958 – Biberpelz

Zitat: Tagesspiegel

Er äußerte sich nicht zum Sachverhalt, aber er hat ja wie alle Berliner Wildtiere eine Art Erziehungsberechtigten:

Derk Ehlert, Senatsexperte für alle Felle.

„Der sucht neue Lebensräume“, erklärt Ehlert das Verhalten des Bibers. Seit etwa 14 Tagen sei das Tier zwischen Fischerinsel und Bodemuseum unterwegs; vermutlich ein Männchen von etwa eineinhalb Jahren, wohl mit tiergärtnerischem Migrationshintergrund. Über einen Schiffsanleger an der Museumsinsel könne er die Spree verlassen, „aber wir hoffen, dass er da nicht bleibt, denn da findet er nicht genug zu fressen“.

In Bayern würde das Tier wohl als Problem- oder Schadbiber klassifiziert werden, als solcher würde man ihn gnadenlos bekämpfen und dafür professionelle Biberjäger aus den USA anheuern, die sich 20 Tage lang halb totlachen über die Unfähigkeit der Deutschen, um dann am 21. Tag den Biber mit einem Schuss zu erledigen, und die Intelligenzpresse, vorneweg BILD könnte weitere 21 Tage lang Honig saugen und berichten, was das Zeug hält, denn es ist zufällig wieder einmal angesagt, Entwicklungen, die den Bürger Geld kosten, zu vertuschen, und da lässt sich ein Biberfell prima drüber ausbreiten, als Mimikry zur Vertuschung von Abzockerei – aber in Berlin kann der Biber machen, was er will. Ehlert hofft, dass er weiterzieht – wissend, dass freie Ufergrundstücke in Berlin kaum mehr zu haben sind: Mit stadtweit rund 120 Bibern sei die natürliche Kapazitätsgrenze wohl erreicht.

Aber kurzfristig bleibt vorerst nur, am Spreeufer zu sitzen und das alte Lied zu singen:

Weine nicht, wenn er Bäume fällt,
Damm, Damm… Damm-Damm /
Freu dich, dass er die Art erhält,
Damm, Damm… Damm, Damm.

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