Kchchchch !

What a day! Ich hing an meinem Rollator, versuchte einen langen Schritt über einen Haufen Sauerstoffschlauch, und das belastete Bein knickte weg. Ich lag auf dem Rücken wie Karl der Käfer, und just aufg dem einzigen Fleckchen, das für mich genug Platz hat, sollte es mich mal umhauen. Um das Bild zu plastifizieren: Ich bin rückwärts umgefallen wie ein Baum, wernn die Motorsäge mit ihm fertig ist.

Es folgte ein Moment der Verwunderung. (Was’n das jetzt?) Dann meldete sich der Verstand mit der Frage „Was ist kaputt?“ Aha, dachte ich, am Kopf hast Du schon mal nichts; ich trage im Haus keinen Helm. Als nächstes: „Tut wo was weh?“ Antwort: Nix tut weh. Nächste Frage: Wo kriege ich nun ein Kopfkissen her? Antwort: Steh‘ auf, Du Sack!“ Auch ’ne Idee, dachte ich, nur ….. letztes Jahr brauchte es 4 Leute, um mich auf die Füsse zu stellen. Und heuer war ich allein ….. aber ich habe es geschafft. Mit der Nummer gehe ich ins Fernsehn, zu Wetten dass.

Vorgestern war Einkaufstag. Ich schrieb eine lange Liste, und W. kaufte ein.
Sie betont, dass sie nicht kochen kann. Ich betone das auch. Aber sie kann gut einkaufen. Ich hatte vorgestern 260 oiro an der Backe. Sie kauft auch Zeug, das nicht auf der Liste steht. Das war auch meine Art, solange ich noch einkaufen konnte. Nur: Ich kaufte zusätzlich aus Neugier, oder sonstwie von Ware angefixt – W. achtet vorwiegend auf das Geld. Sie kauft 6 Artikel zu 1,29, weil die sonst 1,39 kosten. Glaubt, sie spart nun 0,60. Für mich ist das aber teuer, weil sie 7,74 ausgab für eine Sache, die nicht auf dem Zettel stand. Sie aber meint, nicht kaufen sei zu teuer, weil der Artikel später wieder 1,39 kosten wird und wir ihn dann zu diesem Preis kaufen, weil er auf dem Zettel steht. Irgendwann meldet sich meine fortgeschrittene Lebenserfahrung (W. nennt es Altersdemenz) und rechnet mit mir. 6 x 1,29 werden in der Billigphase aufgegessen undm in der Teuerphase nachgekauft. In Summe kostet es mich 16,08. 6 x 1,39 = 8,34 beliebe ich somit preiswert zu nennen. Für was? Weiß nicht; vielleicht geht es hier um Fruchtjoghurt oder Gummibärchen. Auf alle Fälle ums Prinzip.
Dessen ungeachtet leben wir hier friedlich vor uns hin, und solche Drahtbiegerei ist verpönt. Unfrieden stiften die Katzen, und W.’s Job. Das reicht für uns beide.

Heute habe ich einen Gurkensalat zubereitet. Ich schaue im Netz nach, wie das geht. Finde über 11.000 Rezepte, alle mit denselben Zutaten. Ich bin enttäuscht. Grüble. Und plötzlich bin ich nicht mehr 83 Jahre alt, sondern 83 Wochen, und ein böser kleiner Bube. Ok, sagte ich, ich akzeptiere diesen Mist. Aber ich gehe weiter!Ich will Apfel drin haben, und Birne, und Kartoffel. Tomate und Feta. Und den Traum einer Vinaigrette. So motiviert ging ich ans Werk.
So entstand statt eines Gurkensalats mit Früchten ein Früchtesalat mit Gurken. Und dies reichlich.
Nun habe ich die Gewohnheit, laufend zu probieren. Wenn mir ein Löffel in die Suppe fällt, probiere ich sofort, will wissen, wie sich der Geschmack verändert. Sobald ich mit Kochen fertig werde, bin ich satt. Nur – mein Salat war mir ans Herzgewachsen, und so schlug ich nochmal zu. Der REst war für den Abend gedacht, nachdem W. ansagte, nichts davon essen zu wollen. Daraus wurde nichts. Gegen 16 Uhr hörte ich aus der Küche einen wohlbekannten Klang. Ich weiss, wie sich meine große Salatschüssel anhört, wenn man mit Besteck an sie ran geht. Die Katzen waren es nicht.
So ist alles schön.

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