Vorsicht! Quatsch!

In meiner Kindheit hat man mir gesagt, ich solle kein Wasser trinken, wenn ich Kirschen gegessen habe. Sonst bekäme ich Bauchweh!

Wie man unschwer erkennen kann, habe ich diesen Rat immer noch zur Hand. Die letzten 75 Jahre haben ihn nicht ausgelöscht. Was ich nicht zur Hand habe, ist eine Erklärung zum Malheur an sich. Was geht ab, wenn Wasser auf Kirschen trifft? Oder ist das Ganze eine Falschmeldung?

Und nun aktuell: Ich habe soeben eine beachtliche Menge Aprikosen ( deutsch: Marillen ) gegessen und möchte nun eine Menge Mineralwasser hinterher schütten; man könnte auch sagen, es wäre dann eine Unmenge – ich kann auch damit leben. Nun zur 3. Komponente. Angenommen, ich bewirte wie 75% aller Menschen eine Hefe, die als Candida albicans Furore gemacht hat. Was ich dann in meinem Innern herumtrage, würde ich als Maische bezeichnen. Das ist die Mumpe, die man zum Alkoholbrennen braucht.

Und nun mal zu Ende gedacht! Was, wenn die Körperwärme ausreicht, einen Gärprozess in Gang zu bringen? Produziere ich dann einen Barack Palinka, also einen Marillenschnaps? Bewirken Heizkissen auf dem Bauch ein Turbo-Brennen, oder ein Sodbrennen? Und wie kriege ich den Sprit auf Flaschen gezogen, da er ein Jahr liegen muss für die Veresterung?
Und vor allem anderen: Tut das weh?

Wer weiss Rat?

ps: Mein Destillierkolben ist zerbrochen. Der normale Weg zum Samagon (russisch) ist mir nun versperrt! Ich müsste Braga (russisch) trinken, das ist Maischebrühe, die bereits alkoholisiert ist, weil die Hefe den Zucker am Umbauen ist. Hicks!

Verirrung

Ich wünschte, ich wäre heute so schlank

wie in meiner Jugend,

als ich glaubte,

zu dick zu sein.

In der Gobi

Wenn Ihr unterwegs seid,
die Wüste zu erkunden
Du und Dein Kamel,:
Bedenke, z w e i Kamele
sind noch keine Karawane!

Mike Batt: „Caravan on the move“

Sehnsucht

Der Mond und die Siebensterne
sind unter; um Mitternacht ist’s.
Vorüber ist nun das Stündlein
und ich bin allein gelagert.

Sappho, 6, Jhrh. v. Chr.

Neues aus den USA – 9 –

Eigentlich wollte ich mit dieser Serie Schluss machen. Aber das Thema ist so verdammt ergiebig, und ich lasse mich zu gerne verführen – erst Trump, dann Schoko-Eis mit Eierlikör …..

Man glaubt, man dürfe amüsiert sein, wenn der US-Präsident sich in die Hose scheisst und in einem Bunker verschwindet, um abzuwarten, bis die nun laufende Revolte den Weg alles Irdischen gegangen ist. So wartet man gespannt, wann er wieder ans Tageslicht kommt.

Man findet auch lustig, dass er in Pearl Harbor die Wracks der US-Schiffe besichtigte und fragte, was zum Teufel hier geschehen sei. Er wusste einfach nichts vom japanischen Überfall auf die US-Flotte im Jahr 1941.

Man grinst süffisant, wenn man kolportiert, der US-Präse könne weder richtig lesen noch richtig schreiben, sei ein totaler Schulversager gewesen, und die mit Diplomen geschmückte Kulisse sei von seinem Papa zusammengekauft worden.

Aber ist es auch lustig, wenn man erkannt hat, dass alle wichtigen Tweets von Ghostwritern geschrieben werden, die unter Trumps Namen Lügen verbreiten, und dass der Präse selbst nicht verstehen kann, was ihm untergeschoben wird?

Ist es spassig, dass die Dunkelmänner im Hintegrund, Leute wie Mercer, Pompeo und Pence Trump wie eine Marionette steuern, um sich selbst und ihrer Klientel gewaltige Vorteile zu verschaffen?

Macht der Gedanke fröhlich, dass die USA bis an die Zähne bewaffnet sind? Es ist, als würde man einem 6-jährigen Kind eine halbautomatische Waffe in die Patsch-Händchen drücken und ihm zeigen, wie man damit schiesst. Denn:

Selbst Amerikaner, die halbwegs wach sind, sprechen von einer zerbrochenen Gesellschaft, deren Gemeinsamkeit unter der Fiktion des Sternenbanners beginnt – und dortselbst auch endet. Die Realität: Die USA sind ein grosses Raubtier-Gehege. Dort dominiert der skrupellose Kampf um die Fleischtöpfe.

Von Fleischtöpfen zu reden ist zynisch. Man schaut zu, wie US-Familien im Daimler vorfahren, um sich von einer Food bank, also einer Tafel eine warme, kostenlose Mahlzeit zu besorgen, weil im Eigenheim der Külschrank leer ist. Amüsant, nicht wahr?

Und es ist lustig, zuzuschauen, wie die US-Bürger ihre Demokratie verteidigen! Sie haben noch nicht bemerkt, dass die Clique in Washington die Demokratie längst wirksam bekämpft, und dies erfolgreich tun kann, weil sie, die Bürger nicht wissen, was eine Demokratie eigentlich ist.

Jaaa, aber die Amerikaner haben jede Möglichkeit, den gleichen Weg zu gehen wie zum Beispiel Steve Jobs, einer der Apple-Gründer! Diese beispielhafte Leuchte der amerikanischen Gesellschaft, milliardenschwer gesegnet, zahlt für den Unterhalt seiner beiden Töchter monatlich 300 Dollars, verweigert die Übernahme der Ausbildungskosten, kaufte die armselige Hütte, die seine Ex bewohnte und schmiss diese Frau einfach raus. Warum lacht hier keiner?

Bevor ich vergesse, es zu sagen: Joe Biden ist auch nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen.
Deshalb kann Trump gerne im Amt bleiben. Im Gegensatz zu Biden ist er wenigstens für lustige Fehlleistungen gut. Trump knochentrocken wäre nicht zu ertragen!

Und noch etwas zum Nachdenken: Es wird ca. 10 Jahre dauern, bis die Tränen in Berlin unsere BRD soweit hingerichtet haben, dass wir amerikanische Verhältnisse beklagen müssen. Ich bin dann fein raus – nämlich Asche.

Ein Blick zurück

Kurt Tucholsky war ein deutscher Schriftsteller von hohem Rang. Er lebte von 1890 bis 1935 und verstand sich als linker Demokrat, Antimilitarist und Pazifist.

Dieser Mann schrieb m i r ins Stammbuch:

Wenn der Mensch fühlt, daß er nicht mehr hinten hoch kann, wird er fromm und weise; er verzichtet dann auf die sauren Trauben der Welt. Dieses nennt man innere Einkehr.

Der gute Mann hat meine heutige Situation zutreffend beschrieben, als hätte er mich gekannt. Nur: Wenn er das vor 100 Jahren so formulierte, so ist die Quelle doch wohl sein Umfeld, und die Werkzeug seine Beobachtungsgabe und sein Wortwitz! Es ist direkt enttäuschend, annehmen zu müssen, dass Menschen meiner Wesensart auch weit vor meiner Zeit zu finden waren. Ich bin kein Unikat, kein Kind des 20. Jahrhunderts – nur ein Mensch! Wie gewöhnlich!

Und schon erkenne ich einen scheinbaren Widerspruch. Wenn man wie ich die Last einer ausgeprägten sozialen Gesinnung mit sich umher schleppt, den militärischen Scheiss verflucht und ziemlich idiotisch dem Gedanken an Völkerverständigung nachhängt, dann sollte es Ereignisse wie den 2. Weltkrieg nicht geben können …. oder? Was lief, und was läuft heute noch schief?

Diese Frage ist rein rhetorisch zu verstehen. Ein jeder kennt die Antwort. Sie klingt grosskotzig, aber ich schreibe sie dennoch hier hin:

Nur ein kleiner Teil der Menschheit ist für Massnahmen zum Erhalt einer friedllichen Welt qualifiziert. Es regieren leider Gier und Dummheit. Die kleine Schar der sozial Intelligenten, der Idealisten, der Humanisten und Altruisten, also diese ganze …..isten-Bagage wird zusammengetrieben und im Klo weggesperrt, wenns gut geht. Stalin zum Beispiel war konsequenter, er hat sie töten lassen.

Ein kalter Abend

Er schaute aus dem Fenster und sah den Tag, wie er ihn fühlte. Das Draussen hatte alles verloren. Es fehlten Schönheit, Charme, Freundlichkeit, verloren war alles, was des Menschen Sinne befruchtet, um Dasein in Leben umzuformen und die Seelen, die diese Stadt beherrschen, zu befrieden. So spürte er die Aufruhr in seinem Innern und war beunruhigt. Wusste er doch, was nun folgen würde.

Unbestimmte Wünsche keimten auf, formierten und verbündeten sich, wurden konkret, begreifbar, und wuchsen an zu brüllende Forderungen, übernahmen die Kontrolle über ihn und seine Bedürfnisse, und bestimmten sein Denken, und am Höhepunkt auch sein Handeln. Im Hintergrund dieses Terrors spielte zugleich wie leise Begleitmusik in einem Kaffeehaus eine abgrundtiefe Traurigkeit.

Er wusste, dass er wieder einmal die Macht über sein Ich verloren hatte und entschloss sich, zu tun, was er in solchen Fällen immer tat. Er kleidete sich an und verliess den Ort seiner Niederlage, wanderte eine Stunde lang durch die menschenleere Stadt, dann eine weitere Stunde, und mittlerweile hatte Dunkelheit dem Regen seinen Schrecken genommen.

Unversehens stand er vor dieser Bar, die er so oft aufsuchte, wenn ihn der Schmerz übermannte. Er trat ein, schälte sich aus seinem regennassen Mantel und stellte sich an das hintere Ende des langen Tresens. Der Barkeeper blickte herüber, der neue Gast nickte leicht, und man reichte ihm einen Single Malt, der nach Rauch und Algen duftete. Zwei Finger breit, im Tumbler, mit einem winzigen Schuss Wasser zur Blüte gebracht
standen nun vor ihm. Ein Wortwechsel dazu war überflüssig. Der Barkeeper hatte den Gast längst durchschaut; er ist ein Meister beim Lesen seiner Gäste, ihrem Zustand und ihren Bedürfnissen.

Der Mann am Tresen begann, seinen Scotch mit Bedacht und in kleinen Schlucken zu trinken, und es schien, als würde sich seine Miene entspannen und seine Seele in einen Normalzustand zurück finden. Und irgendwann reichte ihm der Keeper einen zweiten Whiskey, den er dann nahezu zeremoniell genoss. Schliesslich legte er einen Geldschein auf den Tresen und verliess die Bar grusslos.

Es schien, als ob sich sein Schritt gefestigt und seine Körperhaltung aufrechter entwickelt hätten. Er überquerte die Strasse, bog in eine Nebenstrasse ein, blieb vor einem Haus stehen und schaute auf hell erleuchtete Fenster im Hochparterre. Lehnte sich gegen den alte gusseisernen Zaun und wartete, wartete und vergass die Zeit. Endlich erschien sie. Vielmehr bemerkte er ihren Schatten auf der weissen Gardine, und offenbar trug sie ihr Kind durch die Stube, die er so gut kannte. So stand er am Strassenrand, im Regen, und wartete auf neue Bilder, bis das Licht erlosch. Die Nässe in seinem Gesicht schmeckte nun nach Salz. Er spürte Kälte.

Er wandte sich ab und ging mit schnellen Schritten weiter, in Richtung Fluss.

Zur Erinnerung

Man nennt sie dünnhäutig, die Sensibelchen, die alles Elend dieser Welt erkennen, auf ihre Häupter laden und daran zu zerbrechen drohen. Dumm nur, dass sie stets helle Kerzen auf dem Kuchen sind.

Zum Glück für die menschliche Gemeinschaft gibt es auch Helle, deren Verdrängungsmechanismus gut arbeitet. Sie sind in der Lage, realistisch einzuschätzen, und über Wege aus einem Dilemma nachzudenken.

Weniger Nutzen stiften die klugen Optimisten. Sie sind ständig dem Risiko des Realitätsverlustes ausgesetzt. Wenn eine Karre bergab rollt, kann man nicht erwarten, dass sie stehen bleibt und selbständig wieder zurück kommt.

Schliesslich findet man mit Glück die Gruppe der Idealisten. Wer weiss, wo Wolkenkuckucksheim liegt, möge einen grossen Bogen gehen, um nicht hineinzugeraten. Man muss selbst Idealist sein, um sich dort zu Hause zu fühlen.
Das örtliche Klima ist für Ge-erdete nicht geeignet.

Wen haben wir noch in der Kommune?

Da finden sich Menschen, die eigentlich einer der obigen Gruppen zuzurechnen wären, aber nicht dort hineingehören, weil sie ihren Egoismus ausleben, ihm höhere Priorität zubilligen als dem Sozialen. Ich nenne sie schlicht Profiteure. Man findet sie beim Ausbeuten der Dritten Welt durch die Erste, bei der Sklaverei, in Unternehmen mit Mindestlöhnern usw.

Und es gibt eine letzte Gruppe, die der Ignoranten und Dummen. Sie sind in der Regel bildungsfern geblieben, und sie finden ihren Platz dort, wo sich in der Tasse der Kaffeesatz niederlässt. Sie politisieren auf Stammtisch-Niveau, sind daher nicht nützlich, und dennoch eine wichtige soziale Gruppe.

Wozu nun dieses Aufdröseln der menschlichen Gemeinschaft?

(Grins) Zweierlei ist beachtenswert. Zum einen stehst Du mittendrin und musst mit allen irgendwie zurechtkommen – eine Sisyphos-Aufgabe, die lebenslang andauert. Zum anderen sollst Du die „Richtigen“ wählen. Du glaubst doch, in einer Demokratie zu leben!

Vor zwei Tagen erklärte mir einer, es wäre am besten, die Menschheit auszurotten und den Planeten der Tierwelt zu überlassen. Der Mensch sei unreif und darum ungeniessbar. Ich habe diesem Mann erklärt, er könne beruhigt sein, denn wir wären schon auf dem Weg ins Nichts, aber es würde noch ein wenig dauern, bis der Erfolg zu sehen wäre. Aber wie gesagt: Die Karre rollt bergab.

Ach ja, die Globalisierung! Es nützt also nichts, wenn die BRD mit Höchstqualität regiert würde. Da sind noch 194 andere Staaten! Hast Du genug Phantasie, Dir vorzustellen, was geschähe, wenn die BRD im Wohlstand, und der Rest der Welt im sozialen Elend leben würde? Na? Na? Genau!

Nix los …..

Man hat mir in meiner Kindheit beigebracht, dass man keine Texte mit „Ich“ beginnen soll. Das darf man nicht. Das ist wie Ellenbogen beim Essen auf dem Tisch! Ein alter Mann namens Knigge hätte das so entschieden, und die Welt wäre aufgefordert, solche Gebote zu achten. Erst dachte ich, der liebe Gott hiesse Knigge. Also argumentierte ich damit, und habe dabei auf Stahl gebissen. Nein, nein, Knigge sei ein Mensch wie wir alle, und nur er wüsste, was sich gehört, und was nicht – und schon waren die Ellenbogen auf der Tischplatte, und beide Hände hielten ein Mordsstück Brot, belegt mit dem Rahm abgekochter Milch, und mit Zucker bestreut fest wie ein Schraubstock, und nur die eigenen Zähne hatten eine Zutrittsgenehmigung zwecks Abbeissen und geniessen.

Es ist sicherlich aufgefallen, dass ich nicht mit „Ich“ begonnen habe, oder? So könnte ich mit mir zufrieden sein – hätte ich nicht vergessen, worüber ich schreiben wollte. Zum Teufel! Das passiert mir immer öfter, und ich bin gefährdet wie jener Deutsche, der sich ein First class-Flugticket leistete, um in eine östliche Hauftstadt zu fliegen und dort der Flughafenpolizei mitteilte, er sei ein Spion und er erwartete respektiert zu werden. Diese Leute erkannten, dass sie einen Bipolaren in einer manischen Phase vor sich hatten und übergaben ihn einem Psychologen, der den Mann nach Hause bringen liess, bevor eine depressive Phase einsetzte.

Schon gut. Wenn ich in eine manische Phase gerate, mache ich immer noch einen grossen Bogen um den Flugplatz. Statt dessen mache ich mir eine Flasche Roten auf und freue mich in mich hinein, weil ich nicht mehr dort hin muss. Dies zum Missfallen meiner Tochter, die mich nun unter Kontrolle hat. Sie meint, ich sei nicht manisch-depressiv, eher katholisch-alkoholisch mit einem Touch von scheinheilisch. Dann sitze ich faunisch grinsend an meinem Schreibtisch, denn ich bin störrisch, und achtzisch, und ich bin ein Risch!

Aber isch weiss noch immer nisch(t), worüber isch ….. was eigentlisch?

Nebenbei: Diese alberne Sprachentgleisung wurde in den USA entwickelt; sie nennen sie „verbal trumping“.