Blogger unter sich

Heute bin ich mit mir selbst in gute Gesellschaft geraten und kann über mein Lassen und Tun nachdenken und diskutieren. Ich lese das Folgende:

5 Gründe, warum Du 2023 bloggen solltest:

  1. Bloggen verbessert Deine Kommunikationsfähigkeit
  2. Bloggend positionierst Du Dich als Expert*in
  3. Bloggen macht Dich mit Deiner Zielperson bekannt
  4. Ein Blog filtert die passendsten Kund*innen für Dich
  5. Ein Blog schafft die perfekte Grundlage für Dein Content Marketing

Vorhin las ich irgendwo die Frage, ob ein Blog noch zeitgemäß sei. Der Autor schickte natürlich eine Antwort hinterher: „Jein“.

Na, toll dachte ich, denn ich habe eine gleichlautende Frage. Pass auf. Ist Kartoffelessen noch zeitgemäß? Meine Antrwort lautet „Bedingt. Die Dosis macht das Gift.“

Ich schreibe hier gewiß Unsinniges. Aber ich möchte darauf hinweisen, dass manchmal nicht die Antwort kritisch ist, sondern die Frage!

Schau mal. Das kann Spass machen. Frage, echt harmlos: Sind Hosen noch zeitgemäß? Ich möchte meine Antwort in die Welt brüllen, denn sie lautet: „Neiiiiin! Die Männer sollten unten rum garnichts tragen, außer Tennissocken und Birkenstock-Sandalen!“

Ist die Sütterlin-Schrift noch zeitgemäß? Vorsicht! Wer hier „Nein“ brüllt, wird behandelt. Mit einem Baseball-Schläger aus Alu, der klingt so schön, wenn er trifft. Warum? Sütterlin ist preußische Kalligraphie, und Kalligraphie ist Kunst!

Jesus, jetzt bin ich über meinem eigenen unfertigen Text eingeschlafen. Der ist aber auch langweilig! Und ich muss Kaffee nachfüllen.

Davon angesehen: Die Situation, in der ich im Moment feststecke, kenne ich zu gut. Ich bin in eine Sackgasse geraten und weiss nicht weiter. Ich müßte nun die Kurve kriegen und einen Schwenk um 180 Grad vollziehen, um doch noch mein Ziel zu erreichen.

Ziel? Welches, verdammt noch mal? Ich schaue vorne nach. Soll ich in 2023 bloggen? Keiner der 5 Gründe ist für mich relevant. Ich sollte also nicht. Es sei denn, es gibt einen 6. Grund, nämlich meinen eigenen.

Blog = Weblog = diverses Tun, z. B. Business unterstützen – oder einfach Gedanken notieren, wertvolle oder unsinnige. Egal. Aber der Teufel steckt im Detail.
Angenommen, ich bin schwachsinnig. Dann schreibe ich nur noch Schwachsinn.

Und ja, ich bemerke das. Meine Leser suchen das Weite. Es werden immer weniger. Dennoch bin ich zuversichtlich. Auf Null angekommen kann ich schreiben, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Böse Worte nach Belieben benutzen. Es entsteht ein verbaler Grenadiermarsch.
Den Grenadiermarsch kennst Du nicht? Es ist ein Eintopf aus Essensresten, zu Haue im Raum Ungarn / Burgenland. Man nimmt einen großen Topf und wirft alles hinein, was liegen geblieben ist. Alles! Alles gekochte Eßbare. Nur nix Süßes. Und alles muss auf einem Löffel Platz finden, also keine Reste einer Pizza, oder ein halber Blumenkohl.

……………. ++++++++++ ………………

Nun habe ich ein wenig nachgedacht, und bin zu einem Resultat gekommen. Diagnose:
Ich bin leicht schwachsinnig. Darum schreibe ich ziemlich viel Unsinniges, und das kommt nun mal aus meinem Gehirn. Kein Mensch will das lesen. Auch ich nicht. Ich habe keine Enkel, denen ich mein Zeugs hinterlassen könnte. Die Likes kommen von meiner Tochter. Sie drückt den Gefällt-mir-Knopf aus Mitleid.
Aber ich schreibe weiter. Das Content Marketing ist mir schnurz. Ich habe meine eigenen, besseren Gründe.

Als Kontrast zum Text:
Ich lege das Telefon weg. Soeben erhielt ich die Nachricht, dass mein ukrainischer Freund aus Hannover gestorben ist. Er war Informatiker, und seine Frau lehrte English an der Uni Kiew.

Diese Nachricht hat Gewicht. Die Schwadronade oben ist dagegen trockenes Blätterwerk, das der Wind zu Recht verweht. Das bemerke sogar ich!

2 Antworten auf “Blogger unter sich”

  1. Hi, ich bin doch nicht deine Tochter mit 80! Ich lese und like desöfteren bei dir, mancher Schwachsinn ist einfach so komisch, dass er mich erheitert. – Verstorbene Freunde habe ich inzwischen auch einige, um die es mir leid tut. Doch, wer weiß, was uns Lebenden noch blüht, darum ist es für sie sicher besser so!!!

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    1. ….. Ich lese und like desöfteren bei dir, mancher Schwachsinn ist einfach so komisch, …..Weiss ich doch alles! Und es soll sich kein Mensch getroffen fühlen; was ich so produziere, ist ein wenig wie Comedy auf der Bühne und nur an eine einzige Adresse gerichtet: Die Allgemeinheit, dieses alte Luder.

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