Bruttonationalglück

Lies den Titel nochmal.
Kurios? Nein, schlimmer.
Wer ein solches Wort benutzt, muss krank sein, nicht wahr?
Denkste.

Bruttonationalglück ist ein Staatsziel.
Und eine Regierung fühlt sich diesem Ziel verpflichtet.
Man arbeitet daran, den Bürgern „Glück“ zu bereiten;
ich vermute, es geht eher um Zufriedenheit.
Aber man arbeitet dran.
Wenn man dazu eine Situationsanalyse braucht,
macht man eine Umfrage per Fragebogen,
dessen Bearbeitung 5 bis 6 Stunden dauert.
Aus ca. 1.000 Teilnehmern saugt man so den Honig
für Verbesserungen in 4 Ressorts:

  1. Förderung einer sozial gerechten Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung: Durch eine gerechte Wirtschaftsentwicklung kann das Land unabhängiger vom Ausland werden und sich gesellschaftlich weiterentwickeln.
  2. Bewahrung und Förderung kultureller Werte: Sowohl die Religion als auch die Kultur besitzen einen hohen Stellenwert.
  3. Schutz der Umwelt: Diese Säule impliziert eine nachhaltige Entwicklung, die für den Planeten Erde eine immer höhere Bedeutung gewinnt. Folglich sollen heutige Generationen die Umwelt so behandeln, dass auch noch zukünftige Generationen die eigenen Bedürfnisse auf der Erde befriedigen können.
  4. Gute Regierungs- und Verwaltungsstrukturen: Die Politik bestimmt Bedingungen und setzt Regeln fest, die das Leben der Bürger beeinflussen.

Selbstverständlichkeiten! Unsere gut bezahlten Politiker reden davon, mehr meist nicht.

Ich schreibe hier zum Königreich Bhutan. 750.000 Einwohner, etwa so gross wie die Schweiz, am Himalaya gelegen. Dort wird nicht gelogen und betrogen, sondern am Gemeinwohl gearbeitet. So gut es geht. Welch ein Glück für diese kleine Nation!

3 Antworten zu “Bruttonationalglück”

  1. Bruttosozialglück, wer hat sich diesen Schwachsinn ausgedacht ? Es gab mal eine Band die sang was vom Bruttosozialprodukt, das war auch so doof

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    • Das BSP ist ein Wert, mit dem die Nationalökonomen umgehen. Brutto = im Sinne von Brutto netto tara-Denken. ERs ist der Wert aller erwirtschafteten Produkte und Dienstleistungen eines Staats (=sozial) in einem definierten Zeitraum (Jahr oder Teil davon). Das BSP gibt uns ein Bild von unserer Wirtschaftskraft.
      Regierende sollten das BSP kennen und ständuig mit sich rumtragen, denn wenns fällt, ist`s übel und man muss unverzüglich umlenken.

      Der Vater des derzeitigen Königs von Bhutan hat aus dem BSP das Bruttosozial-„glück“ abgeleitet. Er war wohl ein Witzvogel. Der Begriff hat sich über die Jahre gut gehalten ….. vermutlich, weil er so kurios ist. Der World Hapiness Report nimmt Bhutan erst garnicht zur Kenntnis. Dort ist Finnland auf dem ersten Rang, und Deutschland auf 14. Der alte König von Buhtan war übrigens ein kluger Monarch, keine Dumpfbacke wie der britische.

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    • post scriptum: Ich finde es ein wenig infantil, das Glück als Staatsziel in die Verfassung zuschreiben. Glück wird individuell empfunden, diktieren kann man das nicht.
      Dennoch ist Musik drin, un dzwar gewaltige, wie von 10 kompletten Sinfonioeorchestern. Warum?
      Es verpflichtet den Staat, wenn nicht alles, so doch vieles für die Bürger zu tun.
      Die Bhutaner kriegen alles, was möglich ist; die Deutschen kriegen nur das Nötigste. In Zahlen ausgedrückt: Die kriegen 50% vom Maximum, wie 5%.

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