Kunst, oder was?

Winnetou, tot

Ein neuer Versuch. Diesmal ohne den Versuch, mir eine Ein leitung abzukneifen.

Was ist Kunst?

Ein Kulturgut. Tolle Antwort!
Eine Tätigkeit. Manchmal eine Tätlichkeit!
Ein Produkt. Gewiss. So soll sie Geld bringen.
Noch was? Weiss ich nicht.

Was man nicht weiß, muss man glauben – oder ablehnen. Nur ….. Kunst ablehnen wäre Kultur ablehnen,. eine Unmöglichkeit. Ergo muss man glauben, zu wissen, was Kultur ist. Anders gesagt: Man hat dazu eine Meinung. Aber man hat keinen Anspruch auf Richtigkeit dieser Meinung. Egal, sie ist da, und sie ist wie folgt entstanden:

Vor mir liegt ein Brett. 180 cm lang, 15 cm breit. Es ist halt ein Brett und verlangt keine Meinung.

Nun nehme ich es hoch und lehne es hochkant gegen die Wand. Es ist immer noch ein Brett.

Dann nagele ich in Kopfhöhe ein kleines Dreieck so an, dass es wie eine Nase sitzt. Hallo! Das Brett ist weg! Was draus werden soll ….. keine Ahnung. Abwarten.

Schließlich streiche ich eine Holzschutzfarbe drüber. Farbton Mahagoni. Nanu?

Nun male ich mit dem Filzer zwei kleine Halbkreise in Augenhöhe.
Das Dunkel lichtet sich.

Ich schliesse ab mit einem Pappschild. Dort steht geschrieben: Winnetou’s Tod. Das Brett lege ich wieder auf den Fußboden, mit dem Gesicht noch oben. Und ich frage mich, ob das da unten nun Kunst sein kann.

Ich vermute, eine Antwort steht mir nicht zu.
Kunst entsteht im Auge des Betrachters.
Angenommen, es kommt einer vorbei.
Angenommen, er findet das Bretterding gut.
Angenommen, er kauft es für einen Hunni.
Ist es nun Kunst?`
Eindeutig nein.
Angenommen, er kauft es nicht.
Aber es kommen noch 699 andere vorbei, die das gut finden.
Und 33 davon fangen an zu weinen, weil Winnetou tot vor ihnen liegt.
Dann habe ich Kunst produziert.

Und die bringt mir drei Tausender ein. Die Vermarktung von Kunst ist notwendig, aber nichts weiter als Business aus einer anderen Welt.

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