1089 – Vorhaltig?

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Alle Welt redet von Nachhaltigkeit. Ich suchte Gegensätzliches. Man kennt das, sofern man die deutsche Sprache einigermassen beherrscht. Ein Beispiel: Das Ten, und das Unten, nicht wahr? Gehen wir schnell weiter.

Vorhaltig ist, was man einer anderen Person vorhalten kann, etwa asoziales Handeln. Demzufolge wäre nachhaltig, was man anderen nicht vorhalten kann, weil man zum Beispiel nichts Vorhaltiges weiss. So ergibt sich, dass Nachhaltigkeit eine Platzhalterfunktion hat, etwa wie ein leerer Stuhl in der Küche.

Bis dahin habe ich alles verstanden. Aber nun kommt eine neue Kraft ins Spiel. Es sind die Umwelt-Aktivisten, die Nachhaltigkeit fordern, indem sie Nachhaltiges ablehnen, wie z. B. die Atomkraft.Nachdem sie jahrzehntelang in die Welt getrötet haben, wir alle müssten nachhaltig denken und handeln, bemerkten sie das Widersprüchliche ihrer Ideologie und machten sich auf, Definitionen zu suchen.
Bei mir beissen sie damit auf Granit. Ich akzeptiere durchaus das „nachhaltig“, denn es benennt für mich einen Zustand mit Langzeitwirkung. Beispiel sind atomare Brennstäbe für Kernkraftwerke. Die strahlen noch in 500 Jahren. Ist bis dahin alles ok? Gut.

Dann kommen also diese Traumtänzer und verklickern mir eine Theorie. Es ist die mit den 3 Säulen der Nachhaltigkeit; etwas ist nachhaltig, wenn’s ökologisch genannt werden kann, und wenn’s ökonomisch funktioniert, aber zugleich den sozialen Ansprüchen einer Gesellschaft gerecht wird. Ha !

Ich, voll des guten Willens versuchte mehrfach, etwas zu konstruieren, das auf diesen 3 Säulen ruht und real ist. Was ich dabei fand, sind granatenmäßige Widersprüche, und endlos Beispiele, die in diesem Sinne nicht nachhaltig sind. Mag sein, dass meine Intelligenz nicht ausreicht, um die Wirklichkeit richtig zu sehen. Aber wie bitte soll ich Nachhaltigkeit als Handlungsmaxime beachten, wenn ich nicht weiss, wie es geht? Wenn griffige Beispiele nur unter dem Rasterelektronenmikroskop wahrzunehmen sind?

Ich tue, was ich zu tun vermag. Ich betrachte die Forderung zu Nachhaltigkeit als gequirlte ….. als gequirlten Quark, als Propaganda im politischen Spiel, wenn es darum geht, den „Massen“ so die Augen zu verkleistern,dass sie die Realitäten nicht mehr wahr nehmen können. So räumt man Unrat beiseite und verschafft sich Spielräume für die eigenen Ziele.

Mein giftiger Kommentar hat einen Grund. Vorhin wurde ich getriggert duch einen Artikel mit dem Titel „Nachhaltiger Urlaub“. Ich habe den Text so verstanden, dass ich ein 9-oiro-Ticket kaufen soll, per Bahn irgendwohin fahren, und dort drei Wochen im Zelt logieren. Wenn ich mich selbst versorge, schädige ich die örtliche Gastronomie. Frequentiere ich die Gasthäuser wegen des Essens, schädige ich meinen eigenen Geldbeutel – an dieser Stelle bin ich ausgestiegen.

Nun kann man einwenden, ich argumentiere die ein Korinthen-Kacker. Und ich, eine ehrliche Haut, stimme zu. So isses.Ich bewege m ich in einer Mikro-Ökonomie und bin als Individuum gesellschaftlich nicht von Belang. Wenn das so richtig ist, verbitte ich mir auch die Einmischung in meine Heiz-Routine, auch wenn ich Tannenholz verfeuere und aus meinem Schornstein Qualm und Russ aufsteigen und dem Nachbarn die frisch gewaschene Weisswäsche leicht bemustert.

Ich bin klein, mein Herz ist rein. Und nachhaltig! Trotz der Pillen, die es braucht. Die Pillen sind billiger Dreck. Teuer verkauft – ja, das wäre dann wieder vorhaltig, oder?

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