1058 – Spinner

Sicherlich kennst Du irgendeinen Spinner. Zu viele davon kriechen in der Weltgeschichte herum. Aber kennst Du auch den Apfelspinner? Vielleicht unter seinem Zweitnamen Apfelwickler? Das ist ein unscheinbarer Nachtfalter! Buchstäblich eine graue Maus unter den Flatterlingen, aber mächtig! Er kann eine Apfelernte unbrauchbar machen.

Es gab eine Zeit, da war ich Kind. Ein Krieg hatte geendet, und wir Kleinen zogen durch fremde Gärten, um Obst zu klauen. Nicht in großem Stil. Nur einen Apfel für die Hand und je einen für diem Hosentaschen links und rechts. Wurde man erwischt, gab’s Zores ….. eher Theaterdonner. Aber, um beim Thema zu bleiben, jeder zweite Apfel hatte einenn „Wurm“. Gemeint sind die Larve und die Raupe des Apfelspinners, die im Kernhaus hocken, sich nach aussen fressen un d in den Apfel reinköddeln.

Alte Bäume machen kleine Äpfel. Zwei Bissen, und der Apfel ist gegessen. Also beisst man herzhaft zu ….. und hat ein fremdes Tier im Mund, einschliesslich schwarze Kacke der Raupe, was sich griesig anfühlt.
Man spuckt den Schweinkram aus, und hat dann nur noch einen halben kleinen Apfel zum Essen. Natürlich hatten reiche Kinder wie ich ein Taschenmesser, und mit der Zeit lernte man, wozu es gut ist. Nur: Wenn man 4 Äpfel klaut, und 2 sind verwurmt, bleiben zwei zum Genuss. Zwei kleine! Man muss zurück in den fremden Garten und wieder 4 Äppel vom Baum holen. Doppeltes Risiko! Nur wegen dem Apfelspinner.

Nebenbei bemerkt: Wir Kinder haben nur gegessen, was heute Seltenheitswert hat und „Alte Sorten“ genannt wird.
Die Würmer in den Kirschen waren übrigens winzig. 5 mm Zwirn weiss – die hat man beim Essen garnicht gespürt.

Nun habe ich mich in Kindheitserinnerungen verloren. Das war garnicht meine Absicht. Eigentlich wollte ich auf eine Metapher hinaus, wonach unser Planet Erde einem kranken Apfel gleicht, Von aussen Fäulnis,l und von innen gierige Raupen, die nichts als Kacke hinterlassen. Und ich wollte darauf hinweisen, dass die Tage für derart verdorbenes Obst gezählt sind.

Vielleicht ist es richtiger, dieses Thema vom Tisch zu nehmen. Wir sind nicht reif dafür. Wir schauen auf ein Bild von Albrecht Dürer und sehen nur das Stundenglas, oder den Hund, und nehmen die Hauptsache, nämlich Ritter, Tod und Teufel nicht wahr.

Oder auch: Wir sind zufrieden, solange noch Saft in unserem Apfel ist.
Das reicht, das ist bequem. Please – don’t disturb! Don’t panic!

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