Epikur. Brief an Menoikeus

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(Auszug)
Ferner gewöhne Dich an den Gedanken, daß der Tod für uns ein Nichts ist. Beruht doch alles Gute und alles Üble nur auf Empfindung, der Tod aber ist Aufhebung der Empfindung. Darum macht die Erkenntnis, daß der Tod ein Nichts ist, uns das vergängliche Leben erst köstlich. Dieses Wissen hebt natürlich die zeitliche Grenze unseres Daseins nicht auf, aber es nimmt uns das Verlangen, unsterblich zu sein, denn wer eingesehen hat, daß am Nichtleben gar nichts Schreckliches ist, den kann auch am Leben nichts schrecken.
So ist also der Tod, das schrecklichste der Übel, für uns ein Nichts: Solange wir da sind, ist er nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr. Folglich betrifft er weder die Lebenden noch die Gestorbenen, denn wo jene sind, ist er nicht, und diese sind ja überhaupt nicht mehr da.
Freilich, die große Masse meidet den Tod als das größte der Übel, sehnt ihn aber andererseits herbei als ein Ausruhen von den Mühsalen des Lebens. Der Weise dagegen lehnt weder das Leben ab, noch fürchtet er sich vor dem Nichtmehrleben, denn ihn widert das Leben nicht an, und er betrachtet das Nichtmehrleben nicht als ein Übel. Und wie er beim Essen nicht unbedingt möglichst viel haben will, sondern mehr Wert auf die gute Zubereitung legt, so ist er auch beim Leben nicht auf dessen Dauer bedacht, sondern auf die Köstlichkeit der Ernte, die es ihm einträgt.

Aus Erfahrung – Böses

Deutsche Sprüchwörter:

Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.
Amt macht Diebe.
Amt bringt Samt.
Die Feder regiert das Schwert.

Ehren entehren.
Titel setzen herab.
Ein Amt verblödet.

Gustave Flaubert (1821 – 1880), französischer Erzähler und Novellist
 

Es gibt nur eine einzige von Zwergen bediente Riesenmaschinerie, und das ist die Bürokratie.

Honoré de Balzac (1799 – 1850), französischer Philosoph und Romanautor

Kontrolle ist besser

Im Baum lebt gern der bunte Specht.
Der Hecht im Teich lebt auch nicht schlecht.
ihr Meeting am Gewässerrand
endete mit einem Wundverband.
 
Das Gespräch war mangelhaft,
den Worten fehlte Sinn und Kraft.
So erlebten es die beiden.
Nur: Treffen liess sich nicht vermeiden.
 
Das Vogel-Diner landet beim Hecht,
die Flossen winken „Dank, nicht schlecht!
Komm her, mein Vöglein, komme trinken!“
Nun muss der Specht einbeinig hinken.

Hart ist das Leben

Draussen tobt ein Sturm.
Drinnen Grabesruh.
Am Berg hoch oben steht der Turm
unten im Tal steht eine Kuh.
 
Der Sturm dreht auf, und es gelingt:
er brüllt, der Turm fällt um.
Die Kuh steht fest, ihr Euter schwingt.
Leider leidet sie stumm.
 
Dann geht der Sturm, es kommt der Knecht
die Milch war immer schon sein Ziel.
Nun stellt er sich die Kuh zurecht,
erwartet von ihr viel zu viel.
 
Die Kuh verweigert jetzt das Futter.
Nur Buttermilch tropft aus dem Maul.
Im Euter hat es leider Butter.
Sie hustet wie ein kranker Gaul.
 
Zu retten ist da garnichts mehr.
Sie ist nun auf dem Weg zur Suppe.
Das Butter-Euter ist jetzt leer –
dem Bauern ist der Rest nun schnuppe.

Eine vergessene Tugend

Dem Staatsmann liegt es ob, sich in der Phantasie ein Bild von der Zukunft zu entwerfen und sich lange im voraus klar zu machen, welche Zufälle in glücklicher und unglücklicher Weise eintreten könnten, und was zu tun sei, wenn etwas Menschliches passiert; aber es nie so weit kommen zu lassen, dass man einmal sagen müsste:  „Das hätt‘ ich nicht gedacht“.

Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v. Chr.), römischer Redner und Staatsmann ��

Ein kritischer Blick (2)

Ich schrieb neulich:
 
„Man kann dem Menschen viele Eigenschaften zuschreiben,
aber nicht, dass Verstand und Vernunft sein Leben ordnen.“
 
Würden wir das wirklich gerne verbessern?
 
Gewiss, verkopft gäbe es nur noch wenige Konflikte.
Aber Emotionen als bestimmende Faktoren
wären nahezu unwirksam!
Der Planet Erde wäre mit Langweilern verseucht!
Wo bliebe die Kunst?
Und wo bliebe ich als Blogger?
Und als Mensch, mit meinem Bedürfnis
nach Farbe in meinem Leben?
Nachgedacht:  
Ich möchte tatsächlich, dass
alles so bleibt wie es ist.

 
Und die Kriege?

Die Initiatoren,  
entartete, bösartige Kreaturen sind
unvermeidbare Übel.

Sie haben ihren
Ursprung nicht in Filmphantasien,
sondern in der menschlichen Gesellschaft,
diese Biedermänner und Brandstifter.
Auf der Leinwand finden sich nur Allegorien
zur Inhumanität.

Eine verbotene Stadt

Hongkong-Kowloon, the Walled City.
Die ummauerte Stadt, ca. 50.000 Bewohner.
Zentrum der organisierten Kriminalität,
also der Triaden, und Wohnplatz  für
die meisten anderen Kriminellen.
In diesem „Termitenbau“ war die Polizei
machtlos.
Wer als Fremder hineinging,
fand nicht mehr hinaus.

Man half ungebetenen Besuchern hinaus.
Oft mit den Füßen voran.
Bei Regen konnte man trockenen
Fußes die Stadt durchqueren.
 
In den 90er Jahren hat man die
Walled City komplett abgerissen,
um die Kriminellen fassen zu können.

Schatten ohne Menschen

Sein Schatten hatte sich verselbständigt,
und nun stirbt der Mensch.
Die Bindungskräfte erlahmen, und
die Seele reist mit Lichtgeschwindigkeit
zum Ort ihrer Herkunft, einem Ort
in einer unbekannten Dimension des
Universums.
 
Der Schatten nimmt einen anderen Weg.
Er sucht, und findet seinesgleichen.
Er sucht, und findet einen Platz in der
Zwischenwelt, in der Heimat der Geister,
und für diese Dunklen,
die ungeliebten Wanderer
zwischen den Welten.
Der Schatten wartet geduldig –
wartet auf eine verwandte Seele.

Menschen ohne Schatten

Wie es scheint, ist es heutzutage wieder
in Mode gekommen, seinen Schatten für
gutes Geld zu verkaufen.
Nun hatte schon Adelbert von Chamisso
zu Beginn des 19. Jahrhunderts
eindringlich davor gewarnt, einen
solchen Schritt auch nur in Erwägung
zu ziehen. Unkundige wissen nicht,
dass ihre Freiseele untrennbar mit
ihrem Schatten verbunden ist.
Und sie wissen nicht, dass ihr Schatten
ein Eigenleben entwickeln und damit
ihr Denken und Handeln steuern wird.
Peter Schlemihl berichtete eindringlich
über sein Handeln und die Folgen.
Der Teufel tritt in vielerlei Gestalten
auf die Bühne des Lebens.
Man mache mit ihm keine Geschäfte!