Selbstgespräch (vertraulich!)

Da haben wir den Salat!
Meine Uhr behauptet, es sei nun vierzehn Uhr zwanzig.
Wieder einmal habe ich das Mittagsessen verpasst.
Ich nenne mich einen alten Trottel.
Der geistige Zerfall schreitet unerbittlich voran.
Allerdings macht sich nun mein Lebendgewicht bezahlt.
Es kann dauern, bis ich vom Stuhl kippe,
und der Hunger mich dahin rafft.
Überhaupt ….. dahin ….. wo soll das wohl sein?
Restmüllabfuhr war zum Beispiel heute.
Pech gehabt. Chance vertan.
Aber ich bin da ziemlich hartgesotten.
Um nicht zu sagen „unsensibel“.
Das hat einen natürlichen Grund.
Ich hatte schon als Kleinkind
keine Angst vor dem Schwarzen Mann.
Und ich habe großes Vertrauen in Mutter Natur.
Hat sie nicht dafür gesorgt,
dass kein Mensch auf die Idee kommt,
Stacheldraht zu essen?
Gut gemacht, altes Mädchen!
Trotzdem muss ich Kritik üben.
Ich weiß nicht, wie das bei Euch ist,
aber wenn ich z. B. eine Weintraube zerkaue,
landet die Hälfte der Frucht in meinem Mund
in einer Backentasche.
Und die ist so tief,
dass ich das Teil nicht mehr rauskriege.
Hamster haben da wohl keine Probleme, aber ich.
Nun habe ich wie alle Menschen 50 Gesichtsmuskeln.
Aber vermutlich sind nur zwei davon trainiert.
Jene, die ich zum Kauen brauche.
Bei den Backentaschen spüre ich garnichts.
Diese Beutel hängen an meinem Kopf ….
wie Beutel halt so hängen.
Ich sorge mich ein wenig, weil ich nicht weiß,
was alles in den Beuteln abgelagert ist.
Rostige Büroklammern?
Vom Sodbrennen angegriffene Gummiringe?
Zerkaute Bravo Gebäckstangen Käse?
Oder eine alte 5-DM-Münze,
nunmehr mit polierter Platte?
Stop! Nun geht die Phantasie mit mir durch.
Neulich habe ich mein Taschenmesser vermißt.
Das mit Griffschalen aus fossiler Mooreiche
und einem Rest Leberwurst auf der Klinge.
Geschmeckt habe ich nichts.
Wie auch …. das Messer war in einer Hosentasche versenkt.
Zugegeben – ich bin eh kein Eisenfresser.
Wenn Olaf Scholz eine Brandrede hält,
sitze ich vor dem Monitor und weine.
Wann das mit der Brandrede war?
Die ist noch nicht gehalten.
Aber neulich hatte Scholz einen ersten Versuch gewagt.
Nun ist wohl ein Spiegel sein bester Freund.
Klar, angesagt ist Üben, Üben und nochmal Üben.
Ich weiss das. Mit Löffel und Forke kann jeder essen.
Aber mit Eßstäbchen? Ich schon. Ich habe geübt.
Ich esser eine Nudelsuppe mit Stäbchen, wenn es sein muß.
Gescheitert bin ich an Kritharaki-Nudeln.
Wenn diese weizenförmige Nudel in der Suppe wabert,
so lege ich die Stäbchen beiseite,
setze mir die Schüssel an den Hals,.
und trinke.
Sollte aus Versehen Rindfleisch in die Suppe geraten sein –
die Fleischstücke spucke ich zurück in die Schüssel
und esse sie zum Schluß, natürlich wie Chinesen.
Um Mißverständnissen vorzubeugen:
Eine Leberkäs-Semmel ißt man n i c h t mit Stäbchen.
In Bayern ist schon der Versuch strafbar.
Ich höre jetzt mal auf mit Spinnerei.

2 Antworten auf “Selbstgespräch (vertraulich!)”

    1. Darüber kann ich garnicht lachen.
      Für Bier habe ich eine bessere Verwendung.
      Aber danke für den Tip – das erinnert mich aan ein einsames Bier in meinem Küählschrank.
      Hat das Fälligkeitsdatum erreicht.

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