62 – Lorry

Regale in Supermärkten bleiben leer, Läger füllen sich. Etwas läuft schief. Die Wirtschaft weiss, was den Warenfluss behindert: Zu wenig Lorry driver, weil Ausländer nicht mehr fahren dürfen. Folgerichtig schlägt man vor, den Job attraktiver zu machen. Kürzere Fahrzeiten, mehr Lohn, Frauen fahren lassen usw.

Die Regierung berät sich und findet einen anderen Weg. Die LKW-Fahrer müssen länger arbeiten. Mehr gibt’s nicht.

Die Welt weiss, was extreme Fahrzeiten mit sich bringen. Die Butter landet nicht im Regal eines Markts, sondern im Stzrassengraben. Aber das ist der Regierung egal. Hauptsache, sie hat wieder eine Arbeitsschutzmassnahme in die Tonne getreten.

Und nun rate mal, in welchem Staat das so läuft!

61 – Schnecklich!

Ich nenne sie Penthesilea, die Amazone, kurz: P. Sie hat jahrelang Kampfsport gemacht, im wesentlichen Krav maga, also mit Vollkörperkontakt, und Karate. Ich spreche von P., meiner Tochter.


Bei einem israelischen Trainer lernte sie, wie man einem Gegner das Genick bricht.

Ich denke, dass ihr dazu die Praxis fehlt. Nun kann sie dieses Defizit beseitigen. Wir haben im Garten nämlich ein Schneckenproblem. Naturnah gestaltet beherbergt dieses verfluchte Land hunderte, wenn nicht gar tausende dieser Nacktschnecken, die man nicht in Kräuterbutter getaucht isst. Anders: Die Riesenwegschnecken versuchen, den Garten leerzufressen. Salat und Radieschen sind erledigt. Diverse Blumen dito. Very british, dieses Verhalten. Nicht pflanzen, aber ernten! Nun geht P. täglich am Abend los und sammelt Nacktschnecken ein. Vermutlich tötet sie diese Tiere, wie sie es gelernt hat. Wenn sie aber zu viele davon erwischt, greift sie zu einer Papierschere. Dann werden aus 200 ganzen rund 400 halbe. Es ist wirklich gruselig. Auf lausigen 700 qm wird gestorben wie im antiken Griechenland, wenn die Anazonen mitgemischt haben.

Daneben stehe ich, eine jämmerliche Gestalt mit einem Tütchen Ferramol-Schneckenkorn in der Hand und flehe inbrünstig: Nimm hin! Nimm hin und streue! Aber das barbarische Gemetzel findet sein Ende erst, wenn die letzte der Schnecken geteilt im Eimer liegt.

Ich starre in den Kübel und glaube zu erkennen, dass zwei Halbe nicht immer ein Ganzes ergeben, auch wenn zwei halbe Bier schon eine ganze Menge Bier sind. Aber ein Ganzes in zwei Halbe geht wieder.

Hmmm ….. muss am Bonding liegen …..

60 – Like

Es sind nun doch schon etliche Monate der Texteschreiberei. Inzwischen habe ich 3 Blogs in die Tonne getreten und bastle am 4. herum. Aber bei einer Sache stochere ich immer noch im Nebel.

Was bitte bedeutet ein Like?
Was, wenn ein Text meisterlich formuliert, das Thema aber unpopulär ist?
Oder umgekehrt, Schreibstil schwach, Thema populär?
Stil und Thema Mist? Aha, kein Like.
Stil und Thema gut? Like oder auch nicht, weil man gerade schlecht gelaunt ist?

Auf die Spitze getrieben: Da gibt es ein grossformatiges Bild von Joan Miró mit dem Titel „L’etoile bleue“, der blaue Stern. Abstrakt, blauer Grund mit fast nix drauf. Gekauft für 30 Mio. oiro. Liken, oder nicht?

Der Oberlehrer predigt: Kunst ist kein Konsumgut!
Man macht ein Kunstobjekt nicht nieder wie eine Schüssel Pudding!
Kunst fordert Weiterverarbeitung mit den eigenen Kräften des Geistes bis zum einem Punkt, wo man sich einen sehr persönlichen, aber emotional sicheren Standpunkt erarbeitet hat. Wenn’s dann passt, hast Du einen Gewinn erzielt, einen Freund fürs Leben gewonnen. Und Du wirst 10 Likes raushauen.

Was hat das mit meiner Schreiberei zu tun? Na, hier wäre der Prozess der gleiche. Aber ich koche halt viel Pudding.

59 – Kaffeemaschine

Keine Frage, es ist angesagt, dass ich mich wieder einmal selbst lobe; wenn Eigenlob stinkt, so ist mir das gleichgültig.
Also, ich habe zum Einkaufen ein goldenes Händchen.

Meine alte K. machte sich durch unbotmässiges Verhalten mehr als unbeliebt und steht nun ausgemustert auf Halde. Ich hatte dafür 150 oiro gelöhnt, das schmerzt ein wenig, aber denselben Fehler mache ich nicht ein zweites Mal.

Die Neue hat nur ein Drittel gekostet, arbeitet zuverlässig, sauber, mit Wasser, Kaffeepulver und mit Magie. Das glaubst Du nicht, gell? Dann pass mal auf:

Ich fülle den Wassertank für 10 grosse Tassen. Die Kanne bedankt sich für 11. Wo zum Teufel holt die K. das Wasser her für die 11. Tasse?
Dann fülle ich 2 grosse Tassen. Die Kanne meldet aber die Abgabe von 5. Der Pegel steht auf 6. Frage: Wohin sind die fehlenden 3 grossen Tassen heissen Kaffees verschwunden? Wernn ich nun unsere Tassen noch einmal fülle, ist die Kanne leer. 11 Tassen entnommen, 4 sind beim Kunden angekommen – insgesamt fehlen 7 grosse Tassen Kaffee.

So sieht’s aus. Es muss gewusst werden: Die Skalierung in „Tasse“ ist schwachsinnig, also völlig unbrauchbar.

Manche Ingenieure haben ein dickes Brett vor dem Kopf – sind aber immer arrogant. Es gibt da Leute, die werden nie verstehen, wo das Geld herkommt, das ihnen als Gehalt überwiesen wird. „Das kommt von BOSCH!“ Und ich: „Das kommt von Kunden wie ich, Du Schwachkopf! Und Du lieferst mir eine Kaffeekanne, für die ich Abitur und Schwarze Magie brauche, wenn ich aus der Skalierung etwas Nützliches ablesen möchte!“

Ich könnte jetzt gerade so weiter meckern – aber das Limit!

58 – Spass

Ich bin heute besonders sozial intelligent. Darum biete ich auf die Schnelle noch an:

57-54+55=58 (siehe Titel)

Klar, jetzt müsste mich etwas besonders Schönes schreiben. Schliesslich blitzt hier ein wenig Zahlenmagie durch! Kann ich leider nicht.

Ich präsentiere

einem Ingenieur – Gehts um Schrauben oder um Muttern?
einem Pfarrer – Wenn Gott es so gefügt hat, muss der Mensch dankbar sein
einem Soldaten – mit diesen Zielabweichungen kann ich nichts anfangen!
einem Buchhalter – stimmt, ich habe es 3 x nachgerechnet.
einem Zuhälter – stimmt nicht, das macht 150
einem Busfahrer – Quatsch! Ich bestimme, wann mein Bus voll ist!
einem Fischer – ich bin noch nicht fertig mit Krabbenzählen!
einem Millionär – So viel Klopapier brauche ich in 4 Stunden!
einem Rentner – Ich sehe noch alles. Da steht „Pellkartoffel“.
einem Schauspieler – Schreibs auf, ich bring das, wenn ich wieder den Tell spiele.
einem Arbeiter an der Stanze – So viel Finger hätte ich gerne!
einem Papst – Ach ja! Mit 58 war ich noch mit Käthe verheiratet.

Und? Ist da nicht Musik drin?

57 – 54+55

Ich gestatte mir die Freiheit, mich selbst zu kritisieren; ich bin da sehr rücksichtslos.

Für mich scheint es sicher zu sein, dass ich einen leichten Dachschaden habe. Schliesslich laufe ich – so gut es noch geht – nicht mit einer Hass-Mütze auf dem Kopf herum, aber mit einer Wut-Beule.

In dem Mass, mit dem meine Achtung für die Franzosen und ihre Streitbarkeit wuchs, verschlimmerte meine Verachtung für die Deutschen, die sogar unfähig sind, einen leeren Schweinestall zu stürmen. Man kann sie um 10 Milliarde Oiro erleichtern, und sie kriegen es nicht mal mit. Sie wählen Olaf Scholz und damit die gesamte Finanzmafia. Oder diesen Laschet, der als Lehrbeauftragter an der RWTH Aachen Noten fälschte.

Ok, Schluss damit. Ich muss wieder positiv werden, ziehe mich also zurück in mein Haus,in mein Office und hier an meinen Schreibtisch, und was finde ich dort? Eine Flasche Roten aus Apulien, einen Primitivo di Manduria! Der macht Flecken auf dem Hemd, hebt die Stimmung und klärt den Kopf, und wenn ich nun noch ein leckeres Käseschnittchen hinzufüge, einen „Fromage“ (!), dann bin ich gewillt, Schwarz-Rot-Gold glatt zu ignorieren.
Seulement pour ta, Marianne, ma chère!

Ja, Frankreich ist meine alte Liebe. Nein, nicht Paris. Gemeint ist der Rest.

56 – 55

Ja, ich habe in Beitrag 55 ziemlich garstig argumentiert. Aber ich werde mich nicht dafür entschuldigen. Ich werde nicht einen Millimeter zurückweichen.

Man versuche nicht, mich in irgendeine Ecke zu stellen. Ich bin kein Misanthrop. Neben der Ebene Staatsvolk gibt es eine individuelle. Dort lässt es sich in der Tat gut leben. Dort sind Menschen, die man mag, auch wenn man als Volksfeind unterwegs ist.

Hierbei gibt es keinen Widerspruch. Beide Ebenen existieren nebeneinander; sie ergänzen sich.

Das Volk …. oh mein Gott! Es ist Statist im Grossen Spiel, das man nicht versteht. Mehr nicht. Es ist unfähig, politisch zu denken und zu handeln. Es ist mit primitivsten Mitteln manipulierbar. Und es liebt das Fähnchenschwenken: „Deutschland, Deutschland über alles …..“

„Eine Hiobsbotschaft jagt die andere: Pleitenwelle, Bildungsmisere, Arbeitslosigkeit, Rezession, Reformstau, Parteiengezänk. Deutschland pfeift aus allen Löchern, selbst hartgesottenen Optimisten wird die Milch der frommen Denkungsart sauer, Missmut und Verzagtheit haben Konjunktur“
(vody)

55 – Gier

Der Deutsche gefällt sich in der Rolle des Biedermanns. Er gerht arbeiten, hat Vorlieben wie Fussball oder Modelleisenbahn, vermeidet Bildung, so gut es geht, und insbesondere politische Bildung, denn das stört sein Getriebe empfindlich, und ist – zusammengefasst – ein wenig degeneriert, leicht verblödet. Seine monarchistische Ader wird durch Karikaturen wie die „Shopping Queen“ zufriedengestellt. In seiner Bräsigkeit entgeht ihm – und das findet er gut so – dass er in einem Kotzkübel lebt.

Ja, die BRD ist im Verlauf eines halben Jahrhunderts zu einem Kotzkübel verkommen. Hier ein Beleg dazu:

54 – Sibylle

Ich lag im Gras und genoss die Abenddämmerung. Tiefer Friede hatte mch und die Welt um mich erfasst – als sie plötzlich neben mir kniete. Ich schaute sie lange an; sie war eine klassische Schönheit, die in Wolken von Empathie verpackt schien. Plötzlich beugte sie sich zu mir herunter, ihr schönes Antlitz näherte sich meinem Gesicht, dass sich die Nasenspitzen zu berühren schienen, und sie hob eine Hand und streckte den Zeigefinger mahnend. Dazu sprach sie einige kryptische Worte, die ich nicht verstand.

Der Augenblick hatte ohne Zweifel einen erotischen Reiz zu bieten, und diesem folgend versuchte ich ebenso intuitiv wie unklug, sie auf den Mund zu küssen. Die Sibylle löste sich auf in einen eiskalten Nebel, und so endete eine zauberhafte Begegnung, es blieben eine grosse Leere und die Gewissheit, Wichtiges versäumt zu haben.

Der Lack war ab. Ich hatte es verdorben, und das war der Anlass, endlich aufzuwachen. Ich hatte noch ein paar Minuten nötig, um meine Enttäuschung zu verkraften, dann schlurfte ich in meine Küche und schaute mich eine Weile um. Es überraschte keine Magie des Augenblicks. Die Tristesse des
Alltags erfasste mich wie an jedem Morgen. Nun brauchte ich einen Pott Kaffee, und ganz dringend meine Katze.

53 – Müde

Seit Monaten quält mich eine bleierne Müdigkeit. Sie liegt über mir wie ein Sack Kartoffeln und verfolgt mich bis tief in den Tag hinein. Erreicht sie einen Kulminationspunkt, dann schickt sie mich ins Jenseits. Wo immer ich bin., was immer ich tue ….. ich klappe weg, einer Ohnmacht gleich, und hänge einer toten Makrele gleich mit offenem Mund in der Landschaft. Die Vorstellung, dass mir solches während einer Autofahrt passieren würde, macht mir eine Gänsehaut. Somit ist es vorbei, das zweifelhafte Vergnügen mit meiner Karre. Ich möchte nicht, dass auf meinem Grabstein steht: „Leichen säumten seinen Weg …..“

Man hat mich meiner Entscheidung wegen ein wenig bemitleidet – zu Unrecht. Ich vermisse das Auto nicht. Ich brauche das nicht.

Hier im Norden fällt auf, dass viele alte Damen hinter dem Steuer randalieren. Neulich waren es bei uns 4 in einem Monat. Sie löschen die Vorfahrtsregeln aus der StVO, verbeulen andere beim Ein- und Ausparken beim Supermarkt oder kommen mit den Pedalen ins Tüdeln. Besonders beliebt für attraktive Blechschäden ist in Hamburg die Waitzstrasse. Viele Alte mit viel Auto und wenig Platz; da fährt auch schon mal eine goldbehängte 87ig-jährige beim Fischhändler bis direkt an die Theke, und die 12 kg-Meerforelle im Schaufenster erlebt einen zweiten Tod.

Eines muss man den Damen lassen, es fliesst nur selten Blut. Da sind sie sehr zurückhaltend. Man befindet sich schliesslich nicht in einem Krieg.

52 – Wetter

Schreibe kurz, und positiv. Ich erinnere mich. Langatmiges Labern ist einfach. Das Verordnete dagegen will mir nicht so gut aus den Fingerspitzen fliessen. Aber gut.

Zum Wetter. Ein Thema, wie es langweiliger nicht sein kann. Aber ich habe einen Wetterdienst abonniert, der mir für heute mit 87%-iger Wahrscheinlichkeit 8 Stunden Regen ankündigt.
Tatsächlich ist Wetter eingetroffen. 100%-ig blauer Himmel und Sonne satt. So nicht, Freundchen. Natürlich hätte ich das gerne glatt gezogen.

Das Wetter ändern kann ich nicht. Die Vorhersage auch nicht. Ist schon Geschichte. Aber die dritte Schaltstelle bin ich selbst. Die geht. Ich verrate nun meinen Trick:

Vorzeichenwechsel !

Ich schalte in meinem Hirn von Negativ auf Positiv, vergleiche mit draussen – passt!
Und die Vorhersage? Ein PC ist eine dumme Kiste voller Kabel und billigem Kleinmaterial. Was der sagt, ist letztlich so etwas wie die Papierserviette auf dem Teller. Wisch Dir den Mund ab und schmeiss weg!

Wie bitte? WIKI? Tsssss. Kommt nicht von meiner Kabelkiste; die reicht die Info’s nur weiter. Tolle Leistung! Wie? Den Wetterbericht auch? Ich glaub, ich werd katholisch!

51 – Verfügung

Auf meinem Grabstein:

Ich bin nicht irgendwo.
Ich bin überall nicht.

Pietätloses Gerede, denkst Du?
So darf man nicht mit dem Thema Tod umgehen?
Falsch. Ich schon.

Pietät meint u. a. die Ehrfurcht,
die Achtung gegenüber Toten.
So mein Fremdwörterbuch.

Ich aber verstehe das nicht.
So mein Verstand.

Einem Leichnam ist Ehrfurcht entgegen zu bringen?


Wagt so etwas ja nicht über meiner Leiche!

Es reicht aus, die Trauer der Lebenden zu achten.

50 – Lyoner

Der Urlaub war zu Ende. Auf der Rückfahrt zum Autozug hatten wir noch eine Kleinigkeit gegessen. Beim Verlassen des Restaurants fiel mir ein Schaukasten auf, der Essbares aus Lyon anpries.Ich kaufte rasch einen Ring Fleischwurst für die Abendmahlzeit.

Der Gastronom erklärte uns, er hätte einen Freund in Lyon, der sich in dieser Feinschmeckerstadt gut auskennt, darum würde er erstklassige Ware anbieten können. Um es kurz zu machen: Diese Lyoner war die weitaus beste, die mir je auf den Teller kam. So habe ich gelernt, wie Fleischwurst schmecken soll.

Der Haken: Nirgendwo in Deutschland bekommt man diese Qualität. Und das, was aus der Wurstfabrik kommt, oder von einem dieser unambitionierten Metzger lehne ich seitdem ab.
Standardspruch: „Ich esse keinen Dreck!“ Meine Messlatte liegt nun unerreichbar hoch.

Nenne es snobbish, oder dumm – mir egal.

Das Geschäftsmodell der jungen „Meister“: Viel Geld für wenig Arbeit. Produkte, auf die man stolz sein könnt, sind zu teuer.
Gemeint ist, dass sie mehr Zeit erfordern. Über den Handwerkern schwebt riesig das AUS – sie sehen es nicht. Ich habe in meinem Sichtfeld drei Betriebe in der Pleite gesehen.

49 – Heavy

Da erzählt mir heute ein Blogger, er kenne „Rammstein“ nicht. Dann ist ihm auch Wacken kein Begriff. Aber ich glaube ihm nicht. Rammstein in Wacken ist das Nonplusultra der Neuen Deutschen Härte, denn Rammstein verwandelt die Bühne mit Pyrotechnik und Laser in eine Hölle; was sie aus ihren Instrumenten rausholen ist in Akkorde gequetschter höllischer Krach durch überirdisch grosse Boxen – vorne stehen ist absolut ungesund.

Ja, und Wacken? Ein Bauerndorf in Holstein. Rammstein zieht 70.000 Besucher. Die stehen dann alle auf einer Matschwiese, wenns regnet bis zu den Knöcheln im Schlamm, und wenn Rammstein auf der Bühne tobt, wird unten im Matsch getobt, bis man um die Füsse herum 36,9° C messen kann.

Wenn das Festival vorbei ist, muss das ganze Dorf anrücken, um die Hinterlassenschaften der Besucher aufzusammeln und zu entsorgen.

Die Bühnenshows von Rammstein sind beeindruckend, die Musik ist halt Heavy metal – nicht mein Ding – und 20 Mio. verkaufte Tonträger sowie Tourneen um den ganzen Globus beweisen eines:

Ich bin geistig (oder kulturell) irgendwie zurückgeblieben.

48 – backstage

In meinem Dunstkreis praktizieren einige Mediziner, auf die ich nicht verzichten kann. Sie sind fester Bestandteil meiner stringenten Planung für ein Weiterleben in den nächsten 13 Jahren. Erst mit 94 pfeife ich einen Elfmeter gegen mich.

Die Crux: Sie verbieten mir das Saufen. Tja, so isses. Mitfühlende fragen sich nun, was einer Ruine, wie ich es bin, dann noch an Vergnügen bleibt.

Nein, sagen die Docs, so ist das nicht gemeint! Ich dürfe schon trinken, auch Alk, aber nicht saufen wie eine Kuh. Ich weiss, was gemeint ist. 1 bis max. 1,5 Liter pro Tag.

Ich habe ein wenig gerechnet:
Kaffee 200 ml, Suppe 400 ml, eine Dose Bier 500 ml – stop! Zu viel! Suppe 300 ml! So halte ich das Optimum,. aber ist leide den ganzen Tag unter Hunger und Durst, denn der Sommer verlangt auch seinen Tribut. Gehe ich auf 1,5 Liter, so bleibt auch kein Platz für eine Flasche Wein, aber ich kann tagsüber ein wenig Mineralwasser trinken, um nicht auszutrocknen wie eine Zwetschge.

Erinnere Dich, wie das ist, wenn Du 3 Stunden lang bei 28 Grad durch die Natur gelaufen bist, mit einem höllischen Brand in der Kehle etwas gut gekühltes Trinkbares zu Hand nimmst und zu schlucken beginnst – das ist es, was man mir zu nehmen versucht. Verstehst Du?

47 – Finnegan

Die Situatuion für den weissen Kater, der hier ein- und ausgeht, hat sich dramatisch verändert. Am Ende war es von ihm nicht klug, sich hier derart präsent zu machen.

Es gab seinetwegen ein kleines Palaver mit einer Veterinärin. Es wurde beschkossen, dass meine Tochter sich den Kater krallt, ihn in die Transportbox steckt und in die Tierarztpraxis verschleppt.

Dort wird man nach einem Chip suchen, um seine Herkunft zu ermitteln. Das ist harmlos.
Er wird eine Wurmkur kriegen. Wer so viel frisst und klapperdürr bleibt, muss einen Mordsbandwurm beherbergen. Das ist schon unangenehm.
Und dann wird man ihm die ….. man wird ihn kastrieren. Es trifft ihn die volle Härte des Gesetzes! Erst danach darf er wieder op’n Swutsch gehen.

Natürlich weiss man nicht, wie er nach diesen Massnahmen sein wird. Vielleicht frisst er dann nur noch After eight? Oder rohes Sauerkraut ….. Eierlikör von Verpoorten, den guten?

Man darf gespannt sein, ob seine Fressgier obsiegt oder die neue Abneigung gegen das verräterische Pack, das ihn zum Eunuchen gemacht hat.

46 – backstage

Heute geht es mal um das tägliche Futter für den alten Wolf.
Bei ihm ist der Prozess zur Nahrungsverarbeitung weitgehend intakt; er kann also noch gut fressen. Dennoch gibt es dabei massive Störungen. Ursache ist das Angebot von Futter.

Der Alte ist Allesfresser, aber er will nicht alles fressen, was man ihm vorsetzt. Er ist so verbohrt, dass er Qualität erwartet.
Dann steht vor ihm eine Portion Tzaziki, und ein Stapel Brot, geschnitten. Er greift zum Brot, packt den Quark drauf und fasst zu. Vorne klappt das Brot einfach weg wie ein dünner Pfannkuchen, und der Quark landet auf dem schwarzen T-Shirt. Sieht scheisse aus, denkt er sich, und es packt ihn eine heisse Wut auf die Brotfabrik. Er möchte die komplette Schnitte greifen, auf die flache Hand ziehen und donnernd irgendwo hinwerfen, schaut sich gottlob um und nimmt Abstand von solchem Tun. Schliesslich sind hier überall Wände und Scheiben, und die Vorstellung, dass der Knobi-Quark mitten in der Tischbox landet, wo das Kleinwerkzeug wie Filzer, Kuli, Lupe und Taschenrechner untergebracht sind, tötet nicht nur Humor, sondern auch die Wut. Er geht zurück auf START.

Ein neues Quark-Brot liegt friedlich auf dem Teller, und ich esse. So etwas erstmalig mit Messer und Gabel. Keiner lacht. Ich bin allein.

45 – Titi

Es wäre nicht vertretbar, Titi einen Stubentiger zu nennen. Nun hat sie sich als nahkampf-untauglich erwiesen. Sie war ein em 40-kg-Rottweiler nicht ebenbürtig, hat ihm nicht die Schnauze poliert, sondern ist geflüchtet. Leider war ihr auf dem Weg zum nächsten Baum ein Drahtzaun im Wege, und sie schaffte den Sprung darüber nicht, hing im Geflecht, und rutschte daran herunter. Nun sind ihre Füsse ramponiert und schmerzen.

Der Tierarzt hat alles sauber und hocheffizient verbunden. Die Verbände sind für sie ein schweres Handicap. Wenn sie hochspringen will, flutschen ihr die Hinterbeine weg, und sie landet auf dem Bauch. Selbst ihr normaler Passgang hat nun etwas Künstliches. Die schlechte Laune ist ihr anzusehen. Ich bleibe lieber auf Distanz.

Die zweite Katze, Cilla mag nicht gestreichelt werden. Nix zu holen. Aber unser Hausfreund Finnegan, der Kater hilft da aus, sobald er alle Näpfe leergefressen hat. Das macht er auf besondere Weise. Wenn drei Näpfe mit Futter verfügbar sind, frisst er abwechselnd aus allen dreien, hin und her pendelnd, und das ist es wohl, was er unter Menue versteht.
5 Rationen sind für ihn kein Problem, denn er braucht das. Er ist so fett wie ein Sack voller Kochlöffel.

So habe ich die Futterkosten für 7 Katzen am Hals, und für mich bleiben pro Tag 2 Scheiben Brot mit ohne alles drauf übrig. Unfassbar, dass man auf eine so dumme Art die Altersarmut kennenlernen muss. Durch einen bräsigen Rottweiler! Ich fass‘ es nicht!

44 – Kur

Reduktionskost im Kurheim „Rosalie“! Ich sage Dir: Du stirbst unter dem Joch dieser Kost schneller an Unterernährung, als Du abnehmen könntest.

Alle Kritik am System ist ohne ein Lösungsangebot nicht zielführend. Was also ist zu tun für einen Kurerfolg?
Du gehst in einen Gasthof und bestellst Dir Dein Lieblingsgericht, trinkst das eine oder andere Bierchen dazu und wartest, bis Dein Verstand wieder richtig funktioniert.
Den lässt Du dann arbeiten, und tust, was er Dir sagt.
Was wird er Dir sagen? Packe Deine Sachen und fahre nach Hause. Morgen. Dann esse, was Dir schmeckt, und lebe weiter.
Und bedenke: Wenn Gott Dich als Asket sehen wollte, hätte er Dich dünn gemacht wie eine Dachlatte. Hat er aber nicht!

Schon William Shakespeare liess seinen Cäsaren sagen:
„Let me have men about me that are fat, sleek-headed men and such as sleep o‘ nights:“
„Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein, mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.“

Julius Cäsar sei gedankt für seine Weisheit. Oder dem William. Das war noch ein Brite von Format

42 – Abitur

Dies ist eine Bundesregierung.
Tisch und Stühle gehören nicht dazu,
obschon gerade sie Garanten
für Solidität und Kontinuität sind.
Gerade den Stühlen wird viel abverlangt.
Schliesslich müssen sie aushalten,
dass sie täglich fremden Hintern
und allem Beiwerk ausgesetzt sind,
die solche Körperteile in der Lage sind
abzusondern.
Solche Sitzungen sind immer etwas rätselhaft.
Niemand weiss, was arbeitet.
Sicher scheint: Oft sind es die Köpfe.
Das sind die runden Teile oben,
wo die Brillen angebracht sind.
Gelegentlich auch nicht.
Dann beginnen die Stühle heiss zu laufen.
Die Männer im Hintergrund,
die in Trauerkleidung sind Dolmetscher.
Sie übersetzen ins Bayrische, Schwäbische,
Ost – und Nordfriesische,
ins Pfälzische, Fränkische usw.
Mehr weiss ich auch nicht.
Nur noch, dass ein Bundestag 4 Stunden dauert.
Den Rest haben sie frei.

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