Normal ist das nicht!

Seit gestern beschäftigt mich die Frage, ob Kanalratten Erbsen mögen. Schliesslich steht Weihnachten vor der Tür, und zu diesem Fest könnte man auch mit der Tierfütterung ein wenig großzügig verfahren. Oder?

Erfahrene Köche wittern den Braten. Sie werden das, was ich hier niederschreibe, als scheinheilig erkennen. Im direkten Kontakt würde ich ztu hören bekommen, ich sollte das Gelaber einstellen und meinen Schweinkram ohne Getöse ins Klo kippen.

Und ich? „Recht hamse!“

Ich skizziere dennoch, was ein alter Mann in seiner Eremitage so treibt. Vielleicht liest es jemand, findet es lustig, oder so interessant, dass er mit einem guten Tip rüberkommt, etwa zur Rettung mißratener Suppen ….

Was war? Ich hatte einen Rest Kritharaki-Nudeln, das sind die, welche wie Reis aussehen. Dachte so vor mich hin, und entschied, sie zu kochen und damit meine Bihun-Suppe anzureichern. Gesagt – getan. Als ich die Bihiun-Suppe aus dem Vorrat holen wollte, war sie verschwunden. An ihrer Stelle stand eine Dose Erbsensuppe der Art, die ich garnicht mag: Angedickte Brühe mit nichts drin ausser großen Erbsen.

In einem Anfall manischen Irreseins habe ich die griechischen Nudeln uin die Erbsensuppen-Imitation gekippt und probiert. He,, Alter, das war nichts! Da muss Geschmack dran! Greife zur Flaschen mit der Worcester-Sauce, eindeutig ein Missgriff, denn die war fast leer. Instant-Rinderbrühe angerührt und aufgekocht, und mit dem Resultat habe ich mich sattgegessen. Die Hälfte blieb übrig und steht noch immer in der Küche herum.

Dann kam W., und ich beklagte den Verlust an Bihun-Suppe. Sie drehte wortlos ab, ging in die Vorratskammer und kam mit 3 Dosen (in Worten_: drei) besagter Asiasuppe um die Ecke, stellte sie vor meine Nase, und bemerkte spitz, da sei noch eine vierte.

Und ich? Gesehen habe ich null, mich mit Erbsenm belastet, und sass als Trottel in der Küche. Eine der Katzen, die Belle steckte ihren Kopf in den Topf, sie will immer und über alles informiert sein, und zog ihn erschreckt und angewidert zurück, schaute mich an, und ich sah Mitleid in ihren Augen. Das war nun eine Situatiopn, mit der ich überhaupt nicht klar komme. Genau deshalb steht das Zeug noch in der Küche auf dem Kochfeld und wartet auf Hitze von unten.

Ich aber sage: So nicht. Wenn ich mit Dir fertig bin, siehst Du ganz anders aus als gestern. Als erstes mache ich diese Kullererbsen nieder. Wo zum Teufel ist der Pürierstab, dieses einbeinige Maschinchen? Und es ist wieder Worcesterssuce im Haus, Majoran passt immer, Finger weg vom Curry. Unter den Würstchenscheiben wird es ein Gemetzel geben, und wenn mir das Ganze zu grob geworden ist, wird ein Löffelchen Mayo beruhigend wirken.

Offen bleibt, ob für mich Essbares entsteht. Aber ich habe unsere Rattenfamilie nicht vergessen. Mein Pech ist ihr Glück, und so ist die Nützlichkeit meines Tuns sichergestellt.

Man berichtet von Fällen, wo die Ratten aus der Kloschüssel krochen, um nachzuschauen, wo das gute Essen herkommt. Meine Tierliebe reicvhjt nicht so weit, dass ich das tolerieren könnte. Für diesen Fall haben wir drei Katzen im Haus. Noch trainieren sie mit Mäusen. Noch sechs Monate, dann schleppen sie den Postboten ins Haus. Die Rattenjagd wird für sie oplympisch. Und ich kann an Suppen herumpfuschen, solange es Spass bringt. Kern meiner Suppendiät ist Nicht essbare Mumpe (NEM). Einen Gumbo Jambalaya kann jeder kochen, aber ungeniessbar ohne Verwendung von Himalaya-Salz – das ist etwas für Leute wie mich. Und: Auch ich habe meinen Stolz. Habe gelernt, einen Apfel unfallfrei zu essen – ein guter Anfang, so zum Schluß!

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