1078 – Spaß?

Her Majesty ship „Prince of Wales“

Sie brettert über mich hinweg in meine Wohnhöhle wie ein Tsunami – unerwartet, und übermächtig, spült mich aus meinem Sitzmöbel und nagelt mich gegen die Wand.
Und sie hat einen Namen. Man nennt sie „Arbeit“. Ich behaupte stets, ich könne nicht hassen, aber ich kann. Objekt meines Hasses ist sie, die Arbeit. Zur Zeit verbirgt sich hinter diesem Titel ein besonders pikanter Job: Verstehen und entscheiden über die energetische Sanierung unseres Hauses. Ich bin damit völlig überfordert, weiss aber auch, dass irgendwo ein Lichtlein herkommt, wenn ich denke, es geht nicht mehr.

Meinen Beitrag 1077 – Frust? mhabe ich vorhin nochmal gelesen. Er schmeckt wie der Uhudler, das ist der sauerste Wein, den ich je getrunken habe – ein österreichisches Produkt für Spezialisten des Weinkonsums. Anscheinend war ich gestern besonders übel gelaunt. Mein Text ist so abstoßend wie ….. ja, wie die Realität. Es ist gewiss, dass ich im Verdrängen von Wahrheiten einigermassen versiert bin – wenn’s mich betrifft. Für mehr reicht meine Kraft nicht. Geht’s um andere, dann ziehe ich blank. Wie? Das wäre nicht die feine Art? Aber ja doch, ist sie nicht! Was geschieht? Man wäscht dem hübschen Antlitz mit einer Wurzelbürste die Schminke runter und schaut sich die wahre Fratze an. Unangenehm, das Procedere. Darum läßt man es lieber bleiben.
Wie geht das noch in Goethe’s „Faust“? “Ich bin der Geist der stets verneint! Unde das mit Recht; denn alles was entsteht ist werth daß es zu Grunde geht.“ Mephisto stirbt nicht. Er beherrscht die Gegenwart besser denn je.

HMS „Prince of Wales“, der Neubau eines Flugzeugträgers für die britische Marine, und zudem ein Riesending ist nun ausgelaufen – vor der Südküste einfach stehengeblieben und kann nun an einem Seemanöver nicht wie geplant teilnehmen. Es gibt ein Problem mit einer der beiden Schrauben-Wellen, das Ding eiert wahrscheinlich und killt seine Läger. Die Riesenblechdose liegt nun vor der englischen Südküste udn wartet auf den ersten Rost. Fliegendes ist nicht an Bord. Man hat wohl nur Kampfjets, aber die Prince ist – so sagt man – für taktische Flugzeuge gebaut, über die man garnicht verfügt. Taktische sind Flugzeuge mi besonderen Aufgaben wie Transporte (Transall), AVACS (weitreichendes Radar) oder Bomben (umgebaute Kampfjets). Ich bin hierzu nicht mehr im Stoff zuhause. Habe zwar in der Luftwaffe gedient, aber das fühlt sich heute an, als wäre es vor 300 Jahren gewesen. Riecht muffig!
Halten wir fest: Die „Prince of Wales“ wird die britische Kampfkraft erhöhen mit einige hundert Handfeuerwaffen an Bord, und die NATO jubelt.

Nun hört man aus britischem Munde, man hätte es dreimal fast geschafft, ein Kriegsschiff in der Werft zu versenken. Einmal hat man fünf Decks unter Wasser gesetzt, einmal sechs Decks, und einmal beim Löschen, weil irgendwer mit Feuer unachtsam umging, mit Löschwasser. Wohlgemerkt – auf einer Werft, wo, man eigentlich immer Schiffe instand setzt, und nicht auf Grund. Very british! Man ist dort für intelligenten Spass immer zu haben.

Briten-Bashing? Mag sein. Aber ich sehe schuftende Werftarbeiter im Vergleich zu den goldbehängten Marineoffizieren, diesen Operettenfiguren. Da betritt mit mir das Kind aus der Arbeiterklasse die Bühne; leider nur als Statist, ohne Text. Den spucke ich dann hier aus.
Hauptsdache, es geht mir hinterher gut. Und, als gewesener Bayer: Ich bin ich, und mir san mir!

Sorge Dich nicht – lebe! Alles ist schön!“ Der Ukraine-Krieg ist doch nur ein Gerücht!

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