1054 – Sorge

Manchmal glaube ich, nicht alle Tassen im Schrank zu haben. Dann bin ich einigermaßen irritiert, denn meist bin ich sicher, dass in meinem Kopf noch immer Klarheit herrscht. Dieses Auf und Ab könnte ungesund sein, weil’s verunsichert, aber es könnte auch gesund sein, weil’s so manches in Frage stellt und Zweifel zum Prüfen und neu Bewerten verleitet. Jedoch: Meist kommt dann ein kleines Adjektiv daher, es ist das „wurschtig“. Wenn mir etwas wurscht ist, geht der gute Zweck verloren, und der Zweifel bleibt ohne Wirkung. Statt dessen schleiche ich in unseren Wirtschaftsraum und zähle meine Weinflaschen. Die vollen natürlich. Das macht Freude, befriedet, und unterfüttert meine materialistische Denkweise.

Anders ausgedrückt: Ob ich will, oder nicht – ich bin deutsch. Boahhhh!
Ich gehe mir selbst auf den Geist, weil ich immer nur Negatives schreibe. Wo zum Teufel steckt der Ausgleich dazu? Ich finde nichts. Ich vermute, es ist da, und ich sehe es nicht. Ist das die Possibility?

Ich bin ohne Hoffnung. Hatte auf den Tod gebaut, und dass der ein wenig aufräumt auf unserem Planeten. Und wer stirbt? Uwe Seeler, ein Gutmensch.

Nun könnte ich richtig loslegen und den ganzen Misthaufen umgraben. Aber was wird geschehen? Ich gehe in den Wirtschaftsraum und zähle Weinflaschen. Genug davon zu haben ist immerhin positiv. Das muss für heute reichen. Besser, als im Mist zu buddeln.

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