1030 – Bergab?

Oh Gott, nicht schon wieder
dieses Nichts,
das mich zu zerreissen droht,
das Unbekannte,
die unerwartete Leere,
die still wartet, um irgendwann,
irgendwann über mich herzufallen
und mir brüllend meinen Platz zuzuweisen.
Die Medaille hat sich gewendet,
ihre glänzende Seite scheint verloren.
Ich weiche zurück,
gehe in die Defensive,
angespannt wartend.
So mein erster Schritt
auf dem Weg zum Sieg über Böses.
Ich bestimme damit den Weg
aus meiner Krisensituation,
hindere sie beim Entfalten
und hoffe,
ich werde sie nicht sehen müssen,
die Blume des Bösen.
Ich schaue mich um,
finde stets etwas zu tun,
was liegen blieb, da ungeliebt,
und tue nun, was nötig ist,
richte meinen Zorn auf meine Finger,
sehe, was sie und wie sie arbeiten –
und der Rest des Tages ist angefüllt
mit Flüchen, Frust und Gift, aber leer?
Nein. Das ist er nicht.
Und ganz im Stillen spüre ich:
Ich lebe noch.
Da ist noch Kraft, und ich bemerke:
Auch die Rückseite der Medaille glänzt,
nicht spektakulär, nur ein wenig, aber
sie glänzt – vielleicht nur für mich.

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