966 – Hammerhart!

Es ist mir zuwider, die folgende Info aufzuschreiben. Aber es nicht zu tun ist inakzeptabel. Mein Fluchtweg: Kürzen.

Meldung:

Ein britischer Parlamentarier ließ die Maske fallen. Er erklärte öffentlich:
Die Aufgabe der Regierung Boris Johnson ist nicht, das Land zu regieren, sondern alle wichtigen Posten besetzt zu halten mit Leuten ohne Gewissen. Ihr Job ist, das Regieren zu verhindern, das Rechtssystem für den Geld-Adel passend zu machen und weitgehend Chaos zu erzeugen.

Dies al wahr vorausgesetzt, passt alles britische Handeln und Unterlassen, das gesamte Affentheater ins Bild wie die Faust aufs Auge. A l l e s !

Genau das ist mit dem Brexit und seinen Folgen auch geschehen. Ziel der Drahtzieher im Hintergrund, vor allem wohl Amerikaner wie Rockefeller, Buffet und Co. ist die weitergehende Ausbeutung von Staaten, hier auch der EU. So wird das britische Gesundheitssystem NHL scheibenweise an amerikanische Investoren verkauft. Wie man weiss, kann in den USA eine Blinddarm-OP eben mal 50.000 Dollars kosten – und viele sind nicht krankenversichert.

Die britische Regierungsclique profitiert, indem man ihr gestattet, den Rahm am Rand abzuschöpfen und i8n die eigene Tasche zu wirtschaften. Ich erinnere an 430 Mio. Pfund, die eben mal verschwunden sind und unauffindbar bleiben.

Die EU betreffend hat man sich vorerst verkalkuliert. Diesen Job hat Johnson versemmelt. Die USA müssen warten, bis sich die EU mit Hilfe der Huren in Brüssel selbst vernichtet hat. Die 30 Silberlinge im Beutel werden wieder einmal verhindern, dass man klar sieht. Sonst würde man bemerken, dass Zugeständnisse an die Briten oft den USA nützen, um die EU als Wirtschaftsmacht zu schädigen.

So geht das Spiel!

965 – Stimmung!

Bei mir ist ein Follower abgesprungen!
Das ist garnicht gut, wenn man nur wenige hat!
Geht einfach, ohne Abschiedsbrief.
Und das ist so schade.
Kann man nicht einfach einen Kommentar schreiben,
der mir sagt:
„Mach Deinen Bockmist ohne mich!
Der ist wie von einer ALDI-Party!“
Energetisch wertvoll, so eine Ansage.
Kommt aber nicht.

ALDI-Party kennst Du?
Man lädt 20 Leute ein,
und jeder bringt eine Dose Konserve mit.
Gläser gehen auch.
Alle Etiketten müssen beseitigt sein.
Die Behälter werden geöffnet,
der Inhalt in einen Riesen-Pott gekippt,
umgerührt, erwärmt und gegessen.
Negative Bemerkungen werden umgehend bestraft:
Übeltäter müssen einen Doppelkorn trinken.
Sag 20 x „Oh Gott“, und Du bist aus dem Spiel.

Was Du dann auf dem Suppenlöffel vorfindest,
ist recht abwechslungsreich:
Essiggurke mit einer Spur Erbsensuppe,
verfeinert mit Erdbeermarmelade,
oder Thunfisch in Mousse au chocolate,
garniert mit einer halben Prinzessbohne
und so fort.

Eine solche Show ist natürlich ein Härtetest
für den Metabolismus der Teilnehmer.
Krankenstand am Folgetag: 75 %.
Wahre Tierfreunde räumen die Bude auf,
sofern sie gesund geblieben sind.
Sie giessen den Rest Doppelkorn
in den Rest ALDI-Eintopf,
und alles zusammen in das Klo.
So können die Kanalratten profitieren,
und wer Zeit und Muse hat,
sitzt neben einem Gully
und hört zu, wie die Ratten feiern.
Happiness auf allen Kanälen –
das ist beinahe wie Weltfrieden.
Gut. Für einen kurzen Moment.

Moment. Bleib mal stehen.
Ich wollte noch etwas sagen.
Moment.
Ach ja. Ich glaube nicht,
dass die Jugend von heute
a. die Phantasie und
b. die Körner hat,
gleichartige Parties zu feiern.
Sie ist versiert im Umgang
mit Smartphones und Tablets,
kann aber keine Suppendose öffnen,
wollens auch nicht,
weil sie denken, für Dosenöffner
brauche man einen Schein
wie für das Benutzen von Staplern.

Und jetzt her mit einer kräftigen Ladung
Sarkasmus!
Darf nicht. Ist mir untersagt.
Was für eine Welt!

964 – Risse

Ein märchenhafte Bild reizt die Sinne, verführt zum Träumen. Aber das zerstörte Gemäuer lässt auch Geheimnisse vermuten. Der Zauber dieses kleinen Stückchens Welt hat jeden Besucher beeindruckt und viele Geschichten entstehen lassen, die man gnädig dem Ressort Sagen und Märchen übereignen darf. Einige Eingeweihte, die man täglich auf diesem Gewässer sieht, haben jedoch auch Fakten vorzuweisen. Heute ist wieder so ein kompletter Tag am geheimnisvollen Gewässer. Am Ufer, nahe des Torbogens trieben drei tote Menschen.

Zwei Männer in Gummizeug waren mit einem e-getriebenen Boot unterwegs, entdeckten die Toten und holten sie an Bord. In Plastiksäcke eingepackt brachte man die Körper in die nahe Kreisstadt und übergab sie den Pathologen. Hätte es Zuschauer gegeben, so wäre diesen aufgefallen, wie routiniert die Bergung der Leichname durchgeführt wurde. In der Tat machten die beiden Männer keine grosse Sache aus dem Fund. Sie müssen diesen Job mehrfach im Monat erledigen. Richtig. Das heisst, dass man monatlich zwischen 6 und 15 Tote bergen muss, und dies im Verborgenen. Man wollte keinesfalls in BILD über den „See der Leichen“ lesen und provozieren, dass die dort irgendwann „lebende Leichen“ draus machen.

Nein, der Hauptgrund liegt in der Tatsache, dass man seit knapp einem Jahr tote Menschen findet, die zweifelsfrei nicht ertrunken sind, sondern allerlei letale Krankheiten zeigten, Menschen, deren Identität nicht festgestellt werden konnte. Man hat inzwischen 98 Körper eingesammelt, untersucht, kremiert und irgendwo in einem Friedwald bestattet.

„Setz Dich, Papa, und hör mir mal ganz kurz zu!“ Vater Hans, einer der beiden Leichensammler zuckte erschreckt zusammen, gehorchte seinem Sohn Paul, indem er sich einen Dreifachen eingoss und in einem Sessel Schutz suchte.
Paul, sein Sohn war 15, ein gelerntes Mathe-Genie und seit Monaten damit befasst, Einstein´s Relativitätstheorien auf Fehler zu untersuchen.

Paul dozierte.
Unser Universum ist Raumzeitkontinuum k1- Paralleluniversum also k2.
Dunkle Materie – Risse – Kontakte k1+k2 zufällig, Kontakte mit Rissen und schon fällt etwas aus k2 rüber in k1, und wenn in k2 ein Friedhof und in k1 ein See über einem Riss …. die haben nun Wasser in den Gräbern und wir ein paar Gestorbene im See ….. das ist doch nichts als ein kosmischer Zufall!

Sprach’s und wandte sich seinem Einstein zu. Paul grummelte etwas von Symmetrie der Zeitdilatation, drehte sich kurz um und ermahnte seinen Vater: „Red nicht drüber, oder Du landest gefesselt und geknebelt beim Psycho-Doc, und bist Deinen Job los!“

Hätte Vater am See gesessen, so hätte ihn nun ein „Plop ….. plop“ schon wieder aktiviert.

963 – Heißluft

Müssiggang ist aller Laster Anfang.
So der Volksmund.

Warum schreibe ich das jetzt hier hin?
Ich bin mal ganz ehrlich:
Weil mir nichts Besseres einfällt.
Und das in der Hoffnung,
dass nun ein wenig Stoffliches
hochblubbert,
und aus mir heraus.
Ich warte.
Und es blubbert.
Was hoch kommt ist dünn wie Wasser.
Bildet keine Pfützen,
verrinnt im Sand.
Ich warte weiter.
Plötzlich finde ich,
der Spruch sei unbrauchbar.
Wie eine Gabel ohne Zinken:
Beginnt das Laster nun mit,
oder nach dem Müssiggang?
Ist doch wichtig zu wissen,
wenn man sich korrigieren soll!
Merkst Du was?
Es ist so, wie meine Tochter sagt:
Der findet immer was zum Meckern!
Wenn nichts hilft, dann das.
Und es ist so, wie ich oft sage:
Irgendwas geht immer.
Sie sagt: Quäle die Leute
doch nicht mit so was!
Und ich: Die quälen sich selbst,
wenn sie sowas lesen!
Frag mich nicht, warum!

962 – Vereinfachung

Fange nie einen Text mit „ich“ an. Täte man dieses, so würde man sich als Egoisten brandmarken.
Für diesen Rat habe ich ein müdes Lächeln parat. Ich bin durch Härteres brandgemarkt.
Dennoch: Mit dieser Einleitung habe ich die Hürde überwunden, oder?

Ich – jetzt aber! Ich! Ich bin ein strikt gegen die Verwendung von Klischées. Gleichzeitig benutze ich gelegentlich solche. Sie sind auf ihre Weise einfach unwiderstehlich – und sie sind leider giftig wie die Tollkirsche, denn sie können Massenpsychosen auslösen. Der jüngste Teil der Weltgeschichte zeigt überdeutlich, was gemeint ist.

Ich komme gerade aus de m Bett, und meine Zähne leuchten in strahlendem Weiss. Das bedeutet, dass ich mein Gebiss gesäubert habe, aber noch keinen Kaffee gesichtet. Sobald also meine Wirbelsäule die Wohltat einer ruhigen Nacht im Bette verkraftet hat und ich wieder gerade gehen kann, muss ich in die Küche und Kaffee kochen. Bis dahin wollte ich das Klischée-Thema vom Tisch haben; auf das Tapet (Tischtuch!) kam es mit Meridol , meiner Zahnpasta. Frag‘ mich bloss nicht, warum. In meinem Oberstübchen wohnt wohl ein Messie.

Also: Klischées sind erlaubt, wenn sie zum einen wahr sind, und zum anderen mit einer ordentlichen Portion Satire behaftet.
Sonst nicht.
Das ist keine Anstandsregel, keine aus der Rethorik, keine aus dem Knigge.
Das habe ich so entschieden.
Wer sich nicht daran hält, ist ein Brandstifter. Egal, wie gross nach verbalem Zündeln seine Flamme wird. Ich bin von vorgestern, und ich habe gelernt: „Das gehört sich nicht!“

Dennoch, und wie es der Teufel will, flutscht auch mir ab und an so ein dummer, langweiliger Spruch über das Hirn und die Finger in die Tastatur, und auf der emotionalen Ebene wird gejubelt und mit Rotwein gefeiert. Und der Verstand? „Nimm ihm bloss die Tastatur weg, und rufe nach einer Zwangsjacke! Lobotomie! Lobotomie!“

961 – Staatsform

Dieser Text ist nicht für Blinde geschrieben.

Wenn das System versagt,
muss die geistige Elite
Verantwortung übernehmen.

Ich nehme mir die Freiheit, aus über 60 Jahren Erfahrung einen Zustand unserer Republik zu beurteilen als Ergebnis verdeckter Abbaumassnahmen an einem Gebilde, das zu Recht sozial-liberal genannt wurde. Die von Schwarz/Gelb begonnene Zerstörung wurde durch die fortschreitende Globalisierung beschleunigt und ist heute kaum noch aufzuhalten, geschweige denn zu beseitigen.

Das System hat versagt. Deutlicher: Die Demokratie hat versagt ….. wirklich?
In antiken Griechenland hatte Aristoteles die Politie als gute Staatsform, die Demokratie als schlechte Staatsform bezeichnet. Warum? In einer Politie regiert „die geistige Elite“. Wir würden sie erstklassige Fachleute nennen. In der Politie besteht die ehrliche Gleichheit aller, damit eine Verfassung gerecht ist und nur dem Allgemeinwohl dient, ohne zu Lasten eines Teils der Bürger zu gehen. Die Demokratie wurde von Aristoteles in grossen Teilen mit jenen Nachteilen beschrieben, die wir heute zur Genüge kennen.

Nebenbei: Dieser alte Grieche hängt mir mittlerweile zum Hals raus. Sicher zu Unrecht. Vielleicht ist es die Demokratie, das Wort, diese millionenfach als Etikettenschwindel missbrauchte Hülse, die nur oligarchische bis feudalistische Strukturen kaschieren soll, die nichts weiter ist als Camouflage!
Ach ja, ich bin ja sowas von cool!

Das System hat versagt. Übernimmt jetzt die geistige Elite? Hääää? Wo ist denn dieses Unglück geschehen? Da hat man doch in Klein-Kleckersdorf gepennt, und wir hocken jetzt da mit einem intelligenten Bürgermeister! Und Typen wie Manfred Dörr in Deidesheim und Boris Palmer in Tübingen hören keinen Schuss, da kannst Du feuern wie der Russevor Stalingrad! Die arbeiten für Stadt und Bürger, nicht für uns!

Und wer ist jetzt „uns“?
Ich. Ich, ich!

960 – Bedenklich

Vermutlich habe ich schon erzählt, dass meine Tochter bei mir eingezogen ist. Ich hatte befürchtet, dass es mit meiner Freiheit (gemeint ist mein Lotter-Leben) zu Ende ist und dass man mir den Tag durch Strukturierung versaut – nichts davon ist passiert. Ich schlampe also auf angenehmste Weise vor mich hin, und das finde ich richtig gut. Schliesslich war mein Leben 78 Jahre lang fremdbestimmt. Das letzte Achtel gehört nun überwiegend mir, und die Fremdbestimmung – hat nie ganz aufgehört – beschränkt sich auf Ermahnungen, endlich das T-Shirt zu wechseln, weil man wieder einmal meinen Speiseplan der letzten 7 Tage vom Hemdchen ablesen kann.

Ehrlich, es ist ein Kreuz. Schlanke Menschen beugen beim Essen sich über ihren Spaghettiteller und bleiben von Tomatensosse verschont. Wir Dicken können das nicht! Die Wampe ist im Weg, steht wie ein Berg an der Tischkante, und nach vorne gebeugt bringt es mich ziemlich genau in die Abwurfzone für „zu viel Sosse an der Nudel“. Dann habe ich mit der ersten Gabel Spaghetti Tomatiges auf dem Bauch, und – neulich wirklich passiert – mit dem letzten Löffel Apfelmus einen Mus-Klecks daneben. So etwas macht mich fertig. Ich ging ins Bad und habe mich vor den Spiegel gestellt: So also sieht ein Depp aus!

Und dann kommt von hinten eine weibliche Stimme: „Papa, Du musst jetzt das Shirt wechseln!“

Was soll ich sagen? Das reicht mir dann für 3 Tage, und ich bin in einem Zustand, dass man mich in der Pfeife rauchen könnte.
Jetzt pass auf, es kommt noch härter: Ich rede nicht von einem unglücklich verlaufenen Mitagessen. Da ich täglich Suppen und Sossen esse, trifft es mich so um 300 mal im Jahr! Das ist viel! Und alles wegen meines Bauchs, der vor mir steht wie der Watzmann über dem Königsee.

Glaubst Du, da sei immer noch viel Platz für Feingeistiges wie Schreiben? Schreiben geht fast immer, aber feingeistig?
Ich mach mal einen Vergleich: In Oberammergau gibt es die Herrgottsschnitzer. Deren Hände sind für feinstes Arbeiten mit Holz geschaffen. Und es gibt die Holzfäller; sie liefern den Schnitzern die groben Klötze. Ich gehöre in die Garde der Holzfäller. Schliesslich bin ich ein Bub aus dem Wald, nicht wahr? Wenn ich an etwas herumschnitze, dann ist es gewiss ein Schnitzel. Nomen est omen, wie wir Pfälzer zu sagen pflegen. Die Nähe zum Vatikan schlägt hier ein wenig durch; den Segen Urbi et orbi haben wir uns verkniffen, da keiner weiss, was „orbi“ ist.

So. Genug Quark gequirlt!

959 – Staubsauger

James Dyson baut Staubsauger.
Er liebt Technik.
Und er hasst Steuerzahlungen.
Schliesslich ist er nur Milliardär.

Er hasst auch die EU.
Empfindet sie wie eine Zwangsjacke.
Tatsächlich hat ihn die EU in Ruhe gelassen.
Sie war nur wie ein leichtes Shirt.

Oh ja, er hasst auch Deutschland.
Zitat:

„Wie ich in 24 Jahren in europäischen Komitees mit Dyson herausgefunden habe, kann man mit dem Pack nicht verhandeln. Keine nicht-deutsche Firma gewinnt jemals irgendetwas, und niemand ist jemals in der Lage gewesen, Empfehlungen des deutschen Kartells zu blockieren. Niemals.

Sie erwürgen Innovation, die EU. Und der europäische Gerichtshof, ehrlich, ist betrügerisch.“

(James Dyson im Daily Express, 18. November 2017)

Ja, er hasst die Deutschen.
Sie wollten anderes als er.

Bist Du noch bei mir? Gut, dann weiter.

James Dyson agierte wie ein Teufel,
um einen harten Brexit durchzusetzen.
Gleichzeitig verlegt er seinen Hauptsitz
nach Singapure.
So kann er weiterhin vom EU -Binnenmarkt profitieren,
(Freihandelsabkommen EU – Singapure!),
zahlt endlich nur noch geringe Steuern,
und sitzt im Zukunftsmarkt Asien.

Was hat er nun geschafft?

Er hat daran mitgewirkt, der EU
und Deutschland zu schaden,
am Ruin seines Lands mitzuwirken,
und dies, ohne selbst Schaden zu nehmen.
Er zahlt Steuern aus der Portokasse,
und er sitzt fett und bräsig auf einem Kontinent,
dessen Bewohner nie in der Lage sein werden,
Dyson-Geräte zu kaufen.
Sein Markt ist nur die Upperclass.

Nun frag irgendeinen Briten in der Metro,
was er davon hält; und wundere Dich nicht:
Er findet das gut!
Wieso? Die sind alle so drauf.
Das politisch-soziale Gambling
hat in UK Tradition!

Vor Monaten war ich drauf und dran,
einen Dyson-Sauger zu kaufen.
Ein unbestimmtes Gefühl
und ein bestimmter Preis
haben das verhindert.

Nun bin ich sehr von mir beeindruckt,
selbstzufrieden,
selbstgefällig!
Leute, ich bin richtig gut!
Habe nur die Hälfte des Kaufpreises
in Wein umgesetzt.
Ich kann leider
meine eigene Bescheidenheit
nicht mehr ertragen. Ich muss …..
es gibt da eine grobe Teewurst
aus dem Aalrauch, nicht ganz billig …..
vergiss es.

958 – Biberpelz

Zitat: Tagesspiegel

Er äußerte sich nicht zum Sachverhalt, aber er hat ja wie alle Berliner Wildtiere eine Art Erziehungsberechtigten:

Derk Ehlert, Senatsexperte für alle Felle.

„Der sucht neue Lebensräume“, erklärt Ehlert das Verhalten des Bibers. Seit etwa 14 Tagen sei das Tier zwischen Fischerinsel und Bodemuseum unterwegs; vermutlich ein Männchen von etwa eineinhalb Jahren, wohl mit tiergärtnerischem Migrationshintergrund. Über einen Schiffsanleger an der Museumsinsel könne er die Spree verlassen, „aber wir hoffen, dass er da nicht bleibt, denn da findet er nicht genug zu fressen“.

In Bayern würde das Tier wohl als Problem- oder Schadbiber klassifiziert werden, als solcher würde man ihn gnadenlos bekämpfen und dafür professionelle Biberjäger aus den USA anheuern, die sich 20 Tage lang halb totlachen über die Unfähigkeit der Deutschen, um dann am 21. Tag den Biber mit einem Schuss zu erledigen, und die Intelligenzpresse, vorneweg BILD könnte weitere 21 Tage lang Honig saugen und berichten, was das Zeug hält, denn es ist zufällig wieder einmal angesagt, Entwicklungen, die den Bürger Geld kosten, zu vertuschen, und da lässt sich ein Biberfell prima drüber ausbreiten, als Mimikry zur Vertuschung von Abzockerei – aber in Berlin kann der Biber machen, was er will. Ehlert hofft, dass er weiterzieht – wissend, dass freie Ufergrundstücke in Berlin kaum mehr zu haben sind: Mit stadtweit rund 120 Bibern sei die natürliche Kapazitätsgrenze wohl erreicht.

Aber kurzfristig bleibt vorerst nur, am Spreeufer zu sitzen und das alte Lied zu singen:

Weine nicht, wenn er Bäume fällt,
Damm, Damm… Damm-Damm /
Freu dich, dass er die Art erhält,
Damm, Damm… Damm, Damm.

957 – Volkstum

Die Preussen:

„Noch vor 60 Jahren sind wir auf Bayern zur Arbeit geritten!“

Die Bayern kontern:

„Heid auf d’Nacht wern Preissn g`schlacht.
Wer a Preissnfleisch mog, der ko kemma de Dog.“

Da spürt man doch die überschäumende Zuneigung beider Volksstämme für einander!

“ ….. denn i die Schneizlreutherin bin Schönheitskönigin!“

So sang eine Kleinhuber Theres aus dem Berchtesgadener Land, und sie war, wie man berichtet, das schiachste Weibi in dieser Gegend! Schiach – dafür gibt es keine Übersetzung ins Hochdeutsche. Ich umschreibe das hilfsweise mit „ganz nah an der Geisterbahn“.Man sagt, ihre Kühe hätten Verstecke gesucht, wenn Theres den Stall betrat.

Ihr Papa war wohl nicht sonderlich mit Frieden stiftenden Sprüchen vertraut. Im örtlichen Gasthof „Zum Blauen Hirschen“ drehte er nach einigen Bierchen durch, machte klar, dass auf ihm noch kein Preiss geritten sei, und dass dort nie ein Preiss aufsitzen würde. Dann nahm er sich einen Urlauber aus Potsdam vor. Der Arme hat sein Schnitzel nur zur Hälfte aufgegessen, und hört plötzlich und unerwartet nur noch mit einem einzigen Ohr.

Der Gastwirt sorgte umgehend für Ruhe, indem er dem Kleinhuber Sepp eine langte – mit einem leeren Bierseidel.
Man entfernte den Sepp und den Potsdamer aus der Gaststube, und schon waberte Wohlgefühl durch den Raum.
Das Ohr hat der Hund vom Forstmeister gefressen. Ein Gast hats gesehen. Man diskutierte noch eine Weile über Ohrenprothesen aus Alublech, aber nach der nächsten Mass Bier war das Interesse erloschen.

Man ist schliesslich im Alltag zu Hause, und nicht im Bauerntheater.

Keine Frage: Das ist ein Klischée der billigeren Art. Aber ich gönne mir das subterrane Niveau. Es ist wie Bier saufen aus der Flasche im Vergleich zum Zungenbefeuchten mit einem Bordeaux vom Château Pétrus.

Moment, Moment! Wetten, dass eine Wirtshausprügelei mehr Spass bringt als das Rotwein-Nippen, wenn Dich 1 x Gaumen befeuchten 300 oiro kostet? Da bleibe ich doch durch und durch rustikal – zumal weil ich als Bayer geboren wurde, was gewisse Verpflichtungen mit sich brachte. Klar, die Ohren sollen bleiben, wo sie hingehören, aber den Söder darf ich schon nicht mögen. Wie heisst der nochmal mit Vornamen? Krampus oder ähnlich?

956 -Fisch

Schon zu früher Stunde hatte sich ein wahrlich grauer Tag über dem See verbreitet, und der Winde trieb Nebelschwaden über das Wasser,. luftige, aber gespenstische Erscheinungen. Ein alter Mann sass am Seeufer, hatte seine Angelruten ausgelegt, ud hoffte auf einen guten Fang. Aber er hatte auch einen Blick für das Spiel von Wind und Nebel über dem Wasser, und er sah, was er wohl aus unbestimmten Gründen sehen sollte. Der Nebel nahm Gestalt an. Mal waren es Gesichter, mal Tiere, oder auch kleinste Cumulus-Wölkchen – in jedem Falle aber recht unterhaltsam, und kein schlechter Zeitvertreib für einen erfolglosen Angler, der zwischen Schlaf und Langeweile schwankte und sich nicht entscheiden mochte.

Irgendwann hat irgendwer das kleine Problem gelöst. Gerade hatte der Alte seine Augen wieder geöffnet, als vor ihm im Wasser eine Gestalt auftauchte, und dies im Wortsinne. Sie tauchte auf, stand bis zur Gürtellinie im Wasse, und begann plötzlich, sich vorwärts zu bewegen, ging auf den Alten zu. Dieser erstarrte. Er beobachtete, was da draussen geschah und bemerkte, dass dieses Wesen im Wasser keinerlei Bewegung auslöste. Im Gegenteil, die Wasserfläche blieb nun glatt wie ein Spiegel.

Die Gestalt kam näher und näher, war scheinbar körperlos und ohne Gesicht, und den Alten durchzuckte ein einziger Gedanke: „Wie ein Schatten!“

Diesem Schatten begegnete er ohne Angst. Der Dunkle trat aus dem Wasser, bewegte sich an Land sicher, stand vor seinem Opfer und legte ihm eine Hand auf den Kopf. Gütiger Himmel, dachte der Alte, er segnet mich – und unversehens war der Schatten verschwunden. Aber an einer seiner Angelruten herrschte Aufruhr. Er kämpfte nun um den Fang seines Lebens, und am Ende des Kampfs lagen Mann und Fisch erschöpft im Sand des Seeufers. Der Mann schaute sich seine Beute aufmerksam an und schien zu begreifen, welche Botschaft ihm das Schattenwesen gesendet hatte: Bedenke den Wert Deiner Beute. Sie kann ein Gewinn sein, aber auch einen Verlust darstellen. Bewerte, dann entscheide!

Es war für den Alten noch einmal ein hartes Stück Arbeit, seinen kapitalen Fang unverletzt zurück ins Wasser zu schaffen. Dann tauschten beide, Fisch und Mann einen letzten Blick, das Tier glitt dem Fänger langsam aus den Händen und verschwand in seinem Reich.

Der Alte packte seine Sachen ein und machte sich auf den Weg nach Hause. Eine stille Freude durchströmte ihn. Ihm war bewusst, dass er richtig gehandelt hatte. Er weiss, einen König tötet man, um ein Reich zu erobern – nicht für ein Filet in die Pfanne.

955 – Natur

Dort, wo ich herkomme, sehen die Wiesen übel aus.

Wo ich Urlaub machte, sind die Wiesen noch edler bestückt. Es wachsen Akelei und Trollblumen sowie Pflanzen, die ich nicht kenne. Dort kommt ein Bauer, mäht alles ab, und seine Kühe fressen die bunte Pracht, aber: Dort schmeckt die Butter immer noch wie Butter.

Da, wo ich bin, sind die Wiesen Monokultur; ich habe solche hektarweise gesehen, und es wuchs dort nur Sauerampfer.

Dies ist der Grund für die Mühen meiner Tochter, die gerade wieder mal Kreuzschmerzen auskurieren muss. Sie ist nun im vierten Jahr bemüht, aus Schiet eine Venus zu kneten. Sie versucht, auf Dreck – daraus besteht unser Garten – Wiesenblumen heimisch zu machen. Unser Motto: „Wiesenblumen für eine Blumenwiese!“

Wenn ich als gelernter Pragmatiker Aufwand und Erfolg messe, packt mich, gelinde formuliert, der Zweifel mit eisernen Zangen. Aber zugleich lauert im Hintergrund ein wenig Ehrgeiz, der mit Trotz gewürzt scheint. Und der flüstert ein: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen! In diesem Drecksboden muss einfach mehr stecken als Baumüll! Und dann passiert es. Es war im letzten Jahr, als plötzlich, also unangemeldet eine einzelne Mohnblume erschien. Doch, es war genau 1 Mohnblume. Sie sah ein wenig verhutzelt aus, so ein bisschen krank, aber sie hielt durch und blühte tapfer vor sich hin bis zu ihrem planmässigen Ende. Im Hause herrschte Hochstimmung; es wurde heftig gefeiert mit Mett-Igel und reichlich Bier. Nun haben wir unser Mohnblumenfest, immer am 13. August, aber nur, wenn der auf einen Freitag fällt.

954 – Konfiture

Der Schein trügt. Ich habe keinen Menschen getötet. Es ist auch kein Schwein zu Tode gekommen. Nein, es waren ganz, ganz andere Tiere.

Ich sollte von vorne beginnen, und zwar mit der Feststellung, dass ich Himbeerkonfiture besonders schätze. Deshalb bat ich darum, mir 2 kg Himbeeren und 4 Pakete Gelierzucker mitzubringen. Das hatte auch alles gut geklappt, und bald stand ein grosser Topf auf dem Herd, Gläser und Deckel waren keimfrei bereitgestellt, und meine Himbeeren begannen zu dampfen, bis ….. es war einfach Pech; bis meine Frau den Deckel vom Topf nahm und mich umgehend in der Küche zu sehen wünschte. Sie zeigte stumm in den Topf. Ich schaute hin und nahm die kleinen weissen Raupen in Augenschein, die langsam versuchten, der Hitze des Tages zu entkommen.

Ich weiss heute nicht mehr, was ich mir dachte, Sicher ist nur, dass die Kosten eine Vernichtung der Himbeer-Mumpe buchstäblich verboten. „Ich mach das weg!“, brummte ich, und wartete, bis ich allein war. Dann griff ich zum Pürierstab, und wenig später waren die Würmer weggearbeitet. Ein Test ergab, dass die Aromen der Konfiture in keiner Weise beeinträchtigt waren; zusätzlich beigefügte Proteine machten mein Kochergebnis besonders hochwertig.
Bis dahin war alles noch schön.

Dann kam meine Frau in die Küche, nahm den Deckel vom Topf. Auf der Innenseite hatte sich eine ganze Kompanie Würmer niedergelassen. Drei Stück. In der Küche herrschte Totenstille. Meine Frau griff sich den Topf und goss alles in den Ausguss. Dann kam von ihr nur noch:“Ich habe den Pürierstab gehört!“
Sprach’s, und verliess die Küche, Eiseskälte hinterlassend.

Ich muss wohl sehr alt ausgesehen haben.

953 -Episode

Ein geübtes Auge erkennt es sofort, das Porterhouse-Steak, das man in Neudeutsch T-Bone-Steak nennt – man würdigt den Knochen anstelle des Fleischs! Und in Italien ist man flexibel und charmant und spricht vom Bistecca Fiorentina. Mal ehrlich: Das ist fast Musik! Und bist Du zudem auch noch ein Carnivore, dann drehst Du fast durch und möchtest Beethoven’s Neunte auf dem Kamm blasen!

Was will dann noch der Zyniker bewirken, wenn er anmerkt, dass eine Geige halt anders und ästhetischer aussieht als dieses rohe Stück Kuh!

Eigentlich wollte ich hier den krönenden Abschluss eines Tages in Siena beschreiben. Der fand in der kleinen Trattoria La Torre direkt am Campo statt, und es war ein Abendmahl der Extraklasse. Ich war dort mit Familie, also zu viert, an einem kleinen Tisch, der nicht ausreichte, das Gebotene aufzunehmen. Höhepunkt war natürlich dieses Bistecca Fiorentina. Ich verkneife mir die Details, aber die rundum platzierten anderen Gäste, alles Italiener, verstummten, als hätten sie gerade dem Papst beim Biersaufen erwischt. Der Anblick des gedeckten Tischleins war gigantisch.

Ein Südtiroler merkte auf Italienisch an, wir seien Deutsche. Ich zu ihm: Correttamente! Schon war er ruhig. Immerhin hatte uns nun sportlicher Ehrgeiz gepackt, und so haben wir jeden vernünftigen Gedanken fahren lassen und alles aufgegessen. Dann gab ich dem Kellner zu verstehen, dass wir auch die Knochen haben möchten. Laut sagte ich: Per il cane! Und als ich Grappa doppia bestellte, wurden die Gespräche rundum wieder lauter.

Endlich zahlte ich – einen schrecklichen Betrag – und haute ein letztes Mal auf den Putz, mit einem sehr, sehr ordentlichen Trinkgeld. Der Zahlkellner schien beglückt, denn er wünschte uns zum Abschied Gottes Segen und viel Gesundheit.
Das hat mir einige Jahre weitergeholfen.

Selbstverständlich spricht keiner in meiner Familie Italienisch. Nur meine Tochter, mit dem Grossen Latinum ausgestattet, hat viel Gesagtes verstanden. Ich selbst hatte nur so an die 30 Vokabeln in meinem Dictionary. Na, was einem so zuläuft in einem langen Leben ….. vielleicht waren es auch 60, aber gefühlt 15.

Wie auch immer: Wir haben den Italienern in Piesa gezeigt, was echte Teutonen sind, und was man mit eisernem Willen schaffen kann. Und wir hatten Spass; die Situation hatte viel von einer Slapstick-Szene, besonders als der Ober erst ratlöos vor uns stand und nicht wusste, wo er den Salat hinstellen sollte, weil unser kleiner rundre Tisch gerammelt voll gepackt war, und schliesslich einen kleinen Beistelltisch heranschaffte, der ihn dann zwang, bei dem Service für andere Gäste Umwege zu gehen.
Nun war der Laden voll, und die Gäste waren relativ still; es gab etwas zu sehen. Richtig laut waren nur die Teutonen. Großspurig hatten sie in die Gaststube hinein erklärt, dass das alles kein Problem sei, es würde alles aufgegessen, und wir wären das so gewohnt. Und zu sehen waren 4 Leute, die in Summe 7 Zentner Fleisch und Knochen darstellten und so aussahen, als wäre die gezeigte Futtermenge tägliches Brot.
Nein, ich bin nicht so vermessen, anzunehmen, dass Ehrfurcht den Gastreaum beherrschte – aber weiss man’s?
Jedenfalls bildeten wir den Mittelpunkt, und der Rest an Menschen um uns herum schien ein wenig eingeschüchtert.Nur einer wagte es, seinen Nachbarn zu informieren: „Like lumberjacks!“
Wenn das kritisch gemeint war, dann zu Recht. Als der Koch nämlich das ganze Lendenstück geschultert durch das Restaurant trug, um 4 Porterhouse-Steaks abzuschneiden, entfuhr mir ein unfeines „Ach du Scheisse!“, weil ich ahnte, was auf uns zukommt.

Gut, wir hatten unseren Spass, der Koch seinen, der Ober ohnehin, das Abendbrot war mehr als üppig, aber sehr, sehr gut, die anderen Gäste hatten ihre besondere Unterhaltung, und wie gesagt ich eine Geldstrafe an der Backe. Einer muss halt die Lasten tragen ….. die Rolle des Esels übernehmen. Alle Finger zeigen in meine Richtung, und alle Münder flüstern „Der da! Der ist stark! Hast Du seine fette Geldbörse gesehen?“
So läuft das. Eigentlich eine runde Sache. Bei anderen.

952 – Rossmeier

(recycelt)

Galapagos / Ecuador
Darwin-Finken.
Leben in Kolonien
Wächter der Lüfte
sehen jeden Touristen
auch die Öko-Terroristen
von wegen Mockturtle-Suppe
oder Seehundfell als Kragen.
Ihr Alarm klingt – im Chor gesungen-
wie der Westminstergong in London.
Diszipliniert
fast militärisch:
Die Augen …. links!
Richtet Euch!
Die Au …. gen gerade aus!
Guten Morgen, Kompanie!
Zurückgezwitschert:
Guten Morgen, Herr Major!
Und der Major:
Warum steht der da im Wasser?
Hab ich das angesagt?
Raaaauss aus dem Wasser!
Das gilt auch für die Nummer zwo!
Abmarsch zum Frühstück!
Die Küche seviert heute
Grosse rote Wanderameisen!
Nach dem Frühstück trainieren wir –
Miesmuschel öffnen!
Ist das verstanden?
Gezwitscher:
Jawoll, Herr Major!
Der dreht sich um und stapft davon.
Zur Leberkäs-Semmel.
Und einer Halben Spatenbräu
aus München.
Er heisst Fritz Rossmeier,
stammt aus Wolfratshausen
ist Bundeswehrsoldat,
gelernter Gebirgsjäger,
als Küchenchef gescheitert
beim Versuch,
Pekingente zu züchten.
Da er nur Leberkäs kann,
hat man ihn an Ecuador ausgeliehen,
und die militärische Führung dort
verbannt ihn auf das Archipel
mit den vielen Viechern.
Hier soll er für preussische Ordnung
unter den Touristen sorgen.
Das versucht er.
Für die Viecher gleichermassen.
Wenn er seine Stiefel putzt,
und der gequälte Ruf der Bürsten
über die Inselwelt schallt,
gehen sogar die Leguane in Deckung,
und die Robben färben ihr Fell um
in Algen-Grün.
Vor 18 Monaten hatte Fritz
ein leeres Streicholzbriefchen gefunden.
Es war an einem Donnerstag.
Rossmeiers Donner hat die
Galapagos-Inselwelt nicht vergessen.
Die Tierwelt trauert.
An diesem Tag sind alle Schildkröten
auf und davon.
Sie haben das Weite gesucht –
und gefunden.
Tourist, hör hin!
Hörst Du das?
Es ist kein Schiffsdiesel!
Fritz wienert gerade das Oberleder
seiner Knobelbecher!
Das da?
Das ist kein Haufen Kotze!
Das ist ein verängstigter Landleguan
der Drusenkopf!
Ja, normalerweise lächelt er.
Eigentlich kann er garnicht anders,
aber heute,
wenn Rossmeiers Bürsten wimmern
und dicke Wülste aus schwarzer Schuhwichse
in die Felsenlandschaft schleudern,
ist es auch den Drusenköpfen zu viel.
Hörste? Jetzt rufen sie nach einem Schlachter!
Nein, nicht für sich!
Und über dem gesamten Galapagos-Archipel
liegt der beissende Geruch
von Leberkäse aus Altötting …..
der ist wie er ist:
katholisch bis auf den Knorpel.

951 – Hähne

Hier gehtes tatsächlich um Hähne. Ok, warum nicht? Es ist so: Wenn das Stichwort „Hahn“ fällt, dann denke ich – um Klarheit zu bewirken – sofort an Gockel. Jeder kennt diese Krawallbrüder, und jeder liebt sie – wenn sie brutzelbraun aus dem Grill gepflückt werden. Gefiedert oder gegrillt, das sind Platz 1 und 2 in der Rangfolge der Popularität. Ich denke, Platz 3 gehört dem Wasserhahn. Der ist im Leben des Menschen von herausragender Bedeutung in vielerlei Hinsicht, was sich automatisch beweist, wenn er fehlt. Ich muss das nicht auseinanderpflücken, nicht wahr? Gut. Auf Platz 4 folgt zwangsläufig der Bierhahn. Nur für die Teetrinker: Der Bierhahn liefert, wenn auf Volle Pulle gestellt, ein wunderbares Bierchen im Glas, und schlampig geschlossen, das Tropfbier für Leute, die auf der Strasse leben müssen. Somit kommt dem Bierhahn eine soziale Funktion zu. Ähnliches lässt sich auch über den Gashahn sagen. Man dreht auf, nimmt sich ein Kissen und legt sich auf den Fussboden – Adieu, Schöne Welt! Und die nächste Zigarettenkippe schafft jene Baulücke, von der nur Grossinvestoren träumen. Dem Gashahn gebührt Platz 5. Der Benzinhahn an der Tankstelle – es geht nicht anders – dieses stinkige Ding soll Platz 6 belegen? Wat mutt das mutt. Hätte ich ihm Platz 1 gegeben, so könnte ich für den Rest meines Lebens kostenlos tanken. Dumm gelaufen, dass ich 82 bin und nicht mehr Auto fahre. Egal. Platz 7 kriegt von mir der Auerhahn; was der aufstellt, wenn er hinter Weibern her ist, imponiert mir. Diese Urgewalt an barocker Federpracht stellt alles in den Schatten, besonders den Menschen, den Mann, dem in der Balz nichts Besseres einfällt als zum Friseur zu gehen, und sich zu rasieren.
Stilbewusste wickeln sich in ein Jacket aus Harris-Tweed, stecken sich eine Tabakspfeife ins Gesicht und mimen britische Lebensart, und das unter dem Unstern des Brexit! Der Mensch bekommt von mir glatt Platz 10, also den letzten verpasst, weil er lächerlich wirkt, wenn er herumgockelt. Aber weiter im Text. Platz 8 hat sich der Ölhahn verdient.
Das ist jenes Ding, an dem die Araber herumfingern, um mit Erdöl zu spekulieren. Möge Mutter Erde alle bestrafen, die sich mit weissen Lappen behängen und „Allahu akbar!“ brüllen! Bleibt Platz 9; diesen widme ich dem gesamten Rest der Vogelwelt, und zwar jenen Exemplaren, die Eier haben, aber keine legen können. Gemeint sind der Wellensittichhahn, der Brieftaubenhahn und alle anderen. Zugegeben, diese Gruppe gehört eigentlich auf Platz 4, nicht auf 9. Aber mir ist das deutsche Bier näher als ein brasilianischer Kolibri. Das verstehst Du doch, oder?

950 – verwirrt

Wie skurril!
Da steht doch tatsächlich ein halbes Bier einsam am Bürgersteigrand!
Ein Opfer des Covid-19-Virus?
Was ist heuer angesagt?
Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr.
Da hat einer um 9 sein Bier abgestellt und ist nach Hause gesprintet.

Und nun?

Morgen früh um 5 ist das Bier tot. Ein unrühmliches Ende.
Oder es kommt ein Obdachloser vorbei und trinkt aus. Ideal!
Vielleicht kippt ein Passant das Glas um. Ein Unfall. Pech.
Einer will das Glas, aber nicht das Bier. Auskippen ist kriminell.
Kann sein, ein Hund kommt vorbei und säuft leer. Ideal, aber die Töle kotzt.
Eine Maus fällt rein, ertrinkt. „Es wird ein Bier sein, und I werd nimmer sein!“
Oder einer kommt vorbei, sieht hin und wieder weg. Ignorant, elender!

Unsinn. Es läuft anders. Ich komme vorbei. In Latschen. Greife mir das Glas, und bin 10 Sekunden später wieder im Haus. Ich fische den Strassendreck aus dem Bier, rühre rasch die Kohlensäure raus, und giesse es in mein kleines Aquarium. Dort gammeln zwei Kampffische mit Schleierschwanz vor sich hin. Zwei Betta splendens.
Unter Bier werden sie munter. Ich liebe es, wenn sie ihre Rollen vorwärts machen und ihre Bestimmung völlig vergessen.

Ich beim Wein, das Bier bei die Fisch, und die Fisch schwimmen eine Immelmann-Rolle nach der anderen. Woher wissen die verfluchten Kampffisch, wie Max Immelmann seine berühmte Rolle geflogen hat? Genau in der 2-Uhr-Position drehen sie von Rücken- auf Bauchlage, diese …..ach, ich weiss auch nicht. Jetzt winkt auch noch einer mit der Brustflosse! Kann sein, ich halluziniere. Dieser Grüne Veltliner Samaragd hat es aber auch in sich ….. wo verdammt steht bloss mein Bett?

949 – Bio

10–23 % Zucker
60–70 % Wasser
9–18 % Proteine und Aminosäuren
4–8 % Fette
Thiamin,
Riboflavin,
Pyridoxin,
Niacin,
Pantothensäure,
Biotin,
Folsäure,
Sterine,
Biopterin,
Juvenilhormon und
Neopterin,
Mineralstoffe und Spurenelemente.
4-Hydroxybenzoesäuremethylester
als natürliches Konservierungsmittel
sowie Honig
und Pollen

Dies alles wohldosiert zusammengerührt ergibt eine Leckerei besonderer Art. Wir nennen sie Gelée Royale; es ist das Futter für die Königin der Bienen, und wird von Untertanen hergestellt

Wenn ein Bienenvolk gut zusammenarbeitet, kriegen sie in einer Saison ca. ein halbes Kilo Königinfuttersaft zusammengebraut. Die Queen muss, und kann dann auch ordentlich für brauchbaren Nachwuchs sorgen.

In Grossbritannien ist offenbar einiges schief gegangen. Die Queen wird einfach nicht schwanger. Ihr Nachwuchs ist völlig aus der Art geschlagen ….. womit füttern die bloss ihre Königin? Da ist der Dubonnet Vermouth, den schon Queen Mum so sehr mochte, wenn er mit einem Drittel Gin und Zitrone aufgepimpt war – Lisbeth II setzt die Tradition ihrer Mutter fort. Mutter wurde 102, und die Tochter ist auf dem Weg dahin; alles schön bis dahin – aber der Nachwuchs! Dem Drink fehlt doch irgendwas!

Lieber Gott, mach was! Die alte Dame ist nicht aufgeblüht! Das Bunte sind keine Blüte , sondern Hüte! Merkt das denn keiner?
Gelée Royale is missing!
Nun hat sie 70 Jahre von irgendwas gefeiert: God shave the Queen!

948 – Migranten

Da sind 14 Büroklammern. 13 sind weiss, und 1 ist rot. Eine Aussenseiterin!
Oh nein, so etwas lieben wir nicht!
Da sind 14 Deutsche, und 13 davon sind Türken! In HH-Wilhelmsburg. Und einer Spanier?
Unsinn.
Da sind 14 Deutsche, und 13 davon sind deutsch. 1 ist Türke. In HH-Winterhude.
Das ist der mit den 11 Möbelfilialen, interessanter Mann!
Das kommt eher hin.
Aber das lieben wir nicht, im Gegenteil!
Und wo hast Du das gezählt? In der Autowerkstatt?
Und ausgerechnet der Türke hat an Deinem Auto herumgeschraubt?
Schöner Mist. Und? Fährt die Karre?
Jaaa, schon. Säuft auch zwei Liter Sprit weniger ….
Ahemmmm – verdammte Türk …..
aber die rote Büroklammer, die muss weg!
Häh?
Die muss weg! Die stört das Gesamtbild, die Harmonie!
Gut. Ich muss da 2 Zettel ans Sozialamt schicken,
die hefte ich mit der Roten zusammen
und schmeiss alles in den Briefkasten.
Sollen die sich mit der roten herumärgern.
Ich bin sie los.
Gut überlegt. Und was machen wir nun mit dem Türken?
Weiss der überhaupt, was ein Ringmaulschlüssel ist?
Ich glaube ja, er sagt immer Kombinasyon anahtarı oder so.
Sag ich doch, da passt nix!
Wart’s ab. Sobald die rote Büroklammer aus dem Haus ist, wird alles besser.
Naja, mach mal ’n Apfeltee.
Und schon kommt der Türke um die Ecke und hat drei Gläser Tee auf einem Tablett.
Die beiden Deutschen sind konsterniert. Woher wusste der, dass hier Tee …. wieso?
Der Türke setzt sich dazu. Trinkt seinen Tee.
Es herrscht 15 Minuten lang eisiges Schweigen.
In zwei Gläsern wird Apfeltee kalt.
Der Türke trinkt aus, das provoziert.
Er sagt irgendwas. Hört sich an wie Deutsch: Habt Ihr nix zu tun?
Wendet sich ab und macht sich über seine Nockenwelle her.
Die beiden Deutschen haben ihr Urteil fertig.
Einer verkündet es: „Besser als’n Neescher!“
Der Türke grinst und erklärt laut: „Auto heute fertig. Kunde kommt morgen früh!“
Verdammt, schon wieder Überstunden! Zwei denkens, einer sagts. Sie verfluchen den Chef, den sie noch nicht kennen.
Der lacht laut. „Noch Apfeltee? Wenn fertig?““

947 – Haiku

Erinnerungen.
Sie träumt von ihren Kindern.
Schwer, diese Erde.

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