Textprobe vom Profi

„Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
. . . . . . . . .

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“

Diese Zeilen habe ich bei Hermann Hesse geliehen. Mir will scheinen, er hat sie für mich geschrieben.

Sein Lebensweg war gleich meinem ziemlich steinig. Dennoch schrieb er ein Gedicht wie das hier zitierte „Stufen“, und aus den Tiefen seiner Gedanken strahlt Optimismus. Er setzt damit dem Leben ein Denkmal, und er erinnert uns an die Pflicht, das Leben wertzuschätzen.

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