Grübelei über Winter

Wenn mich mein Gefühl nicht täuscht, haben wir zur Zeit Anfang Februar. Wieso, um alles in der Welt, blühen nun in unserer Wildnis die ersten Krokusse? Hat der Mensch nicht genug damit zu tun, in permanent überbordender Verblödung seine Werteordnung auf den Kompost zu werfen und seinem Krückstock hinterher zu jagen, dem Geld? Müssen sich nun auch noch die Blumen der durchgeknallten Truppe anschliessen und mitten im Winter aus ihrer Zwiebel zu kriechen, um in Lila zu posieren?

Jaaa, fragt man sich, was haben zwei Krokusse mit dem Geld einer ganzen Nation zu tun? Nichts?

Wer das so sieht, sollte mal ganz rasch seine Brille putzen. Man darf niemals Ursache und Wirkung unbeachtet lassen. Stark bis unzulässig vereinfacht sage ich, das Geld sei die Ursache für Klimaveränderungen, und eine Krokusblüte im Husumer Schlosspark, siehe Foto des NABU oben, diese Blüherei zu Weihnachten ist nur Wirkung.

Gut. Das ist erst mal übertrieben. Für Krokusse im Dezember müssen wir noch 2 – 3 Grad zulegen. Das dauert noch ein wenig. Ein paar Jährchen, dann ….. dann wird in Husum kein Krokus blühen. Weder zu Weihnachten, noch im Frühling. Die Polkappen aus Eis sind weg, und die Nordsee ist da, in Husum, und die Stadt wird abgesoffen sein wie einst Rungholt nach dem Jahr 1362. Der Handelsplatz Rungholt lag auf einer Insel, deren größter Teil weggespült wurde; übrig blieb, was wir heute als „Nordstrand“ kennen. Ich glaube, Pellworm gehörte auch zur Insel „Strand“.
zhujjjjjjjjj44444eß (der Kommentar einer Katze zu diesem Thema, sie sieht das völlig richtig).
Um komplett zu sein: Es blühen hier seit Weihnachten 2022 zwei Sträucher. Ihre Namen kenne ich nicht. Aber ich weiss, es sind keine Hamamelis’se.

Neulich hatten wir hier richtigen Winter. Es kamen dicke Schneeflocken von oben, wie es sich gehört. 7 Minuten lang. Und alle 10 Sekunden kam eine Flocke, legte sich auf die Erde, und verstarb. Unsere Katzenkinder waren völlig von der Rolle. Flocke einfangen, auif die Pfoten gucken und nichts kapieren: Wo kommt jetzt das Wasser her? Und wo ist das weiße Ding, das ich gefangen habe? Und der dicke alte Mann sitzt da und grinst! Stimmt. Bin ich, und habe ich.
Die beiden Coonies mögen mich nicht. Das ist mir ziemlich gleichgültig, aber ….. ein wenig Bosheit steckt in mir. Wenn so ein Biest auf den Küchentisch springen möchte, dann aber auf den Fussboden kracht, kann ich mir die Hände reiben und laut lachen; inzwischen weiss ich auch, wie dumm ich geguckt habe, als ich mich lang hinlegte, weil die Beine nicht tragen wollten. Keine der drei Katzen machten Anstalten, mir wieder hoch zu helfen; schlimmer. Sie sind abgehauen. Wie sagt man? So ist die Jugend von heute.

Früher war alles besser. Sogar die Winter. 30 cm Schnee im Januar, eine Rodelstrecke von etwa 2 km, ein schneller Schlitten, ich bäuchlings drauf und an den Füssen einen großen Bockschlitten eingehakt, der von meinem Kumpel besetzt war, und vom dicken Opa Lehmann. Sein Gewicht machte Tempo, und er hatte Spass mit uns und der Abfahrt – ich erwähne das, weil genau so ein richtiger Winter geht.

Als ich zum ersten Mal dem „Winter“ im Alten Land begegnete und zusah, wie hier die Kinder rodeln, kamen mir vor lauter Mitleid Tränen in die Klüsen. Sie fuhren den leicht eingestäubten Deich runter; das ist eine Strecke von ca. 8 m. In Worten: Acht Meter.

Komisch. Auch diese Kinder hatten Spass. Es nuss nicht immer St. Moritz sein. Es hat schon was, wenn man sich oben auf eine ALDI-Tüte setzt und den Deich runterrutscht. Wenn sich dann noch Erwachsene dazwischen mischen, wird die Wooling richtig lustig.

Und in meinem Garten, ca. 3.000 m entfernt, blüht’s. Es sieht so aus, als wäre irgendwo die elektronische Steuerung kaputt und bringt einiges durcheinander.

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