Alltägliches

Nein, ich blicke zwar zurück, aber nicht im Zorn. Obwohl …. früher war ich anders drauf. Anscheinend immer geladen. Ausbrüche mit der Gewalt einer Knallerbse. Seltener wie 10 Knallerbsen; die konnten schon mal Schaden anrichten. Ein Loch in der Hose, oder so.

Mein Leben, und eigene Einsichten haben mich inzwischen weichgespült. Ich habe viel Zeit für Unsinniges, für den Müßiggang, und für eine kleine Spinne, die über meinen Schreibtisch läuft und wahrscheinlich Hautpartikel frisst, die ich ständig verliere. Aber ich habe keine Minute übrig für Ärger.

Tatsächlich ist es mir – viel zu spät – gelungen, Distanzen aufzubauen, wo immer , und was auch immer meine Bierruhe bedroht.

Ich verfolge mein eigenes Leben wie vieles, was in der Welt geschieht, mit Aufmerksamkeit, aber nur so, wie das ein Alien bei seinem ersten Besuch auf der Erde tun würde – also mit Neugier. Und ich gönne mir dazu Wertungen. Nur für mich. Gelegentlich schreibe ich darüber, wohl wissend, dass das ist wie in ein leeres Grab gesprochen. Warum tue ich das? Weil Schreiben beim Denken hilft.
Man wird ein wenig gründlicher. Eine Suchmaschine läuft fast immer mit.

Apropos Suchmaschine – ein Hochschullehrer hatte den Rüssel voll, wenn er sich mit den gängigen Studienplänen für Ingenieure beschäftigen musste. Er brüllte es in die akademische Welt: „Wir sollten unsere Studenten nicht mit Wissen zu den Fachgebieten vollstopfen, bis sie nicht mehr atmen können! Wir sollten ihnen beibringen, wo sie nachlesen können, wenn sie Fachwissen benötigen! Warum zum Teufel soll ein Maschinenbau-Student mit Forstwirtschaft gefüttert werden?“
Leider: Ein einsamer Rufer in der akademischen Wüste. Mal bei Lichte besehen hat die heute praktizierte Lehrmethode noch im 18. Jahrhundert funktioniert. Der Wissenszuwachs in den letzten beiden Jahrhunderten ist gewaltig, und kaum zu bewältigen. Diese Tatsache geht an den Kulturbeamten unbemerkt vorbei; irgendwie hat man ihnen das Gehirn weggezüchtet.

Nein, ich möchte nicht weiter in dieses Thema einsteigen. Damit bin ich längst durch. Das ist man automatisch, wenn man zwei Kinder in der Ausbildung hatte.

Ich beschreibe, was ich sehe.
Die Welt ist bunt, wie eine gute Minestrone.Und der Mensch ist das Salz in der Suppe. Aber wie es der Teufel will – die Suppe ist versalzen. Versuche, das Übel zu bekämpfen zeigt uns, dass das Salz gegen sich selbst kämpfen muss, was die Situation verschlimmert. Was macht das Leben dennoch erträglich? Die schönen Seiten sind jene, in der Mensch seine Finger nicht oder nur gelegentlich reinsteckt. Und es ist sein Verlangen nach allem, was man unter dem Begriff „Kultur“ subsumiert.

Das Leben des Menschen könnte so schön sein wie ein Lamborghini Asterion, dessen Eleganz kaum zu überbieten ist. Das wäre ihm aber zu langweilig. Darum fährt er sein teures Auto gegen eine Wand. Dann kann er hinterher die Trümmer beklagen. Er gefährdet sein Leben und das anderer. Das bewegt den Hedonisten in ihm keinen Millimeter. Er spielt einfach weiter, nutzt seine Möglichkeiten. Krieg in der Familie, oder zwischen Staaten – egal. Hauptsache, es kracht ordentlich, und man fühlt sich stark.

Mal ehrlich: Interessant ist das, was die Welt zur Zeit zu bieten hat schon, oder?
La belle et la bete – meint hier den schönen Planeten Erde und des Biest, die Menschheit.

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