Ich, Küchenknecht

Neues aus meiner Küche. Heute kochte ich asiatisch. Curry-Kohl mit Möhren, Rosinen uns Cashew-Dingern. Beim Probieren schmeckte ich Korea heraus, Kimchi wollte erinnert werden, und so kamen Chili-Flocken zum Einsatz.

Mein lieber Mann! Schmeckte das übel! Ich weiss, wie Schneegestöber geht – mit Chiliflocken geht diese Methode nicht.
Ich hatte wirklich zu viel davon eingearbeitet (toll formuliert, nicht wahr?) und das Gericht wurde indisch, kmillte aber auch alle Keime, die sich in den Zahnlücken versteckt hielten. Ich habe unentwegt tote Bakterien gespuckt. Wieso? Gott, das war halt mein Mittagessen, und beim Essen bin ich ein harter Hund. Ich spiele nicht mehr mit, wenn man mir die Sohlen von Gummistiefeln vorsetzt, und ich beginne zu spielen mit Kindernahrung wie Griesbrei, evtl. mit brauner Butter obendrauf.

Wie auch immer, auf dem Herd steht unsere größte Pfanne, randvoll mit Schärfe auf Weisskohl. Ich, der Koch, bin geflüchtet. Mit Schweinkram will ich nicht belästigt werden. Als Dessert gönne ich mir einige Schoko-Kekse und Weintrauben. Das versöhnt mich mit meiner rechten Hand, die für das Chili-Desaster verantwortlich ist.

Friedlich gestimmt überlege ich, was ich mit dem scharfen Kohl machen könnte. Mülltonne desinfizieren? Einfrieren als Basis für andere Gerichte? Butterschmalz einrühren, weil Fett Schärfe bindet? Und wie kriege ich das scharfe Fett aus dem Kohl? Aber mitten im Ideen-Gewitter kam W. ins Spiel. Sie stellte die Schärfe fest, drehte ab, und kochte sich Reis. Ich habe mich davor gedrückt, weilö ich nicht weiss, wie das geht mit dem Reis; ausserdem mag ich ihn nicht sonderlich. Ich sehe Reis und denke an Hühnerfutter.

Wie gesagt, W. kochte Reis und mischte mit meinem Kohl. Dann durfte ich probieren. Ich bleibe still. Eigenlob stinkt. Hühnerfutter als Wunderwaffe in der Küche – ist für mich völlig neu.

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