1011 -Wasser

Der Not gehorchend, und nicht dem inneren Triebe durchsuche ich meine Erinnerungen aus Intensiv-Kontakten mit dem Meer.Grund ist der Umstand, dass ich mich zu einer Immobilie zurückentwickelt habe und so ausser Stande bin, eine erneute Begegnung mit meiner Freundin, die See noch einmal zu organisieren.

Nun, wozu hat man einen Fundus mit unzähligen Bildern und reichlich Videos? Wozu hat man die Vergangenheit, die als Filter dazu dient, um Unangenehmes auszusondern und nicht zu Ende zu denken?

Wollen wir einen Blick in mein maritimes Kaleidoskop werfen? Nein? Auch gut. Ich tue es, weil mir gerade danach ist:

Das Meer, ich liebe es.
Es ist untrennbar verbunden
mit der Luft, die ich atme,
mit Sonne und Wind,
mit seinem Wellenschlag,
den ich als seine Hand begreife,
die mich einlädt:
Komm, Freund, lass uns ein wenig spielen!
Ich trage Dich, wenn Du willst,
auch zu anderen Ufern,
wo weisser Muschelkalk
den Strand erstrahlen lässt
und wo ich mich in Türkis zeigen kann!
Und ja, ich kenne sie, die See.
Hab sie erlebt, wie sie zerstört
und zornig Unrat des Menschen hinterläßt,
auch wie sie in langen, schweren Wogen
aquamarin gegen rote Felsen aufläuft,
so langsam, als würde sie atmen.
Ich mag es, wenn sie mit ihren Badegästen spielt,
sie den Strand hinaufträgt und im Sand liegen lässt.
Und ich liebe die unwirklichen Bilder,
wenn sie glatt wie ein Spiegel vor mir liegt,
sodass ich den Horizont verliere
und der Spiegel des Wasser beim Sonnenuntergang
sich mit dem Himmel vereint zu einem Bild,
das man überirdisch nennen muß.

Ich sollte nun wohl die Augen schließen und ein wenig träumen; das wäre eine Prophylaxe gegen aufkeimende Traurigkeit um den Verlust eines Freundes …..

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