Bubbles

Seifenblasen – Gebilde aus Fast nichts um einen kugelförmigen Raum aus garnichts. Bunt gestreift, treten meist in Rudeln auf und haben eine Lebenserwartung von ca. 3 Sekunden. Sie sind nur geringfügig schwerer als Luft und neigen zum Fliegen. Sie enden als ein Tröpfchen aus laugenartiger, ungeniessbaren Flüssigkeit.

Nach dem Blitz sind Seifenblasen Phänomene mit der zweitkürzesten Lebensdauer.

Es gibt Deppen, die Seifenblasen so beschreiben.

Brückenbau

Wasser und Beton – und dennoch muss es Kunst sein; im ersten Augenblick sagte mir eine innere Stimme, ich sähe eine Brücke in die Ewigkeit. Wenig später und mit Hilfe das Bildautors war ich zurück auf Erden und im Shangri-La ….. im Paradies. Nun, es ist real, auch als eine Erinnerung. Es ist ein Hotel in Hangzhou, am West Lake, und wahrlich paradiesisch. Und diese grossartige Brücke überspannt die Hangzhou Bay, Teil des Jangtsekiang-Mündungsdeltas.

Ja, das waren noch Zeiten, als ich voe 25 Jahren China von Nord nach Süd bereiste. Diese wunderbare Bay bridge war noch nicht gebaut, ich war noch 187 cm gross und brachte nur 125 kg auf die Waage. Dennoch hat man mich in China wohl als ein gelungenes Abbild Buddhas gesehen und als solches so etwas wie ein Model. Ein gütiges Schicksal hat mich davor bewahrt, von 70-jährigen chinesischen Hausfrauen per Hand mit Karpfenaugen gefüttert zu werden.

Im vergangenen Vierteljahrhundert hat sich die Welt sehr zu ihrem Nachteil verändert. Das gilt für China in besonderem Masse. Haltet Abstand!
Chinesen sind schlimmer als eine Herpes-Infektion, ungefähr wie eine Gürtelrose!

Meine Brücke zu China ist zerstört. Ich bin nun ein Rassist, und ich hasse meinen Kühlschrank von Herzen!

Besonderes Viehzeug

Ja, es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben.

Wenn ich das Grosse Los gewonnen, also ein Wiesenhofhuhn mit 1,7 kg ergattern konnte, kostet mich diese Tierleiche 7 bis 8 Oiro. Aus dem Kadaver kriege ich 3 Mahlzeiten rausgequetscht. Suppe, gegrillte Schenkel und Frikassée. Wenn die Beilagen 3 x eine Mark kosten und ich 6 Portionen generiere, kostet eine Mahlzeit so bei 2 Oiro. Maximal.

Nun komme ich ins Spiel. Ich kaufe ein Bresse-Huhn. Man erkennt es als solches an seinen blauen Beinen. Die Landschaft Bresse liegt ca. 70 km westlich von Genf in Frankreich, also im äussersten Südosten .

Bresse-Hühner sind der Hochadel unter den Bauernhühner-Arten. Für 1,7 kg nimmt man angemessen, wie man das so empfindet, nämlich 40 Oiro, und wenn dann noch Versandkosten dazu kommen, kostet Bresse das Sechsfache von Wiesenhof. Eine Essensportion liegt dann bei 12 Oiro!

Bei dieser Rechnerei wird ein Faktor nicht beachtet. Wiesenhof schmeckt nach nichts, Bresse nach Huhn. Ich habe dazu Erfahrung. Wiesenhof züchtet Geflügel, das beim Kochen das Leitungswasser keinen Schaden durch Fleisch-Aromen verursacht. Damit kannst Du hinterher Kaffee kochen! Ok. sagen wir es mal so: Bresse lässt dagegen keine Wünsche offen.

Nun kann ich – da Qualität vor mir liegt, natürlich ein wenig pfuschen.
Ich mache 4 x Suppe mit wenig Fleisch und viel Gabelspaghetti, 6 Portionen Frikassée und 2 x Keule. Dann bin ich auf 5 Oiro pro Portion. Und was zahlst Du in einem Restaurant, wo der Wiesenhof die Küche beherrscht?

Für ein Double sind das 6 x Mittagessen, davon 5 eingefroren, à 10 Oiro.
Teuer? Ja, für viele, da relativ zum Einkommen zu sehen.

Bemerkenswert ist die hier demonstrierte Denkweise, die in der dringenden Empfehlung mündet, mit Überlegung einzukaufen. Diese Art zu denken impfte ein Sternekoch einer Familie ein, die an der Armutsgrenze lebt, allerdings ohne Bresse-Huhn, sondern mit Wiesenhof-Normhuhn 1,2 kg für 5 Oiro 40. Der Koch ist mit seiner Kalkulation irgendwo bei einszwanzig für ein Essen gelandet. Ich war fix und fertig.

Brot

Nun hat mir tatsächlich meine Familie untersagt, ständig nur Negatives zu berichten! Das zwingt mich dazu, über Brot positiv zu schreiben. Anders: Wenn man mir den letzten Dreck verkauft hat, muss ich danach suchen, was an Gutem zu verbuchen sein könnte.

Ich denke, dass man mir nicht verbieten kann, Fakten zu nennen. Ich soll also nur die Wertung fälschen. Ich versuche es mal mit einem Beispiel.

Neulich lag ein Pfund Roggenbrot, in Scheiben geschnitten, auf dem Tisch.
Form: Runder Laib, mittig geteilt, und eine Hälfte aufgeschnitten. Scheiben ca. 4 mm dick.

Ich greife mir die erste, größte Scheibe, fasse sie an, wie man das schon immer mit einem Butterbrot machte. Ergebnis: Die vordere Hälfte klappt herunter und hängt mir über den Fingern wie ein Lappen.

Und nun das Positive: Ich musste nicht selbst backen/aufschneiden. Der Geschmack? Meine Lippen sind versiegelt! Alles ist schön.

Backen als Handwerk wie vor 70 Jahren? Überflüssig. Zum Totlachen.

Zur britischen Fischerei

Das sind britische Fischer.

                                               Norfish fleet (Dieses Trio ist norwegisch )

Danish freeze trawler

Mrs Hoey & Farage

Auf dem Wasser Teil der britischen Fischereiflotte.

Die britischen Super-Diplomaten hatten nun einen Auftritt in Norwegen. Sie kamen mit zwei Forderungen. Erstens wollten sie die Fangquoten für UK-Fischer in norwegischen Gewässern neu verhandeln, und zweitens Freihandel vereinbaren. Die Wikinger hätten die bestehende Vereinbarung erneuert, sagten nun jedoch zweimal NEIN, und die Veranstaltung war beendet. Man berichtet, der Auftritt der Briten sei ein wenig herablassend ausgefallen, ins Deutsche übersetzt ….. grosskotzig.

Der obige Vergleich zeigt ein britisches Problem. Deren Fangflotte besteht zum grössten Teil aus alten Äppelkähnen, die im rauhen Wetter des Atlantik zu Todesfallen werden. Man sagt, UK habe nur einen einzigen seetüchtigen Trawler in Betrieb. Bis 2016 war das auch ok. Die Versorgung des Lands mit Fisch hat funktioniert. Aber ab 2016 bis heute hätte man investieren müssen, um die Veränderungen abzufedern.

Dumm nur, dass Investieren bedeutet, Geld zu geben. Und das widerspricht dem Grundverständnis über Money diametral.Noch immer gilt:

Nehmen ist seliger denn Geben!

Dieses gesunde Selbstverständnis wird auch durch eine Episode am Rande bestätigt. Die Wikinger fragten nach einer Fangquote für Makrele in UK-Gewässer und wurden prompt und brüsk mit einem NEIN bedacht. Bemerkenswert: Briten essen keine Makrele, sondern – auf seltsame Art snobbish – nur Dorsch und Schellfisch.

Ich vermute, im UK ist etwas mit dem Trinkwasser nicht in Ordnung. Es sind vermutlich die PFCs, also die per- und polyfluorierten Chemikalien – Alltagsgift, das wir alle in unterschiedlichen Dosierungen konsumieren. Aktuelles Beispiel: Microplastic im Trinkwasser. Die WHO trötet noch immer in die Welt, das sei für den Menschen unschädlich. Und es waren vermutlich Briten, die das Gegenteil bewiesen. Schadensbeispiel: Reduzierung der Spermien um 60%, Verkürzung des Penis im Schnitt um 1,25 inches bei einem überdurchschnittlich hohen PFC-Level.

PFCs haben wasser-, schmutz-, und fettabweisenden Eigenschaften und stecken deshalb auch in unseren Klamotten.

Ich bemerke gerade, dass ich ziemlich weit von meinem Thema Fisch abgekommen bin. Mal unter uns Pfarrerstöchtern: Ich könnte nun am Penis anknüpfen und weiter schwadronieren. Neee ….. lass das, Alter! Ich mache einen neuen Beitrag draus. Überschrift: “ Dem Ende entgegen „. Wird ganz kurz! (Hoffe ich)

Bilderrätsel

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Das ist natürlich unzutreffend.

Richtiger wäre:

Ja doch !

Das hier ist ein Fall für die Zensur !

Ein Fall von übler Nachrede !

Aber doch so was von wahr !

Unlängst hatte dieser Vollpfosten seinen Ausschuss für die Umsetzung des Brexit in praktikable Prozeduren in die Wüste geschickt. Nun haben sie das Brexit-Abkommen unterzeichnet, und schon wird wieder eine UK-Kommission ins Leben gerufen mit der Aufgabe, den Brexitausstieg erneut zu verhandeln.

Man muss befürchten, dass in Brüssel nur noch geballte, personifizierte Dämlichkeit sitzt.

Dort lässt man sich von Euro-Lobbyisten die Ohren vollblasen, und von den Briten zermürben. Diese lächerliche neue Aktion Johnsons ist nichts anderes. Die Zwerge von der EU sind irgendwann so mürbe, dass ein heftiger Windstoss sie zerkrümelt. Dann können die Amis den EU-Binnenmarkt mit ihren Produkten fluten.

Kristi I.

An diesem krüppeligen Pott kaue ich seit zwei Tagen. Mir fällt dazu einfach nichts ein. Nicht ums Verrecken! Aber er ist da. Dümpelt auf Reede, statt zu fahren. Ist leer. Leicht zu erkennen, da er vorne hoch aus dem Wasser kommt und die Lukendeckel offen sind. Die Maschine läuft.

Ich bin dem Schiff nachgestiegen. Reine Neugierde. Meine Ausbeute ist mehr als mager, und das macht mich misstrauisch. Was ich weiss:

Das Schiff heisst Kristi I.
Sein Heimathafen ist Durres in Albanien.
Der Schiffstyp ist ein Bulkcarrier.
Wir nennen ihn auch Massengutfrachter.
Mit 85 m Länge und 14 m Breite ist er ein Mini carrier.
Seine Ladekapazität liegt bei 2300 Tonnen.
Man hat ihn 1992 gebaut.
Sein letzter Standort, am 28.4.2021 ist ca. 40 sm westlich von Malta.
Eigner ist neuerdings eine britische Reederei.

Mehr war nicht zu finden. In umfangreichen Spezifikationen sind alle interessanten Daten gelöscht.
Frage: Was geht da ab?

Illegales Baumfällen in Berlin

Zitat: Tagesspiegel Berlin

Er äußerte sich nicht zum Sachverhalt, aber er hat ja wie alle Berliner Wildtiere eine Art Erziehungsberechtigten:

Derk Ehlert, Senatsexperte für alle Felle.

„Der sucht neue Lebensräume“, erklärt Ehlert das Verhalten des Bibers. Seit etwa 14 Tagen sei das Tier zwischen Fischerinsel und Bodemuseum unterwegs; vermutlich ein Männchen von etwa eineinhalb Jahren, wohl mit tiergärtnerischem Migrationshintergrund. Über einen Schiffsanleger an der Museumsinsel könne er die Spree verlassen, „aber wir hoffen, dass er da nicht bleibt, denn da findet er nicht genug zu fressen“.

In Bayern würde das Tier wohl als Problem- oder Schadbiber klassifiziert werden, aber in Berlin kann er machen, was er will. Ehlert hofft, dass er weiterzieht – wissend, dass freie Ufergrundstücke in Berlin kaum mehr zu haben sind: Mit stadtweit rund 120 Bibern sei die natürliche Kapazitätsgrenze wohl erreicht.

Aber kurzfristig bleibt vorerst nur, am Spreeufer zu sitzen und das alte Lied zu singen:

Weine nicht, wenn er Bäume fällt,
Damm, Damm… Damm-Damm /
Freu dich, dass er die Art erhält,
Damm, Damm… Damm, Damm.

Bild: Tagesspiegel Berlin

Trocken gefallen

Stelle Dir vor, das gesamte Bundesland Bayern sei ein See mit einer Tiefe von 50 m. ast Du das gepackt? Dann hast Du nun eine Vorstellung von der Größe des Aral-Sees. In Zahlen: 68.000 Quadratkilometerim Jahr 1960. Fünfzig Jahre später sind davon noch 10.000 qkm übrig, Tendenz negativ. Nun versucht man, einen Teil des Sees zu retten.

Die Fachwelt spricht von der grössten ökologischen Katastrophe seit Menschengedenken. Die Verursacher: Dummheit und Ignoranz in der KPDSU; verblödete Russen hatten dem Aral den Wasserhahn abgedreht, um riesige Baumwoll-Plantagen in Kasachstan und Usbekistan zu versorgen.

Die nachgebliebenen Pfützen sind nun 4-fach versalzt und mit Umweltgiften aus der Landwirtschaft völlig versaut.

Dummheit, Stolz und Unverschämtheit sind Blutsverwandte.

(Aus Russland)

Natur pur

Dort, wo ich herkomme, sehen die Wiesen so aus.

Wo ich Urlaub machte, sind die Wiesen noch edler bestückt. Es wachsen Akelei und Trollblumen sowie Pflanzen, die ich nicht kenne. Dort kommt ein Bauer, mäht alles ab, und seine Kühe fressen die bunte Pracht, aber: Dort schmeckt die Butter immerhin noch wie Butter.

Da, wo ich nun bin, sind die Wiesen Monokultur; ich habe solche hektarweise gesehen, und es wuchs dort nur Sauerampfer.

Dies ist der Grund für die Mühen meiner Tochter, die gerade wieder mal Kreuzschmerzen auskurieren muss. Sie ist nun im vierten Jahr bemüht, aus Scheisse eine Venus zu kneten. Sie versucht, auf Dreck – daraus besteht unser Garten – Wiesenblumen heimisch zu machen. Unser Motto: „Wiesenblumen für eine Blumenwiese!“

Wenn ich als gelernter Pragmatiker Aufwand und Erfolg messe, packt mich, gelinde formuliert, der Zweifel mit eisernen Zangen. Aber zugleich lauert im Hintergrund ein wenig Ehrgeiz, der mit Trotz gewürzt scheint. Und der flüstert ein: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen! In diesem Drecksboden muss einfach mehr stecken als Baumüll! Und dann passiert es. Es war im letzten Jahr, als plötzlich, also unangemeldet eine einzelne Mohnblume erschien. Doch, es war genau 1 Mohnblume. Sie sah ein wenig verhutzelt aus, so ein bisschen krank, aber sie hielt durch und blühte tapfer vor sich hin bis zu ihrem planmässigen Ende. Im Hause herrschte Hochstimmung; es wurde heftig gefeiert mit Mett-Igel und reichlich Bier. Nun haben wir unser Mohnblumenfest, immer am 13. August, aber nur, wenn der auf einen Freitag fällt.

Blue.jpg

Ein Lichterkranz mit 12 gelben Sternen auf blauem Grund – so ein Tuch soll europäische Werte darstellen/vermitteln/verkaufen. Zwölf Sterne seien ein Symbol für Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit.
Möglich, dass dieser Lappen einen biblischen Ursprung hat:


„Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: Eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen.“
(Offenbarung des Johannes 12,1)
Das hätte mir gerade noch gefehlt!

Ich weiss, dass Flaggen stets idealistische Symbole sein sollen. Man kann kaum den Plastikmüll und den scheusslichen Gestank aus einer afrikanischen Hauptstadt auf seiner Staatsflagge darstellen. Sollen die Griechen etwa die zwölf Olympischen Götter in ihre Flagge übernehmen? Ein Knüller wäre das schon! 6 Frauen und 6 Männer! Gleichberechtigung unter den Götter – ein wirklich guter Grund für die Präsentation als Flaggensymbol. Und was hat man in Griechenland fabriziert? Fette blaue Striche auf weissem Laken. Über den Blauton und die Deutung streiten sich heute noch die Bürger.

Wer schreibt, der bleibt.

Dieser Spruch hat etwas Gutes und etwas Schlechtes.
Das Gute: Er ist kurz, ganze 4 Wörter stark.
Das Schlechte: Er ist mehrdeutig.

Wenn hier ein Besucher sitzt, und plötzlich zu schreiben beginnt: Wie lange bleibt er dann? Bis zum Abendbrot, oder eine Woche, oder gar 3 Monate?
Kann ich etwas dagegen unternehmen?

Kann ich. Benutze Lesart zwo. Wer schreibt, der bleibt – am Thema dran!
Ich praktiziere das seit vielen Monaten. Aber heute lautet das Thema „Wer schreibt, der bleibt“, und ich soll an diesem Thema dranbleiben, weil ich schreibe, dass Schreiben ….. ich komme da nicht mehr mit, denn es kommt schlimmer.

Da gibt es noch die moderne Form dieses Spruchs:

„Wer schreibt, der bleibt. Wer spricht, der nicht.

„Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich kürzer geschrieben.“
Das schrieb Goethe an Schiller. Gottlob bin ich nicht Goethe – ich habe die Zeit, kurz zu bleiben. Darum kümmere ich mich um den 2. Teil des Spruchs, um das Sprechen jetzt gerade n i c h t .

Mein Gott! Sowas schreiben ist wie ein Maul voll Weizenstroh essen – Du kriegst es einfach nicht runtergewürgt! Scheiss-Buchstabe B! Die Bilddatei heisst Bleistift.png. Ich hätte sie in die Tonne treten müssen.

Die blaue Kugel

Es sind nur wenige Schritte zum Piazza del Campo, eines der architektonischen Wunder Sienas. Der Campo wurde in Muschelform angelegt, senkt sich zur Basis hin und muss deshalb autofrei bleiben – geradezu eine Einladung, sich irgendwo auf dem Platze wie in einem Amphittheater niederzulassen, die Sonne und seine Kulisse zu geniessen. Am unteren Ende des Platzes, wo das Rathaus und der Torre die Piazza abschliessen, ist es geschehen.
Eines Tages, in den frühen Morgenstunden, machte sich ein junger Mann auf den Weg zu seinem Arbeitsplatz. Später erzählte er, es müsse so um 4 Uhr gewesen sein, als er den Campo von Westen her betrat; er sei Bäcker, und Bäcker hätten bekanntlich recht absonderliche Arbeitszeiten, wenn die Kunden um 7 Uhr am Morgen frisches Brot kaufen möchten.
Nun, besagter Bäcker betrat also den Campo. Es begann gerade zu dämmern, als er die leuchtend blaue Kugel wahrnahm, die gleich einer Perle an der tiefsten Stelle des Platzes  abgelegt war.

So jedenfalls hatte er bei der Befragung durch einen übermüdeten Polizeibeamten seine Beobachtungen formuliert. Jener Beamte hatte zu so früher Stunde keinen Nerv für durchgeknallte Bürger, und er empfahl dem Bäcker, jener möge sich einen Tag frei nehmen und seinen Rausch ausschlafen – mit dem Brotbacken könne es heute nichts mehr werden.
Unser Bäcker strich beleidigt die Segel und machte sich wieder auf den Weg zu seinem Arbeitsplatz, betrat erneut den Campo von Westen her und nahm verwundert wahr, dass die blaue Kugel noch vorhanden, und weitere Passanten eingetroffen waren. Ein Blick zur Uhr verriet ihm, er könne maximal fünf Minuten verweilen, dann müsste er sich in seine Backstube verfügen. Langsam trat er zu den anderen. Keiner der Anwesenden wagte es, in normaler Lautstärke zu reden. Alle Anwesenden hielten einen respektvollen Abstand zu dem Ding. Der Wachmann einer Bank, seine Nachtschicht war beendet, und er trug noch immer seine Uniform, im übrigen aber unbewaffnet, dieser Wachmann also glaubte, es seinem Status schuldig zu sein, das Wort zu ergreifen und sich an die übrigen Leute zu wenden: Alle herhören! Das ist eine blaue Kugel! Gestern abend war sie noch nicht da. Also muss sie heute nacht hierher gebracht worden sein. Keiner rührt die Kugel an, ist das klar? Mindestens 4 Meter im Durchmesser! Das ist Kunst! Hat einer etwas darüber in der Zeitung gelesen?
Unser Bäcker dachte: Kunst! Naja! Dafür ist Geld da. Und wann kriegen wir endlich unseren Kindergarten renoviert? Drehte sich um und ging. Ging gerade noch rechtzeitig, um den Moment zu verpassen, wo die blaue Kugel zu blinken begann. Wie man später feststellte, pulste sie mit akkurat 60 Schlägen pro Minute, glühte dabei auf, wurde dunkler, glühte auf – unheimlich, meinte eine ältere Signora, und trat zur Vorsicht so um 20 Meter zurück – die übrigen Zuschauer folgten sofort.
Kunst!, knurrte der Wachmann und zog sich grollend zurück. Andere gingen gleichfalls ihrer Wege – Kunst hin, Kunst her, man hat schliesslich seine Arbeit zu tun, und spätestens die Abendzeitung wird diese Angelegenheit erklären, und alles wird seine Ordnung haben, schliesslich ist Italien ein Markenzeichen für wohlorganisiertes Chaos, und man hat einen Ruf zu verteidigen.
Andere Passanten liessen sich in sicherer Entfernung vom Objekt auf dem Campo nieder und warteten. Hätte man sie gefragt, worauf, so wäre ihnen wohl keine sinnvolle Antwort eingefallen. Die Stadtver-waltung hat noch nie ihren Bürgern erklärt, was sie warum tut, und was es kostet. Man wartet einfach, hat Zeit, und es könnte sich ja etwas Neues ereignen. Wohl dem, der nicht alleine gekommen ist. Einer beobachtet, der andere läuft rasch zum nächsten Bäcker und kauft ein Frühstück zusammen, zur Not tun es trockene Panini und eine Tüte kalte Milch!
Nun bleibt dem Bäcker die Genugtuung versagt, jenen Polizisten zu observieren, der ihn des morgentlichen Suffs bezichtigt hatte. Müde und ausser Dienst, fühlte er sich doch verpflichtet, die öffentliche Ordnung sicherzustellen. Brüllte los: Alles zurück! Dass mit keiner die Kugel anfasst! Das ist Kunst! Das hat die Stadtverwaltung installieren lassen! Aber nicht, damit Ihr es von allen Seiten anfingert! So etwas kostet Geld! Milliarden Lira! Alles zurück! Ein Passant räsoniert: Euro! Und  Milliarden sowieso nicht! Der Polizist: sagen Sie das nochmal! Ich dulde keinen Widerspruch! Sie wissen garnichts! Sprachs, blickte auf seine Uhr, und rief per Funk seinen Vorgesetzten an: Sagen Sie mal, Herr Hauptmann, was ist eigentlich auf dem Campo los, und warum wissen wir nichts von dieser Sache?
Manchmal ist es unklug, sowas zu tun. Gehe nie zu Deinem Fürst, wenn Du nicht gerufen würst! Der Hauptmann explodiert in seinem Bett. Man hört am Funk, wie die Daunen gegen die Wände klatschen. Dem Polizisten blieb unklar, ob er eine gepredigte Verfluchung oder eine mit Flüchen angereicherte Predigt zu hören bekam. Es war ihm auch gleichgültig. Er sagte irgendwann: Roger! und schaltete ab. Resumierte kurz: Der Chef glaubt, ich sei besoffen. Man habe ihn wegen eines Juxes aus dem Schlaf gerissen. Es gäbe ein Nachspiel. Und es drohe eine Versetzung zur Müllabfuhr. Solle er doch erst mal seinen faulen Arsch hierher in Bewegung setzen. dann reden wir weiter. und jetzt ab nach Hause. Der Mensch braucht seinen Schlaf.
Die riesige blaue Kugel pulste. Inzwischen hatte die Morgensonne das Regiment übernommen. Es wäre zu erwarten gewesen, dass das azurblaue Leuchten nun zu verblassen beginnt. Nichts dergleichen. Das Ding intensivierte  von innen proportional zur Zunahme des Lichts von aussen. An diesem Morgen hatte man diesen Umstand noch nicht wahrgenommen. Wohl aber füllte sich der Campo mit Zuschauern. Nur die Obrigkeit liess sich nicht blicken, als hätte man in der Verwaltung ein schlechtes Gewissen, was aber nicht richtig war: Im Rathaus beginnt die „Arbeit“ selten vor halb zehn.
Die blaue Kugel pulste vor sich hin, und die Zuschauer wurden mutiger, traten hinzu, fassten erst vorsichtig, dann beherzt zu, stellten eine glatte Oberfläche und kühle Temperatur fest, weniger als 36,9 Grad, aber mehr als 20, es gibt keine Öffnung, man kann nicht hineinsehen, und die Kugel kann nicht von der Stelle bewegt werden.
Soweit die Highlights. Sie machten rasch die Runde, und das Objekt keinesfalls interessanter. Langeweile breitete sich wie ein Schnupfenvirus  in der Menge aus, und die Abwanderung setzte ein. Der Herdentrieb begann seine Wirkung zu entfalten, und irgendwann wieder zu beenden. Zurückgeblieben war eine gute Handvoll Leute, Kritiker der Kunst oder der Verwaltung, oder ein, zwei Aestheten, die sich am Azur der Kugel, und an ihrer vollendeten Rundheit nicht sattsehen konnten. So verging die Zeit bis gegen 9:20 Uhr, als der Leiter des Ordnungsamts vor dem Rathaus auftauchte. Tragisch für den Mann, dass keiner ihn erkannte. Da stand er nun, beäugte irritiert die blaue Kugel – wusste einfach nicht weiter – dafür kannte er keine Vorschrift. Ein Passant half weiter: Eine blaue Kugel! Der Beamte nickte bestätigend. Wendete sich ab und verschwand im Rathaus.
Hier zeigte sich, er war hellwach. Rasch erledigte er sieben Anrufe, bevor ihm klar wurde, dass keiner der Leitenden  Beamten seine Hand im Spiel hatte. Gegen 10:00 waren alle Beschäftigten befragt, gegen 11:30 auch die Urlauber, Kranken und Blaumacher verhört.
Ziemlich genau um 12 Uhr fasste der Ordungschef das Resultat des Vormittags zusammen: Null. Unmöglich, aber es gab keine Info´s. Man begab sich voller Verzweiflung zur Fensterreihe des Grossen Sitzungssaals und starrte hinaus. Dort unten lag die Kugel, blau pulsierend. Niemand mag es aussprechen: Wer war das? Wer hat uns das angetan? Wie stehen wir jetzt da?
Inzwischen hatte sich die Presse eingefunden, verlangte nach Informationen zum Event; die nennen das so. Der Pressesprecher lud zur Konferenz, und informierte. Keiner der Anwesenden glaubte ihm auch nur ein Wort, obwohl er nur drei Worte gesagt hat: Wir wissen nichts. Man trennte sich unter Tumult und Zanke. Die Zeitungsleute waren sauer.
Draussen hatte man wieder das Prädikat „Kunst“ in Umlauf gebracht. Das nährte bei der Presse den Verdacht von Verschwendung für Objekte eines partei-befreundeten Kugelbildners. Erste Berichte mit solcher Einfärbung wurden in Handies diktiert und landeten direkt im Satz. Die ersten Blätter gifteten. Im Rathaus machte sich Verzweiflung breit – man hatte nichts mehr im Griff. Das geschah häufiger, und niemand hatte sich bisher darüber erregt. Diese neue Situation jedoch … man hatte nicht einmal geschlampt! Man hatte es mit einem unbekannten Gegner zu tun. Man hatte ihnen ein Windei ins Nest gelegt, und keiner hats bemerkt.
Endlich hat einer eine Idee. Der Leiter der Poststelle: Wir müssen so tun, als wüssten wir Bescheid über die Aktion, und als sei alles eine Überraschung für die Stadt, Teil eines Happening-Konzepts, Deckname blue bubbles agency, weltweit tätige Kunstgalerie usw. , das verschaffe erst mal Luft zum Atmen – und der Bürgermeister tritt auf den Plan und erklärt, das wäre Unfug, ginge nicht, und man soll sich endlich an die Arbeit machen. Der Postmann erntete giftige Blicke, weil Intelligenz im Amt als Vergehen gilt. Er trollte sich in seinen Keller und schmiss frustriert ca. 17 kg ungeöffnete Post in den Reisswolf. Interessiert eh keinen, denkt er. Hätte ohnehin keiner gelesen.
Der Pressesprecher lud erneut zur Konferenz, und verkündete des Postmanns Weisheiten als die des Rathauses. Die Folge waren Flüche, Aufstöhnen, Titulierungen wie Vollidioten, führende Nullen, Affentheater, und was wird mit der Kugel? Sie bleibt zunächst am Platze, und der Kulturdezernent habe die Projektleitung übernommen, befinde sich aber auf dem direkten Weg ins Ausland, usw. usf. Völlig eigenständig beantwortete der Pressemann die Frage nach dem Material: Neuer Werkstoff, der Hersteller wird sich dazu noch äussern.  Solcherart  entwickelte Phantasie verdiente lobende Erwähnung; die Nachfrage, was ein Werkstoff sei, konnte gleichfalls zufriedenstellend beantwortet werden: Das ist das Zeugs, aus dem das Ding gemacht ist! Zum Beispiel Blech! Ja, aber die Kugel ist nicht aus Blech! Korrekt, aber Blech ist ein Werkstoff! Nicht Stahl? Doch der auch. Und Stein! Und das Holz, aus dem Dein Kopf gedrechselt ist …. gemurmelte Erschöpfung. Da draussen das Ding – und keiner hier drinnen weiss, was es will ….
Achtzehn Stunden später. Bei der blauen Kugel gibt es plötzlich neue Gesichter. Sie tauchen wie Gespenster auf. BBC,  AFN, AP, NBC, RAI, TASS – Heuschrecken plagen den Campo und seine Anlieger, begierig nach Neuigkeiten für die Seite drei irgendwelcher Blätter, die Dritten Programme, die viertklassige Regenbogen-presse, Informationen kosten Geld, und sie bringen welches, her damit! Wer ist blue bubbles, verdammt nochmal? Raus damit, Ihr Provinzdeppen! Man wurschtelte sich durch, klopfte die Fama fest, gewinnt Zeit – Tage, nicht Stunden!
In der darauffolgenden Nacht – man glaubte sich vor Augenzeugen sicher, versuchte man, die Kugel zu bewegen, sie wennmöglich sogar zu entfernen, sie in einem nahen Steinbruch zwischenzulagern, zu tarnen und zu beobachten. Nichts wars. Das Ding rührte sich nicht von der Stelle. Schweres Ladegerät versagte, Stahlseile rissen, Zahnräder wurden zu Metallspänen zermahlen, Getriebe ruiniert – und kein Millimeter gewonnen. Noch bevor der Bäcker wieder nachsehen kam, hatte man den Spuk beendet.
Inzwischen war das Thema Blaue Kugel zu Tode geritten worden, ein untragbarer Zustand. Der Auslandskorrespondent des ZDF streute deshalb das Gerücht, die Leuchtkraft der Kugel habe sich deutlich gesteigert. Natürlich war dem nicht so, aber es liess sich spekulieren – und die Meute der Medienvertreter war plötzlich auf dem Wege zur Wahrheit. Der Postmann des Rathauses war inzwischen wegen erwiesener Vergehen gegen die Pflicht zur Dummheit so weit gedemütigt worden, dass er dem Vertreter von RAI  UNO einige Wahrheiten steckte. damit war sein eigenes Potemkin´sches Dorf geliefert, die Rathaus-besatzung der weltweiten Lächerlichkeit preisgegeben. Der Postmann shredderte erneut Eingangspost, so um drei Säcke voll. Anschliessend kündigte er seinen Job und richtete eine kleine Nachrichtenagentur ein, die mit Vorliebe frequentiert wurde. Post-Experten haben nun mal fundiertes Insider-Wissen, sind ergiebig, und finanziell nicht verwöhnt.
Wie auch immer: Die azurblaue, pulsierende Kugel war nun wieder interessant geworden. Herkunft unbekannt. Funktion unbekannt. Inneres und Äusseres unbekannt. Mit einem Wort – faszinierend. Objekt für abenteuerlichste Spekulationen. Hartnäckig hielt sich die Vermutung, es handele sich um ein UFO, und man begann Himmelsatlanten zu studieren, Beiträge über Kosmologie zu schreiben, Theorien zu Paralleluniversen aufzufrischen, ja, auch militärisches Material, etwa Radar-Aufzeichnungen zu analysieren. AWACS kreisten über Europa, Interpol searchte weltweit nach Parallelen, und die National Security Agency der USA versuchte, die Energiequelle der Kugel auszuspionieren – die Geheim-Fuzzies der Welt konzentrierten sich auf Siena, füllten die Hotels und frassen die Restaurants leer – big business war angesagt. Die coolen Typen der Stadt fanden das ok, und die Kugel wurde als Glücksfall bezeichnet, und hoffentlich bleibt sie noch eine Weile verfügbar.
Eines Morgens trat ein kleines Mädchen mit seinem Vater an die Kugel heran, fasste sie mit beiden Händen an und hob sie sachte hoch. Nur vier oder fünf Zentimeter, aber man hätte unten eine Wurststulle durchschieben können. Die kleine Anna setzte sie vorsichtig wieder ab und klärte ihren Vater darüber auf, dass diese blaue Kugel garnicht schwer sei. Sie strich sachte über die glatte Oberfläche. Ihr Vater lächelte. Anna fügte hinzu: Sie ist schön! Ich mag sie! Und der Vater lächelte, nickte. Ja, meinte er, sie sei wunderschön.
Die blaue Kugel begann ihre Farbe zu verändern. Sie leutete in Lila, dann in Rot, schliesslich in leuchtendem Gelb, dann  in Weiss. Anna war hingerissen. Ich mag die Kugel, Papa, schau, sie versteht mich! Und so schien es in der Tat. Die weiss pulsierende Kugel wurde kleiner, kleiner und kleiner, schrumpfte zu einem Funken, der plötzlich mit einem Ffffft! himmelwärts sauste und verschwand. Annawar untröstlich. Ihr Papa erklärte, sie müsse schliesslich irgendwann wieder nach Hause reisen, was Anna auch wieder verstehen konnte. Auch sie wollte nun nach Hause, noch ein wenig trauern, und eine grosse blaue Kugel malen, zur Erinnerung.
Die Rathausleute glaubten an einen Traum und wagten nicht aufzuwachen. Sie träumen noch heute.
Der Postmann hatte gut verdient. Er geniesst seinen Vorruhestand; gelegentlich dringt schallendes Gelächter aus seiner Wohnung. Man hält ihn nun für durchgeknallt.
Fernsehen und Presse haben sich noch am selben Tag verzogen. Einen leeren Campo können sie nicht vermarkten. das ganze Thema war ohnehin tot, und das Erlebnis der kleinen Anna ist ihnen völlig entgangen. Aus, vorbei, Werbung!
Und die Kugel? Tja, nicht leicht zu erzählen. Sagen wir einfach, Anna hat unser aller Arsch gerettet. Die Sonde hat Liebe gespürt und ist zum Ergebnis gekommen, dass für die Bewohner dieses Planeten Hoffnung besteht, eine Vernichtung nicht angezeigt ist. So hat sie sich ihre Bombe geschnappt und ihren nächsten Auftrag in Angriff genommen. Dessen Ergebnis haben unsere Astronomen als Supernova in der grossen Magellanschen Wolke registriert.
Es waren noch 17 Stunden bis zum Ende der Welt gewesen, als die kleine Anna mit ihrem Vati den Campo betrat …..
 
Dove son molti, son degli stolti. (Toskanisches Sprichwort)
Wo viele sind, sind auch Dummköpfe.

Einspruch, Frau von Suttner!

Bertha von Suttner (1843 – 1914)
österreichische Schriftstellerin und Pazifistin;
Friedensnobelpreis 1905:

Ich habe es zu früh erkannt, daß der Schlachteneifer nichts Übermenschliches, sondern – Untermenschliches ist; keine mystische Offenbarung aus dem Reiche Luzifers, sondern eine Reminiscenz aus dem Reiche der Tierheit – ein Wiedererwachen der Bestialität.

Ich denke, hier irrt Frau von Suttner. Die Bestialität ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, und dies wurde längst millionenfach bewiesen.
Tierische Bestien sind Ausnahmen, entspringt der Entartung Einzelner.
Die Beschaffung von Nahrung durch Raubtiere haben mit Bestiallität nichts zu tun.

Als ob das Töten irgend etwas gutmachen könnte! Als ob vergossenes Blut überhaupt etwas reinigen, etwas Geschehenes ungeschehen machen könnte! O, über den geheiligten Widersinn, unter dessen Herrschaft die blöde Welt sich gestellt hat.

Mitnichten, Frau von Suttner. Die Welt hat sich nicht geheiligtem Unsinn untergeordnet, sondern der Bestialität von Psychopathen.

Man stelle sich vor, die Feststellungen Frau von Suttner’s wären in ihrer Zeit richtig gewesen – wie sehr hätte der Mensch in den letzten 100 Jahren an Menschlichkeit eingebüsst!
Ich denke, das ist sehr weit hergeholt. Das Denken dieser Frau ist durch ihre Herkunft geprägt: Adel denkt „edel“.

Bernauer

Die schon wieder! Das Katzenluder Titti spielt mit meinem Sauerstoffschlauch und es rupft mich unentwegt an der Nase. Muss ich das hinnehmen?

Schon gut. Es gibt Schlimmeres. Es sind Zustände, die zum Beispiel die Berliner hinnehmen müssen. Und ich, der ich Anfang der 70er Jahre Berlin gut kennenlernte und später mit meinem Sohn, der dort lebte, informativ gut verbunden war, ich verstehe bis heute das Gesumse um die „Berliner Mauer nicht, und insbesondere um das Stück an der Bernauer Strasse. Leute, ich bin mit meinem knallroten Opel Rekord durch West- und durch Ost-Berlin gefahren, nur um festzustellen, was Sache ist.

Vor einem halben Jahrhundert, als Berlin-West noch eingemauert war, hatte dieser Teil der Stadt eine Atmosphäre aus Weltoffenheit, Charme und Urbanität, wie ich sie in keiner anderen deutschen Grosstadt angetroffen habe. Heute schmeckt Berlin unerträglich bitter.

Bis zur Beseitigung der Mauer hat dieses Bauwerk den verkommenen sozialistischen Teil der Stadt vom kapitalistisch verkommenen getrennt.
Wenn heute ein Pastor den verbliebenen Mauerrest an der Bernauer hegt und pflegt und daraus ein Denkmal für Unfreiheit machen will, geht mir der Hut hoch. Jaaa, sagt man, es sei ein Mahnmal für die Trennung Deutschlands, nicht nur Berlins. Jaaa, sage ich, diesen Symbolgehalt kann ich noch verkraften. Aber wischt Euch endlich die Tränen von der Backe! Oder heult wenigstens wegen des Mietwuchers, der Menschen verzweifeln lässt! Stellt Euch vor die Betonplatte und klagt ein bisschen – vielleicht hilft’s bei irgendwas! Und betet zu Euren Göttern; sie mögen die Börse gedeihen lassen, bevor sie sich um das Wohlergehen ihrer Gläubigen kümmern! Das hat Zeit!

Einfach krass (Nichts für zart Besaitete)

Rita war wieder ma l – so ganz ihrem Wesen entsprechend – guter Dinge. Gut gelaunt betrat sie nach einem langen Spaziergang ihre Wohnung, wichte sich im Flur ihre Laufschuhe von den Füssen und lief behende zur Küche. Sie schaffte es noch, einen Fuss durch die Tür zu schieben, dann stockte sie und blieb wie angewurzelt stehen. Schliesslich sass an ihrem Küchentisch ein ihr völlig unbekannter alter Mann. Rasch blickte sie hinter sich; der Weg zur Wohnungstür war frei. Nun bemerkte sie den Gehstock des Alten, der auf dem Tisch lag, und sie hörte, wie der Mann anmerkte, Flucht sei unsinnig.
Rita fasste sich und brachte sich in ihre „So nicht!“-Position. Wer sind Sie und was wollen Sie hier? Sie legte alle Autorität an den Tag, zu der sie fähig war, und das war nicht gerade wenig. Der Alte blieb gelassen, sagte mit ruhiger Stimme, er sei gekommen, um sie abzuholen, und für einen Moment verwandelte sich sein Gesicht in einen Totenschädel. Rita war nicht irritiert. Wie es schien, hatte sie sich sogar auf eine Begegnung mit dem Tod vorbereitet. Ach so! Sagte dies, und setzte sich zu dem Alten an den Tisch. Er erklärte nun, sie hätten modernisiert, und er sei heilfroh, diese verfluchte Sense nicht mehr mitschleppen zu müssen …..

Nun erzählt der Autor über sich weiter:


Es war 14:45 Uhr, als ich über dem Tippen einschlief. Das ist krankhaft, nennt sich Schlafapnoe. Und ich träumte. Hing in meinem Bürostuhl und träumte, ich müsse mal pinkeln. Ich ging in eine mir unbekannte Toilette. Ungelogen, dort stand der Urin 3 cm hoch. Ich latschte durch, um eine trockene Ecke zu finden, spüre, wie ich nasse Füsse kriege, und stehe in einer trockenen, weiss gefliesten Ecke, die sich in einem unbeschreiblichen Zustand befand. Dort sah es aus, als hätten 20 kanadische Holzfäller hingekackt, und ich bin in einen Haufen reingetreten, wischte meinen rechten Schuh an einem Sandhaufen ab ….. den Geruch habe ich jetzt, in wachem Zustand immer noch in der Nase. Immerhin bin ich damit erwacht.

Ich habe mich umorganisiert. Rita ist mir egal. Der Tod auch. Ein Dialog zwischen beiden findet nicht statt. Was interessiert mich nun noch seine Sense! Ich will von diesem Quatsch nichts mehr hören, sehen, riechen. Ich rieche immer noch Scheisse, und werde nun zu meinem Eau de toilette greifen. Iceberg stinkt auch, aber auf angenehmere Weise.

Ach ja. So etwas erfindet man nicht. Ich bin nicht pervers. Jedes Wort im roten Absatz ist wahr. Und ich bin wieder mal von der Rolle. Bedeutet das nun Glück, oder das Gegenteil? Wer kennt sich mit Träumen aus? Oder brauche ich eine Psychoanalyse?

Genau genommen ist mein Traum ein echter Brüller. Endlich weiss ich, was ich unter einem Mittagsschläfchen zu verstehen habe. Ich hoffe, man kann da etwas steuern. Dann träume ich demnächst von einer Grillhaxe aus dem Münchner Augustinerkeller.

Columba livia forma domestica

Momentan bin ich nicht in der Stimmung, diese Vögel „Flugratten“ zu nennen. Die lateinische Benennung geht auf die taxonomischen Mühen eines Schweden, des Carl von Linné, im 18. Jahrhundert zurück. Heute nennen wir sie schlicht „Stadttauben“.

Diese 5 Vögel haben sich jedenfalls einem Menschen zugewandt. Vermutlich hatte der alte Mann sie häufig gefüttert, und sie danken ihm mit ihrer Gesellschaft, mit einem Verhalten, das man sogar als Zuneigung interpretieren könnte.

Es ist ihm nichts geblieben, diesem alten Griechen. Selbst seine Schuhe musste er verkaufen, und nun trägt er gestohlene Gummilatschen. Seine Zukunft hat er verloren, und nun stützt ihn die Vergangenheit, ein Stück antike Säule. Wer so tief fällt, wartet auf den Tod. Die Troika der Banken-Mafia fordert immer noch Opfer aus dem fehlgeleiteten Hellas.

Den fünf gefiederten Gefährten ist dies gleichgültig. Sie sind dort, wo sie gebraucht werden – und wo es etwas zu picken gibt.

Ein Sommertag am See

Ja, es waren schon verdammt heisse Tage, damals, im August 2002. Im Biergarten waren alle Schattenplätze gerammelt voll besetzt, und ich sass in der prallen Sonne, mit einem dieser albernen kleinen Schirmchen auf dem Kopf. Wie es der Teufel will; die Hitze hatte mich ausser Gefecht gesetzt, denn ich bin tatsächlich eingeschlafen.

Aufgewacht bin ich nicht. Nein, ich wurde aufgeweckt. Eine weibliche Stimme zischte direkt in mein linkes Ohr: „Des is itz Numero siebzehn!“ Eine Zenzi goss den Rest meines warmen Biers aus und entsorgte die krumme Mass. Dann brachte sie mir ein eiskaltes Bier in Flasche mit der Anweisung, rasch zu trinken und die leere Flasche in den Schatten unter dem Tisch zu stellen, bis sie wiederkäme.

Im See, direkt unter dem Ufer dümpelten zwei tote Saiblinge. Ich wusste sofort: Was wir da haben ist kein Wetter. Es ist eine Katastrophe. Plötzlich schmeckte das Bier ziemlich bitter.

Naive Kunst

Sonne, Sand und Meer.
Mehr nicht.
Ein bisschen dürftig,
auch für einen Maler.
Aber:
Wie ist es mit den Qualitäten
dieser Sujets?
Bestens, möchte man sagen.
Und wie der Painter
mit seinem Herzen sieht,
ist nochmal ein anderes Ding,
nicht wahr?