921 – Überblick

Mit dem folgenden Beispiel zeige ich auf, wie Intellektguelle ticken. Ich hatteals Jüngling den Versicherungskaufmann hingeschmissen und ging in die Industrie. In einem 10.000-Mann-Unternehmen heuerte ich an und wurde ziemlich rasch zum Chef zitiert. Er wollte alle Neuen der Schlips- und Kragen-Klasse kennenlernen. Mir sagte er, er möchte wissen, wer ihm begegnet, wenn man sich auf dem Fabrikhof trifft. Ich, die kleinste Kerze auf der Torte, war dem Eigentümer und CEO des Ladens wichtig. Der Patriarch fragte mich nach meinen Sorgen, und wie es mir in seinem Unternehmen so ergeht, und ich hatte nur über die Mühe, mir und meiner schwangeren Frau eine bessere Wohnung zu suchen, erzählt. Danach sagte der alte Mann, das sei nun sein Problem, und ich solle mir keine Sorgen machen. Eine Woche später hatte ich einen Mietvertrag auf dem Tisch, und der Mietpreis liess mich auf bessere Zeiten hoffen.

Diese Episode stammt aus dem Jahr 1964. Gute Mitarbeiter waren wichtiges Kapital und wurden pfleglich behandelt. Und heute? Die von vielen herbeigesehnten Experten für alles Mögliche in allen Bereichen eines Unternehmens sehen in Mitarbeitern Material wie Rohstahl, das man verwenden, verbrauchen kann, oder in die Schrottkiste wirft.

Es sei hier angemerkt, dass bereits um 1900 Nationalökonomen wie Max Weber und Joseph Schumpeter Modelle der Sozialökonomie entwickelt haben, und dies in dem Glauben, Weichen für die Zukunft gestellt zu haben. Aber während sie die akademische Elite heute noch mit der Sozioökonomie vergnügt und sich die Abstraktion zunutze macht, um nicht Schaden zu erleiden, geht man im operativen Alltag des Wirtschaftens den Weg, die Soziologie unter Krämpfen von der Ökonomie zu trennen und durch profitables Handeln zu ersetzen. Dabei ist stets die bretter-bewehrte Denkweise von allerlei Experten richtungweisend.

Langfristige Denkweise ist nicht modern. Möglich, dass man darum die Folgen seiner Handlungen nicht erkennt. Es gibt sie also nicht, oder sie sind im lafenden Geschhäftsjahr nicht elevant. Aber ganz hinten in einer Ecke lauert die Gefahr, die man künstlich und unwissend erzeugt hat: Die Zerstörung des natürlichen Gleichgewichtsschädigt die Lebhensgrundlage der menschlichen Gemeinschaft. Und was kurzfristig so toll aussieht und sich so prima verkaufen lässt, ist in Wirklichkeit toxisch und beginnt vielleicht erst mittelfristig zu wirken.

Für positive Veränderungen ist eine globale Katastrophe notwendig. Keines der heute installierten Gesellschaftssysteme hat eine gute Zukunft; das konfuzianische der Chinesen und das steinzeitliche der Osteuropäer und der USA sind irgendwie kompatibel zueinander, und selbst das der Mitteleuropäer ist mit idiotischen Nationalismen überfrachtet – kurz: Es geht nichts zusammen, und schon garnicht, wenn sich die politische Macht in den Händen von Psychopathen ausruht.

Weiss jemand zufällig, wie mein Thema heisst? Ich verliere den Überblick …..

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