flüsternd mitteilt,
hier sei ich zu Hause.
 
Ich mag auch die Abenddämmerung,
wie sie das zweite Leben des Menschen,
jenes in der Dunkelheit ankündigt,
und zur Einstimmung
meine Welt geheimnisvoll
erscheinen lässt.
 
Und ich liebe die Nacht,
die uns das andere Leben lehrt,
da sie uns dazu zwingt,
uns selbst zu wahrzunehmen,
indem sie die Welt da draussen
mit ihrer Dunkelheit verbirgt.
 
Ich liebe auch die Morgendämmerung,
sie schenkt mir den Blick
auf meine zur Ruhe gekommene Welt,
und bereitet mich sanft
auf die Betriebsamkeit des Tages vor.
 

Ein Blick aus dem Fenster

Tja, ich blicke aus dem Fenster, und meine Nachbarn
blicken besorgt zurück. Das geschieht allerdings nicht
meinetwegen. Vielmehr bin ich in Ungnade gefalllen.
Mein Garten konveniert überhaupt nicht.
Er ist nicht, wie alle anderen Gärten ringsum, so
gestaltet, dass man ihn deutsch-gepflegt nennen dürfte.
Nein, er hat über 2/3 seiner Fläche seit zwei Jahren
keinen Rasenmäher zu spüren bekommen.
Was immer an Kraut wächst, ist willkommen.
Es wird nicht gedüngt, es wird kein Gift gespritzt,
es herrscht die Natur nach ihren Gesetzen.
 
Der Erfolg des gärtnerischen Dolce farniente:
Nein, es hat sich noch keine Rotte Wildschweine gezeigt.
Kein Grosswild, kein Niederwild, nicht mal
ein verlauster Igel zeigt sich in meiner Wildnis,
wohl aber sind die Insekten zurückgekehrt.
Es ist wieder Leben eingekehrt, dort draussen,
und nun warten wir, die Familie,
auf die Vögel, und auf Blumen.
 
Und wir, mit unserer kleinen Insel in der Wüste
aus Stein, Asphalt und Sportplatzrasen
sind stolz auf das Erreichte, und wir warten gespannt
darauf, was der Natur als nächstes einfällt,
um das angebotene Biotop sinnvoll zu nutzen.

Endspiel Fussball – DFB-Pokal

Soeben hat dieser Kick begonnen.
Ich weiss nicht, in welcher Stadt gespielt wird.
Das ist mir auch gleichgültig.
 
Weniger gleichgültig ist mir das zelebrierte
Ritual. Es hat mich in fataler Weise an die Rituale
zu den Reichsparteitagen des Hitler-Regimes
auf dem Nürnberger Märzfeld erinnert.
Allerdings fehlte das Hakenkreuz völlig.
An seiner Stelle hatte man einen gelben Topf
auf die Fahnen gemalt.
 
Nun sitze ich hier und frage mich,
welches kranke Hirn diese Zeremonie
geboren hat.
Anscheinend haben die DFB-Oberen jede
Scham verloren und feiern sich unverfroren selbst
auf Faschisten-Art.
Und vornedran steht ein einfältig grinsender
Bundespräsident und hat den Schuss
nicht gehört.
Der alte Risch bedankt sich artig für diese
Vorstellung, und schaltet seinen TV aus.
 
Vor mir steht eine Buddel guten Rioja’s,
und ich lasse mir das Vergnügen daran nicht nehmen.
Dies schon garnicht von alten Männern,
die immer noch im Vorgestern zu leben scheinen.
 
SNAFU, wie der Ami sagt.
Situation normal; all fucked up!
Hauptsache, die Fahnen wehen!
 

Am Meer

Dunkel und schwer fliessend
suchen die Wellen ein Ufer,
um an Land zu gleiten
und im Sand zu ruhen.
 
Das Licht der Abendsonne
zaubert die Erinnerungen des Tages
als glühende Mahnung in die See,
bis die Dunkelheit alle Feuer löscht.
 
Menschen erstarren
in solch magischen Momenten.
Aber das Meer verführt,
und täuscht die Sinne.
 
Auch dieser Nacht folgt ein Tag.
Die See bietet ein friedvolles Bild,
lädt ein, sie zu besuchen,
und des Menschen Unrat zu geniessen.

Bits und Bytes – Wir digitalisieren!

Server

Vor mehr als 50 Jahren bin ich in die IT
eingestiegen. Wir arbeiteten mit IBM-
Lochkartenmaschinen à la Hermann
Hollerith. Merke: So alt ist das Thema
Digitalisierung. Alte Hasen sprechen
deshalb auch von fortschreitender
Digitalisierung. Und dies ist richtig.
 
Ich muss bekennen, dass ich zu jenen
gehörte, die Arbeitsplätze vernichtet
haben. Dieser Trend wird sich fortsetzen.
Es geschieht heutzutage allerdings
schneller und rigoroser.
Man denke an die Roboter-Technik!
 
Das gesellschaftliche Desaster: Man kann
aus geringer qualifizierten Menschen keine
IT-Fachkräfte generieren. Das Gros des
freigestellten Arbeitnehmer wird zur
Arbeitslosigkeit verdammt sein.
Und:
 
Die Regierenden werden keine Problem-
lösungen anbieten. Sie können nicht,
und sie wollen nicht.
Die Profite fliessen – wie schon immer –
in die Taschen weniger,
und die längst begonnene Verelendung
der Gesellschaft wird sich fortsetzen.
 
Das Land steuert auf ein Chaos zu.
Und die Profiteure werden dorthin
verschwinden, wo sie ihr Vermögen
gebunkert haben. Das war schon immer so.
 
Sobald sich der Qualm verzogen hat, kehren sie
zurück und kaufen Unternehmen zu
Spottpreisen. Siehe hierzu die Auflösung
des Volksvermögens der ehemaligen DDR.
 
Für mich hat diese Zukunft auch einen
positiven Aspekt.
Wenns passiert, werde ich tot sein.

Zitate

Napoleon Bonaparte (1769 – 1821)
 
Finanziers sind ohne Patriotismus und ohne
Anstand; ihr einziges Ziel ist der Profit.
 
Der sicherste Weg arm zu bleiben,
ist ein ehrlicher Mensch zu sein.
 
Es gibt keine schlechten Mannschaften,
Marschall. Es gibt nur schlechte Offiziere.
 
 
Otto von Bismarck (1815 – 1898)
 
In der Kunst, mit vielen Worten gar nichts
zu sagen, mache ich reißende Fortschritte.
 
Es wird niemals so viel gelogen wie
vor der Wahl, während des Krieges
und nach der Jagd.
 
Wer seine Ansichten mit anderen Waffen
als denen des Geistes verteidigt,
von dem muss ich voraussetzen,
dass ihm die Waffen des Geistes
ausgegangen sind.
 
Geschieht die Zertrümmerung des Staates
durch revolutionäre Elemente, so wird der
geschichtliche Kreislauf immer in
verhältnismäßig kurzer Zeit zur Diktatur,
zur Gewaltherrschaft, zum Absolutismus
zurückführen, weil auch die Massen
schließlich dem Ordnungsbedürfnis
unterliegen.
 
Alle menschlichen Einrichtungen
sind unvollkommen –
am allermeisten staatliche.
 
Charles-Maurice de Talleyrand (1754 – 1838)
 
Unwandelbarkeit in der Politik ist nur ein
anderer Ausdruck für Mangel an Verstand.
 
Nützliche Unklarheiten in den Staatsverträgen
ist eine hohe Kunst.
 
Paul Joseph Goebbels (1897 – 1945)
 
Wenn du einmal angefangen hast zu lügen, dann
 bleibe auch dabei!
 
Plutarch (um 45 – 125 n.Chr.)
 
Ein Fürst erlangt am meisten Ruhm bei seinen
Bürgern, wenn er die Alleinherrschaft in eine
Volksherrschaft verwandelt.
 
Tapferkeit und Klugheit sind immer seltene
Tugenden unter den Menschen, aber die
seltenste ist wohl die Gerechtigkeit.
 
 Berthold Friedrich Brecht (1898 – 1956)
 
Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand
 zur Pflicht!
 
Das große Karthago führte drei Kriege. Nach
dem ersten war es noch mächtig. Nach dem
zweiten war es noch bewohnbar.
Nach dem dritten war es nicht mehr zu finden.
 
Ein schlimmeres Verbrechen als eine Bank
zu berauben ist es eine zu gründen.
 
Es ist schlimm, in einem Land zu leben,
in dem es keinen Humor gibt. Aber noch
schlimmer ist es, in einem Land zu leben
in dem man Humor braucht.
 
Kurt Tucholsky (1890 – 1935)
 
Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor
 der Frage, ob man sich anständig benehmen
muss oder ob schon deutsche Touristen
dagewesen sind.
 
Wahlen ändern nichts,
sonst wären sie verboten.
 
Aldous Leonard Huxley (1894 – 1963)
 
Kultur ist ein sehr dünner Firnis, der sich
leicht in Alkohol auflöst.
 
Noch nie waren so viele so sehr wenigen
ausgeliefert.
 
Der Glaube an eine größere und bessere
Zukunft ist einer der mächtigsten Feinde
gegenwärtiger Freiheit.
 
Triumphe der Propaganda wurden nicht
durch Handeln, sondern durch Unterlassung
erreicht. Groß ist die Wahrheit, größer aber,
vom praktischen Gesichtspunkt,
ist das Verschweigen von Wahrheit.
 
George Orwell (1903 – 1950)
 
In Zeiten der universellen Täuschung wird
das Aussprechen der Wahrheit zur
revolutionären Tat.
 
Das wirklich beängstigende am Totalitarismus
ist nicht, dass er Massaker begeht, sondern
dass er das Konzept der objektiven Wahrheit
angreift: Er gibt vor, die Vergangenheit
wie die Zukunft zu kontrollieren.
 
Isaac Asimov (1920 – 1992)
 
Der aufregendste Ausspruch in der
Wissenschaft, der neue Entdeckungen
ankündigt, ist nicht „Eureka“, sondern
„Das ist aber komisch“.
 
Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen.
 
Der traurigste Aspekt des heutigen Lebens ist,
dass die Wissenschaft Wissen schneller
sammelt, als die Gesellschaft Weisheit
sammelt.
 
Mustafa Kemal Pascha (1881 – 1938)
 
Der Islam gehört auf den Müllhaufen der
Geschichte. Diese Gotteslehre eines
unmoralischen Beduinen, ist ein
verwesender Kadaver, der unser Leben
vergiftet.
 
Mohandas Gandhi (1869 – 1948)
 
Unter den vielen Lügenmächten, die in
der Welt wirksam sind, ist die Theologie
eine der ersten.
 
Die Welt hat genug für jedermanns
Bedürfnisse, aber nicht für
jedermanns Gier.
 
Die Geschichte lehrt die Menschen,
dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.

Affinität

Holz und Wasser

Ich glaube, dass die meisten Menschen eine Affinität
zu Komponenten entwickelt haben, die unser Leben
mitbestimmen. Sie erzählen davon in der Art wie
„Ich esse gerne Lammfilet mit Prinzessböhnchen ….. „.
 
Weniger Beachtung als die Böhnchen erfährt
Alltägliches wie Wasser und Holz.
 
Nehmen wir das Wasser. Ich habe nie richtig
schwimmen gelernt. Meine Technik ist
möglicherweise erbärmlich zu nennen. Aber im
Wasser zu sein, ob im Freibad oder im Mittelmeer
war für mich stets erhebendes Erlebnis. Ich würde
niemals ertrinken, es sei denn, ich wäre mit den
berühmten Beton-Schuhen der Mafia versorgt.
Und bei Windstärke 12 auf einem Nordsee-Deich
zu stehen, gegen den Wind gelehnt, und die Gischt
zu schmecken ist ein Erlebnis besonderer Art.
Rollen lange Wellen heran, ohne kippende
Wellenkämme zu bilden, so sieht die See aus wie
ein Riesentier, das ruhig atmet.
Man setzt sich irgendwo hin, schaut zu, und stellt
die eigene Atmung um auf den Rhythmus
des Wassers. Man kann nicht anders als für den
Moment Frieden zu schliessen mit der Welt,
und mit sich selbst.
 
Nehmen wir das Holz. Da ist zum Beispiel eines
meiner Möbel. Was einst ein starker, gesunder
Baum war, ist nunmehr seit 30 Jahren mein
Küchentisch, Esche hell, handgefertigt, und
schwer wie ein Fels. Wann und wie auch immer
ich über die Tischplatte streiche, fühle ich eine
Wärme, die mir suggeriert, dass der Baum, diese
Esche in meinem Tisch weiterlebt.
Das ist gewiss irrational empfunden, aber woher
sollte ich wohl die Gewissheit nehmen, dass nicht
Teile des Yggdrasils, der germanischen
Weltenesche in meiner Küche  stehen, und
die alten Götter unter meinem Schweinebraten
Gericht halten? Ich schaue doch nur unter
diesen Tisch, wenn meiner Gabel eine halbe
Salzkartoffel entkommen ist!
Legen wir den Unfug beiseite. Holz ist mir einfach
sympathisch. Ich fasse es gerne an, und das Holz
mag mich. Es scheint zu wissen, dass meine
handwerklichen Fähigkeiten so ausgeprägt sind
wie bei einem 3-jährigen.
Ich bin einfach ungefährlich, und das gilt
für das Holz wie für den Nagel.

Kunst in der Natur

Schaue Dir dieses Bild an.
Nimm Dir dafür Zeit.
Öffne Deinen Geist für die Phantasie.
Und nun?
Nein, es ist nicht Berlins ältester Storch
beim Mittagsschlaf.
Es ist nur altes Holz mit Beilage.
Und es ist mehr.
Du siehst ein Kunstwerk der Natur.
Magisch, und verwirrend schön.
Ästhetik vom Feinsten.

Bartgeier

Bartgeier sind die größten Vögel Europas.
Sie haben eine Flügelspannweite
von bis zu 3 Metern.
Diese Art ist vom Aussterben bedroht,
steht deshalb unter Naturschutz.
Dennoch wird sie bejagt, da
ihr Hauptvergnügen darin besteht,
kleine Kinder wegzufangen und zu
zerfleischen. Vox populi.
 
Tatsächlich ernähren sich diese Geier
von Knochen, also von Resten,
die andere Räuber liegen lassen.
 
Und sie leben in Paaren, sind ihrem
Standort und ihrem Partner
ein Leben lang treu.
 
Menschliche Dummheit tötet
diesen Charme-Bolzen.
Gruselig!