1038 – Kochen

Photo by Lainey Leon on Pexels.com

Nein, ich kann es nicht.Und ich werde es in diesem Leben auch nicht mehr lernen. Es ist mir jede Ernsthaftigkeit abhanden gekommen. Dabei zeige ich gute Ansätze. Ich kann am Herd mit „heiß/kalt“ umgehen, Zeug in Töpfe tun und totkochen, Geschirr abwaschen und einen Besen richtig herum halten. Das sind Fertigkeiten für das Erlernen des Berufs „Küchenhelfer“, und der Stratege erkennt, dass er mit einem Bein schon in der Küche eines Sterne-Kochs steht. Bis zum Möhrenschälen ist es dann nicht mehr weit, wohl gemerkt, zum 3-Sterne-Schälen!

Gochujang, eine scharfe Pfefferpaste, und Doenjang, eine Sojabohnenpaste mussten her, ebenso fertiges Kimchi – jetzt wir es in meiner Küche koreanisch.

Schuld daran ist ein traumatisches Erlebnis auf der Großen Mauer in China. Wir quälten uns, um einen Aussichtspunkt zu erreichen, über Stufen von 30 bis 50 cm Höhe – da kommen von hinten 8 Koreaner angestürmt, lachten und scherzten, und ruckzuck waren sie oben. Uniformierte Sportler, daneben sieht man sehr alt aus. Angeber, dachte ich, und nun drehe ich den Spieß um.Wir waren vier Deutsche, die lachend und scherzend umdrehten und talwärts tobten, eine Bella figura hinlegten. Doch der Stachel sitzt tief.

Wenn es das ist, was Kimchi schafft, Menschen fit und alt zu machen, so habe ich das heute nötiger denn je. Ok? So weit meine Vision.Ex-Bundeskanzler Schmidt hätte nun empfohlen, zum Arzt zu gehen. Ich dagegen wollte nur ein Gericht namens Kimchi bokkeumbnap auf meinem Teller sehen, hatte mir ein Mis en place eingerichtet und der Reis kochte schon still vor sich hin, als mich Panik überraschte. Ich kürze ab: Was ich nun habe, ist ein deutscher Eintopf mit Korea drin.

Gegessen habe ich das Zeug heute nicht. Über dem Haus liegt eine Aroma-Glocke wie über einer Sauerkrautfabrik. Und W. ist gleichfalls sauer. Mein Klima ist absolut inkompatibel zu Menschen, die Japanisch lieben. Schei …… Globalisierung!

%d Bloggern gefällt das: