Aus der Seifenblase

Welcher Trick ist wirksam, wenn man aus eigener Überzeugung, also bewußt Scheiße baut und damit Schaden stiftet?
Antwort: Man macht Kompromisse – mit sich selbst, und sofern vorhanden, mit dem eigenen Gewissen.

So lese ich heute zufällig einen Nachrichten-Titel:

„Korruption – Von der Leyen schlägt Ethikrat für EU-Institutionen vor“

Was soll ich sagen? Wie kackfrech muss man sein, um mit ihrer Vergangenheit im Hintergrund von Ethik zu sprechen?
Diese Frau ist intelligent, und sie weiss, was sie tut. Zunächst geht sie davon aus, dass die Aufdeckung des Korruptionsfalls Eva Kaili nur ein schwerer Unfall war. Man schätzt die Anzahl der Lobbyisten in der EU auf etwa 8.000 Köpfe, und die meisten davon kommen mit Geld in der Tasche.
Die Reaktion der Frau mit der kugelfesten Frisur ist also nicht ernst zu nehmen. Reiner Theaterdonner.
Käme dennoch ein Ethikrat zustande – wer hört schon auf deren Getöse? Es würden eventuell gute Ratschläge abgelassen, und die Realpolitik, zu nichts verpflichtet, geht in den Keller zum Ablachen.
Aber – es gäbe wieder mal ein Topf, in den EU-Mittel fliessen würden, die man irgendwie verbraten könnte. Ich nenne das Geldwäsche.
Natürlich kriegen die Ratsmitglieder ihren Teil ab. Es sind ja alles Parteifreunde!
Das wäre wohl die Hauptsache Nummer 1.
Hauptsache Nummer 2 (von 2) betrifft die Bürger. In der EU wird Geschirr zertrümmert, und wir zahlen die Zeche. Der Beitrag der EU ist deren Wahlspruch: Beraten immer – Machen nimmer. Bloß das nicht!

Schaue ostwärts! Dem Orban droht man seit Jahren, den Geldhahn für Ungarn zuzudrehen; ist gerade wieder in Mode gekommen. Der Mann lacht doch nur noch über einen erbärmlichen Sauladen EU! Ich lache nicht. Aber mir springt längst nicht mehr der Draht aus der Mütze.
So weit die primitive Polemik, vox populi!
Kein Geld für Ungarn bedeutet Staatspleite. Die bedeutet Schäden in ganz Europa, Inflation in Ungarn.Deutsche Unbternehmen in Ungarn können dicht machen. Die Finanzwelt würde vor Schmerzen quietschen. Und so fort. Man sollte wissen: Nationale wie internationale Probleme sind selten so schlicht, wie sie prima vista aussehen.

Dante Alighieri (1265 – 1321)
Die Göttliche Komödie, Inferno III, 9:

Durch mich geht man hinein zur Stadt der Trauer,
Durch mich geht man hinein zum ewigen Schmerze,
Durch mich geht man zu dem verlornen Volke.
……
Nur ewiges, und ich muss ewig dauern.
Lasst, die Ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!

2 Antworten auf “Aus der Seifenblase”

  1. Man spricht sogar von 23.000 Lobbyisten. Und wenn Herr Schäuble jetzt von seinem Jubiläum spricht (50 Jahre Bundestagsabgeordneter) dann weiß man, wie man die Pfründe sichert

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    1. Wenn in der EU rund 32.000 Leute angestellt sind, fehlen uns noch 9.000 Lobbyisten!
      Einer für jeden – das Ideal schlechthin. Dann kriegen die Klofrauen auch etwas ab vom großen Kuchen! Das nenne ich soziale Gerechtigkeit!

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