1077 – Frust?

Nein. Dafür habe ich weder Zeit noch Lust übrig. Aber ich, als Rischistani, betrachte gerne das Geschehen in DE. Das Spielfeld ist gross, das Spiel komplex, und eine Kurzfassung echte Arbeit.
Ich beginne mit einem Spieler, dem Kanzler und seine CumEx-Story. Da gibt es die Warburg-Bank, und deren Chef hat 47 Mio. € aus der Stadtkasse gestohlen. Scholz war 1. Bürgermeister. Nun hat der Hamburger Senat beschlossen, das geklaute Geld nicht zurückzufordern. Der Kanzler bestreitet, mitgewirkt zu haben. Das ist absolut glaubwürdig. Er hat nichts getan, sagt er. Ein rhetorischer Trick! Er hat auch nichts getan, als der Skandal publik wurde. Wenn ich Nachsicht üben will, gestehe ich ihm zu, dass er für alles Kritische zu viel Zeit bis zur Entscheidung braucht. In der CumEx-Geschichte ist der Hamburger Senat wohl geschlossen an ihm vorbei gerauscht, und er konnte aus politischen Gründen nicht dagegen angehen. So weit mein Wohlwollen. Was wirklich ablief, weiss ich natürlich nicht.

Scholz erinnert mich an eine Schale trockene Haferflocken mit nichts drin. So etwas kriege ich nicht runtergewürgt. Der SPD-Chef wirkt auch wie ein Langweiler. Die ganze Regierungstruppe tritt auf wie eine Notlösung, weil geeignete Leute fehlen. Es sind Leute in der Regierung anwesend, denen man nichts zutraut, die keine Probleme lösen können. Vorneweg dieser rhetorische Versager Scholz! Man erwartet starkes Regieren, schaut hin, und findet Schwachmaten. Was geschieht in dieser Situation? Bürger suchen sich Starke anderswo. Das ist falsch, aber es geschieht. Und es macht die Extremen rechts von der Mitte stark. Land auf, land ab kommen die Deppen ans Tageslicht und klagen: „Huch, wie konnte das nur passieren, dass die Nazis hier wieder mitreden?“ ,Ich: „Die Regierung hats vermasselt!“

Gestern wollte Scholz mit einer sensationellen Rede in Prag auffallen – als Forum wählte er Studenten, eine besonders kritische Sorte intelligenter Menschen. Ich hatte in Prag selbst ein Waterloo erlebt. Die mögen (oder mochten?) keine Deutschen. Sein Auftritt glich dem eines Fahrkarten-Automaten im Hamburger Hauptbahnhof. Dabei versucht er, seinen Habitus des Regierungsrats im Amt für Ab- und Regenwasser zu kaschieren, und heraus kommt der des Oberregierungsrats in der Finanzbehörde, Abteilung Hundesteuer. Ich denke: Herrgott, lebt der noch? Warum kommt der wie ein Zombie daher? Hilft es, ihm mal richtig in den Hintern zu treten, oder ihn mit Schnaps abzufüllen? Hinterher hörte ich in einem Kommentar „Nachdem er die jungen Leute ein wenig gelangweilt hat ….. “ – nein, Olaf wird niemals einen Blumenpott gewinnen. So nicht.

Der deutsche Kanzler hat in Prag unter anderem erklärt, dass er die Regel zur Einstimmigkeit bei Beschlüssen in der EU hinderlich findet, weil’s die Gemeinschaft schwerfällig machen würde.
Toll, denke ich, so weit war ich schon vor 40 Jahren! Aber nun weiss ich, dass er es auch gerafft hat. Und was sagt er darüber, wann und wie er gegen diesen Schwachsinn vorgehen wird? Ich habe keinen Piep gehört. Natürlich meint er, es ginge da nichts. Und auch er findet sich damit ab, dass dieser schwerwiegende Schwachpunkt für ewig in die EU eingemauert bleibt. Klar, dass Psychopathen wie der Ungar Orban ihr Vetorecht nicht aufgeben werden; mit ihrem „Nein“ sabotieren sie nach Lust und Laune, und Brüssel knickt weg. Aber Scholz setzt noch den i-Punkt, indem er angibt, man würde 9 weitere Staaten aus dem Osten in die EU aufnehmen wollen. Die Phantasien Brüssels reichen mittlerweile bis nach Georgien, also bis ans Kaspische Meer. Noch mehr potentielle Nein-Sager. Das ist nun keine Scholz’sche Kopfgeburt. Die Idee kommt aus Brüssel. Aber der Kanzler befürwortet diese Art der Ost-Erweiterung. Und DE, der größte Nettozahler wird die erhöhten Beiträge schon stemmen. Also wir, die Bürger.
Ich sag‘ mal, was ich getan hätte. Ich hätte in Übereinstimmung mit den Koalitionspartnern vor der Welt gesagt, entweder es wird auf Mehrheitsentscheidung umgestellt, oder wir verlassen den Sauladen EU. Drohungen wirken meist, weil sie zu populistischen Zwecken missbraucht werden.
Man muss sie nicht wahr machen – wenn man nicht will. Ich will schon.

Überhaupt: In unserer Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten der Umgang gründlich geändert. Es wurde ungemütlich, ruppig. Die leisen Töne à la Scholz werden als Schwäche erkannt – und das sind sie auch. Rundum übernehmen Kriminelle, Psycho’s und machtgeile Säcke die Regierungsgeschäfte, und wenn die Russen die Ukraine überfallen, so passt das durchaus in mein aktuelles Weltbild. Es zeigt, wo alles enden kann und schliesst auch einen Atomkrieg nicht aus. Treibe den Putin in eine Ecke und warte seine Reaktion ab. Der Mann ist extrem gefährlich und gehört in eine Geschlossene, wie Hannibal Lecter!

Aber davon losgelöst: Es scheint, die Welt erwartet von DE die Übernahme irgandeiner wichtigen Rolle; von Führung wage ich nicht zu reden. Die Bundesregierung zeigt jedoch nicht das geringste Interesse, und kriecht unter das Sofa. Sicher ist sicher, und die Staatsschulden liegen eh bei 2,4 Billionen, das macht nicht gerade selbstbewusst und stark. Dafür hat man jedoch einen Ersatz, nämlich beste Beziehungen zum großen Geld in der Wirtschaft, und den grossen Privatvermögen. Das kostet ein wenig, wie das 47 Mio.-Geschenk an die Warburg-Bank. Aber kleine Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft.

Abschliessend, und weil es mir gerade wieder einfällt: Eine Untersuchung durch investigative Journalisten, die weltweit gegraben haben ergab, dass der Steuerbetrug mit der CumEx-Methode einfach weiterläuft, der Schaden bei mittlerweile 40 Milliarden Euro liegen soll, und dass kein Mensch sich um die Änderung eines Gesetzes kümmert, das die Lücken schliesst, die man zum Betrügen nutzt. Die Bänker, diese Bankerte machen einfach weiter mit dem Raub von Geld, das Dir und mir gehört! Und was macht Olaf? Maximal „Pfffffffffffffffffffffffffffft!“ (heisse Luft)

Nun werde ich mal dramatisch. Tief in meinem Inneren macht sich langsam der Gedanke breit, dass Leute wie Scholz zu jener parasitären Gesellschaftsschicht gehören, die Länder und deren Bevölkerung aussaugen bis zum letzten Tropfen Blut, um Reichtum aufzuhäufen. Es kratzt sie keinesfalls, wenn wir auf der Strecke bleiben, also verhungern oder sonstwie krepieren. Wir werden gehalten wie Milchvieh.


Mag sein, man findet diese Behauptung falsch, zu extrem oder was auch immer. Aber es gilt zu bedenken: Das Positive an unserer Situation, das den schlimmen Eindruck ungerechtfertigt erscheinen lässt, stammt nicht von gestern, sondern ist nach dem 2. Weltkrieg entstanden; in der Not ab 1945 herrschte noch der Gemeinsinn über die Bürgerschaft. Schaue nach Britannien, dort wird alles, was gut für die Bürger ist, wieder abgebaut. Die herrschende Oberschicht träumt offenbar von dem Status der Leibeigenen. Sind wir auch auf dem Weg dorthin?

Und nun lasst uns alle das Deutschlandlied singen. Zur Erinnerung, es beginnt mit „Deutschland, Deutschland über alles . . . . . „

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