1069 – Küchentratsch

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Zugegeben, es ist mir zur Gewohnheit geworden, alles Elend der Welt über mir, und über anderen auszugießen. So hocke ich denn vor meiner Tastatur und schreibe auch noch darüber. Positives? Was soll’n das sein?
Gewiss, das große Sportfest in München – riesig, imposant, mit hohem Unterhaltungswert, und tatsächlich ein Fest, ein gelungenes dazu. Und was ich toll finde? Die Organisation hat eine Frau erledigt, und bei den Mitarbeitern lag die Frauenquote bei 63% und das Durchschnittsalter bei 33 Jahren. Und die alten Säcke aus der Funktionärstruppe mußte zuschauen, wie man einen Job richtig macht. Mann oh Mann, ist das schön! Und für mich ein innerer Reichsparteitag. Davon abgesehen – Sport ist nicht mein Ding. Ich langweile mich selbst bei Fußball-Länderspielen. Aber ….. es gibt Schlimmeres.

Und weil mir das gerade durch den Kopf geht: Dieser Tage hatte ich einen Grund zum Feiern. In meiner Versuchsserie zum Brotbacken ist es mir gelungen, ein fluffiges Brot aus dem Ofen zu ziehen. Fluffig heisst: Innen nur Löcher mit ein wenig Teig drum. Und aussen Kruste, für deren Genuss ein junges, intaktes Gebiss benötigt wird. (Was mir fehlt, ich habe nur Scherben hinter dem Gesicht ).

W. findet diese Variante wohlschmeckend. Ich hatte sie probiert mit Wurst, mit Käse und mit Marmelade. Die drei Versuche haben mir deutlich gemacht: Auf dieses Brot muss Belag von guter Qualität. So meine erste Reaktion. Es brauchte einige Minuten, bis ich klar gucken konnte. Ich ein Narr, kriegte erst spät mit, dass mein schönes Brot zu wenig Eigengeschmack hatte und deshalb der Belag schmeckte wie ohne Brot. Ist halt nicht mit Sauerteig gebacken. Ist wie Ciabatta! Ciabatta! Also nichts für den Sohn meines Vaters. Im nächsten Versuch habe ich wieder einen Aceto Balsamico di Modena zur Hand. Ich kriege Geschmack rein, in diese Weizen-/Dinkel-Mischung. Und wenn ich ein Pfund Blutwurst reinrühren muss.

Das Ringen um ein Weltmeister-Brot trägt schon komische Züge. Es ist ein wenig wie beim Bestatter. Auch dort muss etwas trickreich „schön“ gemacht werden. Und es ist zwar teuer, aber auch lustig, wenn man mich in ein „Totenhemd“ steckt. Für mich ist das eine Tüte aus Papier, auf die man mit dem Fineliner einen Kragen, und mit dem Edding 4 Knöpfe gemalt hat. Sakko drüber gestreift, und so chic hat Roland noch nie ausgeschaut.

Aceto Bals ….. ich krieg das hin.

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