1060 – Brot usw.

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alchetron.com: Peter Hagendorf

Wir, das sind meine Frau und ich hatten 8 Wochen auf Long Island/Bahamas gewohnt und dabei – wie es Sinn macht – wie die Einheimischen gelebt. Diese Inseln werden aus den USA versorgt, und mit eigener Küche komplettiert. Letzteres wird mit Kochbananen, Kokoszeug, Gemüse und anderes, undefierbares Futter bestritten, aber auch mit Conch-Salat, Fisch und Langusten. Höhepunkt ist der Conch-Salat, bestehend aus rohem Gemüse, Zwiebeln und dem Fleisch der Conch, einer sehr grossen See-Schnecke.

So kam es, dass wir 8 Wochen lang Wonderbread essen mussten. Mit diesem Wunderbrot habe ich sicherlich drei oder vier schwere Sünden ausgeglichen.

Wonderbread wurde in 1921 durch einen Bäcker namens Flowers entwickelt; es war das erste aufgeschnittene Brot in den USA. Es scheint ein Weizenbrot zu sein, in Sandwich-Grösse, und mittlerweile auch bei den Amis berüchtigt. Gestern hörte ich davon, dass man mit den Zutaten auch Yoga-Matten herstellt, als weiche Unterlage beim Knien.
So ein Amerikaner. Tatsache ist, dass man eine Scheibe Wonderbread, die unversehrt 12×12 cm gross ist, auf 4×4 cm zusammendrücken kann. Ich habe es ausprobiert.

Wonderbread schmeckt nach nichts. Das hat den Vorteil, dass man alles Erdenkliche draufpacken kann, und den Geschmack des Belags ohne Einschränkung geniessen kann – sofern dort Geschmack vorhanden ist.
Mit Sicherheit gilt: Süß geht immer.

Und es geht noch mehr. Ein Ami berichtet, er habe eine Packung des Wunders auf einem Flug nach Paris im Flugzeug erfolgreich als Nackenstütze benutzt. In Paris hat er wohl sein Wonderbre4ad weggeworfen, nachdem er die französische Brotvielfalt und vorneweg das Baguette geschmeckt hatte.

Um der Wahrheit die Ehre zu erweisen: Flowers Food bringt auch ein Bio-Produkt, ein Vollkornbrot ohne Additive auf den Markt; sinnig ist der Markenname. Es heisst Dave’s Killer bread. Ich habe keine Ahnung, wer da wie gekillt werden soll. Ich vermute jedoch, dass man damit werfen kann, und ein Wurf solche Folgen hat wie der mit einem Basalt-Pflasterstein.

Anscheinend besteht zwischen diesem Killer und dem deutschen Pumpernickel eine enge Verwandtschaft. Es war im Jahr 1630, als ein Söldner namens Hagendorf in Lippstadt dem Pumpernickel kennenlernte; er berichtet: „… so gros … Als ein grosser schleiffstein 4 eckig, mus 24 stunden in offen stehen, man heist es pmbpernigkel, Aber gut schmagghaftieg brodt gans schwarstz“.
(Vorsicht! Das sind nicht meine Tippfehler. Hagendorf hat so geschrieben!)

Ich finde es interessant, dass im Themá „Brot“ einiges Erzählenswertes steckt. Und ich habe hier noch nicht mal richtig angefangen!

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